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  1. #1
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    Standard Welche Bootspapiere (außer dem Führerschein) brauche ich zwingend innerhalb D ?

    Es gibt ja -im Gegensatz zu den Landfahrzeugen, bei den Wasserfahrzeugen, eine ganze Reihe von diversen Boots-Papieren.
    1. Da stellt sich dem "Anfänger" natürlich die Frage, welche man zwingend (außer dem Führerschein), bei einer eventuellen Kontrolle in Deutschland, vorzeigen muß.
    Diejenigen, die schonmal kontrolliert wurden, werden das sicher wissen....

    2. Angenommen mir wird ein günstiges Boot zum Kauf angeboten, allerdings ohne Papiere.
    Gibt es eine Möglichkeit, sich neue Papiere zu beschaffen und falls ja, welche und woher ?
    Ist das mit sehr hohem Aufwand bzw. Kosten verbunden ?
    Im Pkw-Bereich macht man in so einem Fall beim TÜV ein Vollgutachten und erhält dann neue Papiere.
    Aber wie ist das bei einem Boot, das noch dazu sehr selten ist und der Hersteller nicht mehr existiert ?
    Schilder oder Herstellernummern im Boot keine auffindbar.

  2. #2
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    Standard

    Es gibt m.W. in D keine entsprechenden Vorschriften im See Bereich. Einen Eigentumsnachweis solltest du haben, aber das kann auch der Kaufvertrag sein. Binnen besteht allerdings Kennzeichnungspflicht, verbunden mit dem dazugehörigen Dokument. Das kann der WSA Kennzeichen Ausweis sein oder auch der IBS.

    Um allen Problemen aus dem Weg zu gehen würde ich den IBS (Internationaler Bootsschein) empfehlen. Wird vom DSV oder ADAC oder DMYV ausgestellt gegen Vorlage des Kaufvertrages und muss alle 2 Jahre erneuert werden. Ca. 25 €.

    Der ist, wie der Name schon sagt, international anerkannt.

    Papiere zum Boot gibt es, jedenfalls in dem Rahmen in dem du dich bewegst, nie. Ist immer Sache des Käufers sich welche zu besorgen.

    Es gibt auch noch andere Optionen, aber die sind aufwendiger.
    Michael
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Nano1 Beitrag anzeigen
    Es gibt ja -im Gegensatz zu den Landfahrzeugen, bei den Wasserfahrzeugen, eine ganze Reihe von diversen Boots-Papieren.
    1. Da stellt sich dem "Anfänger" natürlich die Frage, welche man zwingend (außer dem Führerschein), bei einer eventuellen Kontrolle in Deutschland, vorzeigen muß.
    Diejenigen, die schonmal kontrolliert wurden, werden das sicher wissen....
    Man unterscheidet hier binnen und buten:
    Binnen will man Personalausweis/Pass, SBF binnen und die Registrierungspapiere (Registernummer, Kennzeichen durch das WSA). Das übliche Registrierungspapier ist binnen der IBS(internationale bootsschein).
    Buten(also dort wo die SeeSchStO gilt) brauchst Du nur Perso, SBF See. In diesem Bereich gibt es keine Registrierungspflicht.
    Das kann man alles auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr (?) nachlesen, deren Broschüre (kostenlos, downloadbar kostenlos) „Sicherheit auf See“ listet da alle Arten von Papieren auf.
    Diese Broschüre können auch Anfänger finden, downloaden, lesen sowie verstehen, man muss nur google fragen oder auf eine Bootsausstellung (Am Stand des Ministeriums liegen die Broschüren dann kostenlos aus) fahren!

    2. Angenommen mir wird ein günstiges Boot zum Kauf angeboten, allerdings ohne Papiere.
    Gibt es eine Möglichkeit, sich neue Papiere zu beschaffen und falls ja, welche und woher ?
    Ist das mit sehr hohem Aufwand bzw. Kosten verbunden ?
    Was willst Du sehen?
    Bei alten, gebrauchten Yachten, die vor der Einführung der CE-Zertifizierung in den Verkehr gebracht wurden, gibt es keine Papiere!, jedenfalls kein CE-Zertifikat.
    Nachweis über die gezahlte MwSt, ist gerade bei Auslandsreisen wichtig, dazu braucht man die Originalrechnung mit ausgewiesener MwSt. des ersten Eigners. Ist das Schiff alt genug und hat es nie außerhalb der EU-Grenzen länger gelegen, dann geht der Zoll davon aus, dass die MwSt, bezahlt wurde (gerade bei Booten von 7-8m ist das kein Problem). Genaueres kann Dir der Zoll bzw. Dein örtliches Finanzamt erzählen....die treiben nämlich neuerdings die MwSt ein.
    Eigentumsnachweis: kann der Verkäufer keine Originalrechnung, keinen gültigen IBS, kein Kennzeichen(binnen) vom WSA , kein gültiges Flaggenzertifikat oder Auszug aus dem Seeschiffsregister vorweisen, dann weiss Du nicht ob der Verkäufer in Wirklichkeit nicht ein Hehler, der Diebesgut verschachert oder ein alter Trottel ist, der alle Papiere zum Heizen gebraucht hat.
    Je günstiger der Kahn, je weniger Papiere, desto misstrauischer solltest Du werden!

    Im Pkw-Bereich macht man in so einem Fall beim TÜV ein Vollgutachten und erhält dann neue Papiere.
    Aber wie ist das bei einem Boot, das noch dazu sehr selten ist und der Hersteller nicht mehr existiert ?
    Schilder oder Herstellernummern im Boot keine auffindbar.
    Du kannst ohne weiteres ein Boot nachzertifizieren lasssen, nennt sich Post Construction Assessment, macht u.a. die Firma Marin Care (http://www.marinecare.de/). Ist auch nich so teuer.....
    Das ist dann kein TÜV, sondern eine Zertifizierung nach der einschlägigen Sportbootverordnung. Wenn diese Nachzertifizierung zeigt, dass der Kahn die heute geltenden Vorschriften nicht erfüllt, musst Du das Boot nachrüsten/reparieren! Letzteres ist nicht billig....aber, was tut man nicht alles für die Sicherheit!
    Am Bodensee gibt es zur Sicherheit noch einen TÜV, dessen Prüfnachweise der Verkäufer vorlegen können sollte.

    Gerade als Anfänger, ohne nennenswerte Kenntnisse, würde ich eine nachträgliche CE-Zertifizierunf dringend anraten, zur Sicherheit natürlich und auch, damit Du nicht ohne Skipper-Handbuch zur See fahren musst.

    Wenn ein Schiffchen keine Seriennummer mehr aufweist, ist es entweder ein Eigenbau oder Prototyp und da würde ich sehr, sehr misstrauisch werden und sehr genau nachfragen. Eine Antwort der Art, an diesem Werftschildchen störte sich mein ästetisches Empfinden, würde ich nicht gelten lassen. Auch eine abgeschliffene oder sonstwie unleserliche Motornummer sollte von Dir sorgfältig hinterfragt werden.

    Was ich damit, nicht ohne Ironie, sagen will:
    Als Anfänger ohne nennenswerte Kenntnisse würde ich Dir dringend anraten stets einen Sachverständigen mitzuführen. Der kann dann den Papierkram und das Schiff studieren, begutachten und zum Kauf empfehlen!

  4. #4
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    Vielen Dank 2ndtonone für deine sehr ausführlichen Hinweise. Das hat mir schonmal sehr weiter geholfen.
    Gibt es bei einer Segelyacht, Bj 74, kein Eigenbau. so wie bei Pkws eine bestimmte Stelle, wo man nach der Seriennummer suchen sollte bzw. wo sich diese i.d.R. befindet ?

    Nachzertifizieren möchte ich eigentlich nicht, weil bei so einem alten Boot doch die Möglichkeit besteht, daß es nicht mehr allen aktuellen Anforderungen entspricht und ich das Teil nicht zum Grab meines sehr begrenzten Vermögens machen will....

    Gibts noch eine andere Möglichkeit, zu Papieren zu kommen ? Kaufvertrag kann ich vorlegen. Typ und Baujahr des in D. hergestellten Bootes ebenso. Mehr aber nicht.
    Würde evtl. eine Kopie der Papiere eines baugleichen Bootes etwas nützen bzw. vereinfachen ?
    Geändert von Nano1 (31.10.2018 um 15:39 Uhr)

  5. #5
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    Hi,

    alte Boote, welches Baujahr die Grenze ist weiß ich grad nicht müssen nicht zertifiziert werden.

    Eine Seriennummer wie beim Auto gibt's oft nicht, bei Segelbooten gibt es allerdings eine Segelnummer die auf den Segeln steht. Sind die Segel mal getauscht und ohne Nummer angefertigt, ist die natürlich weg.

    Bei Neptun ist ab Werk, jedenfalls bei unserer, ein Aufkleber am Heck, da steht die Segelnummer drauf, außerdem gibt es einen Eigner Pass. Wenn das Boot angemeldet ist, gibt's noch ein Papier, je nachdem wo man es zulässt. Gibt verschiedene Möglichkeiten....beim WSA, welches man bevorzugt ist egal, habe ich nie mehr als den Kaufvertrag und eigene Angaben zum Boot benötigt.


    Gruß
    Willy

  6. #6
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    Nachzertifizieren ist Quatsch. Das ist nur beim Import eines Bootes aus dem EU Ausland relevant.
    Kein in der EU vor den 90ern gebautes Boot hat ein CE Zertifikat und braucht auch keins. Insofern gibt es bei diesen auch keine Seriennummer, denn die kam erst mit dem CE Kram.

    Kaufvertrag und IBS und gut ist.
    Michael
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Nano1 Beitrag anzeigen
    Vielen Dank 2ndtonone für deine sehr ausführlichen Hinweise. Das hat mir schonmal sehr weiter geholfen.
    Gibt es bei einer Segelyacht, Bj 74, kein Eigenbau. so wie bei Pkws eine bestimmte Stelle, wo man nach der Seriennummer suchen sollte bzw. wo sich diese i.d.R. befindet ?

    Nachzertifizieren möchte ich eigentlich nicht, weil bei so einem alten Boot doch die Möglichkeit besteht, daß es nicht mehr allen aktuellen Anforderungen entspricht und ich das Teil nicht zum Grab meines sehr begrenzten Vermögens machen will....

    Gibts noch eine andere Möglichkeit, zu Papieren zu kommen ? Kaufvertrag kann ich vorlegen. Typ und Baujahr des in D. hergestellten Bootes ebenso. Mehr aber nicht.
    Würde evtl. eine Kopie der Papiere eines baugleichen Bootes etwas nützen bzw. vereinfachen ?
    Die Seriennummer (Baunummer, Rumpfnummer) befindet sich i.d.R. Hinten, innen am Spiegel...das sollte der Verkäufer eigentlich wissen. Ansonsten, generell am Heck, im Cockpit an der Rückwand (bei Dufours stets unterhalb der Pinne). Bei anderen Yachten kann die Seriennummer auch in der Kajüte, oben am Salonschott, bei Mobos am Schaltpult, am Niedergang etc.
    Wozu brauchst Du die Papiere?
    Typ, Hersteller, Lüa, Lwl etc. sind Dir bekannt, oder? Ein Boot, Bj. 1974 fällt nicht unter die CE-Zertifikatspflicht, das gab es damals nicht!
    Was und wozu willst Du vereinfachen?
    Nun pack mal Butter bei die Fische:
    Woher kommt der Kahn?, wo wurde gekauft, was soll Verwaltungstechnisch gemacht werden(Binnen oder Buten-registrieren)?
    Geändert von 2ndtonone (31.10.2018 um 18:19 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von MichaelK Beitrag anzeigen
    Nachzertifizieren ist Quatsch. Das ist nur beim Import eines Bootes aus dem EU Ausland relevant.
    Kein in der EU vor den 90ern gebautes Boot hat ein CE Zertifikat und braucht auch keins. Insofern gibt es bei diesen auch keine Seriennummer, denn die kam erst mit dem CE Kram.

    Kaufvertrag und IBS und gut ist.
    Das ist so nicht richtig, sorry! Jede Bauwerft hat seit eh und je jede gebaute Yacht eine Baunummer zugeordnet. Diese Baunummer wurde entweder in einen Decksbalken Z.B. Hinckley) oder in eine Bronzeplakette gestanzt, wo dann oberhalb der Baunummer der Werftname und Schiffstyp abzulesen sind.
    Der Unterschied zu Heute ist, dass die CE-Normen vorschreiben, wo und wie diese Baunummer(neudeutsch Seriennummer) enthaltende Plakette anzubringen ist....da wird auch beschrieben wie die Plakette auszusehen hat und welche Informationen zu sehen sein müssen!

    Die CE-Zertifizierung hat da nur alles vereinfacht und normiert, darf ja heutzutage auch keiner mehr machen was er will(Ausnahme: die Deutsche Automobilindustrie..., aber das ist eine andere Geschichte).

    Nachzertifizierung ist kein Quatsch...wer auf nummer sicher gehen will, und unbedingt ein Skippershandbuch haben muß, für den ist dieser Prozess goldrichtig. Und Sicherheit ist doch bei uns sehr, sehr, sehr wichtig, oder ????

  9. #9
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    Was die Baunummer angeht, da gehe ich mit dir d'accord (meine steht auf einem Schildchen im Niedergang) . Wir sprachen aber über eine Seriennummer und die gibt es in der Form erst seit CE.

    Ändert aber nichts daran, dass das alles für den OP irrelevant ist, wenn er ein Schiffchen von 74 kauft, bei dem die für die erfolgreiche CE Zertifizierung vermutlich notwendigen Änderungen/Umbauten kostenmäßig den Kaufpreis weit übersteigen würden.

    Ich habe bisher vier Schiffe gekauft, alle ohne CE weil alle BJ vor 85, und keines ist mir unterm Hintern abgesoffen
    Michael
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  10. #10
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    Also es geht um eine Nautika23 ohne jede Papiere.
    So kann ich das Teil doch vermutlich nichtmal versichern, geschweige denn ich werde mal von der WaSchuPo kontrolliert. Da stehe ich doch da wie der Depp oder gar wie ein Dieb. Denn selbst wenn ich einen Kaufvertrag vorlege, heißt das doch nicht, daß das Boot nicht trotzdem gestohlen sein kann.
    Fahren mit Motor bzw. segeln möchte ich damit im Ruhrgebiet auf der Ruhr, und diversen Binnengewässern, aber auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste.
    Ich brauche außer einer günstigen Versicherung (welches ist eigentlich die billigste ?) noch ein amtliches Kennzeichen mit dem dazughehörigen Dokument. Flaggenausweiß weiß ich nicht ob nötig ?
    Bei Booten mit einer Wasserverdrängung von > 10 cbm ist der Eigentümer verpflichtet das Schiff zur Eintragung beim Binnenschiffsregister anzumelden (Schiffsbrief). Aber woher soll ich diese Angabe wissen, ohne Papiere ?

    Und dann eben den internationalen Bootsschein, bei dessen Beantragung man ja vermutlich auch irgendwas an Bootspapieren vorlgeben muß, um den überhaupt zu bekommen.

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