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  1. #1
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    Standard Mehrwertsteuernachweis - was ist rechtlich gültig

    Servus zusammen,

    ich stehe kurz vor dem Kauf einer Jeanneau Sun Odyssey 37 / BJ. 2000. Das Boot liegt derzeit in Griechnland und gehört einem englischen Ehepaar. Verkauft wird es über einen griechischen Makler.
    Der Eigner hat mir eine Rechnungskopie des Bootes per mail geschickt, aus der geht hervor dass das Boot am 18.10.2000 von Jeanneau an die Fa. Sunsail SA in Paris verkauft wurde. Die Mehrwertsteuer von damals 19,6 % ist in der Rechnung ausgewiesen.
    Das Boot soll ( wenn der Kauf zustande kommt ) weiterhin in Griechenland bleiben.

    Wer kann mir sagen ob die Rechnungskopie als Nachweis ausreicht? Wo kann ich mich erkundigen ( Zoll / Finanzamt ) um eine fachkundige Antwort zu erhalten? Am liebsten wäre mir eine schriftliche Bestätigung einer Behörde.

    Danke für Eure Hilfe
    Gruss Jens
    Leisure 17
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  2. #2
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    Moin,
    der Zoll akzeptiert in der Regel nur Originale! Wenn es eine Kopie ist, dann solltest Du sie beglaubigen lassen (beim Zoll oder Finanzamt oder Notar).
    Im Übrigen wundert mich, dass Sunsail die Mwst. In Paris bezahlt hat. Es gibt da so ein Investormodell, wo man Firmen wie Sunsail das Schiff kauft und damit ein Nutzungsrecht erhält. Später, nach 5-10 Jahren geht das Schiff an den Käufer. Das Schöne daran ist, dass Sunsail keine MwSt. In F. zahlen muss und der Investor sich nicht um das Schiff kümmern mußte (Sunsail ist für die Wartung etc. verantwortlich). Wenn das Schiff ausgemustert wurde, fiel in manchen Ländern (u.a. DE) keine MwSt. An.
    Sieh Dir mal genau an, wer und wo die MwSt bezahlt wurde.

  3. #3
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    Ohne Original keine Anerkenntnis.

    Der Makler sollte so fit sein, dass er Dir den Nachweis des zuständigen Finanzamtes besorgt, der belegt, das die UMSATZSTEUER (TVA) bezahlt wurde. Es gibt keine Mehrwertsteuer, mit dem Begriff wird oft leider auch ein böses und teures Spiel getrieben.
    Cheers, Guido

  4. #4
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    Danke Jungs,

    hab jetzt die Rechnungskopie mal zusammen mit ner Anfrage an den Zoll geschickt. Parallel dazu gab ich beim Verkäufer nach dem Original gefragt. Mal sehen was dabei rauskommt. Ich werde berichten.

    Danke,
    Gruss Jens
    Leisure 17
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  5. #5
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    Zitat Zitat von 19Hope57 Beitrag anzeigen
    ... Es gibt keine Mehrwertsteuer, ...
    Das kannst Du sicherlich erläutern?

  6. #6
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    Hallo Sayang,

    im Deutschen aktuell ist der Begriff "Mehrwertsteuer" vielleicht gebräuchlich, doch gibt es keine Mehrwertsteuer. Das war mal vor ca. 60 Jahren so.

    Real ist es eine Umsatzsteuer.

    Nur deshalb dürfen die Händler auch damit werben, sie würden die "Mehrwertsteuer" zurück erstatten, das geht faktisch nicht.

    Zum Fall, wenn Du zu gezahlten Vorsteuer keinen einwandfreien Beleg hast, lass ihn Dir durch die zuständige Finanzbehörde geben.

    Habe gerade den gleichen Fall, da ich mein Boot verkaufen lasse und der Makler dies ausdrücklich abgefordert hat.

  7. #7
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    Da unterliegst Du gleich mehreren Missverstaendnissen.
    Zitat Zitat von 19Hope57 Beitrag anzeigen
    … im Deutschen aktuell ist der Begriff "Mehrwertsteuer" vielleicht gebräuchlich, doch gibt es keine Mehrwertsteuer. …
    Im deutschen (und oesterreichischem) Steuerrecht wird die Mehrwertsteuer (nicht ganz korrekt) Umsatzsteuer genannt. Alle anderen Laender bezeichnen sie als das, was sie ist: Mehrwertsteuer. Ob im franzoesischen TVA (Taxe sur la Valeur Ajoutée) genannt, in Griechenland FPA (Foros Prostithemenis Axias), in England VAT (Value Added Tax), sie ist stets, was die Schweiz MWSt (Mehrwertsteuer) nennt.


    Zitat Zitat von 19Hope57 Beitrag anzeigen
    … Das war mal vor ca. 60 Jahren so. …
    Das ist sachlich falsch. Vor 60 Jahren, bis 1968, gab es in Deutschland eine waschechte Umsatzsteuer. Jedes Unternehmen wurde mit zuletzt vier Prozent des Umsatzes belastet. Bei einem Fahrrad z.B. zahlte die Eisengiesserei, die Rohrhersteller, der eigentliche Fahradhersteller, evtl. auch noch der Grosshaendler und der Einzelhaendler. Einen Vossteuerabzug gab es nicht.

    Exporte waren schon immer von der Umsatzzteuer/Mehrwertsteuer befreit. Bei der damaligen Umsatzsteuer konnte die gezahlte Steuer nicht nachvollzogen werden, so dass man beim Export zu Erfahrungswerten oder Schaetzwerten griff, die einige Exporte subventionierte, andere unzulaesig belastete. Bei der Mehrwertsteuer is die Steuerbelastung jederzeit klar. Es gab allerdings weiter Gruende fuer die Einfuehrung der Mehrwertsteuer.

    Zitat Zitat von 19Hope57 Beitrag anzeigen
    … Real ist es eine Umsatzsteuer. …
    Viele Leute haben ein gedankliches Problem, einen hohen Gewinn, oder das Hinzufuegen einer Handelsstufe, die ein Produkt verteuern, als Mehrwert zu betrachten, den schliesslich machen die Kostenerhoehungen das Produkt nicht wertvoller. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass betriebswirtschaftlich “Wert” gleich “Preis” ist. So ist es einfach, das Wesen der Mehrwersteuer zu verstehen: Jedes Unternehmen zahlt Mehrwersteuer auf den von diesem Unternehmen geschaffenen Wert (gleich der “Wert”steigerung oder Preiserhoehung).

    Die Mehrwersteuer ist im Prinzip zwar eine Umsatzsteuer (Korrekter Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug), die Umsatzsteuer ist jedoch nicht zwingend eine Mehrwertsteuer.


    Zur Ausgangspunkt:
    Zitat Zitat von 19Hope57 Beitrag anzeigen
    … Nur deshalb dürfen die Händler auch damit werben, sie würden die "Mehrwertsteuer" zurück erstatten, das geht faktisch nicht. …
    Dass die Mehrwersteuer nicht zurueckerstattet werden kann, ist Unsinn. Selbstverstaendlich muessen Fristen und Vorschriften dabei eingehalten werden. Jeder, der seinen Wohnsitz ausserhalb der EU hat, hat z.B. wohl schon einmal die Mehrwertsteuer fuer in D gekaufte Waren zurueckerstattet bekommen. (Die Einzelhaendler vermeiden den Aufwand dafuer allerding gerne, und ueberlassen das Mehrwersteuerrueckerstattungsprocedere darauf spezialisierten Unternehmen, gegen z.T. hohe Gebuehren.)

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