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  1. #31
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    Standard Raymarine: AIS-Notrufe (SRM) und Autopilot

    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    Ich frage mich ernsthaft, warum technisch ein AIS-Notruf- Relais nicht möglich sein kann
    Technisch möglich ist das schon, nur geht es hier darum was ist und nicht was möglich ist. Es gibt zahlreiche Dokumente, die genau beschreiben was AIS macht und wie es funktioniert. Wenn man sich daran hält, erübrigen sich solche Spekulationen.

    AIS-Notrufe werden als Safety Related Messages (SRM) bezeichnet. In diesem Zusammenhang ein Tipp für Raymarine Nutzer (und eine Anekdote für den Rest der Gemeinde):

    Vor einiger Zeit war ich unterwegs von Brest nach La Coruna. Mitten in der Biskaya unter Autopilot. Viel los war da nicht. In großer Entfernung Stb querab lediglich ein AIS-Schiff mit ungewöhnlicher Kennung (kein lesbarer Schiffsname, nur eine Folge von Buchstaben und Ziffern). Plötzlich gibt der Plotter Alarm und der Autopilot legte hart Ruder mit neuem Kurs auf das AIS-Schiff. Was war passiert? Das AIS hatte eine SRM empfangen, was ja OK ist. Daraufhin hat der Autopilot ohne mein Zutun den Kurs geändert, was überhaupt nicht OK ist und keinesfalls und nie passieren darf. Sowas kann zu bösen Unfällen führen - man stelle sich nur vor einlaufend nach Warnemünde bei entgegenkommender Fähre und der AP legt hart Ruder Bb wegen einer SRM. Im konkreten Fall ist nichts passiert und ich bin wieder auf Kurs gegangen. Der Widerruf der SRM kam dann 8min später.

    Ich habe dann in den Manuals nachgeschaut, konnte aber nichts Einschlägiges finden. Außer, daß man den Empfang von SRMs in der Anlage blockieren kann (AIS Layer Setup Menu). Habe ich dann auch gemacht.

    Wieder an Land habe ich bei Raymarine nachgefragt, denn das Systemverhalten ist ja Hinweis auf einen groben Entwurfsfehler. Wie sich herausstellte hatten die von diesem Problem noch nicht gehört. Die einzige ad-hoc Lösung besteht darin, den Empfang von SRMs zu blockieren. Da die automatische Kursänderung kein beabsichtigtes Feature ist, kann man die auch nicht anderweitig abstellen.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  2. #32
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Ja,das ist sicher richtig, AIS wurde primär zur Kollisionsvermeidung eingeführt, dazu braucht man keine Fernverbindungen. In dem obigen Text beziehe ich mich auf die Seiten 7ff "General Information to AIS", und da vor allem auf die Grafiken.
    Tatsache ist jedoch, es gibt offenbar diese Fernverbindungen, und es wird auch damit geworben, daß man Schiffe weltweit in Echtzeit verfolgen könne.
    Auch das technische Problem sehe ich nicht. Ich weiß nicht wieviele msec die Aussendung eines Informationspaketes dauert, also wie groß der notwendige Zeitschlitz ist, es ist jedoch angemerkt, daß die Größe des Informationspaketes und die Wiederholfrequenz stark vom dynamischen Zustand des Schiffes abhängt. Nach meinem Handbuch variiert das von 3min bis 2 sec. Ich meine, die dabei entstehende Datenmenge hält sich in überschaubaren Grenzen, und übersteigt dabei auch in Gegenden mit stärkstem Verkehr nicht die Kapazität des Systems.
    Viele Grüße
    nw
    Also, in den Grafiken des Handbuches gibt es keinen Hinweis auf Relais Funktionen oder Repeater Funktionen.
    Auf der ersten Grafik ist EIN Schiff mit AIS Class A dargestellt, das einen Broadcast durchführ, empfangen auf EINEM anderen Schiff und auf einer Landstation.
    Die zweite Grafik unter 1.2 stellt keine Weiterleitung dar, sondern nur die Tatsache, dass zur See mit VHF von Schiff zu Schiff kommuniziert wird. An Land sieht man eine Datenleitung....
    Zur Thema Kapazität / Bandbreite: Vor Singapore, aber auch auf der Kieler Förde sind die beiden fürs AIS soweit ausgelastet, dass CSTDMA Transceiver keine Spots mehr finden.... daher auch die Tendenz für Class B Transceiver ebenfalls mit SOTDMA auszustatten....
    Jan

  3. #33
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    Gemäss https://de.wikipedia.org/wiki/Automa...ication_System stehen insgesamt 4500 Slots pro Minute bereit, verteilt auf 2 Kanäle. Für Class-A damit 2250 pro Minute, gibt rund 37 pro Sekunde. Wenn also mehr als etwa 70 Schiffe im 2-Sekunden-Takt senden wollen (im Hafenbereich sind kurze Update-Zyklen gefragt), ist das System ausgelastet. Und statische Information wurde dann noch nicht übertragen.
    Es gibt kein schlechtes Wetter - nur schlechte Kleidung.

  4. #34
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    Hallo,

    das ist auch eine Herangehensweise und offenbart zusätzlich die Resourcen-Brisanz.
    Vielleicht verwechselt der Ausgangsposter AIS mit der vermittelnden IP-Funktion, über die AIS-Daten zur Seite Marinetraffic transportiert wird.


    Peter

  5. #35
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    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    ...Vielleicht verwechselt der Ausgangsposter AIS mit der vermittelnden IP-Funktion, über die AIS-Daten zur Seite Marinetraffic transportiert wird.

    Peter
    Der "Ausgangsposter" (solche Leute haben auch Namen: @coogor) fragte nach einer Erklärung von Überreichweiten bei AIS...nämlich in seinem Fall 180sm. Wie das möglich ist, darum ging es hier mal ursprünglich.

  6. #36
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo, AIS ist ein "kooperatives" System, d.h. jeder aktive AIS Knoten gibt die empfangenen AIS Daten anderer Schiffe weiter. Wie beim Internet ergibt sich damit ein weltweiter Datenverbund.
    Viele Grüße
    nw
    Hallo,

    jaja, aber sicher doch, alles ist gut.

    Rückbezüglich ist der sucher der Ausgangsposter für die AIS-Knoten-Funktion (Vermittlungsstelle), also nicht ganz getroffen.
    Mittlerweile stellte sich heraus, dass AIS durchaus vermittelnd wirkt, erinnerst du dich noch (auf einen Autopiloten, AIS-EPIRB, ready to use)?


    Peter

  7. #37
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    AIS-Notrufe werden als Safety Related Messages (SRM) bezeichnet. In diesem Zusammenhang ein Tipp für Raymarine Nutzer (und eine Anekdote für den Rest der Gemeinde):

    …..... ein AIS-Schiff mit ungewöhnlicher Kennung (kein lesbarer Schiffsname, nur eine Folge von Buchstaben und Ziffern). Plötzlich gibt der Plotter Alarm und der Autopilot legte hart Ruder mit neuem Kurs auf das AIS-Schiff. Was war passiert? Das AIS hatte eine SRM empfangen, was ja OK ist. Daraufhin hat der Autopilot ohne mein Zutun den Kurs geändert, …...
    Ich habe mitten im Atlantik den AIS Notsender an meiner Weste getestet, lief unter Autopilot, gewählt war Kurs (nicht Route) hatte das Notsignal auf dem Bildschirm, doch keine automatische Kurskorrektur. Vermute mal, dass dazu wohl nach "Route" gesteuert werden muss. Im Einsatz waren AIS 500 und C 120 von Raymarine. Nächste Woche erfolgt Tausch gegen AIS 650, werde das auch damit mal checken.

    steuermann SY Annabell, Terceira

  8. #38
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    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Ich habe mitten im Atlantik den AIS Notsender an meiner Weste getestet, lief unter Autopilot, gewählt war Kurs (nicht Route) hatte das Notsignal auf dem Bildschirm, doch keine automatische Kurskorrektur. Vermute mal, dass dazu wohl nach "Route" gesteuert werden muss. Im Einsatz waren AIS 500 und C 120 von Raymarine. Nächste Woche erfolgt Tausch gegen AIS 650, werde das auch damit mal checken.

    steuermann SY Annabell, Terceira
    Ja, war "Route", auch AIS 500 aber E 80 Plotter. Warum ersetzt Du Dein AIS 500?
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  9. #39
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    Standard Überreichweiten AIS

    Kommt schon vor. Bei entsprechender aber seltener Wetterlage kann ich von Maasholm aus auch Warnemünde Radio hören...
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Gruss aus Hamburg / Jan

  10. #40
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    ... Warum ersetzt Du Dein AIS 500?
    Sicherung 5 Amp ging gelegentlich durch. Bei Raymarine ist dieser Mangel bekannt. Vor kurzem war dann endgültig Ende.
    Raymarine tauschte das Gerät im Wege der "flat rate repair" gegen neues AIS 650 und Splitter in der letzten Woche aus.

    Gruß

    steuermann

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