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  1. #1
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    Standard Konservation Wassermacher

    Geschätzte Experten

    Zur Entkeimung und Konservierung der Membrane des Wassermachers wird ja Chemie benötigt; meine Frage nun: Welche denn genau?

    Natriumdisuflit wird ja allerorts empfohlen, das hat allerdings den Nachteil der grossen und langfristigen Schädlichkeit für Wasserorganismen. Ist wohl die Basis der meisten handelsüblichen Mittel, aber eben...

    Wasserstoffperoxid H2O2 würde zu unschädlichem Zerfallen, zerfällt aber leider auch von sich aus relativ schnell.
    Hat da jemand Erfahrungen mit den Tabletten, die ja in allen Grössen erhältlich sind und länger haltbar sein sollen?

    Kaliumhypochlorit also Richtung Javelwasser wäre ja auch wirksam, billig und unschädlich zersetzbar, ist halt einfach Chlorhaltig, was ja für die Membranen schädlich sein soll..ABER: Ist das wirklich so???

    Wikipedia schreibt ja auch widersprüchliches, einerseits:

    Die Membranen einer Umkehrosmoseanlage sind nicht wartungsfrei. Belagsbildung, hervorgerufen durch mineralische Ablagerungen (Scaling), biologische Stoffe (Biofouling) oder kolloidale Partikel, vermindert die Permaeation der Wassermoleküle durch die Membranen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Spülung der Membranen mit chemischen Reinigern nötig. Gängig sind Verkrustungshemmer wie Polyphosphorsäure und Polymaleinsäure sowie Biozide und Chlor gegen Bakterienbeläge

    anderseits:

    Auch kann es nötig sein, die Anlage von biologischer Verschmutzung zu befreien, insbesondere bei der Meerwasseraufbereitung. Hier werden mittels Bioziden (meist auf Brombasis) diskontinuierlich sich bildende Biofilme beseitigt. Chlor wird vor allem in südlichen Ländern zur Desinfektion eingesetzt. Aufgrund der Chlorempfindlichkeit der Membranen muss es wieder aufwändig entfernt werden.

    Ja, was denn nu? Und was könnten die Biozide auf Brombasis sein? Fragen über Fragen...

    Handbreit & aufmerksame Grüsse

    Cpt. Holzschnauz

  2. #2
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    moin "Holzschnauz"
    ich hab/hatte eine pdf von Katadyn, (finde sie leider nicht, vermutlich ist sie mit der festplatte zusammen vor ein paar jahren abgeraucht)
    da steht alles drinn.

    gruß vom anderen ende
    Toto

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  3. #3
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    Hallo Holzschnauz,

    Natriumbisulfid ist das Standard-Konservierungsmittel der Membranhersteller. Der Hinweis, daß Natriumbisulfid schädlich für Wasserorganismen ist ist korrekt - deshalb wirk es ja so gut als Konservierungsmittel....
    Um die Membranen im laufenden Betrieb zu desinfizieren empfiehlt Toray (einer der großen Membranhersteller) DBNA mit 5-10ppm. DBNPA ist ein Desinfektionsmittel auf Brom-Basis. Chlor wird von allen Membranherstellern abgelehnt, da es die Membranen schädigt. In industriellen Anlagen ist eine Redox-Messung vorgeschaltet um den Gehalt an freiem Chlor zu messen - bei Grenzwertüberschreitungen werden die Anlagen zum Eigenschutz abgeschaltet. Hier wird dann Natriumbisulfid vor den Membranen zudosiert, um das freie Chlor abzubauen.
    Wenn du bereits Bio-Fouling hast, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Desinfizieren mit DBNPA, 30ppm, 2h; Alkalisch reinigen mit NaOH, bis pH10-12 am Ausgang, 2h; re-konditionieren (und Kalkbeläge rausspülen) HCl, bis pH2-3 am Ausgang, solange, wie es dauert, den pH-Wert zu erreichen.

    Viel Erfolg,
    Claus
    Wenn es nicht geht, wie es muß, dann muß es, wie es geht!

  4. #4
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    Guten Morgen

    Vielen Dank Claus für Deine fundierte Antwort. Ich möchte allerdings Natronlauge und Salzsäure eigentlich lieber nicht auf dem Schiff haben, das DBNPA korridiert Aluminium, aus welchem die "Deckel" des Druckzylinders gemacht sind, also auch nicht ideal..

    Gibt es eine "softere" Variante zur Reinigung und Entkalkung? Oder bin ich einfach zu "sanft" und "feige" was Chemie, insbesondere auch Natriumbisulfit anbelangt?

    Schöne Zeiten wünsch ich allen

    Roman aka Cpt. Holzschnauz

  5. #5
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    Hallo Roman,

    Wenn der Druckbehälter aus AL ist, scheidet auch Natronlauge aus. Dann kannst Du eigentlich nur mit Natriumbisulfid (NaHSO3) arbeiten. Das Zeug treibt einem übrigens auch die Tränen in die Augen....
    Achtung: Mit NaHSO3 kannst Du nur desinfizieren/konservieren. Für die Reinigung mußt Du auf Deinen Anlagenhersteller zugehen, um geeignete Mittel zu finden, die zwar reinigen, aber die Anlage heile lassen. Biofilme sind allerdings sehr hartnäckig, so daß man in der Regel nicht um hochalkalische Tensidmischungen herumkommt.

    Viel Erfolg,
    Claus
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  6. #6
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    Hallo Gemeinde

    Ich bau mir die Anlage eben selber zusammen, (räusper, räusper, hör ich schon..), resp. pimpe ein vorhandene Anlage etwas auf. Das entscheidende und auch gemeinsame an diesen Anlagen ist ja der Membran und die Qualität der Bauteile, von da her betrifft diese Diskussion ja alle mit Wassermacher.

    Ich habe heute per Zufall Leute aus der Chemischen Industrie bei mir gehabt und die Antworten auf die Frage nach Alternativen "vom Schiff aus" mit: Reinigung: Zironen- anstelle Salzsäure, Natronlauge und zum Konservieren: Peroxid (Wasserstoffperoxid) zur besseren Haltbarkeit in Tablettenform. Eine befreundete Pharmakologin schlug dasselbe vor.

    Wären alles Chemikalien die total umweltfreundlich zerfallen(auch Salzsäre), billig und gut handlebar wären.

    Irgendwelche Einwände?

    Danke & schöne Zeiten
    Roman

  7. #7
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    Hallo Roman,

    Zitronesäure geht auch, dauert dann halt etwas länger. Natronlauge ist ein Problem, wenn Du Aluminium-Teile verbaust: NaOH löst Al auf. H2O2 geht auch, wenn Dein Membranhersteller das freigibt.

    Ansonsten: was soll dagegen sprechen, so eine Anlage selbst zu bauen bzw. zu pimpen? Alles, was Du brauchst ist ein Druckrohr mit den Anschlüssen an der richtigen Stelle, Membranelemente, eine Pumpe, ein paar Ventile, eine Leitfähigkeitssonde, 2 Manometer und ein bißchen Verrohrung drumherum....Die Crux (und das auch bei kommerziellen Anlagen) liegt eher im Betrieb. Will heißen: wie erkennst Du, daß eine Reinigung nötig ist/eine Beschädigung der Membran vorliegt etc.

    Immer noch viel Erfolg,
    Claus
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