Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
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    Standard Steuer Yachtkauf in nicht EU

    Nachdem ich nun schon etliche Foren und Webseiten durchsucht habe..., vielleicht findet sich hier jemand fachkundiges.

    Hintergrund: Es soll ein Schiff (BJ2015) in der Türkei gekauft und genutzt werden. Natürlich soll es auch möglich sein für einige Wochen nach Griechenland zu segeln. Das Schiff ist bisher nicht in der EU versteuert worden.#

    Bisher war ich der Meinung, dass das Schiff umgehend bei erreichen von EU Gebiet, also im nächsten möglichen Hafen, versteuert werden muss.

    Nun habe ich aber auch andere, scheinbar fachkundige Berichte gelesen. z.B.
    http://www.insidersegeln.de/behoerden/Umsatzsteuer.php

    Dort steht, ganz unten, man müsse die Yacht NICHT versteuern, wenn man seinen Liegeplatz in einem Nicht-EU-Land hat und dies nachweisen kann. Man erhält dann das Transitlog und kann mit diesem in GR reisen und bringt die Yacht natürlich später wieder in die Türkei.

    Einfuhr wäre nur das dauerhafte verbringen der Yacht in die EU...?

    Habe bereits die Infos vom ADAC: https://skipper.adac.de/steuer-zoll/
    und auch das Merkblatt des dt. Zolls gelesen. Im Prinzip geht es darum wann etwas "eingeführt" wird... Nur wenn etwas dauerhaft im Land verbleibt und auch wenn man es kurze Zeit später wieder mitnimmt...

    Jemand eine Idee? Oder noch besser weiss es jemand genau?

  2. #2
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    Standard

    Das geht schon, aber nur, wenn der Eigner, also vermutlich du, seinen ständigen Wohnsitz NICHT in der EU hat.
    Bist du dagegen in der EU ansässig, dann ist ein vorübergehender Import nicht möglich und beim Überschreiten der EU Außengrenze fällt Einfuhrumsatzsteuer an, Zoll wenn kleiner 12m und du hast die CE Problematik ggfs. am Hals.

    Wenn das Schiff dagegen einer nicht EU Firma, sagen wir mal im sehr beliebten Delaware, gehört, sieht es wieder anders aus.
    Allerdings kenne ich aktuelle Fälle aus GR die auch bei einem EU Skipper Probleme machten.
    Nach den EU Richtlinien dürfen die das zwar nicht, wenn zwischen Eigner(firma) und EU Besatzung (inkl. Skipper) ein rechtsgültiger, schriftlicher Vertrag besteht (siehe Link), aber diskutier das mal mit denen aus

    Hier ist das mal zum nachlesen: Temporäre Einfuhr
    Geändert von MichaelK (30.12.2018 um 21:35 Uhr)
    Michael
    http://www.sioned.de

  3. #3
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    Ich vermute, daß nicht der Liegeplatz des Schiffes eine Rolle spielt sondern in welchem Land es zugelassen bzw. registriert ist. Kurzum: Unter welche Flagge segelt das Schiff? Ich vermute auch, daß ein Schiff unter türkischer Flagge, das in EU-Gewässern segelt, nicht den Mehrwertsteuernachweis führen muß (auch wenn der Eigner EU-Bürger ist).

    Aber das sind nur Vermutungen. Auskunft bekommt man beim Zoll (im Web mal nach dem diesbzgl. Info-Portal suchen). Dabei Staatsbürgerschaft sowie ständigen Wohnsitz des Eigners angeben und das Land, in dem das Schiff registriert ist. Zollrechtlich ist es ja egal, ob man aus türkischen Gewässern in griechische oder in deutsche Gewässer einläuft, d.h. der dt. Zoll reicht zur Auskunft.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  4. #4
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    Um Einfuhrumsatzsteuer und Zoll bei Verbringung in die EU zu vermeiden, begründet man außerhalb der EU in Form einer juristischen Person (Limited Ltd., LLC) eine Gesellschaft, bringt das Anlagevermögen in die Gesellschaft ein, Eigentümerin der Yacht ist dann die Ltd. und diese darf dann jeweils bis zu 18 Mon. die Yacht in die EU verbringen ohne steuerpflichtig zu werden und das so oft sie möchte. Das ist völlig legal und wird ständig praktiziert. Selbstverständlich kann man die Ltd. auch als Gesellschafter mit Kapital ausstatten, diese kauft dann umsatzsteuerfrei die Yacht im Herstellungsland und die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse bleiben unbekannt. Und das ist auch gar nicht kompliziert zu handhaben. Lohnt sich aber wohl kaum von Aufwand für jede Yachtgröße. Die Ltd. ist dabei keine aktive Wirtschaftsgesellschaft, sondern hält nur das Vermögen, da gibt es keine Buchführung, keinen Jahresabschluß, da entstehen lediglich geringe administrative Gebühren und jährlich geringe Honorarkosten für den inländischen Geschäftsführer der Ltd. , meistens ebenfalls eine Ltd. damit es richtig "neblig" rüberkommt.
    Guten Rutsch an alle
    es lacht und grüßt
    der steuermann

  5. #5
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    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Um Einfuhrumsatzsteuer und Zoll bei Verbringung in die EU zu vermeiden, begründet man außerhalb der EU in Form einer juristischen Person (Limited Ltd., LLC) eine Gesellschaft, bringt das Anlagevermögen in die Gesellschaft ein, Eigentümerin der Yacht ist dann die Ltd. und diese darf dann jeweils bis zu 18 Mon. die Yacht in die EU verbringen ohne steuerpflichtig zu werden und das so oft sie möchte. Das ist völlig legal und wird ständig praktiziert. Selbstverständlich kann man die Ltd. auch als Gesellschafter mit Kapital ausstatten, diese kauft dann umsatzsteuerfrei die Yacht im Herstellungsland und die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse bleiben unbekannt. Und das ist auch gar nicht kompliziert zu handhaben. Lohnt sich aber wohl kaum von Aufwand für jede Yachtgröße. Die Ltd. ist dabei keine aktive Wirtschaftsgesellschaft, sondern hält nur das Vermögen, da gibt es keine Buchführung, keinen Jahresabschluß, da entstehen lediglich geringe administrative Gebühren und jährlich geringe Honorarkosten für den inländischen Geschäftsführer der Ltd. , meistens ebenfalls eine Ltd. damit es richtig "neblig" rüberkommt.
    Guten Rutsch an alle
    es lacht und grüßt
    der steuermann
    Interessant, ich wusste nicht, dass eine Ltd. In UK oder USA etc. einen inländischen Geschäftsführer braucht. Ach dass eine Ltd. Keine Buchführung braucht...
    In welchem Paradies kann man solche Ltd. Denn gründen?

  6. #6
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    Selbst hatte ich eine LLC in Montana. Geschäftsführer (vllt. nennt man ihn auch besser Repräsentant der LLC) war ein dort ansässiger Rechtsanwalt. Montana erhebt ebenso wie Oregon keinerlei Umsatzsteuer von natürlichen oder juristischen Personen. Die LLC hält lediglich das Betriebsvermögen, es gibt kein operatives Geschäft, die Gestaltung hat keinerlei Auswirkung auf einkommenssteuerliche Verhältnisse.
    Gründung der LLC hat mich eintausend US $ gekostet, für seinen minimalen jährlichen Arbeitsaufwand bekam der Anwalt zweihundert US $. 2002 im Januar wurde die LLC gegründet, 2010 wurde sie auf meinen Antrag gelöscht. War für mich eine lohnenswerte Gestaltung, ging aber letztlich auch gar nicht anders, da ich nicht Resident war und mich auf eine LLC in den USA zurückziehen musste.

    Und ansonsten gründet man solche juristischen Personen z.B. auf St.Lucia, den Bahamas, Trinidad, Marshall Inseln, die Kanal-Inseln usw. Man muss dazu natürlich nicht dort anreisen, die administrativen Tätigkeiten werden von Agenten übernommen. Ich war ja auch nie selbst in Montana.

    gruß
    steuermann

  7. #7
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    Wie funktioniert die Einreise eines griechischen Charterschiffes z.Bsp. nach Italien, Spanien,...Das Boot ist natürlich nicht versteuert, da es ja kommerziell genutzt wird und in einer Charterfirma läuft?

    LG Ella

  8. #8
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    Das Schiff ist im GR Seeschiffsregister eingetragen und als Eigner ist die Firma angegeben. Damit kann das Schiff sich ständig in den EU-Gewässern bewegen, wie es will. Es kann auch länger wie 18 Monate in einem anderen EU Land liegen.

    Die Probleme tauchen erst auf, wenn das Schiff an einen Privatmann verkauft wird.....

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