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  1. #1
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    Standard Nauticat 331 Wellenlager ersetzen?

    Ich will bei meiner Nauticat 331 das Wellenlager ersetzen.
    Bisher ist dort eine normale Stopfbuchse, die mit Fett in einer Presse abgedichtet wird.
    Es tropft halt mehr oder weniger.
    Hat jemand Erfahrung mit "wartungsfreien" Wellendichtungen und hier speziell bei einer Nauticat 331 (Baujahr 1998).
    Es ist eine Yanmar Maschine mit 75 PS verbaut
    Das Schiffchen ist zur Zeit in Griechenland und ich kann nicht einfach nachmessen.

    Vielen Dank und allzeit Handbreit

    Ulrich

  2. #2
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    Moin,
    Was ist das für eine Stopfbuchse? Ist das so ein Bronzeteil, was auf der Welle sitzt und an dem die Fettpresse/Ölzufuhr hängt? Für diese Art von Stopfbuchsen kann man die Leckage daurch stoppen, dass man die Simmerringe erneuert. Du musst nur die Welle ziehen, die Simmerringe(5—10€) erneuern, Welle wieder hinein schieben und gut ist!

  3. #3
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    Bei meiner 35er war die Volvo Buchse montiert. Die habe ich vor 6 Jahren durch die belüftete von Radice (gibt es z.B. bei Allpa) ersetzt. Über ein T-Stück an die Kühlwasserentlüftung angeschlossen. Seit dem ist Ruhe. Auch muss man nicht bei Einkranen in den Maschienraum um die Wellendichtung zu entlüften.
    Beste Grüße

    Dieter

  4. #4
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    Eine wassergeschmierte Gummistopfbuchse ist tatsächlich die beste Wahl.
    Zum Einbau löst man die Welle v. Flansch, zieht sie rd. 200mm achterraus, löst die alte Stopfbuchse und zieht sie ab.
    Man schiebt die neue Stopfbuchse auf, zieht deren Schelle(n) fest, schubt die Welle wieder nach vorn....
    Sitzt die Welle in Position, spritzt man das mitgelieferte Fette v. vorn in den Gummibalg der Stopfbuchse.
    https://www.svb.de/de/volvo-penta-gummistopfbuchse.html
    Es braucht , wenn man nicht permanent trockenfällt, keine selbstentlüftende Stopfbuchse sein.
    Nach dem Zuwasserlassen geht man unterdecks, drückt den Gummibalg mit Daumen und Zeigefinger 2 Sekunden zusammen bis Wasser kommt, die Wasserschmierung also da ist. Kein Akt das.
    Demgegenüber ist eine permanente Entlüftung eben nicht wartungsärmer.
    Man muss man den Schlauch ( potenzielle Leckstelle) erst einmal verlegen, vor allem aber muss man die Blindschraube nach jedem jährlichem Fetten wieder mit Loctite sichern.

    Noch einige Worte z. mitgelieferten Schelle:
    Oft passt sie nicht ganz, weil der Aussendurchmesser des Stevenrohrs ein wenig v. d. Norm abweicht, was insbesondere der Fall ist wenn das Stevenrohr aus GFK.
    Der Gummibalg toleriert dieses " Unmaß" , ggf. muss man ihn z. Aufschieben im Wasserbad vorwärmen, weicher machen.

    Die Schelle hingegen toleriert ein Über- oder auch Untermaß nicht--
    beim Anziehen der Schrauben wird der Balg ebendort eingequetscht.
    Ungut das.
    Alternativ kann man da zwei qualitativ hochwertige Schlauchschellen nehmen. Schlauchschellen sind "durchmesser-toleranter". Eine Schraube oben, eine unten; gleichmäßig anziehen.
    Geändert von supra (07.01.2019 um 16:56 Uhr)
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  5. #5
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Moin,
    Was ist das für eine Stopfbuchse? Ist das so ein Bronzeteil, was auf der Welle sitzt und an dem die Fettpresse/Ölzufuhr hängt? Für diese Art von Stopfbuchsen kann man die Leckage daurch stoppen, dass man die Simmerringe erneuert. Du musst nur die Welle ziehen, die Simmerringe(5—10€) erneuern, Welle wieder hinein schieben und gut ist!
    Das ist erst einmal eine gute Idee.
    Oft ist es aber so, dass die alten Simmerringe bereits in die Welle eingelaufen sind, neue Simmerringe also nichts bringen.
    Man könnte die Welle dann um 10-15mm kürzen, den neuen Simmerringen dichtbaren Durchmesser geben.

    Bei diesen alten Stopfbuchsen besteht m. E. das Problem darin sie exakt axial auszurichten. Nicht umsonst haben sie dafür einen sehr steifen Gummischlauch z. Aufflanschen auf das Stevenrohr.
    Dieses ganze Ausrichten spartr man sich mit einer wassergeschmierten Gummistopfbuchse. Ihr Balg ist flexibler, die exaxte axiale Ausrichtung nicht essentiell.
    Auch braucht eine durch Simmerringe einer konv. Stopfbuchse eingelaufene Welle allermeist nicht gekürzt werden, die Gummilippe der Gummistopfbuchse ist anderswo.


    P.S.
    Eben gerade dadurch, dass konv. Stopfbuchsen NICHT exakt augerichtet sind, bzw. nach irgendeiner Reparatur an Welle , Wellenbock, Masch. usw. nicht wieder exakt axial , also mit Getriebeflansch und Wellenbocklager fluchtend wieder montiert wurden, kommt es z. Einlaufen der Simmerringe.
    Geändert von supra (07.01.2019 um 17:27 Uhr)
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  6. #6
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    Erstmal vielen Dank für die sachkundigen Antworten. toll!!!

    Allzeit Handbreit

    Ulrich

  7. #7
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    @supra
    Ich habe nicht von den klassischen Stopfbuchsen geredet, bei denen eine Packung zusammengedrückt wird. Ich meine die Stopfbuchsen, die von Bukh gebaut wurden.
    Bei diesen alten Stopfbuchsen ist nix axial auszurichten. Handelt es sich um eine einfache Bronzebuchse, so wird die wird Welle über die Länge der Buchse „zentriert“. Bei kugelgelagerten Stopfbuchsen wird die Welle durch ein Kugellager geschoben, was eng anliegt. Da ist nix zu zentrieren, bzw. Übernimmt das Kugellager die Zentrierung! Der Gummischlauch dient nur dazu, die Stopfbuchse in der gewünschten Position zum Stevenrohr zu halten.
    Die Simmeringe werden undicht, durch Abnutzung(kein Material hält ewig), Weil sie durch Verunreinigungen petc.abgeschliffen werden. Ansonsten sind die Simmeringe aus demselben Material wie die wassergeschmierten Stopfbuchsen, die sich ebenfalls mit der Zeit abnutzen etc..

  8. #8
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    Wellenlager und Wellendichtung

    Um die babylonische Sprachverwirrung in Grenzen zu halten...

    Wellenlager:
    Zentriert die Welle am Rumpfaustritt oder außerhalb in einem Wellenbock. Bronze/Messing-Legierungen oder wassergeschmierte "Gummi"lager. Keine dichtende Funktion.

    Wellendichtung:
    Keine lagernde Funktion, i.d.R. passgenau auf der Welle schwimmend.

    - Stopfbuchse.
    Klassische Wellendichtung bei der eine Packung von Dichtringen (graphitartig) um die Welle in einem Hohlzylinder um die Welle liegt.
    Wird heiß oder tropft.

    - Lippendichtung:
    z.B. die berühmte Volvo- "Stopfbuchse" (das ist keine!). Gummidichtlippen dichten an der Welle.Eine Variante ist die ähnliche Allpa-Dichtung.
    Simpel, zuverlässig, wartungsfrei (fast), preiswert und gut bekömmlich (man bekommt sie überall). Läuft auf Dauer in die Welle ein.

    - Gleitringdichtung:
    Ein auf der Welle gedichteter, mitlaufender Ring dichtet axial an einem Gehäuse, dass elastisch zum Stevenrohr hin gedichtet ist.
    Elegante technische Lösung, Anspruchsvoll zu montieren, dicht, wartungsfrei, teuer.

    Wenn es irgendwie zu machen ist, keine Stopfbuchse verwenden, sie ist antiquiert.

    Die Wellenlagerung/-dichtung der Nauticat ist im Brockhaus nicht beschrieben, wir wissen nicht wie die Konstruktion gehalten ist. Wenn wir dazu was sagen sollen bracht es eine Beschreibung, Zeichnung oder zumindest Fotos.

    Gruß Franz
    Geändert von grauwal (07.01.2019 um 20:58 Uhr)
    halber Wind reicht völlig

  9. #9
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    ........alten Stopfbuchsen ist nix axial auszurichten. ......
    ....wird Welle über die Länge der Buchse „zentriert“.
    ...
    Bei kugelgelagerten Stopfbuchsen wird die Welle durch ein Kugellager geschoben, was eng anliegt. Da ist nix zu zentrieren, bzw. Übernimmt das Kugellager die Zentrierung! .

    Wozu sollte man die Welle in einer schwimmend aufliegenden Stopfbuchse kugellagern ?

    Kann es sein dass du hier mehrere Prinzipien v. Stopfbuchsen und jene v. Wellenendlagern zusammenwirfst ?







    Nochmals z. Verständnis:

    Es gilt nicht die Welle in der Stopfbuchse zu zentrieren,
    es gilt die Stopfbuchse axial zur Welle auszurichten.

    Ich versuche das anders zu erklären:
    Wenn du eine neue, herkömmliche Stopfbuchse montiert hast, also an das Stevenrohr angeflanscht hast, schiebst du die Welle ja nach vorn.
    Siehe da , ganz zentriert flutscht sie in die Stopfbuchse, kommt vorne schön zentriert wieder heraus.
    Prima !

    Nun schiebst du die Welle weiter bis z. Getriebeflansch vor.
    Uhps, sie triff tat Loch nich' mehr !

    Siehste, die Welle is' zwar in der Stopfbuchse zentriert, letztere aber nicht z. Flansch hin ausgerichtet.

    Kein Problem, die Stopfbuchse sitzt ja am flexiblen Gummischschlauch ! Wir wuppen die Welle also einfach in's Loch !
    Alles gut ?
    Nein.
    Der gebogene Schlauch kompensiert zwar die nicht axiale Ausrichtung , die Dichtungen in der Stopfbuchse sind jetzt aber " einseitig" belastet, laufen schneller ein.

    Ich hoffe der Unterschied zw. natürlicher und deshalb irrelevanter Zentrierung der Welle in der Stopfbuchse
    und notwendiger Ausrichtung der Stopfbuchse is' nu' klar.

    Bei nicht axialer Ausrichtung der Stopfbuchse gilt :
    Je härter der Gummischlauch, desto größer dessen Rückstellkraft , sprich die einseitige Belastung der Dichtungen in der Stopfbuchse.

    Nun könnte man ja die Stopfbuchse ersteinmal lose auf die Welle schieben , die Welle durchschieben , anflanschen, schussendlich den Schlauch auf das Stevenrohr flanschen.
    Gut gedacht. Meist geht das aus Platzgründen nicht. Der harte Schlauch muss irgendwie mit aller Gewalt auf das Stevenrohr " aufgeschraubt" werden. Ein einfaches axiales draufschieben ist allermeist nicht möglich.
    Geändert von supra (07.01.2019 um 21:49 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
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  10. #10
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen



    Die Wellenlagerung/-dichtung der Nauticat ist im Brockhaus nicht beschrieben, wir wissen nicht wie die Konstruktion gehalten ist. Wenn wir dazu was sagen sollen bracht es eine Beschreibung, Zeichnung oder zumindest Fotos.

    Gruß Franz

    Meines Wissens hat die Nauticat 331 ein Wellenendlager im Wellenbock, dahinter folgt der Prop.
    Vorn am Stevenrohr gibt es eine Stopfbuchse.
    Da das Stevenrohr Achtern offen ist kann die Stopfbuchse durch eine wassergeschmierte Lippendichtung ersetzt werden
    Hat das Stevenrohr achtern ein zusätzl. Wellenlager , wird es ein wassergeschmiertes sein, schliesslich leckt die Stopfbuchse ja.

    https://boatbrochure.com/products/na...ation-brochure
    Geändert von supra (07.01.2019 um 22:17 Uhr)
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