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  1. #11
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    Hallo an alle!

    Habt Ihr zufällig auch Erfahrungen mit der Isophtalsäure-Schicht, mit der Bavaria so gerne Werbung macht? Ist die wirklich so tauglich?

    Ich habe 2016 bei meiner alten Dehler den Kiel komplett geschliffen und anschließend sehr fein mit Expoxy verspachtelt. Anschließend noch eine Schicht International Primocon drauf und danach das Antifouling. Das Boot ist Ende letzten Jahres (wie jedes Jahr) aus dem Wasser gekommen und bis heute sind äußerlich keine Korrosionen mehr am Kiel aufgetreten. So würde ich es bei meiner Bavaria beim nächsten Winterlager auch wieder machen, da der Arbeitsaufwand im Verhältnis zum Ergebnis doch schon sehr gering gewesen ist.

    Viele Grüße

    Dirk

  2. #12
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    Das wird bei einer Bavaria nicht funktionieren, zumindest nicht lange. Das Primokon ist Naphta, eingedicktes Schweröl, damit lässt sich ein minderwertiger Stahlguss nicht vor Korrosion schützen.
    Was die ISO-Harze betrifft, die werden seit 60 Jahren im GFK-Yachtbau verwendet, das dürfte als Erfahrung reichen.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    Das wird bei einer Bavaria nicht funktionieren, zumindest nicht lange. Das Primokon ist Naphta, eingedicktes Schweröl, damit lässt sich ein minderwertiger Stahlguss nicht vor Korrosion schützen.
    Was die ISO-Harze betrifft, die werden seit 60 Jahren im GFK-Yachtbau verwendet, das dürfte als Erfahrung reichen.
    Ja, grundsätzlich richtig! Darum habe ich ja den Kiel auch zuvor mit Expoxy verspachtelt. Primocon habe ich auch eher als Haftgrund verwendet, da das Antifouling auf dem glatten Epoxy ja nun gar nicht hält.

    Zum Thema ISO-Harze: da bin ich nicht ganz so einverstanden mit! Die Frage hier ist nämlich eher, welche Harze Bavaria in den 80er Jahren verwendet hat.

    Zitat Peter Wrede: "Der Form halber sei noch erwähnt, dass moderne Schiffe aus Vinylester- oder Epoxid-Harz gegenüber dem alt hergebrachten häufiger verwendeten Bootsbaustoffen Orthophthalsäure- bzw. Isophthalsäure-Polyester-Harz den großen Vorteil haben, dass sie hydrolysefester (wasserfester) und damit deutlich resistenter gegen Osmose-Schäden sind."

    https://www.blauwasser.de/osmose

  4. #14
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    Das wird bei einer Bavaria nicht funktionieren,...…..minderwertiger Stahlguss ……...
    Stimmt, warum sollte man auch bei so geringen Anforderungen, die ein Kiel stellt was Edles verwenden. Er muss schwer sein und eine sehr geringe Festigkeit reicht. Darum nehmen die Werften diesen Billigguss, nicht nur Bavaria (!).
    Das Material hat einen hohen Anteil an Verunreinigungen, Schwefel, Stickstoff und jede Menge andere Zutaten die nicht mühevoll und teuer entfernt wurden.
    Sperrt man die Oberfläche absolut zuverlässig gegen den Sauerstoff der Luft ab, ist alles bestens. Offensichtlich gelingt das nie auf Dauer.
    An Gewichtsverlust wird der Kiel nicht leiden, denn durch die Oxidation wird er nur schwerer und die Festigkeit reicht in jedem Fall. Lässt man ihn korrodieren wird er mindestes 4900 Jahre alt, bei guter Pflege 5000.
    Um ihn hinreichend glatt zu halten reicht es die Rostnester mit der Zopfscheibe aufzugraben, mit Rostblocker zu behandeln und mit Epoxy (oder was Engel auch immer empfiehlt) zu versiegeln und glatt zu spachteln. selbst wenn man das jedes Jahr machen müsste, reden wir von ein, zwei Stunden/a (Reaktionszeiten sind deutlich länger). Fällt unter die alljährliche Pflege.
    Um den Bestand des Kiels habe ich mir noch nie Sorgen gemacht.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #15
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    Zu Northsailor,
    Orthophthalsäure-Harze werden seit 1964 -1965 im Yachtbau nicht mehr verwendet. Der Grund war eine erheblich geringere Feuchtedichte, sowie die geringere Festigkeit im Vergleich zu den Isophthalsäure-Harzen. Die Rumpf-Stärke (Dicke) konnte bei gleicher statischer Festigkeit bei den ISO-Harzen um 2-2,5 reduziert werden. Des weiteren verursachten die hohen Anteile von Weichmachern bei den Orthophthalsäure-Harzen bereits nach kurzer Zeit eine extreme Blasenbildung. Auch der Gelcoat ist ein Isophthalsäure-Polyester-Harz mit Neopentylglycol, das die Feuchtedichte vom ISO-Harz erheblich verbessert.

    Das Epoxidharz besitzt eine hohe Hydrolysebeständigkeit und ist weitaus resistenter gegenüber Osmose als Polyesterharz, lässt sich aber nur eingeschränkt mit Glasfasermatte verarbeiten. Der Grund liegt darin, dass Glasfasermatten einen Binder enthalten, der durch den Binder im Styrol gelöst wird. Es wird daher empfohlen, dass man Epoxidharz grundsätzlich mit Glasfilamentgewebe, Glasfasergelege bzw. Carbongewebe verarbeitet. Solche Anwendungen im Yacht-Bau würden die Kosten um das 2-3-fache verteuern.

    Was die Feuchtedichte betrifft, da haben wir beim ISO-Harz erheblich bessere Durchdringungswerte als bei den Epoxiden.

    Das Thema ist aber zu komplex, um es hier mit ein paar Sätzen abzuarbeiten.

    Zu Grauwal,
    ein minderwertiger Stahlguss der mit Phosphor und Schwefel verunreinigt ist, korrodiert auch auf Grund seiner natürlichen Alterung von "Innen" heraus, was dann oft eine starke Muldenkorrosion verursacht. Wir können den Alterungsprozess mit Zink, darauf einer Schuppenpanzerbeschichtung und dann Multicoat hinauszuzögern, aber nicht verhindern. Eine solche Sanierung kostet mit Strahlen um die 1000,-€. Es selbst zu machen rentiert sich nicht, denn es gibt solche Industrieprodukte nicht in den kleinen Gebindegrößen. Im Grunde ist es immer noch so wie Du es beschreibst, sauber machen mit einer Flex, grober Putzscheibe, einen Zink-Chlorkautschup-Primer (Vorsicht ist toxisch), der dann wenn er handtrocken ist mit einen SPC-Antifouling das hohe Zinkoxidbeigaben hat überschichtet wird. Die Korrosion bricht dann in der Regel (Erfahrung in der Adria) vereinzelt am Kiel alle 2-3 Jahre wieder durch. Es genügt dann den Bereich wieder sauber machen, Zink-Chlorkautschup-Primer darüber (verträgt sich mit Antifoulingresten), dann wieder Antifouling, das geht einfach und schnell und kostet nicht viel.

    Was die Stahl-Spachtelungen betrifft die auch im Maschinenbau angewendet werden, da muss einer sehr genau Bescheid wissen, denn mit ein wenig EP-Spachtel auf Stahlguss, das funktioniert nicht. Auch Zink oder Eisenglimmer lässt sich nicht spachteln, dazu bedarf es einer EP-Aluminiumbeschichtung die auch für den Tankanlagenbau verwendet wird. Das Thema ist aber mit ein paar Sätzen hier nicht zu beantworten.
    Gruß Engel
    Geändert von Engel (01.02.2019 um 14:01 Uhr)

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