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  1. #1
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    Standard Flecken im Teakdeck

    Hallo, nach 3 Jahren Mittelmeer, vorher Ostsee, bekommt mein 30 Jahre altes Teakdeck solche bräunlichen Flecken. Das Deck ist über viele Jahre absolut unbehandelt.
    Wer weiß Rat? Wie verhindere ich weitere Flecken, wie bekomme ich die vorhandenen wieder weg???
    Grüße Volker
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  2. #2
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    Solche Flecken hatten wir (HR34, Bj. 1995) auch immer mal wieder, Hautpsächlich im Bereich der Wasserabläufe, bzw auf den beiden äußeren Leistenreihen. Ist wohl irgendein Pilz, der die Bildung der Patina verhindert. 1-2 mal pro Saison mit Boracol einpinseln hilft.
    An unserem Teak-Tisch und Stuhllehnen auf der Terrasse gibt es ähnliche Flecken, da kann man aber Wespen beobachten, die an den Stellen rumknabbern.

    Gruss
    jan

  3. #3
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    Zitat Zitat von ophelia Beitrag anzeigen
    Hallo, nach 3 Jahren Mittelmeer, vorher Ostsee, bekommt mein 30 Jahre altes Teakdeck solche bräunlichen Flecken. Das Deck ist über viele Jahre absolut unbehandelt.
    Wer weiß Rat? Wie verhindere ich weitere Flecken, wie bekomme ich die vorhandenen wieder weg???
    Grüße Volker
    Bei den sehr preiswerten Teak aus Südostasien, meist Burma haben wir höhere Anteile an Siliciumoxid und unter anderem, geringere Anteile an Kautschuk. Das Silicium verursacht die Schwarzfärbung im Teak die durchgehend ist, daher auch der Name Schwarzteak. In deinem Fall haben wir bewittertes Teak das bei Nässe quillt und bei Trockenheit schrumpft und seine schützenden Eigenschaften bereits verloren hat. Bei diesen Vorgang wird der Kautschuk ausgeschwitzt und verfärbt sich durch die UV-Strahlung in schwarz oder dunkles braun. Wird der Kautschuk ausgeschwitzt, dann verliert das Teak seine hydrophoben Eigenschaften und der Verrottungs-Prozess wird zunehmend beschleunigt. Das Teak nimmt zunehmend immer schneller Wasser auf, wobei besonders weiches Wassser (Regen) Lösungsmitteleigenschaften hat. Durch diesen Vorgang wird auch der natürliche Pflanzenschutz Tectol und Tetrochinon ausgewaschen. Die Zellulose und das Ligin wird durch die UV-Strahlung zerstört. Das ist ein natürlicher Prozess der im Grunde bei jedem Holz ähnlich erfolgt. Daher wird jedes Holz das bewittert wird, ohne wenn und aber verrotten.

    Da dieser Vorgang seit Jahrzehnten bekannt ist, gibt es zahlreiche Holzschutzmittel die wahre Wunder vermitteln. Die Werbung macht es möglich und betreibt damit ein Geschäft mit der Angst. Im Grunde wie beim Osmoseschutz der noch nicht erfunden wurde, aber mit möglichst "viel", weil "viel" hilft auch "viel" den Skippern aufs Auge gedrückt wird. Wir brauchen inzwischen 5 Rasierklingen um ein Barthaar abzuschneiden und die neuen Zahnpasten mit Repair putzen den Zahnschmelz hin und nicht weg.

    Dein Teak das nicht geschützt wurde, hat nach 30 Jahren seine Eigenschaften verloren und beginnt von innen heraus zu verrotten. Wenn der Vorgang rechtzeitig erkannt wird, dann lässt sich der Verrottungsprozess aufhalten. Aber nicht mit einer Borsalzlösung wo die Werbung etwas verspricht was im Grunde mehr schadet als nützt. Mit Borsalzen wird bei bewitterten Teak das Auswaschen der natürlichen Schutzstoffe beim Teak oder Holz beschleunigt. Was also bei einen alten Dachstuhl Sinn macht, damit sich der Holzbock nicht ansiedelt oder dass sich keine Pilze bilden, schadet bei Teak wenn es bewittert wird. Wenn es regnet, dann wird Dein Teak durchgehend nass und verfärbt sich in ein dunkles hässliches braun, braunschwarz. Mancher hat dann noch einen Grünschimmer der dann mit einen Biozid wie Zineb bearbeitet wird um die Zellulose-Pflanzenfasern aufzulösen damit das Teak sich schneller auflösen kann. Ein geschütztes Teakdeck ist hydrophob, wasserabweisend, behält auch seine natürliche Farbe ein helles braun und verändert nicht bei Regen seine Farbe. Es bildet sich auf der Oberfläche auch keine Silbrige Schicht die durch die UV-Strahlung verursacht wird. Im Grunde lässt sich ein Teak mit einfachen Mitteln dauerhaft schützen, so dass Teak bei weitem eine GFK-Yacht ohne große Schäden überlebt. Wenn Dir irgend einer von den angeblichen Spezialisten etwas empfiehlt, dann frage immer WARUM - Ursache und Wirkung und Du wirst sehr schnell erkennen, dass dann die Luft sehr dünn wird. Nur mit Borsalzlösungen wie mancher meint und die Werbung verspricht, ist genauso unsinnig wie Gilette Mach III (dreifache Schallgeschwindigkeit) oder 5 Klingen Gilette Fusion (was eine Verschmelzung ist) um ein Barthaar abzuschneiden.
    Geändert von Engel (14.01.2019 um 13:36 Uhr)

  4. #4
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    Tolle Analyse, Engel und du schreibst, dass man da was machen kann. Verrätst uns aber nicht die Lösung!!!
    Also bitte...was kann man vorbeugend oder aufhaltend tun????

  5. #5
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    Wenn Du Dir mal die Blockhäuser in Oberbayern ansiehst von Bau Fritz oder anderen Herstellern, die haben alle nach Jahrzehnten trotz ständiger Bewitterung bei entsprechender Konservierung immer noch die natürliche Farbe vom Fichtenholz. Die Konservierung ist ein einfaches, preiswertes, Industrieprodukt, eine Alcyd-Harz-Öl-Emulsion mit Zinkoxiden. Sieht aus wie verdünnte Magermilch. Damit streichst Du dein Teak wenn es richtig trocken ist bis zur Sättigung, die nassen Flecken dann mit einen Lappen einfach abwischen um Glanzstellen zu vermeiden. Im nächsten Jahr wiederholen, dann genügt es alle 3-4 Jahre je nach Temperatur und Sonneneinwirkung. Ein neues Teak wird dabei geringfügig heller durch die Zinkoxidbeigaben, ein altes Teak behält dann seine z.B. silbrige Farbe. Diese Emulsion ist penetrierfähig, klebt und schmiert nicht, der natürliche Holzcharakter bleibt erhalten und es muss keiner Angst haben wenn sich die Kinder mit nasser Badehose darauf setzen. Damit erhält das Teak seine hydrophoben Eigenschaften zurück, der Regen perlt ab, die ständigen Schrumpf-Quellprozesse werden reduziert, keine Pilzbildung und die PU-Klebeverbindungen bleiben erhalten. Der Hersteller ist Relius, wird aber auch unter anderen Namen im Fachhandel für Industrieprodukte ausgeliefert. Da ich selbst ein gewerblicher bin und solche Produkte vertreibe darf ich das natürlich nicht anbieten, denn mancher ist dann der Meinung dass ich mich bei einer Rendite von 63 Cent bereichern möchte. Unter https://www.segeln-forum.de/board1-r...ssy-uv-primer/ kannst Du einen Erfahrungsbericht eines Skipper lesen und auch wie das Produkt anzuwenden ist. Ansonsten wissen die meisten hier im Forum wo ich zu finden bin.

    Nachtrag, der Produktname wurde inzwischen wieder einmal geändert, so dass nur noch geringe Bestände vom Olassy erhältlich sind. Den neuen Produktnamen bekomme ich erst in den nächsten Tagen.

  6. #6
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    Aus dem von dir zitiertem Beitrag: Relius Hydro-UV Holzgrund-farblos (alte Bezeichnung: Relius olassy UV Primer)
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  7. #7
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    Hallo Peter,
    Danke für den Hinweis, da muss ich nicht mehr warten. Wir haben zur Zeit einige Umstellungen, da auch Osmo einen identischen UV-Schutz nur mit anderen Namen anbietet, der aber sehr wahrscheinlich auch von Relius ist, da alle Produkt-Sicherheitsdaten identisch sind. Er ist nur etwas billiger, warum weiß keiner.
    Grüße nach Wien aus dem zur Zeit verschneiten Bad Tölz wo wir im Augenblick an der Nordseite im Gewerbegebiet im Eingangsbereich eine Schneehöhe von 3 Metern haben.
    Friedrich
    Geändert von Engel (15.01.2019 um 17:04 Uhr)

  8. #8
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    Toller Beitrag!!
    Grüße von der Küste bei Regen und Wind!
    Hein Mück

  9. #9
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    Hallo,

    es geht auch LEINÖL FIRNIS.
    ALLerdings iss ohne UV Schutz.
    Zum vorstreichen reichts immer.


    Peter

  10. #10
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    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    Hallo,
    es geht auch LEINÖL FIRNIS.
    ALLerdings iss ohne UV Schutz.
    Zum vorstreichen reichts immer.

    Peter
    Da sich Leinöl-Firnis bei Bewitterung und UV-Strahlung schwarz verfärbt, ist das sicherlich eine gute Lösung, der im Auftrag für das Bestattungsinstitut Denk, ein schwarzes Teakdeck benötigt. Wer aber mit der Farbe schwarz bei einen Teakdeck sich nicht anfreunden kann, sollte solche "sehr naive - grenzwertige" Vorschläge, die mehr schaden als nützen vergessen.

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