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Thema: Lanzarote

  1. #1
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    Standard Lanzarote

    Liebe Segler,

    nächstes Wochenende geht es für eine Woche rund Lanzarote mit einer Bavaria 46. Ich segle seit vielen Jahren im Mittelmeer, das ist jetzt mein erster "Blauwassertörn".

    Ich wäre für ein paar Tipps und Hinweise für einen Törn rund Mallorca sehr dankbar. Als Revierführer habe ich das Buch "Canary Islands" und habe bisher geplant, zunächst von unserer Ausgangsmarina in Arrecife nach Caleta del Sabo zu segeln, dann an der Westseite bis Marina Rubicon / Papagayo, dann Isla Lobos und schließlich auf der Ostseite zurück nach Arrecife. Habt ihr mir Tipps und Empfehlungen, aber auch eigene Erfahrungen aus der Erinnerung an euren ersten Kanarentörn. Ich war auch noch nie auf einem Tidengewässer.

    Beste Grüße, Holger

  2. #2
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    Standard

    Das Mallorca nicht in den Kanaren liegt, ist die lose bewußt?
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  3. #3
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    Hallo Holger.
    Du meintest sicher "rund Lanzarote"...
    Caleta del Sabo (La Graciosa) ist sehr beschaulich und auf jeden Fall einen Besuch wert, vor allem, wenn Abends die Tagesgäste weg sind. Wenn es geht, vorher dort anrufen (Auf spanisch?). Manchmal werden Gastlieger dort abgewiesen und müssen dann vor dem Hafen ankern. Jedenfalls war es vor einigen Jahren so.
    Auf der Westseite gibt es praktisch keine Möglichkeiten, man fährt dann durch bis Rubicon. Ist ein Retortenhafen, allerdings auch ganz nett mit viel Restaurants und Kneipen. Ankern vor Papagayo ist sehr schön, natürlich nur bei ruhigem Wetter.
    Lobos hat uns auch gefallen (Ankern). Auf der Ostseite dann entweder direkt zurück nach Arrecife (die neue Marina kenne ich nicht) oder vorher Puerto Calero, auch mit allen Möglichkeiten.
    Insgesamt schönes Revier für eine Woche. Es kann schon mal kräftig blasen mit entsprechender Welle, dann ist die Enge zwischen Lanzarote und La Graciosa nicht so toll (Welle). Strömung und Gezeiten sind aber insgesamt unproblematisch.
    Gutes Wetter und viel Spaß
    VG Elmar

  4. #4
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    Lieber Elmar,

    zunächst nochmal Danke für die Hinweise. Gerne darf ich mich mit einem Bericht über die gewonnenen Eindrücke revanchieren - vielleicht kommen ja auch andere auf vergleichbare Fragen.

    Vorneweg, das Revier ist ein Traum. Es ist in vielen Dingen anders als die typischen Mittelmeerziele. Allein der stete und kräftige Wind ist schon eine Sensation.

    Reisezeit: Wir waren Ende Januar/Anfang Februar. Die Temperaturen lagen zwischen 16 und 21 Grad, nachts keine weitere Abkühlung. Warme Jacken sind also empfehlenswert, sobald aber die Sonne da ist, ist es äußerst angenehm. Winde hatten wir zwischen 15 und 30 Knoten, meistens sehr gleichmäßig. Auf der Ost- und Südseite von Lanzarote lässt es sich da sehr angenehm segeln. Uns wurden als beste Reisezeiten der September und Oktober genannt. Im Dezember ist es auch noch warm, im Januar dann kälter, im Februar soll es typischerweise auch wieder wärmer werden um dann im März und April wieder ungemütlicher zu werden - so die Auskunft der hiesigen Segler.

    Gezeiten: Ich war noch nie in einem (echten) Gezeitenrevier. Da aber alle Häfen Schwimmstege haben, ist das überhaupt kein Problem. Und mit Navionics hat man immer den aktuellen Gezeitenstand bei den Tiefenangaben eingepflegt.

    Vercharterer: Wir hatten eine Bavaria 46 von Lava Charter, Baujahr 2014. Ich persönlich habe im Geiste ein „Ranking“ der besten Stationen. Dazu zählt bspw. EGG in Göcek. Aber Lava Charter reiht sich da problemlos ein. Die Schiffe sind in einem super gepflegten Zustand, technisch top, Sauberkeit excellent und ein toller und überzeugender Service. Das Ganze läuft zwar nicht südländisch entspannt ab sondern eher nordisch kühl, aber die Qualität ist außergewöhnlich. Hier würde und werde ich in Zukunft noch öfters chartern.

    Marinas: Unsere absoluten Favoriten waren Puerto Calero und insb. Marina Rubicon. Marina Lanzarote ist OK, aber etwas steril. Puerto Carmen ist very british und hat uns nicht überzeugt, Plätze sind kaum zu erlangen. Puorto Corralejo auf Fuerteventura war zu unserer Zeit leider wegen Bauarbeiten gesperrt und für Caleta del Sebo auf La Graciosa braucht man unbedingt die Genehmigung. Die Ankerbuchten bei den Papagayo Stränden sind recht sicher und der Grund hält gut. Isla de Lobos vor Fuerte war mir in der Woche zu ungeschützt und der Schwell zu mächtig. Die Marinas selbst sind super gepflegt, der Service sehr gut. Anmeldung immer über Kanal 9, das funktioniert reibungslos. Festgemacht wird an einem Schwimmsteg mit Ausleger, auch das ist ein gutes System.

    Restaurants: Sehr empfehlenswert sind in Marina Rubicon die Tapas Bars „Taberna“ und „La Cubierta“, gut auch „Lanis Grill Steakhouse“. In Calero können wir das „Azure“ sehr gut empfehlen, „Green Tomate“ war nicht so toll. In Arrecife hatten wir mit dem „Malecon“ sehr gute Erfahrungen gemacht. In Summe kann man sagen, dass die Preise echt moderat und die Qualität sehr gut ist - wir haben uns regelmäßig an den Tapas schadlos gehalten

    Hinterland: Wir haben uns dreimal immer einen Mietwagen genommen und sind ein paar Stunden über die Insel gefahren. Die Tour mit den Bussen durch Timanfaya ist sehr lohnend, ebenso die Fundacion de Cesar Manrique, die Jameos del Aqua und der Mirrador del Rio. Die Entfernungen sind kurz und die Autos sehr günstig. Wer noch nie auf Lanzarote war, sollte diese Ziele unbedingt ansteuern.

    Wie gesagt, das Revier ist klasse. Man sollte immer rechtzeitig reffen, da die Winde doch gerne auffrischen. Außerdem waren die Windvorhersagen (Windy und regional „AEMET“) immer etwas schwächer als dann der tatsächliche Wind auffrischte, aber ansonsten habe ich - zumindest in dieser Woche - keine gravierenden Unterschiede im Vergleich zu den Meltemi oder Mistral Gebieten im Mittelmeer wahrgenommen. Im Gegenteil, in den Häfen läuft alles deutlich geordneter ab. Bei Zielen südlich vom Rückgabehafen sollte man ausreichend Sicherheit für den Rückweg nach Norden vorsehen.

    Falls ich mit meinen (wenigen) Eindrücken aus dem einwöchigen Törn sonst noch helfen kann, sprecht mich gerne an. Im Spätjahr soll´s jedenfalls wieder in die Kanaren gehen, dann mit einer 51er ��.

    Gruß, Holger
    _________________
    All Over Sailing

  5. #5
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    Standard

    Danke Holger, schöner Bericht.
    Mit dem Wind hattest Du Glück. Ich habe die Kanaren im Winter(speziell Januar) schon einige mal erlebt, da kann man Passatwind haben, aber auch Flaute und Nieselregen. Wie viel Segeltage habt ihr gehabt, wie viele Seemeilen waren es am Ende?
    Gruß
    Wolfgang

  6. #6
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    Hallo Wolfgang, ja, Wind war super. Welle auch. Wir waren die ganze Woche im Süden zwischen Lanzarote, Fuerte und Rubicon. Ein Hafentag mit Landausflügen, zweimal Landausflüge und Segelschlag komprimiert. Alles sehr entspannt mit Familie. Ca. 130 SM ;-) Gruß, Holger

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