Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 20
  1. #1
    Registriert seit
    11.12.2008
    Beiträge
    6

    Standard Bavaria 44/4 - Seewasser-Einbruch Bb über die Rumpf-Deck-Verbindung

    Moin,

    ich wende mich mit dem Problem an das Forum, in der Hoffnung, dass jemand von euch damit schon mal konfrontiert wurde und eine Lösungs-Idee hat.

    Schiff: SY Bavaria 44/4, Baujahr Frühjahr 2002, Eigner-Schiff, keine Kollisions-Ursachen.

    Das Problem entsteht bei folgenden Rahmenbedingungen: starker Wind von Stb, Krängung nach Bb soweit, dass das Bb-Laufdeck ständig oder oft von Seewasser überspült wird, Wind so stark (ab 5 - 6 Bft), dass die Bb-Wanten leicht durchhängen. Hochwahrscheinlich über die Rumpf-Deck-Verbindung dringt dann Seewasser ein, das in den Bb-Schapps der Pantry bis zu 1 cm hoch steht. Stark betroffen ist das vordere Schapp der hinteren Nass-Zelle und auch die oberen Fächer des Kleiderschranks der Bb-Achter-Kabine bekommen etwas ab. Die Bb-Schapps der Vorschiff-Kabine sind nicht betroffen.

    Wichtig zu wissen ist: in der umgekehrten Situation, also Wind von Bb entsteht das Problem an Stb nicht. Ebenso dringt kein Leitungswasser oder Regenwasser ein bei intensivem Deck schrubben oder heftigstem Platzregen bei aufrechter Lage im Hafen.

    Mir liegt eine technische Zeichnung der Rumpf-Deck-Verbindung von Bavaria vor. Die erste Idee das Problem zu lösen war, die Schraubkanäle der Schrauben, mit denen die Relingsfüße an dem gewinkelten Bb-Rand des Decks festgeschraubt werden, fett mit Pantera oder Sikaflex einzusülzen und dann die Schrauben wieder einzudrehen. Diese Maßnahme hat das Problem immerhin um ca. 50% entschärft.

    Leider kann man im Hafen in aufrechter Lage den Wassereinbruch auch durch einen starken Strahl Leitungswassers oder durch einen heftigen Platzregen nicht nachvollziehen. Vermutlich hat das Ganze etwas mit der nachlassenden Kraft zu tun, mit der die Bb-Seite des Rumpfes über die Wanten und Püttings nach oben gezogen wird und dabei ein Riss in der Sika-Verfugung der Rumpf-Deck-Verbindung entsteht, wodurch dann Seewassers ins Schiffsinnere gelangt.

    Es wäre sehr hilfreich, wenn es weitere Infos und Theorien zu diesem Thema gibt.

    Handbreit DeepWater

  2. #2
    Registriert seit
    14.03.2005
    Beiträge
    10.404

    Standard

    Zitat Zitat von DeepWater Beitrag anzeigen
    …….

    Leider kann man im Hafen in aufrechter Lage den Wassereinbruch auch durch einen starken Strahl Leitungswassers oder durch einen heftigen Platzregen nicht nachvollziehen...…..
    Aber "Laborbedingungen" im Hafen wären sehr hilfreich.
    Wie wäre es denn im Hafen auf Höhe beider Salinge einen Hahnepot anzuschlagen und das Boot so weit wie oben beschrieben zu krängen?

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
    Registriert seit
    28.06.2006
    Ort
    in der Nähe von Freiburg
    Beiträge
    552

    Standard Püttinge ?

    Moin,
    hast du mal die Abdichtung der Püttinge angeschaut? Da kam bei Lage bei mir Wasser auf der Leeseite rein. Dort ist ja bei Lage kein Zug mehr auf den Püttingen und vielleicht öffnet sich bei dir dort auch ein Spalt? Anknallen aller Schrauben und neu abdichten hat das Problem behoben.
    Aage

  4. #4
    Registriert seit
    29.04.2006
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    375

    Standard

    Ja, das Problem kenne ich auch. Wir haben ein halbes Jahr gebraucht, um es zu lokalisieren: Bei uns war das Rumpffenster undicht. Das Wasser dringt bei viel Lage ein und die Füllung zwischen Außen- und Innenlaminat saugt sich voll wie ein Schwamm - unterhalb der Wasserlinie ist Volllaminat, da dringt kein Wasser ein. Lösung: Fenster (an beiden Seiten) ausbauen und mit Sikka abdichten, kann jeder selbst machen. Laminat auf der Innenseite von vorn bis achtern knapp über der Wasserlinie mehrfach anbohren, damit das Wasser ablaufen kann. Die Yacht mit der "nassen" Seite zur Sonne parken. Mehr kannst Du nicht machen. Übrigens ein Problem, dass auch Hallberg Rassy- und Najadeigner kennen. Eine winzige Undichtigkeit reicht, leider.
    Viel Erfolg, Fairwinds & Gruß

    Ralf U

  5. #5
    Registriert seit
    11.12.2008
    Beiträge
    6

    Standard

    Moin,

    aus dem Grund hat Bavaria ab 2002 gar keine Rumpf-Fenster mehr eingebaut, weil es damlas zu viele Probleme gegeben hat. Das kann das Problem also bei mir nicht sein.

    An der Decksdurchführung der Wanten zu den Püttingen haben wir auch was gemacht, scheint aber nicht geholfen zu haben.

    Wenn das Ganze etwas mit dem nicht mehr vorhandene Zug der Wanten auf Lee bei Starktwindsegeln am Wind zu tun hat, was ich vermute, dann sollte man im Hafen vielleicht doch einfach mal die Stb-Wanten lose drehen und nochmals einen Leitungswasser-Versuch starten, denn normalerweise bekomme ich im Hafen kein Wasser ins Schiff, auch wenn man seitlich im Berecih der Scheuerleiste schräg nach oben spritzt oder Relings-Stützen und Wanten-Durchführungen unter Wasser setzt.

    Handbreit DeepWater

  6. #6
    Registriert seit
    29.04.2006
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    375

    Standard

    ... dann hat wenigstens Bavaria was gelernt. Zur Ursache weiß ich dann nicht weiter, bleiben trotzdem nur noch Relingsstützen oder Püttinge. Immerhin weißt Du jetzt, wie man das Wasser wieder loswerden kann.

    Fairwinds & Gruß

    Ralf U

  7. #7
    Registriert seit
    09.01.2016
    Beiträge
    1.099

    Standard

    Hallo,

    und wie ist es mit der Scheuerleiste bzw. dem Süllbord oder wie das heißt, ich meine die Kante unter der Reling?


    Peter

  8. #8
    Registriert seit
    02.04.2017
    Ort
    742 Evergreen Terrace in Dasow
    Beiträge
    913

    Standard

    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    Hallo,

    und wie ist es mit der Scheuerleiste bzw. dem Süllbord oder wie das heißt, ich meine die Kante unter der Reling?


    Peter

    Obige Bavaria 44 hat meines Wissens nach eine in die Deckschale integrierte Fußreling.
    Bei vielen , wenn nicht gar allen Schiffen ist diese Fußreling sowohl obenauf , als auch an der Aussenseite mit Teak verkleidet. Aussen dient die Teakleiste als Scheuerleiste.
    Die Teakleiste(n) wurden wohl angebolzt und verklebt, mit Leckagen ist dort kaum zu rechnen.
    Auf die Fußreling , respektive die optionale (?) Teakleiste wurden die Füße der Relingsstützen geschraubt / durchgebolzt.
    Nun zum spekulativen Part.
    Wenn nun die leckende Seite immer am Anleger liegt, man sich ebendort ,an der breitesten Stelle des Schiffes, an der Relingsstütze oft hochzieht, könnte sich dort ein Leck eingewackelt haben. Befindet sich die Durchgangspforte im Seezaun nicht auch direkt über der stark betroffenen achteren Nasszelle ?
    Der TE schrieb dass er die Relingsfüße mit Dichtungsmasse neu eingeschraubt hat---mit 50%igem Erfolg.
    Sowohl der vorherige Zustand , als vor allem auch das Ergebnis , sind Hinweis dass eine Abdichtung dieser Wackelkanditaten mit Dichtungsmasse nicht ausreichend ist.
    Ich schraube , bolze alle Decksbeschläge mit Epoxy ein. Das ist kraft-und formschlüssig, da wackelt sich nix leck.
    Wie das genau geht hat Franz hier irgendwo mal beschrieben.
    Geändert von supra (23.01.2019 um 14:33 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
    Bob Ross kucken !

  9. #9
    Registriert seit
    11.12.2008
    Beiträge
    6

    Standard

    Moin,

    die Theorie mit dem Relingsdurchstieg greift leider nicht, weil die Leckage wesentlich weiter vorne liegen muss. Dieser Rückschluss ist zulässig wegen der betroffenen Bb-Schapps. Im Übrigen sieht die Konstruktion der Rumpf-Deck-Verbindung wie folgt aus:

    Das Deck ist an der Außenseite zwei Mal gewinkelt, einmal ca. 90° nach oben, dann wieder 90° nach außen (daher die Fußreling). Diese letzte gewinkelte Decksfläche liegt wiederum auf dem am Ende 90° nach innen gewinkelten Rumpf und ist laut Bavaria mit Sika verklebt. Auf dem ganzen sitzt der Schandeckel aus Teak, der mit Schrauben durch das Deck und durch den gewinkelten Rumpf in eine darunter liegende Sperrholzeinlage verschraubt ist. Die Schandeckel-Schrauben sind versenkt und verpfropft (könnte natürlich sein, dass ein Teak-Pfropfen undicht geworden ist. Muss ich mal prüfen). Die Relingsfüße sind in und unter den Schandeckel "eingearbeitet". Zum Abnehmen eines Relingsfußes müsste in dem Bereich der Schandeckel entfernt werden, was sehr aufwändig ist und den Schandeckel soweit zerstört, dass er für den Bereich neu angefertigt werden müsste.

    Die Scheuerleiste ist unabhängig von allem anderen von außen an den Rumpf und das überlappende Deck angebracht und ebenfalls mit Sika verfugt worden.

    Um zu lecken, müsste die gesamte Sika-Schicht zwischen Deck, Rumpf und Scheuerleiste undicht sein, was eher unwahrscheinlich ist, wie einige Kollegen weiter oben schon ausgeführt haben. Aber trotzdem, vielleicht ist ja diese Schicht durch die auftretenden in alle Richtungen gerichteten Kräfte zwischen Rumpf und Deck undicht geworden. Ich bin bei maximal Beaufort 9 in Böen 10 unterwegs gewesen, wobei das Schiff mit heftigsten Geräuschen in die Welle schlägt, wobei heftigste Kräfte auftreten, die vielleicht zum "Riss" in der Sika-Schicht geführt haben.

    Leider weiß ich zu wenig über die physikalischen Eigenschaften von Sika und ob solche Undichtigkeit in der Sika-Schicht überhaupt möglich wäre.

    Tatsache bleibt, um das zu wiederholen, dass der Wassereinbruch nur erfolgt bei Am-Wind-Kursen, bei starkem Wind von Stb, starker Krängung nach Bb, oft oder dauernd überspültem Bb-Laufdeck und durchhängenden Bb-Wanten, sodass der Zug über die Püttings auf die Bb-Seiten des Rumpfes entfällt. Vielleicht ergibt sich durch diese fehlende Kraft die Bildung eines Risses.

    Handbreit, DeepWater

  10. #10
    Registriert seit
    21.01.2013
    Ort
    AT
    Beiträge
    427

    Standard

    Nun, die Relingsfüße welche durch die Teakleiste und dann durch das Deck selbst gesteckt und von innen verschraubt werden (Bavaria 42), sind ein Dauerbrenner. Ich habe das alle 2 Jahre neu gedichtet mit Sika 291, doch war das nicht sehr befriedigend. Ich habe dann mit einem guten Montagesilikon gearbeitet und seitdem ist das immer noch dicht, kommt wahrscheinlich von der besseren Dehnbarkeit und guten Haftung.
    Ich habe auch mal Überschwemmungen auf der Backbordseite aus einem ganz banalen Grund produziert, bin erst später draufgekommen.
    Wenn das/die Seeventile der Pantryspüle offen sind, dann drückt es bei Lage Wasser in das Becken, welches dann durch die Schiffsbewegungen überschwappt. Das verteilt sich dann bestens im ganzen Schiff auf der Backbordseite. Wenn man an Deck ist merkt man das natürlich nicht, und wenn man wieder runter geht ist's meist wieder ruhiger. Tja so blöd kanns auch hergehen...

Ähnliche Themen

  1. Spirit 32 Rumpf-Kiel Verbindung
    Von sea++ im Forum Yachten
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 09.03.2015, 08:33
  2. Scheuerleiste, Rumpf-Deck-Verbindung
    Von MatthiasR im Forum Refit
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 22.01.2011, 15:56
  3. Rumpf-Deck-Verbindung an Maxi 84 undicht
    Von maxi846 im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 24.03.2010, 10:48
  4. Riss in der Skeg - Rumpf - Verbindung
    Von Smin im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 26.10.2008, 20:13
  5. Kiel-Rumpf-Verbindung
    Von gesche im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 04.04.2005, 20:42

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •