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    Standard Libertist 850; neuer Lerouge Tri fertig

    Schon vor gut zwei Jahren ging die polnische Werft mit dem Projekt an die Öffentlichkeit. Die Polen zeigten immer mal wieder Pix des Prototypen. Bei der Libertist 850 handelt es sich um eine etwas vergrößerte und modifizierte Pulsar 26 . Nun hat das Boot die Serienreife erreicht.
    Die besten Bilder habe ich auf Lerouges HP gefunden--sinnigerweise ist das Boot rot.

    http://erik.lerouge.pagesperso-orange.fr/tri_10.htm

    Wie in dieser Größe zu erwarten ist sie ein Backdecker. Sie ist nicht klapp - oder faltbar.,
    Das Boot ist demontabel , leichte Beams aus Kohle erleichtern diese Aktion. Die Rümpfe sind aus Glas Epoxy gefertigt, segelfertig wiegt sie 1400kg , als Zuladung gewährt Lerouge 700kg.
    Besonderheiten
    Neben dem üblichen Steckschwert im Mittelrumpf hat das Boot noch feste , diagonale Asymmetrische Foils unter den Schwimmern. Es sind additional Foils. Sie sollen den Schwimmer etwas liften, die benetzte Fläche verringen. Nach allgemeiner Vorstellung -- die ich nicht teile --sollen diese Foils auch einem negativen Trimmwinkel ( Unterschneiden) entgegenwirken.
    Die Dinger sind diagonal, d. h. bei Krängung , z. B. wenn das Boot nahezu nur auf dem Leeschwimmer fährt, ist der Liftvektor nahezu vertikal.
    Bei moderater, oder keiner Krängung liften diese festen Foils etwas nach Luv.
    Beim Kreuzen vor dem Wind ist das unproduktiv, mindert es doch die VMG ( Velocity Made Good). Man will ja möglichst schnell nach Lee , Auftrieb nach Luv ist dabei
    hinderlich.
    Sinnigerweise sind die Foils weiter vorn als das Schwert, man kompensiert damit die Leegierigkeit unter Gennacker.
    (Es sei an dieser Stelle angemerkt das Kreuzen vor dem Wind mit Bootsgeschwindigkeit höher als Windgeschwindigkeit schon die höhere Schule ist mit welcher der gemeine Cruiser auch nur seltenst konfrontiert wird , auch , weil dieser "Trick" nur bei Glattwasser und möglichst ohne Strom funktioniert).
    Die festen lütschen Foils sind ein guter Kompromiss, sie sind pflegeleicht, brauchen nicht bedient werden.
    Man kann allerdings die Intensität ihres Lifts nicht durch tiefer oder höher einstellen, weswegen man sie eben recht klein ausführte.
    Das Boot hat natürlich zwei Ruder, was ein weiterer Hinweis ist dass es auch mal nur auf einem Schwimmer segeln soll/kann/könnte.
    Dem Willen nach Leistung kommt auch der drehbare Mast zugute. Er ist Standard und die Werft gibt denn auch dessen Oberfläche ( Segelfläche) an.
    Ein drehbarer , starrer Mast ermöglicht eine bessere Anströmung der Gesamtkonstrukts , des Flügels Mast und Großsegel.
    Man kann die Nase ( Leading Edge ) durch Drehen des Masts runder, oder spitzer gestalten.
    Runder , d. h. ein größerer Nasenradies wenn der Wind osziliert , oder bei Böen sich der Winkel des scheinbaren Windes ändert. Ein überdrehter Mast hat eine stumpfere Nase die gegen Strömungsabriss unempfindlicher ist.
    Ist die Windrichtung hingegen Konstant, dreht man die Symmetrieachse des Mastprofils genau in Richtung des scheinbaren Windes.
    Ein großer Vorteil eines überdrehten Mastes ist übrigens dass die Strömung sich nach einer Wende schneller wieder anlegt---der Steuermann hat nicht erst genau die richtige Höhe zu suchen und zu treffen derweil sich die Zirkulation erst entwickelt und das Boot dabei nach Lee driftet......
    Ich schweife ab. Wie auch immer, ein Schiff mit drehbarem Mast springt vor allem früher und schneller an.
    (Aber nochmals, obiges gilt f. drehbare, starre Mastprofile ( mit flexiblen , drehbaren Masten und vor allem Flügelmasten mit konvexer Achterkante funktioniert das etwas anders)

    Das Schwert des Bootes kommt unter dem Großbaum durch das Deck. Holt man es bis zum Großbaum hoch, steckt noch ein guter Teil unter dem Rumpf im Wasser. Ein komplettes Aufholen ist natürlich möglich, allerdings kann man dann nicht mehr segeln--der Großbaum muss zur Seite.
    Ich schätze mal das der Tiefgang des halb gesteckten Schwerts den des Foils gut überschreitet --bei Ruhelage.
    Bei ( stärkerer) Krängung wird man also zuerst mit dem Leefoil auflaufen.
    Unter diesem Aspekt betrachtet ist ein Kick-up System f. die Ruderblätter nicht nötig. Ein simpleres , billigeres Steckruder ( Daggerruder) , oder gar feste Ruder täten es also auch. Die Libertist hat demzufolge feste, untergehängte Ruder.
    Wie aber stellt man sich mit solchen Anhängen das Trockenfallen vor ? Steht das Boot mit dem Mittelrumpf in der Luft auf Foils und Rudern ? Ich denke , nein ich hoffe nicht. Ich denke dass der Mittelrumpf genauso tief wie Foils und Ruder taucht.




    interieur
    So wie ich das sehe hat das Boot so gerade eben Stehhöhe vor dem am Mastschott platzierten Pantryblock--allerdings auf geneigtem Boden ( Rundspant).
    Die Pantry vom Niedergang wegzunehmen hat Vorteile:
    --Der Zugang zur Messe , zum Salon wird nicht durch den Smut blockiert
    --man hat mehr Raum , besseren Zugang zur Achterkoje ( zumindest der Prototyp hatte auch noch ein halbhohes Brückendeck für mehr Höhe über der Achterkoje, ob das beim Serienschiff auch so ist habe ich noch nicht herausgefunden)
    Ich finde es recht clever wie auf diesem Boot die Möglichkeiten die ein Backdeck bietet genutzt werden.

    Die HP der Werft ist noch unvollständig:
    http://libertist.eu/de/
    Die meisten Pix , auch welche des Prototyps im Bau, bekommt man natürlich über :
    http://www.google.de/search?q=libert...bhAgUQ_AUIBigB
    Geändert von supra (28.01.2019 um 15:13 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
    Bob Ross kucken !

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