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  1. #11
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    Hallo Supra, was ist Pönen?, ein solches Wort kenne ich nicht einmal von unseren zahlreichen Afrikanern bei uns in Bayern.

    Ich habe geschrieben, Drücke im Ruder. Wir haben bei Polymeren immer eine Feuchtediffusion. Es dringt Feuchte ein und es entweicht Feuchte, so dass sich so weit wie möglich keine Drücke im Laminat aufbauen. Wir könnten z.B. mit einer Schuppenpanzer-Epoxid-Beschichtung von "Aussen" ein Ruder weitgehend dicht machen. Die Folge wäre, dass sich Drücke im Laminat aufbauen. Damit beschleunigen wir den Prozess dass sich die Poxide (Kontaktmittel vom Laminat) auflösen und es zur Trennung von Laminat und Harz kommt und somit das Ruder seine statische Festigkeit verliert. Da eine vollständige Trocknung des Ruder kaum möglich ist, ist es in der Regel besser, nichts zu machen.

    Das ist auch der Grund, dass GFK-Boote im Innenraum (ausnahme Bilge) nicht versiegelt werden, um eine Entfeuchtung nicht zu reduzieren. Mancher meint, das macht der Hersteller aus Sparsamkeit und versiegelt dann die Oberflächen mit einen 2 K. PU-Acryllack mit entsprechenden Folgeschäden.

    Drücke durch Feuchtediffusion durchs Laminat nach innen und aussen hin und her.
    Es geht um den "Druck" durch Frost , das Laminat trennt sich vom Holz-, oder Schaumkern.
    Es ist ja so , dass man durch eine unten am Ruder angebrachte Bohrung zwar im Winter eine Menge Wasser los wird, die Feuchtigkeit im Kern aber bleibt.
    Je länger , intensiver dieser Kern nun gewâssert wurde, desto größer die Chance auf Delamination durch Frostschaden. Nicht nur durch Frost, auf einem mit Wasser gesättigtem Holzkern hält kein Laminat. Wie sich das jetzt mit Schaum verhält weiss ich nicht, es gibt da zuviele Schäume , dichtgepachtelte poren, oder nicht, , Klebeharz an den Stößen der Schalen , oder nicht, usw.....Der "Ermessensspielraum" wat man da für einen Schaum hat ist weitest.
    Ausgehend davon, dass Haarrisse an der Vorder - und Achterkante des Ruders auf eine Trennung der Verklebung der beiden GFK- Halbschalen schliessen lassen , das eingedrungene Wasser den Kern sättigt, beim nächsten Frostschaden zur Trennung von Schale und Kern führt.....
    Über die Jahre frisst sich das fort, Frost hilft dabei.
    Aus der Praxis
    Ich hatte mal ein Schiff mit 45 Grad gepfeiltem Kreissegmentschwert. Das Schwert war aus Holz , überlaminiert. Durch exzessive Wattfahrt habe ich das Schwert jede Saison rd. einen Zentimeter gekürzt. Der Tip des Schwertes schlurrte über Grund, der Sand schliff es herunter.
    Ich habe das Holz im Winter austrocknen lassen, im Frühjahr mit Epoxy übergepönt.
    Das Schwert war ja nicht vollgesogen, nur der Tip war feucht, beim Pönen trocken.
    Alles gut.
    Hätte ich jedoch ein Ruderblatt aus dem nach der Saison massig Wasser austritt würde ich mir Gedanken machen.
    Es reicht da meines Erachtens , wie von dir empfohlen, nicht eine Diffusion ( deine Drücke) des Wassers im Laminat ( !) nach aussen durch Pönen zu verhindern , die Feuchtigkeit im Kern und Laminat dadurch einzusperren.
    Richtig ist ja das die Festigkeit eines Laminats auch bei Feuchtigkeit-- du schreibst von 30% -- noch gegeben ist.
    Bei einigen äusserst dicken ( !) Halbschalen mag dass auch für das ganze Ruderblatt gelten.
    Ist aber das Laminat dünn, weil wegen die Festigkeit des Ruderblatt vom Prinzip Sandwich herrührt, so ist bei viel Wasser im Ruder auch mit Trennung v. Laminat und Kern zumindest zu rechnen.


    Der Vollständigkeit halber:
    Früher , also i. d. 70ern, waren die Ruder oft hohl. Sie waren auch aus zwei Halbschalen zusammengeklebt, diese waren aber wesentlich dicker. Da es immer Probleme mit der Dichtigkeit am Ausgang der Welle gab ( an den Verklebungen der Schalen nie, die Klebeflâche war breiter, weil das Laminat dicker und "geflanscht" ) liess man schliesslich Wasser im Ruder tatsâchlich zu. Diese Ruder hatten dann schon werftseitig unten ein Loch. Das Wasser floss beim Auskranen heraus, ein Frostschaden wurde vermieden.
    Alles Wasser floss heraus, alles.
    Bei einem Ruder mit Kern ist das nie nicht der Fall.
    Da kann nun ein jeder nur selbst seine Konsequenzen draus ziehen, oder auch nicht



    Wenn ein Sandwichdeck, oder Rumpf leck ist, geht man da auch bei.




    P.S.
    Engel,
    um deine erste Frage , die wohl auch nur von einem Binnenländer kommen kann , zu beantworten:
    https://www.grosse-seefahrt.de/lexikon/poenen/




    .
    Geändert von supra (01.02.2019 um 22:29 Uhr)
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  2. #12
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    Zitat Zitat von Vollmar Beitrag anzeigen
    Ich lass das gerade von einem Yachtbauer machen.
    Hallo,

    ich hab es vor 10 Jahren machen lassen und gut ist das.

    Die Halbschalen wurden nur noch genutzt, um das Profil abzunehmen.
    Statt Schaum ist jetzt Zeder im Kern, unten zusätzlich Polyester-GFK und oben um die Welle Material ausgefräst und mit Pantera aufgefüllt.

    Was Engel so schreibt, reicht höchstens dazu Unbedarfte mit Text willenlos und in der Folge handlungsunfähig zu stellen.
    Dann werden sie durch einen Engel gerettet.


    Peter
    Geändert von K.Lauer (02.02.2019 um 09:12 Uhr)

  3. #13
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    Zu Supra,

    Danke, ein sehr hilfreicher zusätzlicher Beitrag zum Ruder. Auf die Einwirkung von Frost habe ich nicht hingewiesen, da wir im Grunde kaum mit Schiffen zu tun haben, die Frosttemperaturen ausgesetzt werden. Du hast natürlich damit recht und es muss der Einzelfall beurteilt werden denn in Bayern gehen die Uhren anders wie wir sagen, die Münchner sagen bei uns gehen die Uhren "richtig".

    Trotz vieler Norddeutscher Migranten in München, weiß ich immer noch nicht was "Pönen" bedeutet.

    Mit dem Hinweis auf "Binnenländer" hast Du nicht einmal unrecht, denn in München haben wir nur sehr wenige Yachten, die in den Wintermonaten an Land verbringen.
    Gruße aus Ingolstadt, FG

  4. #14
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen



    Trotz vieler Norddeutscher Migranten in München, weiß ich immer noch nicht was "Pönen" bedeutet.


    Gruße aus Ingolstadt, FG
    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen

    P.S.
    Engel,
    um deine erste Frage , die wohl auch nur von einem Binnenländer kommen kann , zu beantworten:
    https://www.grosse-seefahrt.de/lexikon/poenen/




    .


    Südländer , in diesem Fall ein Philipino , beim Pönen :
    https://www.alamy.de/stockfoto-deuts...116480774.html

    Hier pönt ein sehr bekannter Südstaatler :
    http://www.labbe.de/lesekorb/index.a...01&titelid=940
    Geändert von supra (02.02.2019 um 13:25 Uhr)
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  5. #15
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    Lieber Herr Engel, wenn man so lange, so heftig und so einmalig mit Malerarbeiten an und im Schiff zu tun vorgibt, ist die Nichtkenntnis des Wortes pönen auch als Bayer eine Beleidigung der Zuhörer (Zuleser ist mir bisher nicht untergekommen).

    Gut im technischen Sinne ist pönen eigentlich anstreichen, was aber doch in Wirklichkeit mit Beschichten gemeint ist.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  6. #16
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    Naja, heute wird vom Azubi zum Oberflächentechniker ja auch appliziert,
    was den alten Pinselquäler aber nicht davon abhält seinen Stift zurechtzuweisen wenn der beim Pönen mal wieder zuviel plörrt.
    Geändert von supra (02.02.2019 um 18:39 Uhr)
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  7. #17
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen

    Nachtrag
    Für ein 38 Zoll Segelboot sollte es eigentlich in jedem Modellbauladen ein Ersatzruder geben
    Na, dass kann heute schwierig werden... in heutigen "Modellbau"Läden findest ja hauptsächlich nur noch RTR (ReadyToRun) Autos, Drohnen usw... Klassischer Schiffsmodellbau nimmt immer mehr ab...
    Gruss Gunnar

    Moderator Yacht-Forum

  8. #18
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    Zitat Zitat von Jugocaptan2 Beitrag anzeigen
    Lieber Herr Engel, wenn man so lange, so heftig und so einmalig mit Malerarbeiten an und im Schiff zu tun vorgibt, ist die Nichtkenntnis des Wortes pönen auch als Bayer eine Beleidigung der Zuhörer (Zuleser ist mir bisher nicht untergekommen).

    Gut im technischen Sinne ist pönen eigentlich anstreichen, was aber doch in Wirklichkeit mit Beschichten gemeint ist.
    Lieber Peter,
    wenn Du in Manching wo auch die Eurfighter gewartet werden, den Triebwerkstechniker sagst dass die Turbinenschaufeln gepönt - angestrichen werden, dann stellt er sofort die Frage......"sind Sie ein Österreicher"
    Grüße FG
    Geändert von Engel (03.02.2019 um 11:15 Uhr)

  9. #19
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen


    .....wenn Du in Manching wo auch die Eurfighter gewartet werden, den Triebwerkstechniker sagst dass die Turbinenschaufeln gepönt - angestrichen werden, ....
    Grüße FG



    Solch Anweisung gibt wohl nur jemand der ebensowenig über Einkristallturbinenschaufeln , wie über vollgesogene Ruderblätter weiss.




    Nachtrag
    Ich habe hier auf dem Lowboard --als Deko-- eine Turbinenschaufel eines Klimow WK-1 Triebwerkes stehen.
    Cooles Teil, cooles Profil.
    Müsste aber mal wieder auf Hochglanz poliert, oder wie der Bayer wahrscheinlich sagt, gewichst werden .


    .
    Geändert von supra (03.02.2019 um 12:05 Uhr)
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  10. #20
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    Zitat Zitat von Arco1 Beitrag anzeigen

    .......Wasser in mein Ruder. ........eine komplette Sanierung vornehmen.Kann mir jemand mit Tips, Leitfaden oder auch Videos (YouTube) weiterhelfen.

    Vielen Dank.

    Eine mehrteilige, anschauliche Dokumentation einer Sanierung, schon ein erschöpfendes Vademekum, findet sich auf Martin Ergers HP:
    Teil 1
    http://www.mergerandfriends.de/techn...-als-neuwertig
    (Die weiteren Teile sind jeweils unten anzuklicken)
    Geändert von supra (03.02.2019 um 13:24 Uhr)
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