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  1. #31
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    Dann hat man einige Gerettete an Bord und darf keinen Hafen anlaufen.

    Wat nu?

    Willy

  2. #32
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    ach willy,

    die rettungsleitstelle wird dir einen hafen zuweisen, den darfst du auch anlaufen.

    der nächste , wettermäßig sichere, hafen liegt aber zumeist in afrika, entscheidest du dich einige 100 sm nach europa zu segeln darfst du "wat nu" rufen!

    lg chris

    ps. ob deine geretteten mit der entscheidung der leitstelle konform gehen ist fraglich.
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  3. #33
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    Ich bleibe lieber in Friesland.....

    Willy

  4. #34
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    Tach zusammen,

    Da wir in diesem Jahr ins Mittelmeer verlegen hätte ich im Januar das Auswärtige Amt angeschrieben.

    Diese Antwort habe ich bekommen:

    vielen Dank für Ihre Anfrage, die mir zur Beantwortung übermittelt wurde.

    Befinden sich Personen in Seenot, so ist ein Schiffsführer bzw. Kapitän unabhängig von Herkunft oder Status der in Seenot Geratenen verpflichtet Hilfe zu leisten, ohne dabei sich, sein Schiff oder dessen Besatzung zu gefährden. Seenot bedeutet dabei nicht nur, dass ein Seefahrzeug unmittelbar unterzugehen droht, sondern kann beispielsweise auch vorliegen, wenn Zweifel an dessen Seetüchtigkeit bestehen, es mit Passagieren überladen, nicht ausreichend versorgt ist, um Land zu erreichen oder dringende medizinische Versorgung notwendig ist.

    Kontaktieren Sie auf jeden Fall die zuständige Seenotrettungsleitstelle (Maritime Rescue Coordination Centre, kurz: MRCC) und leisten Sie deren Anweisungen zur Koordinierung der Rettung Folge, damit eine effektive Rettung sichergestellt werden kann. Die Nichtbeachtung der Anweisungen der zuständigen Seenotrettungsleitstelle oder das Unterlassen der Hilfeleistung können (straf-) rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Welche Seenotrettungsleitstelle in dem von Ihnen bereisten Bereich zuständig ist, können Sie unter anderem der Website http://gisis.imo.org , auf der Sie sich kostenfrei ein Zugangskonto anlegen können, unter dem Punkt Global SAR Plan entnehmen.

    Bitte achten Sie generell darauf, dass Sie Hilfe auf eine Weise leisten, in der Sie sich nicht zusätzlich selbst gefährden. Insbesondere wenn Ihr Segelschiff nicht dazu ausgelegt ist, eine größere Zahl von Menschen an Bord zu nehmen, besteht bei einem solchen Versuch die Gefahr, dass sich die Notsituation lediglich auch auf Ihr Segelschiff verlagert.
    Sollte es im Einzelfall für eine effektive Rettung notwendig sein, dass Sie Schiffbrüchige an Bord nehmen, so versuchen Sie diese an den nächsten sicheren Ort zu verbringen. Dies kann sowohl ein Hafen, als auch ein für einen solchen Fall ausgestattetes anderes Schiff sein. Nutzen Sie auch hier rechtzeitig die Koordinierung durch die Seenotrettungsleitstelle.
    Die bloße Anbordnahme von in Seenot geratenen Personen jedweder Herkunft oder Status begründet keine Strafbarkeit wegen Beihilfe zur unerlaubten Einreise oder vergleichbaren Straftatbeständen nach deutschem Recht. Bitte beachten Sie, dass keine allgemeine Verpflichtung der Küstenstaaten besteht, aus Seenot Gerettete an Land gehen zu lassen. Stimmen Sie sich in einem solchen Fall daher rechtzeitig auch mit der zuständigen Seenotrettungsleitstelle ab.

    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag
    XXXXXX XXXXXX

    ____________________________
    XXXXX XXXXX, LL.M.
    Referentin
    Referat 504: Seerecht, Luft- und Weltraumrecht, Antarktis

    Auswärtiges Amt | Werderscher Markt 1 | 10117 Berlin
    +49 (0)30 1817 4074 | 504-1@diplo.de | www.auswaertiges-amt.de

  5. #35
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    Interessant. Für mich würde das in solch einer Situation heißen: Wenn das Schlauchboot mit den Flüchtlingen noch schwimmt, mit etwas Abstand auf Standby gehen und auf Hilfe warten. Wenn aber Menschen im Wasser treiben, so viele rausholen wie möglich. Frauen und Kinder zuerst.

  6. #36
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    Guten Morgen Mörtel,

    vielen Dank dafür, dass Du diese Infos hier zur Verfügung gestellt hast.

    Vielleicht könnte man das Thema dann auch zu den Akten legen. Ich finde es schon sehr verwunderlich, dass wir uns als Seefahrer darüber Gedanken machen, in wie weit oder ob überhaupt geholfen werden sollte. Ich möchte die Segler erleben, die im Mittelmeer untergehen und keiner kommt. Da sehe ich keinen Unterschied zu Flüchtlingen. Lediglich sich selber in Gefahr zu bringen obliegt jedem selbst.

    Wer wirklich meint, die Rechtslage ist wichtiger als das Retten von Menschenleben aus Seenotlagen, hat in meinen Augen auf See nichts verloren! BASTA! Mal ganz abgesehen davon, dass diese Diskussion hier alleine aufgrund der Tatsache geführt wird, dass es sich für einige Foren-Mitglieder in erster Linie um Flüchtlinge und nicht um Menschen handelt. Ich finde es offen gestanden beschämend!

  7. #37
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    Zitat Zitat von Northsailor Beitrag anzeigen
    Mal ganz abgesehen davon, dass diese Diskussion hier alleine aufgrund der Tatsache geführt wird, dass es sich für einige Foren-Mitglieder in erster Linie um Flüchtlinge und nicht um Menschen handelt. Ich finde es offen gestanden beschämend!
    Wer diesen Tread nicht nur überflogen hat, bevor er seine Äusserungen abgibt wird feststellen, dass es hier nicht darum geht.

    Es wird hier die rechtliche (Internationale) Situation besprochen was im Falle des Falles anliegen kann oder könnte. Diese Dinge sind nicht aus der Luft gegriffen, in der Vergangenheit gab es bereits des Öfteren Probleme und da ist es nur plausibel zu wissen was auf einen zukommen kann, wenn es sich nicht um einen Seenotfall, im Sinne dessen was man üblicherweise darunter versteht und wofür diese Regeln ursprünglich gemacht wurden, handelt.

    Wie es auch in dem Antwortschreiben steht, so ist Hilfe in vielen Formen möglich. Ein Anbord nehmen, noch dazu auf ein dafür nicht geeignetes Schiff mit unzureichender Mannschaft, ist hier nicht der von Vielen geglaubte einzige Ausweg. Im Übrigen ist diese Annahme auch der Anstoß für so viele Trugschlüße bei diesem Thema.

    In der Not Anderen zu helfen---> selbstverständlich. Sich dabei aber selber zu schaden und unter Umständen selber zum Seenotfall zu werden ist nicht unmenschlich sondern Schwachsinn.

  8. #38
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Es wird hier die rechtliche (Internationale) Situation besprochen was im Falle des Falles anliegen kann oder könnte. Diese Dinge sind nicht aus der Luft gegriffen, in der Vergangenheit gab es bereits des Öfteren Probleme und da ist es nur plausibel zu wissen was auf einen zukommen kann, wenn es sich nicht um einen Seenotfall, im Sinne dessen was man üblicherweise darunter versteht und wofür diese Regeln ursprünglich gemacht wurden, handelt.
    Lieber yippieay!

    ich habe diesen Thread hier nicht überflogen, sondern habe nicht nur mit meinem letzten Beitrag daran aktiv teilgenommen. Vielleicht hast Du das aber ja nur "überflogen" ;-)

    Um auf die rechtliche Situation einzugehen: da gibt es gar nichts zu diskutieren! Egal wer, egal wo: sofern es einem Segler möglich ist, ist er gesetzlich dazu verpflichtet Hilfe zu leisten! Und es spielt dabei auch keine Rolle, ob man sich vor der lybischen, spanischen oder (was wohl momentan der schlimmste Fall wäre) italienischen Küste befindet. Am Ende kann ich sogar genau vorhersagen was passiert, wenn man aufgrund der (un)rechtmässigen Situation in Italien zu der Auffassung kommen würde, Hilfe führt zu eigenen Schwierigkeiten und sollte daher unterbleiben. Denn genau diese dann vermiedenen Schwierigkeiten im MM werden dann zu gewaltigen Schwierigkeiten vor deutschen Gerichten führen. Denn auch wenn man 2.500 Kilometer von Deutschland entfernt ist, wird sich im Fall der Fälle ein deutscher Staatsanwalt mit der unterlassenen Hilfeleistung befassen. Das ist die ganz klare Rechtsauffassung in unserem Land. Ein Staatsbürger, der egal wo auf der Welt eine Dummheit begeht, kann vor einem deutschen Gericht landen, so er denn nicht bereits im Land der begangenen Unvernunft belangt worden ist. Ich bin juristisch vom Fach - einfach glauben bitte

    Dass man sich natürlich nicht selber in Gefahr begeben muss, habe ich ja schon klargestellt. Aber auch hier gilt: die Verhältnismässigkeit muss gewahrt bleiben. Würde ich mich durch was auch immer für einen dummen Zufall beim Retten nicht in Gefahr begeben, jedoch den Verlust meines Bootes hinnehmen müssen, dann wäre das ein zumutbarer, versicherungstechnisch u. U. auch abgesicherter Fall. Es geht nur um die Abwägung von Leib und Leben. Sachwerte spielen bei der Rettung von Menschenleben keine Rolle.

  9. #39
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    Es ist wirklich interessant feststellen zu müssen, wie sehr man aneinander vorbeireden kann obwohl eigentlich die Meinungen gar nicht so weit auseinander liegen.

    Noch einmal, es geht hier nicht darum ob man Hilfe leisten soll bzw. man wählen soll wem man hilft. Bestenfalls ob man aus der Situation heraus helfen kann und vor allem wie.
    In einem meiner letzten posts weiter oben habe ich darauf hingewiesen, dass die Entscheidung wie weit man bei einer Hilfeleistung geht immer noch beim Schiffsführer liegt. Dieser muß auf der Basis seiner Verantwortung, zunächst einmal gegenüber seinem eigenen Schiff und somit der darauf befindlichen Crew...Menschen.. entscheiden wie weit er Gefahren eingehen kann oder nicht. So etwas ist vom Zustand/Befindlichkeit des eigenen Schiffes und Crew, den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, der Gesamtsituation (Wetter, Seegang, Anzahl der in Seenot geratenen, etc), aber auch dem Mut abhängig.

    Wir reden hier von uns als Yachties mit einem Schifflein im Schnitt so um die 40 Fuß, meist mit Vati und Mutti als Besatzung an Bord, vielleicht auch noch die Kinder oder Enkel. Auch eine 50 Fuß Charteryacht mit 8 "harten Kerlen" an Bord, wovon wahrscheinlich höchstens 2 oder 3 Ahnung von der Segelei haben, ist kein Garant für Erfolg.

    Man muß auch unterscheiden zwischen helfen und abbergen, letzteres ist für kleine Yachties immer sehr schwierig.
    Es geht auch nicht um Material, aber den Verlust des eigenen Schiffs bei einer Rettungsaktion in Erwägung zu ziehen ist pervers, das hilft niemandem.

    Es hilft auch nicht mit Pauschalparaden über Gewissenlosigkeit oder Unmenschlichkeit zu argumentieren, das ist der Nährboden aus dem "Gutmenschen" ihre Energie ziehen und dabei Realität(die zugegeben oft sehr hart sein kann)vollkommen ausblenden, weil offenbar nicht sein kann was nicht sein darf. Nur klare Entscheidungen aus Einschätzung machen Sinn und führen möglicherweise zur Rettung betroffener Personen.

    Im Nachhinein wird bei einer eventuellen Verhandlung kaum ein Jurist oder Sachverständiger sagen können, "Das hätte man ja so oder so lösen können", solange der Großmäulige nicht selbst dabei gewesen ist und dabei die eigene Haut oder die seiner Liebsten oder besten Freunde als Einsatz einbringen musste, Situationen mit denen oft Profis an Ihre Grenzen gelangen.

    Ich würde nicht zögern alle meine Möglichkeiten einzusetzen wie etwa zuwasserlassen des Beibootes und der Rettungsinsel, Schwimmkörper wie Rettungswesten und Fender etc. auszubringen, während über alle zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel weitere Hilfe angefordert wird und man bis zu deren Eintreffen Vorort bleibt, sofern die Gesamtsituation dies zulässt.
    Damit hat man praktisch so gut wie alles getan was einer kleinen Yacht zugemutet werden kann, zumindest aus juristischer Sicht.

  10. #40
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Es ist wirklich interessant feststellen zu müssen, wie sehr man aneinander vorbeireden kann obwohl eigentlich die Meinungen gar nicht so weit auseinander liegen.

    Noch einmal, es geht hier nicht darum ob man Hilfe leisten soll bzw. man wählen soll wem man hilft. Bestenfalls ob man aus der Situation heraus helfen kann und vor allem wie.
    In einem meiner letzten posts weiter oben habe ich darauf hingewiesen, dass die Entscheidung wie weit man bei einer Hilfeleistung geht immer noch beim Schiffsführer liegt. Dieser muß auf der Basis seiner Verantwortung, zunächst einmal gegenüber seinem eigenen Schiff und somit der darauf befindlichen Crew...Menschen.. entscheiden wie weit er Gefahren eingehen kann oder nicht. So etwas ist vom Zustand/Befindlichkeit des eigenen Schiffes und Crew, den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, der Gesamtsituation (Wetter, Seegang, Anzahl der in Seenot geratenen, etc), aber auch dem Mut abhängig.

    Wir reden hier von uns als Yachties mit einem Schifflein im Schnitt so um die 40 Fuß, meist mit Vati und Mutti als Besatzung an Bord, vielleicht auch noch die Kinder oder Enkel. Auch eine 50 Fuß Charteryacht mit 8 "harten Kerlen" an Bord, wovon wahrscheinlich höchstens 2 oder 3 Ahnung von der Segelei haben, ist kein Garant für Erfolg.

    Man muß auch unterscheiden zwischen helfen und abbergen, letzteres ist für kleine Yachties immer sehr schwierig.
    Es geht auch nicht um Material, aber den Verlust des eigenen Schiffs bei einer Rettungsaktion in Erwägung zu ziehen ist pervers, das hilft niemandem.

    Es hilft auch nicht mit Pauschalparaden über Gewissenlosigkeit oder Unmenschlichkeit zu argumentieren, das ist der Nährboden aus dem "Gutmenschen" ihre Energie ziehen und dabei Realität(die zugegeben oft sehr hart sein kann)vollkommen ausblenden, weil offenbar nicht sein kann was nicht sein darf. Nur klare Entscheidungen aus Einschätzung machen Sinn und führen möglicherweise zur Rettung betroffener Personen.

    Im Nachhinein wird bei einer eventuellen Verhandlung kaum ein Jurist oder Sachverständiger sagen können, "Das hätte man ja so oder so lösen können", solange der Großmäulige nicht selbst dabei gewesen ist und dabei die eigene Haut oder die seiner Liebsten oder besten Freunde als Einsatz einbringen musste, Situationen mit denen oft Profis an Ihre Grenzen gelangen.

    Ich würde nicht zögern alle meine Möglichkeiten einzusetzen wie etwa zuwasserlassen des Beibootes und der Rettungsinsel, Schwimmkörper wie Rettungswesten und Fender etc. auszubringen, während über alle zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel weitere Hilfe angefordert wird und man bis zu deren Eintreffen Vorort bleibt, sofern die Gesamtsituation dies zulässt.
    Damit hat man praktisch so gut wie alles getan was einer kleinen Yacht zugemutet werden kann, zumindest aus juristischer Sicht.
    Danke für diesen Beitrag! Damit ist alles gesagt!

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