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  1. #21
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    Gem. Solas sind wir verpflichtet, Hilfe zu leisten, soweit dies möglich ist, ohne uns selber in Gefahr zu bringen. Und genau das ist der Punkt. Wenn auf dem Flüchtlingsboot mehrere hundert Menschen sind, wir aber nur 20-30 aufnehmen können, wird das auch für uns zur Gefahr. Hinzu kommt, dass durch unsere Annäherung auf dem Flüchtlingsboot vermutlich eine Panik entstehen wird, bei der das Boot kentern und viele Menschen ertrinken können. Deshalb ist es ratsam, auf Abstand zu bleiben und versuchen, Hilfe herbeizufunken. Das Problem ist, dass z.B. die Syrische Küstenwache nicht wirklich an der Rettung von Menschenleben interessiert ist, die Italienische auch nicht. Und den Rettungsschiffen von SeeWatch und Co. wird das Leben schwer gemacht.


    Die Syrische Küstenwache ist bislang nirgendwo aufgetreten. Ich bezweifle auch, dass die Regierung in Damascus Geld abzweigen kann, um eine solche zu unterhalten.
    Geändert von contest36bn45 (14.02.2019 um 03:27 Uhr)

  2. #22
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    Zitat Zitat von contest36bn45 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, dass z.B. die Syrische Küstenwache nicht wirklich an der Rettung von Menschenleben interessiert ist, die Italienische auch nicht. Und den Rettungsschiffen von SeeWatch und Co. wird das Leben schwer gemacht.


    Die Syrische Küstenwache ist bislang nirgendwo aufgetreten. Ich bezweifle auch, dass die Regierung in Damascus Geld abzweigen kann, um eine solche zu unterhalten.
    Soweit aus den Medien bekannt wird, kommen die allermeisten derzeitigen Migranten aus dem Subsahara Raum und versuchen über Libyen nach Europa zu gelangen.
    Wenn denn noch syrische Flüchtlinge kommen, dann eher über die Türkei und Griechenland.
    Vor 3 Jahren sind die Boote noch in der Türkei mit dem Ziel Griechenland und Balkanroute gestartet.
    Jan

  3. #23
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    Da die Meisten hier im Forum weniger im MM segeln, und alle Emotionen und fallorientierten Überlegungen theoretisch sind, würde ich mal die Kirche im Dorf lassen.

    Einem Schiffbrüchigen zu helfen ist oberste Priorität, das ist nicht nur rechtlich sondern auch moralisch verpflichtend... NUR, wegen mangelnder Moral hat man keine (juristischen) Folgen zu erwarten, das muß man mit seinem eigenen Gewissen ausmachen.
    Folglich halten wir uns an die Regeln, diese sind aber bei ihrer Erstellung nicht für derartige Situationen, wie sie wir hier ansprechen, vorgesehen gewesen und sind schon gar nicht in ihrem vollen Umfang auf Kleinfahrzeuge wie Yachten mit kleiner Crew anwendbar.
    Zur Moral sollte man vielleicht auch hinzufügen, dass es ebenfalls unmoralisch ist(von der juristischen Seite mal abgesehen) sich in ein fragwürdiges Wassergefährt zu setzen mit der Absicht damit illegal Europa zu erreichen, oder im Falle des scheiterns zu erwarten von NGO's aufgefischt zu werden und sich so den Zutritt zum "Paradies" zu erschleichen. Mittlerweile kann auch von Unwissenheit nicht mehr gesprochen werden, im Prinzip ist das sich vorsätzlich in Gefahr begeben...mit unredlichem Hintergrund.
    Klingt hart? Nein, das ist Sache..

    Also, sollte man sich an die gesetztlichen Regeln halten und diese besagen, dass man Hilfe Leisten muß, es sei denn es drohen Gefahren für das eigene Schiff und somit der Besatzung.
    Dieses zu beurteilen liegt immer noch im Ermessen des Schiffsführers. Niemand, welcher am grünen Tisch sitzt, kann von der warmen Stube aus beurteilen ob sich Gefahr für das eigene Schiff ergeben hätte, in welcher Form auch immer.
    Dazu kommt der rein physische Aufwand einen halb ertrunkenen, bzw Bewustlosen aus dem bewegten Wasser zu holen. Wer so etwas schon mal geübt hat wird wohl besser verstehen. Womöglich ist man alleine oder mit der ängstlichen und schwachen Gattin unterwegs.. das Wasser wird in diesen Situationen meist bewegt sein, ist wahrscheinlich auch der Grund für den Schiffbruch des überladenen Seelenverkäufers.
    Hilfe Leisten kann man in vielerlei Hinsicht, dass muß nicht automatisch bedeuten Leute unter Einsatz seiner eigenen Sicherheit an Bord zu nehmen.

    Sich selbst für Andere in Gefahr zu bringen ist somit eine Entscheidung, die man mit sich selbst auch ausmachen muß. Da kann man mir erzählen was man will, das hat nichts mit Rasse, Geschlecht, Herkunft oder Gutmenschlichkeit zu tun, sondern mit einem klaren Verstand...

  4. #24
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Da die Meisten hier im Forum weniger im MM segeln, und alle Emotionen und fallorientierten Überlegungen theoretisch sind, würde ich mal die Kirche im Dorf lassen.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Flüchtlinge versuchen mittels Sportboot von DE nach DK überzusetzen. Mit Taxi, Flieger etc. geht es kaum, also warum nicht per Sportboot ? (Der Schiffsbesitzer/Skipper kann ja damit auch Geld machen (steuerfrei), ähnlich wie beim Drogenschmuggeln)


    Einem Schiffbrüchigen zu helfen ist oberste Priorität, das ist nicht nur rechtlich sondern auch moralisch verpflichtend... NUR, wegen mangelnder Moral hat man keine (juristischen) Folgen zu erwarten, das muß man mit seinem eigenen Gewissen ausmachen.
    Folglich halten wir uns an die Regeln, diese sind aber bei ihrer Erstellung nicht für derartige Situationen, wie sie wir hier ansprechen, vorgesehen gewesen und sind schon gar nicht in ihrem vollen Umfang auf Kleinfahrzeuge wie Yachten mit kleiner Crew anwendbar.
    Zur Moral sollte man vielleicht auch hinzufügen, dass es ebenfalls unmoralisch ist(von der juristischen Seite mal abgesehen) sich in ein fragwürdiges Wassergefährt zu setzen mit der Absicht damit illegal Europa zu erreichen, oder im Falle des scheiterns zu erwarten von NGO's aufgefischt zu werden und sich so den Zutritt zum "Paradies" zu erschleichen. Mittlerweile kann auch von Unwissenheit nicht mehr gesprochen werden, im Prinzip ist das sich vorsätzlich in Gefahr begeben...mit unredlichem Hintergrund.
    Klingt hart? Nein, das ist Sache..
    Es nicht moralisch verwerflich, wenn jemand aus seinem Heimatland flüchtet, um sich woanders eine neues, besseres Leben aufzubauen. Es ist moralisch unverantwortlich, wenn ein Fluchthelfer (Schleuser) dafür viel Geld verlangt, jedoch nur unsichere Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Das weiß der Flüchtling aber erst, wenn das Gefährt untergeht....

    Juristisch darf man aus seinem Heimatland flüchten und woanders Einwandern, wenn man sich dort gemäß den geltenden Regeln anmeldet, d.h. registrieren läßt und dort solange verharrt, bis dem Einwanderungsantrag offiziel zugestimmt wird.
    Ein Gesetzesverstoß liegt dann vor, wenn der Einwanderungsantrag (Asylantrag) nicht wahrheitsgemäß ausgefüllt wurde. Das Nachzuweisen ist jedoch der Auftrag der Autoritäten.

    Es ist nicht gesetzlich, also strafbar, wenn man mit seiner Yacht in ein Seegebiet fährt, mit der festen Absicht dort Flüchtlinge zu retten und nach Europa zu bringen, da man sie so zur illegalen Einreise zu ermuntert.

    Im Übrigen, klappt die Rettung und die Segelyacht sinkt später aufgrund von Überladung, wird es juristisch interessant:
    Kann ein Skipper wegen Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung angeklagt werden, wenn nach seiner Rettungsaktion ein Unfall eintritt, der dazu führt, dass die Flüchtlinge und die Crew einen gesundheitlichen Schaden davon tragen ??

    Was die Ostsee und DK angeht, Beihilfe zur illegalen Einreise wird mit Haft und der Beschlagnahmung des Transportmittels bestraft, da kennen unsere Dänen kein Pardon !! Da kann so mancher Taxifahrer ein Lied von singen!

  5. #25
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Flüchtlinge versuchen mittels Sportboot von DE nach DK überzusetzen.
    Ähhh, wie meinen? Das ...kapier ich jetzt nicht!!!
    Meinst Du etwa DE ist nicht gut genug?... jo, mei...

    .. kann man aber auch nicht so richtig mit den Strecken im MM vergleichen...

    Es nicht moralisch verwerflich, wenn jemand aus seinem Heimatland flüchtet, um sich woanders eine neues, besseres Leben aufzubauen.
    Darum geht's doch hier gar nicht...

    Es ist moralisch unverantwortlich, wenn ein Fluchthelfer (Schleuser) dafür viel Geld verlangt, jedoch nur unsichere Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Das weiß der Flüchtling aber erst, wenn das Gefährt untergeht....
    Stimmt, die Bösen... wo bleibt da der Konsumentenschutz...

    Hier geht es nicht um eine Haltung bezüglich Migration ja oder nein, es soll auch keine politische Diskussion sein, sondern explizit um das Verhalten auf See bei Begegnung einer "kleinen" Yacht mit einem (schiffbrüchigen)Flüchtlingsboot. Eine reine maritime Angelegenheit. Wie ich das sehe habe ich weiter oben erläutert...

  6. #26
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    .....Was die Ostsee und DK angeht, Beihilfe zur illegalen Einreise wird mit Haft und der Beschlagnahmung des Transportmittels bestraft, da kennen unsere Dänen kein Pardon ...
    Das ist im MM nicht anders.

    Gruß

    Benno

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