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  1. #1
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    Standard Boots-Monitoring (Spannung, Temperaturen, NMEA Daten...) - sinnvoll?

    Moin,

    ich recherchiere für einen möglichen Zeitschriften-Artikel zum Thema Boots-Monitoring. Also die Überwachung von Daten wie Batteriespannung, Temperaturen, Landstrom, NMEA-Daten etc. mit Historie, so dass man sich anbahnende Probleme rechtzeitig erkennen kann. Dazu Zugriff auf die Daten von außen via Internet und Alarme, wenn Schwellwerte über/unterschritten werden.

    Bis vor kurzem gab es da eigentlich nur das perfekte, aber sehr teure Zeugs von Maretron (N2KView). Jetzt hat sich da aber was getan.

    Ich teste Visuship und bin von dem Konzept und der Umsetzung recht angetan, dazu habe ich einen (längeren) Artikel geschrieben: https://booteblog.net/2019/02/17/wei...-meinung-dazu/

    Ich frage mich: Ist das ein Thema, das auch für Segler interessant ist?

    Wer mit einem Folkeboot quasi ohne Technik unterwegs ist, für den ist das Spinnkram, schon klar. Aber moderne und größere Segelyachten haben doch auch eine Menge Technik an Bord, da müsste es doch auch interessant sein, z.B. eine Historie der Batteriespannung zu haben um zu erkennen, ob die Nutzung der Batterie demnächst zum Exitus führt?

    Oder eine Historie des Öldrucks, bevor die Maschine beim nächsten Manöver abraucht?

    Vielleicht kann der eine oder andere mal meinen oben verlinkten Artikel lesen, die Idee etwas sacken lassen und dann kurz schreiben, ob sowas interessant ist oder unnützer Spinnkram ist?
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  2. #2
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    Also zunächst einmal bin ich über deine Aussage "Segler tendenziell weniger als Motorboote, aber je neuer ein Boot, desto mehr technische Komponenten gibt es in der Regel." gestolpert. Bei den heutigen Booten ist hier kaum mehr ein Unterschied. Motorboote haben vielleicht die komplexere Motorüberwachung, dafür aber selten etwa Anzeigeinstrumente grad an mehreren Stellen im Boot. Und Probleme mit Batterien sind beim Segler eher häufiger, weil er während des Segelns die komplette Stromversorgung daraus zieht. Er hat zwar noch Segel, wenn die Maschine streikt, aber wo kann man heute noch unter Segeln einlaufen?

    Die Frage, die sich für mich stellt, ist: Was nützen mir welche Daten und wann? Gewisse Dinge überwacht man zumindest während der Fahrt sowieso dauernd, darunter etwa die Batterieladung oder den Treibstoffvorrat - für das brauche ich daher erstmal keine Historie. Längerfristig könnte ich damit jedoch vielleicht feststellen, dass die Batterie nicht mehr gleich lange hält oder der Motor mehr schluckt als er sollte. Allerdings muss der Endbenutzer, der nicht unbedingt Elektroniker oder Informatiker ist, damit auch etwas anfangen können. Das System müsste also in der Lage sein, eine Abnormalität selber festzustellen.

    Bringt mir das aber auch etwas, wenn ich zu Hause auf dem Sofa sitze? Hier habe ich deutlich mehr Mühe, einen Nutzen zu sehen. Wennschon Vernetzung, dann würde mich jetzt eher interessieren, ob jemand gerade versucht, meine Yacht zu klauen oder so. Dafür aber gibt es deutlich einfachere und günstigere Lösungen.
    Es gibt kein schlechtes Wetter - nur schlechte Kleidung.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Wetterbote Beitrag anzeigen
    Bringt mir das aber auch etwas, wenn ich zu Hause auf dem Sofa sitze? Hier habe ich deutlich mehr Mühe, einen Nutzen zu sehen. Wennschon Vernetzung, dann würde mich jetzt eher interessieren, ob jemand gerade versucht, meine Yacht zu klauen oder so. Dafür aber gibt es deutlich einfachere und günstigere Lösungen.
    Kommt darauf an, wie man vorgeht wenn das Boot alleine gelassen wird. Stellt man immer den Strom ab? Oder vertraut man auf die Landstromversorgung und lässt z.B. den Kühlschrank an? Dann ist schon interessant, ob der Strom noch da ist oder die Batterien leer gelutscht werden.

    Oder vor Anker: Man liegt irgendwo nett, alle gehen an Land, einer hat die Tür vom Kühlschrank nicht richtig zu gemacht... der Kühlschrank läuft viel mehr und verbraucht ggf. zu viel Strom.

    Vielleicht ist das konstruiert? Genau das interessiert mich ja: Gibt es bei Segler Situationen, wo gerade auch die Prüfung aus der Ferne bzw. die Alarmierung wenn man nicht da ist hilfreich ist?

    Das mit der Historie würde ich nicht so schnell beiseite wischen. Beispiel: Es gibt Solarzellen, und die sollen die Batterien über Tag aufladen. Alles sieht gut aus... aber eine Historie über mehrer Tage zeigt für die Spannung im Schnitt eine leicht abnehmende Kurve. Erkenntnis: Die Solarzellen reichen nicht. Nur mit einem Voltmeter ist es schwieriger, sowas festzustellen.
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  4. #4
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    Zitat Zitat von JulianBuss Beitrag anzeigen
    Kommt darauf an, wie man vorgeht wenn das Boot alleine gelassen wird. Stellt man immer den Strom ab? Oder vertraut man auf die Landstromversorgung und lässt z.B. den Kühlschrank an? Dann ist schon interessant, ob der Strom noch da ist oder die Batterien leer gelutscht werden.

    Oder vor Anker: Man liegt irgendwo nett, alle gehen an Land, einer hat die Tür vom Kühlschrank nicht richtig zu gemacht... der Kühlschrank läuft viel mehr und verbraucht ggf. zu viel Strom.

    Vielleicht ist das konstruiert? Genau das interessiert mich ja: Gibt es bei Segler Situationen, wo gerade auch die Prüfung aus der Ferne bzw. die Alarmierung wenn man nicht da ist hilfreich ist?

    Das mit der Historie würde ich nicht so schnell beiseite wischen. Beispiel: Es gibt Solarzellen, und die sollen die Batterien über Tag aufladen. Alles sieht gut aus... aber eine Historie über mehrer Tage zeigt für die Spannung im Schnitt eine leicht abnehmende Kurve. Erkenntnis: Die Solarzellen reichen nicht. Nur mit einem Voltmeter ist es schwieriger, sowas festzustellen.
    Es gibt einen Britischen Experten, Nigel Calder, der sich mit Bootselektronik intensiv beschäftigt. Unter anderen hat er darüber berichtet, wie er sein Schiff mittels CAN-Bus "elektrifiziert" hat und kritisch darüber berichtet.
    Versuch mal, ob Du über Practical Boat Owner oder Yachting Monthly kontakt zu ihm bekommen kannst.
    Vielleicht kann Dir auch die NMEA (National Marine Electronics Association) helfen:
    https://www.nmea.org/store/index.asp...pid=558&cid=24

    Vielleicht kann man Dir Infos zu Deinem Thema zukommen lassen.
    Das, worüber Du Schreiben willst, ist auf modernen Frachtschiffen schon Stand der Technik - der Motorenhersteller kann aus der Ferne dem Chief bei Maschinenproblemen per Internet helfen....
    Thema ist jedenfalls spannend, die Recherche nach guten Fachinformationen aber sicherlich nicht einfach werden...

  5. #5
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Thema ist jedenfalls spannend, die Recherche nach guten Fachinformationen aber sicherlich nicht einfach werden...
    Für mich ist das Thema überhaupt nicht " spannend" .
    Ich denke es geht Julian auch nicht um die Qualität dieser Features , um deren Probleme, deren Limitierungen , deren Kompatibilität, usw.
    Es geht ihm um die Quantität möglicher Nutzer, ob es da unter SEglern einen wirklichen (!) , einen echten(!) Bedarf gibt.

    Unechter Bedarf
    Sobald ein Feature erschaffen ist gibt es dafür Bedarf.
    Irgendwer, irgendein Freak will immer dat neueste Ding, und sei es noch so unnütz, noch so überflüssig.
    So gibt es z. B. Die Fernbedienung für Fernbedienungen.
    Präsentiert man solch Features nur weit genug findet sich immer jemand der sie kauft.
    Genau da will Julian nicht mitmachen.
    Er recherchiert die Qualitäten der Features genauestens , er will ausloten ob es f. diese " geprüften" Features wirlichen Bedarf gibt. Er möchte abchecken ob sich die Recherche , bzw. ein weiterer Artikel überhaupt lohnt.
    Schwierig das, siehe auch die letzte obige Antworten eines " Insiders" die mehr auf die Qualität der Features eingeht.


    Für mich is' dat all nix, aber ich bin nun auch keine große " Quantität" , kann Julian also nicht wirklich weiterhelfen.
    Geändert von supra (17.02.2019 um 23:17 Uhr)
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    Bob Ross kucken !

  6. #6
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    Nigel Calder hat sein geballtes Wissen in seinem Buch zusammengefasst. M. E das beste überhaupt
    https://www.amazon.de/Boatowners-Mec.../dp/0071790330
    Kann mich aber nicht errinnern, dass er der Vernetzung das Wort redet. Wichtig ist, dass die Motorenuberwachung im Betrieb funktioniert.
    Fernuberwachung kommt zwar immer mehr in Mode, ist aber mE eine zweischneidige Sache. Unbewachte Boote gehören mE stromlos zu sein

  7. #7
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    Zitat Zitat von Buntesegel Beitrag anzeigen
    . Unbewachte Boote gehören mE stromlos zu sein

    Wenn dat Schiff monitored wird is es weder unbewacht , noch stromlos .




    In den allermeisten mir bekannten Häfen muss der Landanschluss herausgezogen werden wenn die Crew das Schiff f. einen längeren Zeitraum verlässt.
    Ein Monitoring der vom Landanschluss gespeisten Verbraucher , z. B. Kühlschrank, ist in diesem Fall also obsolet.


    Wenn ich mein Schiff am Sonntag verlasse schalte ich die Elektrik auf tot, es gibt da nix zu überwachen.
    Hahaha, an einem Toten überwacht man ja auch nicht den Blutdruck.
    Geändert von supra (18.02.2019 um 00:27 Uhr)
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  8. #8
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    Verlaufsaufzeichnungen, für mich völlig unnötiges und sinnloses Beiwerk. was soll ich mit dem Öldruck oder der Kühlwassertemperatur von letzter Woche ? Einzig die aktuellen Werte sind von Bedeutung und die brauche ich am Rad, nicht irgendwo auf´m Dashboard. Und ob meine offenen Akkus noch ausreichend Energie speichern können sagt mir jeder Säureheber für 3 € zutreffend, nicht dagegen die Verlaufsanzeige zur Spannung. Einzig sinnvoll könnte die Barometerfunktion sein, wenn diese dann zugleich Gale ankündigen kann.

    Also, es weckt kein Bedürfnis in mir.

    .

  9. #9
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    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Verlaufsaufzeichnungen, für mich völlig unnötiges und sinnloses Beiwerk. was soll ich mit dem Öldruck oder der Kühlwassertemperatur von letzter Woche ? Einzig die aktuellen Werte sind von Bedeutung und die brauche ich am Rad, nicht irgendwo auf´m Dashboard.
    .
    Das Gegenteil ist der Fall. Technische Probleme kündigen sich fast immer an, und nur durch eine Sammlung von Daten - also eine Historie - kann man das frühzeitig erkennen und dem Problem begegnen, bevor es überhaupt entsteht.

    Richtig ist aber, dass man für sowas technisch interessiert sein muss. Ich kann mir vorstellen, dass eher mehr Segler als Motorboot-Eigner nach dem Motto verfahren "weniger Technik, mehr Urlaub".
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  10. #10
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Wenn ich mein Schiff am Sonntag verlasse schalte ich die Elektrik auf tot, es gibt da nix zu überwachen.
    Hahaha, an einem Toten überwacht man ja auch nicht den Blutdruck.
    Stimmt, aus Jugendtagen erinnere ich das auch beim Segelboot meiner Eltern. Das war völlig selbstverständlich, das Boot stromlos zu schalten.

    Habe ich zu Anfang auch gemacht, mittlerweile meistens nicht mehr. Die Hafen-Regel, dass der Landanschluss gezogen werden muss, kenne ich gar nicht mehr. Im Sommer in Damp haben alle ihre Stromkabel am Steg hängen, 24x7. Und im Winter in Hamburg sowieso, sonst ist es schwieriger mit der Überwinterung im Wasser

    Aus den bisherigen Antworten extrahiere ich vorerst, dass die Art der Bootsnutzung eine wesentliche Rolle dabei spielt, ob so ein System interessant ist. Und bei Seglern (im segeln-forum.de habe ich auch gefragt) gibt es nur sehr wenig Interesse. Ein Artikel wäre also sicher eher was für die boote als für die Yacht
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