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  1. #1
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    Standard Ruder brummt, vibriert

    Hallo zusammen,
    ich habe ein kleines Boot, ca. 22 ft mit angehängtem Ruder. Ab ca 4,5 kn fängt das Ruder an zu brummen und es vibriert auch ein bisschen. Ab ca. 5,5 kn ist alles wieder ruhig. Weiß jemand warum, bzw was ich dagen tun kann?
    Vielen Dank schon mal!
    Florian

  2. #2
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    Standard

    Ruderblätter laufen idealerweise nicht bis zu ihrer achterlichen Kante spitz aus, sondern haben achtern eine Abrisskante von wenigen Millimetern. Die Vibration entstehen durch schnell wechselnde Wirbel (Karmannsche Wirbelstraße). Schrägt man die Abrisskante asymmetrisch ab, werden die Wirbel gestört, so die Theorie.
    Bei unserem letzten Segler endete das Ruderprofil irgendwie unordentlich und vibrierte nicht. Erst als ich das Profil optimierte und eine schräge Abrisskante anbrachte trat das Brummen bei hoher Fahrt auf.
    Das Ruderblatt kümmerte sich nicht im geringsten um die Theorie.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Standard

    Wie erwartet, hat Franz es vollumfänglich und richtig erläutert!

    "Abstellen" kann man die Vibrationen auch durch einen Wellenschliff, ähnlich einem Zahnprofil.
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  4. #4
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    Vielen Dank euch!
    Ich denke ich werde das mit der Abrisskante probieren oder ich mach es so wie bei einer östreichischen Werft...
    Schönes Wochenende!
    Florian
    sb22_ruder.jpg

  5. #5
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    Zitat Zitat von Flonz Beitrag anzeigen
    Vielen Dank euch!
    Ich denke ich werde das mit der Abrisskante probieren oder ich mach es so wie bei einer östreichischen Werft...
    Schönes Wochenende!
    Florian
    sb22_ruder.jpg

    Gute Entscheidung.
    Einige nähere Erläuterungen und Schemata v. Abrisskanten gibt es hier ; Post 24 und 28 :
    https://forum.yacht.de/showthread.ph...ght=ruder+pogo

    Zitat Zitat von Ausgeschiedener Nutzer Beitrag anzeigen
    Achtern hohl

    Idealerweise müsste das Profil achtern unendlich auslaufen, das geht natürlich nicht. Läuft es jedoch möglichst Spitz aus, und hat eine sehr dünne Abrissfläche, so hilft ein kurz vor der Abrisskante leicht konkaves Profil, das die Grenzschicht sich tatsächlich an einem 90° Winkel vom Profil trennt , eben abreisst. Wären es wie bei einem konvexem Trailing End 95°, so würden die Bb und Stb Strömungen günstiger aufeinandertreffen und sich wie bei einer Karmanschen Wirbelschleppe aufschaukeln, was sich dann auf das Blattende überträgt und schliesslich zum Brummen führt. Soweit die Theorie bei 0° Anströmung.

    Asymmetrie

    Im allgemeinen brummen Ruderblätter, oder Kiele/Schwerter tatsächlich allermeist bei nahezu 0° , will heissen bei Höchstfahrt vor dem Wind und wenig Auftrieb am Profil.
    Sobald es höher geht , das Profil also Auftrieb generiert, hat die Grenzschicht auf einer Seite eine höhere Geschwkt. Diese Differenz macht ein Aufschaukeln an der Achterkante dann auch unmöglich. Diesen Umstand nutzt man bei einigen Lösungen des asymmetrischem Anschleifens des Trailing Edge, eine Seite reisst mit höherer Geschwkt. ab.
    Eine nur abgeschrägte (asymmetrische) Achterkante hingegen, gibt den hinter der Kante entstehenden Wirbeln durch die unterschiedliche Distanz eine ander Größe. Diese Differenz lässt beim Aufeinandertreffen kein gegenseitiges Aufschaukeln mehr zu.

    Symmetrie

    Wie scharf , od. besser unscharf ein symmetrisches Trailing Edge angeschliffen werden muss hängt vom Profil und der Geschwkt ab.
    An meinem Ruder habe ich von 0, 5% mit unsauberer Kante über wirklich messerscharf , 0,3% sauber ,0.7% sauber bis 0,5% sauber alles probiert. Am schlimmsten war die unsaubere Kante, es ging dabei vom tiefem Brummen bei 12Kn bis zum infernalischem Kreischen ab 20Kn ( jeweils nur bei kaum vorhandener Auftriebswirkung). Eine saubere , d. h. scharfe Abrisskante von 0,5% hat sich für mein kurz vor der Achterkante leicht konkaves Profil als optimal erwiesen.

    pogo
    P.S.
    Das Ruderblatt auf obigem Pic zeigt übrigens einen anderen "Trick" der mit der Eliminierung des Brummens , respektive des Vibrierens des Trailing Edge nichts zu tun hat.
    Warum also sollte man am Leading Edge rumdoktoren wenn doch das Trailing Edge zickt ?
    Geändert von supra (26.04.2019 um 20:35 Uhr)
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    Bob Ross kucken !

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Flonz Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ich habe ein kleines Boot, ca. 22 ft mit angehängtem Ruder. Ab ca 4,5 kn fängt das Ruder an zu brummen und es vibriert auch ein bisschen. Ab ca. 5,5 kn ist alles wieder ruhig. Weiß jemand warum, bzw was ich dagen tun kann?
    Vielen Dank schon mal!
    Florian
    Das Vibrieren registrierst du an der Pinne.
    Die wechselseitig am Trailing Edge abreissenden Wirbel schaukeln nicht nur die letzten Zentimeter des Blatts bis zum Brummen auf, die Lastwechsel übertragen sich auf das ganze Blatt, es wackelt, vibriert.
    Primär könnte man die Passung Ruderbolzen --Loch im Blatt " enger" machen. Wenn das Blatt nicht mehr auf dem Bolzen hin- und herwackelt reicht der Winkel am Trailing Edge zur Initialisierung der Karmanschen Wirbelstraße evtl nicht mehr aus.

    Praktische Abhilfe -- KISS
    Oft geht ja ein Bolzen durch den Koker. Im Loch des Ruderblattes steckt eine Hülse durch die der Rudebolzen geht.
    Die Hülse verhindert das man den Bolzen zu sehr anknallt, das Blatt im Koker einklemmt.
    Wackelt das Blatt können also zwei , nein, drei sich aufschaukelnde Gründe Vorliegen:
    --die Hülse ist zu lang
    --der Innendurchmesser der Hülse ist zu groß
    --das Loch im Blatt ist zu groß
    Ist letzteres der Fall würde ich die Hülse mit Teflontape , od. ähnl. Backeband umwickeln und " eintreiben ".
    Ist der Innendurchmesser zu groß , würde ich den Bolzen umwickeln.
    Ist die Hülse zusätzlich (!) zu lang, sütje mit dem Rundhobel kürzen.
    Das Umwickeln ist schnell gemacht, vielleicht führt es ja schon zum Erfolg.
    Angemerkt sei an dieser Stelle dass dieses Vibrieren oft erst bei älteren Schiffen auftritt, und das immer stärker. Die Hülse , dat Loch sind ausgeschlagen.

    Das Blatt muss fest im , bzw. durch den Koker geführt werden !
    Es soll ja nicht durch 1-2 Grad freier Anstellung und daraus resultierender "Flap" ( Karmansche Wirbelstraße) machen was es will.


    P.S.
    Passung Bolzen - Hülse - Loch im Blatt
    Hier liegt übrigens der Grund warum die Bolzen bei wirklich guten Rudern überdimensioniert erscheinen. Mehr Durchmesser bringt mehr Fläche für eine bessere , engere Passung.
    Unglücklicherweise machen sich die wenigsten Werften über Bolzenpassung und/oder Abrisskante Gedanken.
    Ischa nicht zuletzt auch ' ne Kostenfrage --so brummt bei " billigem" Rudern eben nicht nur das Geschäft
    Geändert von supra (26.04.2019 um 22:17 Uhr)
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  7. #7
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    Standard

    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Gute Entscheidung.
    Einige nähere Erläuterungen und Schemata v. Abrisskanten gibt es hier ; Post 24 und 28 :
    https://forum.yacht.de/showthread.ph...ght=ruder+pogo



    P.S.
    Das Ruderblatt auf obigem Pic zeigt übrigens einen anderen "Trick" der mit der Eliminierung des Brummens , respektive des Vibrierens des Trailing Edge nichts zu tun hat.
    Warum also sollte man am Leading Edge rumdoktoren wenn doch das Trailing Edge zickt ?
    Hallo,

    aus dem Grund:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Turbulator
    Aber man sollte es vom Aufwand auf keinem Fall nachträglich machen.


    Peter

  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    Hallo,

    aus dem Grund:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Turbulator



    Peter
    .



    Nein.




    .
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
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  9. #9
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    ………. Leading Edge …... Trailing Edge zickt ?
    Passung Bolzen - Hülse - Loch im Blatt
    In zunehmendem Alter verliert man die Fähigkeit, sich in der Muttersprache treffend auszudrücken

    Wäre die Lagerung des Ruders der Grund, ließen sich leichte Ruder schneller erregen.
    Das Ruderblatt unserer Rush wiegt ca. 25kg und hatte zeitweise mehrere mm Spiel an der Welle. Eine wechselnde Kraft, die 25kg in einer derart hohen Frequenz oszillieren ließe, würde in Kürze das Schiff zerlegen. Obendrein lag ein Schlackern in der ausgeleierten Lagerung nicht vor.
    Das "Brummen" wurde von Beginn der 70er Jahre von der Firma Yokogawa zur Durchflussmessung genutzt; da war die Lagerung mit Sicherheit spielfrei. (Wirbelkörpermessung)
    Selbst wenn man die Ruderwelle (den Ruderkopf) einspannen würde, ließe sich das Brummen nicht verhindern. Das Steuern würde allerdings erschwert

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #10
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    Standard

    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    In zunehmendem Alter verliert man die Fähigkeit, sich in der Muttersprache treffend auszudrücken

    Wäre die Lagerung des Ruders der Grund, ließen sich leichte Ruder schneller erregen.
    Das Ruderblatt unserer Rush wiegt ca. 25kg und hatte zeitweise mehrere mm Spiel an der Welle. Eine wechselnde Kraft, die 25kg in einer derart hohen Frequenz oszillieren ließe, würde in Kürze das Schiff zerlegen. Obendrein lag ein Schlackern in der ausgeleierten Lagerung nicht vor.
    Das "Brummen" wurde von Beginn der 70er Jahre von der Firma Yokogawa zur Durchflussmessung genutzt; da war die Lagerung mit Sicherheit spielfrei. (Wirbelkörpermessung)
    Selbst wenn man die Ruderwelle (den Ruderkopf) einspannen würde, ließe sich das Brummen nicht verhindern. Das Steuern würde allerdings erschwert

    Gruß Franz
    .

    Ja , aber in diesem Thread geht es um ein angehängtes Senkruder, im vorletztem Post um den Bolzen des Blattes.
    Es geht NICHT um die Ruderwelle ( bei anghängten Rudern oft " Ruderbolzen " genannt) .

    Mit zunehmendem Alter verliert man die Fähigkeit richtig zu lesen .

    Wenn das ganze Profil wackelt, man diese Vibration an der Pinne registriert, ist anzunehmen dass dat Loch im Blatt ausgeschlagen ist.
    Allermeist befindet sich der Bolzen bei rd. 30% Profiltiefe. Diese Überbalancierung begünstigt das Wackeln, somit auch das Ausschlagen.
    Das Wackeln bis zur Vibration wird von der Karmanschen Wirbelstraße initiiert--siehe oben. Letzteres bedeutet dass ein ansonsten, oder ursprünglich unkritisches ( leises ) Ruderblatt durch das Ausschlagen des Ruderbolzens mit der Zeit z. Brummer, zum Vibrator werden kann--siehe oben.

    Für sich und allein, also ohne ausgeschlagenen Ruderbolzen, können die Auswirkungen des wechselseitigen Abrisses das gesamte Profil nicht zum Wackeln bringen. Lediglich die letzten , weichen 1-2 cm des Blatts wackeln , vibrieren , sie brummen.
    Indirekt zeigt sich das auch an untergehängten Rudern mit Spiel in der Ruderwelle. Da deren Drehpunkt ( Ruderwelle) nicht überbalanciert positioniert ist, vibriert das gesamte Profil trotz lautem Brummen vom Trailing Edge nicht.


    .
    Geändert von supra (27.04.2019 um 10:49 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
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