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  1. #1
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    Standard 1 Jahr Auszeit auf dem Wasser

    Ahoi,

    in den letzten Monaten ist bei meiner Frau und mir der Gedanke gereift in den kommenden Jahren (bevor unser Sohn zur Schule muss) ein Jahr Auszeit unter Segeln zu machen. Aus dem Gedanken wird nun ein konkreter Plan und wir sind gerade dabei Ideen zu sammeln um das Vorhaben genauer zu planen.

    Angepeilt sind die Jahre 2022/2023 (ja das ist noch laange hin, aber die Zeit fliegt ja ;-) ).
    Unser kleiner wird dann 4-5 Jahre alt sein.

    Da uns max. 12 Monate zur Verfügung stehen, möchten wir gerne ein Revier erkunden, dass wir sonst nicht im Rahmen eines normalen Charterurlaubs bereisen würden. Aktuell sind die "Südsee" und die Karibik die beiden Favoriten im Rennen.

    Da wir (noch) kein eigenes Boot haben, stellt sich uns die Frage wie wir da am besten vorgehen. Vor Ort kaufen und hinterher wieder verkaufen? Hier kaufen und verschiffen?

    Wir freuen uns auf Eure Ideen und Anregungen die uns bei der Planung helfen .

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von _Daedalus_ Beitrag anzeigen
    …..."Südsee" und die Karibik ……..

    Träume sind die Motivation.
    Der Otto-Normalsegler-Segler träumt vom Mittelmeer, wer großräumiger träumt nimmt Karibik und Südsee ins Visier. Die Vorstellung wird von Bildern genährt . Die schräge Palme am makellos weißen Strand und klare Tiefen mit türkisfarbenem Wassert lassen das Herz höher schlagen.
    Ein Klima, das ohne Klimaanlage eine Plage ist und notwendige Passagen, die Wochen dauern, werden leicht ausgeblendet. Leidensfähigkeit ist gefragt.
    Will ich die Welt umsegeln, eins der letzten Abenteuer für den Normalo, komme ich um diese Reviere nicht herum. Aber freiwillig?

    Wir sind komfort- und kulturverwöhnte Europäer, ein paar Wochen Abenteuer gut und schön, aber ein ganzes Jahr?
    Für britische Verwaltungsangestellte galt es als Strafe, in die Karibik versetzt zu werden (war es i.d.R. auch), es gab noch keine Klimaanlage.
    Das Atoll mit dem weißen Strand und der schrägen Palme ist wirklich ein Traum. Die Blinddarmentzündung beim Kind in dieser Region eher nicht.
    …. Aber diese Überlegungen habt ihr sicher schon in die Planung mit einbezogen.

    Wünsche Euch ein traumhaft schönes Jahr
    Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Sehr gute Antwort, Franz. Ich würde mir den Stress für nur 1 Jahr auch nicht antun wollen. Und Zeitdruck ist immer Stress.

    Zum Traum selbst:

    Der Klassiker für ein Jahr wäre die Atlantikrunde. Schiff in Europa kaufen, ein paar Monate Mittelmeer, im Herbst in die Karibik und im Frühjahr zurück nach Nordeuropa. Das haben schon tausende so gemacht.

    Alternativ die kleine Runde nur Kanaren, Madeira und Azoren.

    Ein Schiff in der Karibik oder im Pazifik zu kaufen und dann ein Jahr dort zu segeln scheitert wohl daran, dass man in diesen Gegenden halt nur maximal ein halbes Jahr hat, bevor einen die Hurrikan oder Zyklon Saison vertreibt. Mal ganz abgesehen vom logistischen Aufwand, ein Schiff in der Ferne zu kaufen.

    Oder aber, wenn ihr das auf 2x 6 Monate aufteilen könnt, im ersten Jahr von Nordeuropa ins Mittelmeer, Schiff im Herbst dort parken und im zweiten Jahr wieder zurück. Das wird wohl nur fürs westliche MM reichen, wenn mann auch was sehen will, aber so etwas macht man nun ja auch nicht in einem normalen Charterurlaub.
    Michael
    http://www.sioned.de

  4. #4
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    Hallo,
    dem Selbstverständnis um medizinische Grundversorgung erfolgt in fernen Urlaubsländern im Ernstfall oft die Ernüchterung.
    Ein banaler Überschlag auf einer Sandpiste mit einem Minibuses verursachte diverse verletzte Mitfahrer:
    - Gehirnerschütterung
    - Rippenbrüche/ Rippenprellungen
    - eine offene Armwunde
    - Stauchung Wirbelsäule
    Der Transport zum guten privaten Krankenhaus erfolgte auf der Ladefläche eines Pickups.
    Ja - man konnte dort röntgen - aber es gabt keinen Fachmann zur Auswertung.
    Ein einheimischer Patient mit Wirbelsäulenbruch lag dort schon 2 Tage ohne Behandlung.

    Letztlich wurde die Armwunde im Hotel von einem Mitreisenden / Tierarzt genäht. Die Rippenbrüche etc erst in Deutschland diagnostiziert.

    Man kann sich kaum vorstellen, dass man selbst in einer Privatklinik keine Hilfe erwarten kann - in einem öffentlichen Krankenhaus noch weniger...

    Bis neulich

  5. #5
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    Ich frage mich, warum unser TO nicht in der Homepage von Bobby Schenk nachsieht ?
    Dann geht es ihm wohl um die Frage, welches Schiff es denn sein darf und wo kaufen (vor Ort in der Karibik oder in Europa und dann 'rüber transportieren lassen).
    Es gibt hier zahlreiche Spßvögel, die diese Frage gestellt haben, mit ein bißchen "gurgeln" könnte der TO die Threads finden.
    ...und wie immer, gibt der TO kein Budget an, was der kahn kosten darf (14-18m lang, wie neu, darf aber nix kosten ??)
    Der oben erwähnte Bobby Schenk hat auf seiner Webseite viele Tipps parat...also nix wie hin und lesen !!

  6. #6
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von _Daedalus_ Beitrag anzeigen
    "Südsee" und die Karibik .
    Die Blinddarmentzündung beim Kind in dieser Region eher nicht.
    Die medizinische Versorgung ist in der Südsee (Gesellschaftsinseln, Tahiti) so gut wie in Frankreich und das Gleiche gilt für die DOM Martinique und Guadeloupe. Auf den anderen Karibikinseln ist die Versorgung sicher sehr unterschiedlich. Ich musste mich mal nach einem Unfall in Tortola behandeln lassen und kann nur sagen, ich war zufrieden.

    Ich habe zweimal in der Südsee (Gesellschaftsinseln) gechartert, insgesamt fünf Wochen. Es ist wunderschön, dort zu segeln, aber länger als drei Wochen am Stück wäre mir zu langweilig. Auf den kleinen Antillen war ich etwas länger segeln und könnte es auch etwas länger aushalten, aber im Prinzip gilt das Gleiche wie für die Südsee.

    Etwas anderes sind Ozeanpassagen wie die Nordatlantikrunde oder über den Pazifik. Wenn sich beide über die Risiken klar sind und starten, um eine solche Überquerung zu erleben, ist dagegen nichts zu sagen. Wenn dabei etwas Schlimmes passiert, muss man meist ohne Hilfe von außen selbst mit der Situation und ihren Folgen fertig werden (leider selbst erlebt).

    Dass man in der Südsee ein geeignetes Schiff kaufen kann, glaube ich nicht. Für die Karibik müsste das in den USA möglich sein. Aber mich würden die Bilder von den zu Hauf durch Hurricans zerstörten Yachten davon abhalten.

    Meine Idee für Dädalus: Ein Schiff in Neuzealand oder Australien kaufen und dort ein Jahr Auszeit genießen.

    Gruß Herbert

  7. #7
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Träume sind die Motivation.
    ...
    Ein Klima, das ohne Klimaanlage eine Plage ist und notwendige Passagen, die Wochen dauern, werden leicht ausgeblendet. Leidensfähigkeit ist gefragt.
    ...

    Wir sind komfort- und kulturverwöhnte Europäer, ein paar Wochen Abenteuer gut und schön, aber ein ganzes Jahr?
    Für britische Verwaltungsangestellte galt es als Strafe, in die Karibik versetzt zu werden (war es i.d.R. auch), es gab noch keine Klimaanlage.
    Das Atoll mit dem weißen Strand und der schrägen Palme ist wirklich ein Traum. Die Blinddarmentzündung beim Kind in dieser Region eher nicht.
    …. Aber diese Überlegungen habt ihr sicher schon in die Planung mit einbezogen.

    Wünsche Euch ein traumhaft schönes Jahr
    Franz
    Franz, da muss ich heftig widersprechen. Was das Klima angeht: Du bewegst Dich zur "kalten" Jahreszeit in einer Passatregion. Das ist mit ganz wenigen Ausnahmen seeehr angenehm. Die britischen Verwaltungsangestellten mussten auch im Sommer da sein. Und das womöglich im Landesinneren. Das ist die Hölle. Segeln im Winter in der Karibik eher nicht. In der Südsee auch nicht. Zur medizinischen Versorgung hat Herbert fast alles gesagt. Dass man auf langen Passagen und an abgelegenen Orten auf sich allein gestellt ist, ist klar. Dass man nicht jede Eventualität planen kann (auch hier nicht) ist auch klar.

    Lieber Daedalus leider sagst du nicht viel zu deinem Budget, mit dem Zeitrahmen sehe ich das Hauptproblem darin, ein vertrauenswürdiges Schiff zu kaufen und es vor einem langen Schlag ausreichend kennen zu lernen.
    Auch wenn Du ein erfahrener Segler bist, Erfahrung mit dem Reiseschiff ist das A und O. Vor allem auch in technischer Hinsicht.

    Ist das geglückt hätte ich zwei Favoriten:
    1. Das Schiff in Südeuropa oder der Karibik kaufen und in Australien/ Neuseeland wieder verkaufen

    november-jan: Zeitrahmen für Atlantiküberquerung
    Jan-April: Karibik
    April: Panamakanal
    April bis Oktober/November: Südsee (Galapagos), Marquesas, Tuamotus,Gesellschaftsinseln, Tonga/Fiji, (Neukaledonien) Australien oder Neuseeland.

    Nachteile: viele lange Passagen.
    Vorteil: relativ guter Verkaufermarkt für europaische Schiffe in Australien/Neuseeland. Das haben schon viele erforgreich so gemacht. Beim Bootskauf in Europa ist das Risiko "Überschaubarer", Du kannst das Schiff auch schon vorher haben und in europäischen Gewässern Stärken und Schwächen kennenlernen.

    2. "Landschaftlich" mein Favorit, wenn Geld ausreichend da ist:
    Schiff in Neuseeland kaufen, im Südsommer Neuseeland ansehen, Im Herbst (so ab mitte Mai) rauf nach Fiji, Vanuatu,...
    im Frühjahr zurück nauch Neuseeland und Pott wieder verkaufen. Das ist gewissermaßen das beste aus beiden Welten. Neuseeland ist atemberaubend, Schiffe in der regel gut gepflegt und erfahren (aber teuer), wiedereinfuhr nach weniger als 12 monaten vermutlich unproblematisch.
    Vorteil: Ihr könnt das Schiff erst in Neuseeland ausführlich testen und kennenlernen. Gibt es Probleme oder Verzögerungen sind in Neuseeland die Möglichkeiten auch ohne Schiff vielfältig.
    Nachteil: das könnte richtig teuer werden.....

    Zur groben (vor)Planung Jimmy Cornell und Noonsite.

    Das kann allen Gegenstimmen zum Trotz genial werden, wenn ihr einigermaßen unvoreingenommen seid und nicht zu sehr Franz´Klischee entsprecht. Dass wisst nur ihr.
    Viel Spass jedenfalls!

  8. #8
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    Standard

    @ Navbaer
    @ Tralala
    Ich fürchte, Ihr habt mein sorgfältig gepflegtes Vorurteil (zumindest)heftig angekratzt. Im Gegensatz zu mir kennt Ihr die Gegend nicht nur aus der Literatur, und ich kann Euer Urteil einordnen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  9. #9
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    Standard

    Hallo zusammen.

    Es muss nicht unbedingt ewig weit weg sein. Neuseeland und Australien sind sicher toll, aber irgendwie muss ja auch der Hausstand für ein Jahr mitsamt Familie dorthin und irgendwann zurück.
    Ein wunderbares Segelrevier, dass günstig ist, sowie leicht zu erreichen, ist Griechenland. Dort findet man Boote in jeder gewünschten Größe und Preisklasse. Man kann jeden Tag ein andere Insel erkunden und das Wetter ist herrlich, im Winter muss man sich nur so weit wie möglich in den Süden verziehen. Kreta eignet sich hier ganz hervorragend.

    Meiner Meinung nach ist es das wichtigste in so einem Jahr Auszeit, sich treiben lassen zu können und sich Zeit zu nehmen für das was man machen will oder eben auch nicht.
    Je nachdem, wie segelerfahren die Familie ist, muss man vielleicht nicht unbedingt mit den großen Passagen im Pazifik anfangen, sondern sich eine Eingewöhnungsphase lassen.

    Ich hoffe, das konnte helfen :-)
    Grüße

  10. #10
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    Standard

    Zitat Zitat von ursulita Beitrag anzeigen
    Es muss nicht unbedingt ewig weit weg sein.
    Da hast Du sicher recht, aber Daedalus schrieb:
    Zitat Zitat von _Daedalus_ Beitrag anzeigen
    Da uns max. 12 Monate zur Verfügung stehen, möchten wir gerne ein Revier erkunden, dass wir sonst nicht im Rahmen eines normalen Charterurlaubs bereisen würden. Aktuell sind die "Südsee" und die Karibik die beiden Favoriten im Rennen.
    Die Idee, ein Schif in Europa zu kaufen und zu verschiffen, ist zwar auch durchführbar. Wenn das aber finanziell einigermaßen im Rahmen bleiben soll, wird man so nur bis in die Karibik kommen. Dann bietet sich eher an, in der Karibik zu kaufen.

    Meine Idee, wenn ich selbst ein Jahr Auszeit auf dem Wasser nehmen wollte, ist:
    Ein Schiff in Europa kaufen, einen Skipper mit Crew suchen, denen das Schiff einige Zeit zur Verfügung stellen, um es in die Südsee (Marquesas, Tahiti oder Tonga) zu überführen, dort übernehmen und nach der Auszeit in Neuseeland oder Australien verkaufen. Ob sich eine oder zwei zuverlässige Crews finden lassen, die eine solche Überführung eventuell in Etappen unternehmen, ist nicht sicher, aber auch nicht unwahrscheinlich. Ich selbst habe mal für einen Eigner eine solche Überführung von Panama zu den Marquesas mitgemacht.

    Gruß Herbert

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