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  1. #31
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    Ich kenne auch Fehler auf meinen Navionics Karten, so ist das eben. Die Frage ist doch, ob diese Fehler relevant für die Navigation sind. Wenn hier behauptet wird, daß die Navigation damit "gefährlich" ist, dann sollte man schon Belege dafür vorlegen oder andernfalls schweigen.
    Ich hoffe man verzeiht mir, wenn ich nicht nonstop hier im Forum bin.
    Wen die Fehler in Navionics interessieren, der möge auf meine Homepage gehen.
    Menüpunkt "Aktuelles" Seite 2 "Digitale Seekarten".
    Zum Thema Gericht, Versicherung habe ich mangels konkreter gesetzlicher Vorgaben eine Umfrage bei gerichtlich beeideten Sachverständigen gemacht und darüber auf der "Boot" Messe in Tulln 3/2019 einen Vortrag gehalten der die Zuhörer doch etwas in Erstaunen versetzt hat. Viele gehen mit dem Thema meist sehr locker um: "wird schon nichts passieren...".
    Grundsätzlich zählt eigentlich nur, ob du Crew und Schiff ohne Verletzungen und Schrammen heil nach Hause bringst. Wenn nichts passiert ist eigentlich die Navigationsmethode egal.

    Warum funktioniert das mit den digitalen Karten nicht so gut?
    Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit dem Direktor des kroatischen Hydrografischen Institutes. Der hat mir erklärt, dass es zwischen seinem Institut und Navionics keine Kontakte gibt. Wie Navionics zu den kroatischen Daten kommt weiß er nicht.
    Ich habe einige Zeit in den USA in der Softwareentwicklung gearbeitet. Dort verfolgt der Gesetzgeber eine andere Philosophie:
    "Der Steuerzahler bezahlt unsere Einrichtungen. Daher soll er auch deren Leistungen kostenlos erhalten. Nur z.B. Druckkosten werden verrechnet".
    Für einen US-Anbieter von digitalen Karten bedeutet das, dass er online die hydrogr. US-Daten herunterladen kann und sie auch verwenden darf. Damit ist er, soweit es das US Material anbelangt, aktuell. Nicht aber für den Rest der Welt!!!
    Überlegt einmal, wie viel Personal so eine Firma für die regelmäßigen Updates WELTWEIT einsetzen müsste. Die digitalen Karten könnten wir nicht bezahlen.
    Geändert von Rud1 (14.11.2019 um 23:15 Uhr) Grund: Ergänzung
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  2. #32
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    Ich hoffe man verzeiht mir, wenn ich nicht nonstop hier im Forum bin.
    Wen die Fehler in Navionics interessieren, der möge auf meine Homepage gehen.
    Menüpunkt "Aktuelles" Seite 2 "Digitale Seekarten".
    Zum Thema Gericht, Versicherung habe ich mangels konkreter gesetzlicher Vorgaben eine Umfrage bei gerichtlich beeideten Sachverständigen gemacht und darüber auf der "Boot" Messe in Tulln 3/2019 einen Vortrag gehalten der die Zuhörer doch etwas in Erstaunen versetzt hat. Viele gehen mit dem Thema meist sehr locker um: "wird schon nichts passieren...".
    Grundsätzlich zählt eigentlich nur, ob du Crew und Schiff ohne Verletzungen und Schrammen heil nach Hause bringst. Wenn nichts passiert ist eigentlich die Navigationsmethode egal.

    Warum funktioniert das mit den digitalen Karten nicht so gut?
    Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit dem Direktor des kroatischen Hydrografischen Institutes. Der hat mir erklärt, dass es zwischen seinem Institut und Navionics keine Kontakte gibt. Wie Navionics zu den kroatischen Daten kommt weiß er nicht.
    Ich habe einige Zeit in den USA in der Softwareentwicklung gearbeitet. Dort verfolgt der Gesetzgeber eine andere Philosophie:
    "Der Steuerzahler bezahlt unsere Einrichtungen. Daher soll er auch deren Leistungen kostenlos erhalten. Nur z.B. Druckkosten werden verrechnet".
    Für einen US-Anbieter von digitalen Karten bedeutet das, dass er online die hydrogr. US-Daten herunterladen kann und sie auch verwenden darf. Damit ist er, soweit es das US Material anbelangt, aktuell. Nicht aber für den Rest der Welt!!!
    Überlegt einmal, wie viel Personal so eine Firma für die regelmäßigen Updates WELTWEIT einsetzen müsste. Die digitalen Karten könnten wir nicht bezahlen.
    @RuD1
    Die Daten (Rohdaten) der Hydrografischen Institute werden mittels Software in die jeweiligen Datenbanken der Seekartenhersteller eingespielt, Manpower ist da nicht erforderlich. Diese Rohdaten werden regelmässig aktualisiert.
    Problem ist, dass die Seekartenhersteller ihren Redaktionsschluß (Datum der Rohdaten oder NfS-Ausgabe) nicht angeben. Man weiß also nie, was und wo berichtigt wurde. Ein Update kann z.B. eine verbesserung der Software sein...

    Es tut mir leid, ich weiß nicht, was Du gegen Lizenzgebühren hast. Die Daten der Hydrographischen Institute werden für Europa über eine zentrale Stelle abgewickelt, und können von den Herstellern der Seekarten zur Herstellung verwendet werden. Die Rohdaten werden in einem Format angeboten, das es den Herstellern ermöglicht, diese per Software in ihren Datenbestand vollautomatisch einzupflegen. Das hätte Dir der Direktor des kroatischen Hydrografischen Institutes durchaus erzählen können.
    In der Tat gibt es deswegen keinen Grund jeweils mit den nationalen Hydrographischen Instituten in Kontakt zu treten.
    Legt man die gezahlten Lizenzgebühren auf alle Kunden (Berufsschifffahrt, Spobos) um, so werden diese pro Seekarte relativ niedrig sein. Was Geld kostet, ist das Einpflegen der Daten, die Überprüfung der Daten (Qualitätsprüfung).
    Und glaub mir, Jeppesen (C-Map), Raytheon (Navionics) sowie Garmin zahlen die Lizenzgebühren, da sie Volumenverträge haben werden. Der Fehler muss nämlich nicht immer beim Seekartenhersteller, sondern kann auch im Rohdatensatz vorhanden sein...

    Was Unfälle angeht, so bin ich der Ansicht, dass diese eher auf menschliches Versagen, als auf Fehler im Datenmaterial der Seekarten zurückzuführen sind (siehe VESTA). Falsch eingebene Wegepunkte, übersehen von Untiefen etc. sind da mit Sicherheit häufiger...Es git Fehler in den Karten, es sind aber nur wenige und die kann man beim Seekartenhersteller melden, der dann eine Korrektur veranlassen kann.
    Geändert von 2ndtonone (15.11.2019 um 01:04 Uhr)

  3. #33
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    Wen die Fehler in Navionics interessieren, der möge auf meine Homepage gehen.
    Menüpunkt "Aktuelles" Seite 2 "Digitale Seekarten".
    Ich habe mir Deine Beispiele angeschaut. Fehler vom Typ "Ilvonik" kenne ich auch, z.B. Fischfarmen, die nicht eingezeichnet sind, und eingezeichnete Fischfarmen, die nicht vorhanden sind, Stege sind nicht eingezeichnet und eingezeichnete Stege gibt es nicht, usw. Sicher sollten gemeldete Fehler nach 3 Jahren korrigiert sein. Allerdings kann man nicht erwarten, daß nach einer Meldung sofort korrigiert wird. Das kann lediglich ein Hinweis sein, bei Gelegenheit mal in den Quellen nachzuschauen, was da los ist. Nach 3 Jahren sollte das aber erledigt sein, da hast Du sicher recht.

    Tonnen, die nicht genau dort stehen wo sie in der Karte eingezeichnet sind, kenne ich auch. Allerdings nicht mit so großem Fehler wie in Deinen Beispielen. Das ist schon merkwürdig. Eventuell ein Fehler entstanden durch unterschiedliche Kartenprojektionen. Ich kenne das von italienschen Sportbootkarten, die mittels des Bessel-Ellipsoids gezeichnet wurden. Zeichnet man seine GPS-Postion (nach WGS 84) in die Karte ein, wundert man sich auch. Aber passieren sollte das nicht.

    Allerdings gehen von keinem Deiner Beipiele Gefahren aus. Einen Steg, der nicht in der Karte verzeichnet ist, sehe ich ja bei Annäherung. Und die Untiefentonnen sind dort, wo sie sein müssen. Gefährlich wäre es nur, wenn die Tonnen tatsächlich dort wären, wo sie eingezeichnet sind.

    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    Zum Thema Gericht, Versicherung habe ich mangels konkreter gesetzlicher Vorgaben eine Umfrage bei gerichtlich beeideten Sachverständigen gemacht und darüber auf der "Boot" Messe in Tulln 3/2019 einen Vortrag gehalten der die Zuhörer doch etwas in Erstaunen versetzt hat.
    Dann erzähl doch mal, auf das wir auch staunen können.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  4. #34
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    Gericht und Versicherungen sind offenbar die schwarzen Männer für den Hobbyskipper. Drohend nebulös werden Schauermärchen erzählt, allein es fehlt an konkreten Sachverhalten. Wie auch, es passiert ja so gut wie nix.

    Daß Tonnen nicht da sind, wo sie eingezeichnet sind oder wo sie sein sollten, ist nun auch wahrlich nichts ungewöhnliches. Gerade die Länder, die durchgängig ihr Seegebiet überprüfen, verändern die Position mancher Tonnen fast quartalsweise.

    Knipst man so ab 6 Bft Navtex an, tickern die Navwarnungen rein, wonach Seezeichen inop, unlit, adrift oder schlichtweg futsch sind. Kurz mal Radar an, 10-20 SM nach "vorne" geschaut und man erkennt, ob die Tonnen da sind, wo sie sein sollten.

    Nie war navigieren so einfach wie heuie: GNSS, Plotter, AIS und Radar, das Alles in einer Qualität, die vor 20 Jahren kaum dem Militär zur Verfügung standen. Mit einem halbwegs tauglichen Radar kann man sogar eine freie Box im Hafen finden.
    42!

  5. #35
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    @RuD1
    ...Und glaub mir, Jeppesen (C-Map), Raytheon (Navionics) sowie Garmin zahlen die Lizenzgebühren, da sie Volumenverträge haben werden. Der Fehler muss nämlich nicht immer beim Seekartenhersteller, sondern kann auch im Rohdatensatz vorhanden sein...

    Was Unfälle angeht, so bin ich der Ansicht, dass diese eher auf menschliches Versagen, als auf Fehler im Datenmaterial der Seekarten zurückzuführen sind (siehe VESTA). Falsch eingebene Wegepunkte, übersehen von Untiefen etc. sind da mit Sicherheit häufiger...Es git Fehler in den Karten, es sind aber nur wenige und die kann man beim Seekartenhersteller melden, der dann eine Korrektur veranlassen kann.
    Ich stimme dir zu, dass Unfälle zumeist auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Ich habe die deutschen (BSU) und UK Unfallberichte abonniert, welche genau das zeigen.
    ABER, wenn du einen Unfall hast mit großem finanziellem Schaden, mit Verletzten und Toten, dann ist die "Wahrscheinlichkeit" dieses Unfalls irrelevant. Es ist dann eben passiert.
    Die Frage, wie man mit dem Theme umgeht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mein Beitrag soll hier nur sein, die Grenzen der Allmächtigkeit und dem letzten Update von digitalem Material etwas zurecht zu rücken.
    Ich kenne die Verhältnisse in Deutschland nicht. Aber für Kroatien gibt es 888 Häfen und Ankerbuchten, welche 3 Jahre lang mit Änderungen per eMail aktualisiert werden. Dieses Material wird von einem Deutschen betrieben. In sehr hoher Qualität und mit der sprichwörtlichen "Deutschen Zuverlässigkeit", die ich übrigens sehr liebe!
    Für mein Buch und für meine Schüler habe ich für kroatische Gewässer ein Verfahren entwickelt, welches - auch für Charterskipper - höchste Zuverlässigkeit, höchste Bequemlichkeit, geringsten Zeitaufwand zu geringsten Kosten erbringt.
    Ich habe 1973 in der IT begonnen. Ich will nur das grenzen- und bedingungslose Vertrauen in die digitale Welt ein wenig zurecht rücken. Ein aktueller Update muss nicht zwangsweise aktuelle Inhalte haben.
    Bei einem neuen Foto von einem alten Mann, bleibt der alte Mann alt. Sinn- und gendergemäß gilt das auch für Frauen und Diverse, unser neues 3. Geschlecht.
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  6. #36
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    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Gericht und Versicherungen sind offenbar die schwarzen Männer für den Hobbyskipper. Drohend nebulös werden Schauermärchen erzählt, allein es fehlt an konkreten Sachverhalten. Wie auch, es passiert ja so gut wie nix.

    Daß Tonnen nicht da sind, wo sie eingezeichnet sind oder wo sie sein sollten, ist nun auch wahrlich nichts ungewöhnliches. Gerade die Länder, die durchgängig ihr Seegebiet überprüfen, verändern die Position mancher Tonnen fast quartalsweise.

    Knipst man so ab 6 Bft Navtex an, tickern die Navwarnungen rein, wonach Seezeichen inop, unlit, adrift oder schlichtweg futsch sind. Kurz mal Radar an, 10-20 SM nach "vorne" geschaut und man erkennt, ob die Tonnen da sind, wo sie sein sollten.

    Nie war navigieren so einfach wie heuie: GNSS, Plotter, AIS und Radar, das Alles in einer Qualität, die vor 20 Jahren kaum dem Militär zur Verfügung standen. Mit einem halbwegs tauglichen Radar kann man sogar eine freie Box im Hafen finden.

    Ich gebe dir 100%ig recht mit zwei kleinen Einschränkungen:
    1. wenn du von deutschen Gewässern sprichst und
    2. wenn du die beschriebene Ausstattung auch an Bord hast
    In anderen Hoheitsgebieten und mit Charterschiffen hast du aber andere Bedingungen. In 35 Jahren hatte ich 3 mal auf einem Charterschiff Radar! Ich mache aber pro Jahr nur 6 bis 10 Segeltörns.
    Obwohl ich kein eigenes Schiff habe, bin ich auch immer wieder mit Schiffseignern unterwegs.
    Welten trennen Charterschiffe und Eignerschiffe. Und Welten trennen das Wissen und die Fähigkeiten von Schiffseignern und Charterskippern.
    Der Eigner kennt sein Schiff bis in die letzte Ritze. Er hat Praxis mit seinem Schiff.
    Der Charterskipper bucht ein fremdes Schiff! Er hat i.d. Regel auch wenig Praxis.
    Diese unterschiedlichen Voraussetzungen verursachen hier sehr viele Meinungsverschiedenheiten. Leider läßt die Qualität dieser Meinungsverschiedenheiten manchmal zu wünschen.
    Übrigens werden auch Schiffseigner oft zu Charterskippern wenn sie in entfernten Revieren segeln wollen.

    PS: mich amüsiert immer wieder der Religionskrieg zwischen Monohull- und Katamaran-Gläubigen
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  7. #37
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    Rud1, Vieles, von dem was Du schreibt, kann ich "unterschreiben". ABER

    Ich meine nicht, dass sich meine Aussagen nur auf deutsche Gewässer beschränken lassen. Das Kartenmaterial für UK, NL, BE (ok, die paar Meter) und Fr ist wirklich gut. Etwas überspitzt formuliert, nach den Tiefenangaben kann man das Lot justieren. OK, die Stromdaten sind häufig schlecht, aber das ist ein anderes Thema.

    Ich kenne die genaue Rechtslage in anderen Ländern nicht, aber im wesentlichen haben die Staaten in Zentraleuropa alle voneinander abgeschrieben, die Haftungsregeln sind unterm Strich sehr ähnlich. Wenn etwas passiert, dann hat dies selten eine monokausale Ursache, meist ist es eine "Kette", in der irgendwo auch mal fahrlässiges Verhalten drin steckt. Wenn etwas passiert, braucht man also eine wirklich gute "Story".

    Ich chartere - für mich zum Glück - schon lange nicht mehr. Wenn niemand bereit ist, für gute Ausrüstung zu zahlen, dann wird der Markt halt keine Boote mit zeitgemäßer Ausrüstung anbieten. WOhl nicht zu ändern, ich würde mich auf so Booten wohl immer etwas unwohl fühlen.

    Als Schiffsführer im privaten Bereich genießt man sehr viel Freiraum. Man muss nur 1x einen durchaus überschaubaren (fast hätte ich geschrieben albernen) SBF See machen und schon kann man mit dicken Pötten bei Wind&Wetter rumshippern. Ohne eine "Scheindebatte" anzetteln zu wollen, auch der SKS bringt einen für die Praxis nicht wesentlich weiter. Mit einem solchen Wissen und erlernten Fähigkeiten dürfte man in der Fliegerei allenfalls sole eine Platzrunde drehen unter Aufsicht des Fluglehrers. Angesichts dessen kommt man nicht umhin, sich "freiwillig" weiter zu bilden, nicht immer geschieht dies.

    Begleitet wird das durch einen m.E. überholten Lehrinhalt. Keine Frage, das "klassische" navigieren ist eine Kulturerrungenschaft, die es zu erhalten gilt und die man auch beherrschen muss, um weiter darauf aufzubauen oder auch nur, um zu verstehen, was man da so treibt. Aber Möglichkeiten und insbesondere auch die Grenzen der "modernen" Navigation werden nur am Rande mal kurz angerissen und sind nicht Prüfungsinhalt. Schon gut, dass man bei der Funkprüfung nicht mehr morsen muss.

    Das führt ggf dazu, dass Einige zB Radar und AIS als "Spielerei" oder "Hexenwerk" ansehen, zumal es ja Geld kostet. Da wird lieber für viel Geld der Rumpf poliert, anstatt AIS Transceiver oder Radar einzubauen.

    Zugegeben, Radar benötige ich im Jahr vielleicht 3-16h, dann aber wirklich. Bin vor einigen Wochen noch in dickster Suppe von Scheveningen an Rotterdam vorbei via Stellendam durchs Haringfliet, war anstregend, aber mit Radar etc "safe".

    Sowas sollte man lehren, statt diesen praxisfernen Mumpitz mit putzigen Strömungsberechnungen beim SKS, die man am Besten ganz schnell wieder vergißt
    42!

  8. #38
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    Hallo,
    ich hoffe mich hier richtig eingeklickt zuhaben...
    suche als Wiedereinsteiger die richtige Navigationssoft- und Hardware. Die Auswahl ist ja quasi unbegrenzt..
    Meine Vorstellung: ein Tablet mit navionics Software oder ähnlichem, dazu die gute alte Papierkarte für den möglichen Ausfall...
    Was sind eure Erfahrungen? Worauf sollte man achten beim Kauf? Fahrtgebiet ist Familienssegeln in der Ostsee
    Danke und Gruß

  9. #39
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    Standard Prüfungsstoff ausmisten!

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Ich meine nicht, dass sich meine Aussagen nur auf deutsche Gewässer beschränken lassen. Das Kartenmaterial für UK, NL, BE (ok, die paar Meter) und Fr ist wirklich gut.
    Ich betrachte das Thema global. An flachen Küsten mit vorwiegend sandigem Grund ist das Risiko des Auflaufens mit den Folgeschäden etwas geringer als in Gegenden mit felsigem, durchwachsenem Grund wie z.B. Kroatien. Dort kenne ich die Situation besonders gut. Die auf meiner Homepage beschriebenen Fehlerbeispiele beziehen sich daher alle auf Kroatien.
    Meine Überlegung ist, dass ein Unternehemen, welches in einem Gebiet schlechte oder gar fahrlässige Fehler jahrelang nicht korrigiert, offensichtlich ein grundsätzliches Problem mit der Qualität = Zuverlässigkeit seiner Produkte hat. Daher erlaube ich mir, diese schlechte Qualität auf den Rest des weltweiten Kartenmaterials zu projezieren.

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Ich kenne die genaue Rechtslage in anderen Ländern nicht ...
    ...Wenn etwas passiert, braucht man also eine wirklich gute "Story"...
    ich GLAUBE auch, dass die Rechtslage vergleichbar ist. Wir wissen aber auch, dass die Rechtslage stark vom Richter, den Sachverständigen, den Anwälten "gebogen" werden. Wäre die Rechtslage so universell und klar wie wir das wünschen, würden wir keine Anwälte benötigen. Daher will ich grundsätzlich möglichst keine Ansatzpunkte liefern!

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Ich chartere - für mich zum Glück - schon lange nicht mehr...
    Unsere Freizeit Yacht-/Boot-/Segel-Welt besteht aber aus zwei Gruppen; den Eignern und den Charterern. Abgesehen vom Vermögen gibt es noch viel FÜR und WIDER für beide Varianten (entfernte Reviere, unterschiedliche Schiffsgrößen, Nutzungsdauer pro Jahr, usw.) ...

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    ...Man muss nur 1x einen durchaus überschaubaren (fast hätte ich geschrieben albernen) SBF See machen...auch der SKS bringt einen für die Praxis nicht wesentlich weiter...
    ...Angesichts dessen kommt man nicht umhin, sich "freiwillig" weiter zu bilden, nicht immer geschieht dies.
    Ja! Aus meiner Sicht mangelnde Kentniss der Risiken, Verantwortungslosigkeit, Gottvertrauen, Wird schon gut gehen, wird schon nix passieren,...

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Begleitet wird das durch einen m.E. überholten Lehrinhalt...
    ...Aber Möglichkeiten und insbesondere auch die Grenzen der "modernen" Navigation werden nur am Rande mal kurz angerissen und sind nicht Prüfungsinhalt...
    JAAAAAAAA! Du sprichst mir aus dem Herzen. Auch bei uns in Österreich wird nach Methoden aus der Kaiserzeit unterrichtet und geprüft. "Wende im Strom" ist so ein Lieblingsbeispiel für absolut praxisfremden Blödsinn. Selbst Routinierte Navigatoren benötigen für diese Kartenarbeit so lange, dass die angefertigte Zeichnung in der Karte schon lange wieder überfällig ist!

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    Das führt ggf dazu, dass Einige zB Radar und AIS als "Spielerei" oder "Hexenwerk" ansehen,...
    Man kann heute keine Yacht chartern die kein GPS mit Kartenplotter. Die heutigen Technologien müssen in den Prioritätslisten der Lehr- und Prüfungsthemen weiter nach oben gereiht werden.
    Es ist nicht verständlich, dass Funk und Signalmittel in eigene Prüfungen ausgelagert werden.
    Da lobe ich mir das kroatische Küstenpatent, wo der Funk - zumindest in einer einfachen, praxisorientierten Form - Teil der Prüfung ist...[/QUOTE]

    Zitat Zitat von Acer Beitrag anzeigen
    ... Sowas sollte man lehren, statt diesen praxisfernen Mumpitz mit putzigen Strömungsberechnungen beim SKS, die man am Besten ganz schnell wieder vergißt
    1994, als ich meinen FB2 (Küstennaher Bereich bis 20sm) machte, wurde noch die doppelte Horizontalwinkelmessung gelehrt und geprüft. Ich war noch niemals auf einem Schiff, wo ein Sextant vorhanden war. Wozu auch im Bereich der terrestischen Navigation? Ich habe auch nie eine Ablenkungstabelle gesehen und ich kann die Abdrift nicht sinnvoll messen oder schätzen, usw.
    Man sieht sich (vielleicht) in Düsseldorf!
    Handbreit
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  10. #40
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    Hallo Neptun5!
    Egal für welche Navisoftware du dich entscheidest. Erwarte nicht, dass ein Update der elektronischen Karte vom Hersteller, auch alle Änderungen beinhaltet. Ein aktueller Update muss hydrographisch NICHT aktuell sein! Das ist ein weit verbreiteter Denkfehler.
    Gute alte Seekarte = NEIN sondern gute NEUE, bzw. AKTUELLE Seekarte!
    Also GPS und Plotter JA, aber nur nach Überprpüfung des zu befahrenden Seegebietes.
    Insbesonders auf gefährliche Stellen!
    Das kostet täglich ca. 5 Minutern. Logbucheintrag und du bist frei vom Vorwurf der groben Fahrlässigkeit bei Unfällen!
    Handbreit
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