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Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard Habt ihr Erfahrungen? Jolle Pirat auf der Ostsee segeln...?

    Moin ihr Lieben,

    auf der Suche nach Erfahrungsberichten zu dieser Bootsklasse auf der Ostsee bin ich hier als Neuling gelandet und hoffe, ihr habt ein paar Tipps für mich...
    Ich bin fast 50, weiblich, habe SBF Binnen und See und seit letztem Jahr auch den SKS. Aber ich habe so gut wie keine Erfahrung mit Jollen-Klassen auf der Ostsee, Lübecker Bucht... Wir haben dort einen Jahrescampingplatz und es kam wie es kommen musste: ich habe mich in einen liebevoll restaurierten und sehr gepflegten “Piraten”, Bj. 1968, Holzrumpf von außen mit GFK beschichtet, verguckt... Die jetzigen Besitzer haben ihn in NRW auf Binnengewässern gesegelt.

    Habt ihr Empfehlungen und Ratschläge für diese Bootsklasse auf der Ostsee? Ich hätte dort einen Landliegeplatz bei einer Segelschule und würde sie bei passendem Wetter slippen, helfende Hände sind dort vor Ort.
    Wäre das Salzwasser sehr schädlich für das Boot? Bis zu welcher Windstärke kann sie gut gesegelt werden? Taugt sie überhaupt als Einsteigerboot? Ich würde meistens mit meiner Schwester segeln, aber ginge es zur Not auch Einhand? Oder würdet ihr einen gänzlich anderen Bootstyp für meine Zwecke empfehlen?

    Sorry für die vielen Fragen (eigentlich habe ich noch viel mehr... ) z.B. zur GFK-Aussenbeschichtung bei Holzrümpfen... rottet das Holz darunter?

    Ich freue mich auf eure Tipps.
    Ahoi und einen lieben Gruß,

    Liekedeeler

  2. #2
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    Zitat Zitat von Een Liekedeeler Beitrag anzeigen
    ……………. ich habe mich in einen liebevoll restaurierten und sehr gepflegten “Piraten”, Bj. 1968, Holzrumpf von außen mit GFK beschichtet, verguckt... Die jetzigen Besitzer haben ihn in NRW auf Binnengewässern gesegelt.

    ……...
    - Nichts gegen Piraten, für Liekedeeler (Beuteteiler) wie geschaffen.
    - Wenn Du weiterhin liebevoll pflegen willst, die Segelei hintenanstellst, kommt Dir auch ein Holzboot entgegen, sogar eins mit "Leichenkleid"(Tischler oder Kunststofffachma...eh -frau erwünscht aber nicht Bedingung)
    - Bisher wurde das Boot binnen gesegelt, vernünftig. Auf der Flensburger Förde ist das Wasser nicht immer so glatt. Da kann es mit einer nicht selbstlenzenen Jolle schon mal eng werden. Segeln und gleichzeitig ösen strengt an. Obendrein würde ich etwas bevorzugen, was sich leicht wieder aufrichten lässt, selbst von einer zarten Frau.

    Für den Anfang würde ich für einen 420er plädieren. Der
    - lässt sich mit 60kg mühelos aufrichten
    - entlässt das übergekommene Wasser selbsttätig über den Spiegel (den Rest ggf. duch Elvströmlenzer)
    - besteht aus pflegeleichtem Plastik
    - ist alleine oder zu zweit gut zu segeln
    - ist für kleines Geld reichlich auf dem Markt

    Nur so als Denkanstoß

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Grauwal, Du bist ein Pessimist !
    An den Themenstarter (TO):
    Einen Piraten kann man sehr wohl auf der Ostsee segeln (Ich meine SEGELN, nicht kentern, so schnell geht letzteres dann doch nicht). Man muss sich nur klar sein, dass eine Jolle nicht bei jedem Wetter mal eben aus dem hafen laufen kann. Auch lange Strecken über offene See sollte man vermeiden.
    Ich selber habe mal im südlichen Guldborgsund, bei sehr viel Wind, einen Schwertzugvogel (GfK) gesegelt, war richtig spannend, nass und anstrengend. Wenn Du in der Nähe einer Segelschule liegst, beobachte und frage sie, wann man noch auslaufen kann.
    Ein Pirat ist, wie immer auch ausgerüstet, kein seegehendes Schiff.....

    GfK beschichteter Holzrumpf:
    Grundsätzlich muss man bei solchen Booten immer aufpassen, dass die Beschichtung nicht beschädigt wird. Sobald Wasser zwischen Beschichtung und Holzrumpf dringt, kann der Holzrumpf dahinter rotten und dann hat man nur noch Sondermüll.
    Ist die Beschichtung von einem ordentlichen Profi aufgebracht worden und ist sie schadensfrei, so kann man so eine Jolle noch jahrelang mit viel Vergnügen segeln.
    Ist die GfK-beschichtung beschädigt, unsachgemäss repariert worden, dann würde ich diese "Traumjolle" nicht nehmen.
    Gerade im Bereich der Jollen, gibt es viele Alternativen aus GfK (420er, Vaurien, Piraten, Zugvogel etc.) die günstig zu bekommen sind und sich gut segeln und trailern lassen.

    Gerade bei "Traumschiffen" sollte man kritisch hinterfragen, warum nun gerade "diese Jolle" ein "Traumschiff" sein soll. Auf jeden Fall sollte man seinen Traum mit realen Beispielen vergleichen! Binnen und entlang der Elbe gibt es zahlreiche Piraten, die man in Jollenhäfen oder Yachthäfen bestaunen kann....

  4. #4
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    Hör auf, 2ndtnone,
    es ist doch ein Unterschied, ob ein Salzbuckel eine Zugvogel über Guldborgsund scheppert oder ein, nach eigenem Bekunden, Neuling sich und einen fragwürdig restaurierten (wenn auch bildschönen) Piraten auf der Flensburger Förde erproben will.
    Wenn wir beide auch einige positive Erfahrung mit Jollen auf der Ostsee haben, ist das kein Grund einem Beginner ein fröhliches "mach mal" zuzurufen.
    … und dass Jollen kentern halte ich nicht für unanständig. sie wieder aufzurichten sollte möglich sein. Wir waren mit einem P-Boot auf der westlichen Ostsee unterwegs, beim zweiten mal mit einem Kenterschutz im Top, den Jolli hätten wir nämlich nicht aufrichten können (und Du den Zugvogel auch nicht alleine).

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    … und dass Jollen kentern halte ich nicht für unanständig. sie wieder aufzurichten sollte möglich sein.

    Gruß Franz

    Wie bloß haben das tausende von Segelanfängern mit ihren Vollholzpiraten, Sperrholzzugvögeln, Elb H-Jollen, stählernen Weserjollen gemacht ?
    Wie bloß haben sie mit diesen Booten , die nach Kenterung tiefst im Wasser schwimmen und Fremdhilfe bedürfen, weite und weiteste Reisen bewerkstelligt ?

    Es geht.
    Nur zu !
    Geändert von supra (05.05.2019 um 15:24 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
    Bob Ross kucken !

  6. #6
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Wie bloß haben das tausende von Segelanfängern mit ihren Vollholzpiraten, Sperrholzzugvögeln, Elb H-Jollen, stählernen Weserjollen gemacht ?
    …………
    … mit viel Hingabe und Quälerei.
    Wollt Ihr Helden tatsächlich einem Neuling empfehlen, mit dem plastiküberzogenen Uraltpiraten die ersten Schritte auf der Ostsee zu machen?

    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Wie bloß haben sie mit diesen Booten , die nach Kenterung tiefst im Wasser schwimmen und Fremdhilfe bedürfen, weite und weiteste Reisen bewerkstelligt ?
    Wie bloß ist Ötzi mit Sandalen aus Birkenrinde durch Schnee und Eis über die Alpen gelangt?

    Die Altvorderen sind auf auf diesen Trümmern gesegelt, weil sie keine handlichen, leichten, preiswerten, sicheren Plastikboote hatten. Ansonsten wären sie nämlich ganz schön bescheuert gewesen.
    Natürlich ist es möglich mit einem Piraten auf der Förde zu segeln (besonders für Ledernacken Eurer Statur), vielleicht sogar mit dem o.a. Aber warum soll man sich das antun?

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #7
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    Zitat Zitat von Een Liekedeeler Beitrag anzeigen
    . Wir haben dort einen Jahrescampingplatz und es kam wie es kommen musste: ich habe mich in einen liebevoll restaurierten und sehr gepflegten “Piraten”, Bj. 1968, Holzrumpf von außen mit GFK beschichtet, verguckt... Die jetzigen Besitzer haben ihn in NRW auf Binnengewässern gesegelt.
    Sorry Madame, aber "liebevoll restauriert" und GFG-beschichtet schliessen sich gegenseitig aus, denn wenn beschichtet wird, ist das Holzboot meist schon so sehr verrottet, dass es anders nicht mehr dichtzukriegen ist.

    Wenn es sich um einen Landliegeplatz handelt, scheidet der Pirat mit mehr als 170 kg zuzüglich Beschichtung ohnehin aus, denn viel schwerer als 80 kg sollte das Boot nicht sein, wenn es an Land von einer Frau bewegt werden soll.

    Eine Bootsempfehlung möchte ich aus der Ferne lieber nicht aussprechen, denn es ist ja nicht nur das Alter sondern auch das Gewicht und der Sportlichkeitsfaktor des Bootsaspiranten zu berücksichtigen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von censeo Beitrag anzeigen
    Sorry Madame, aber "liebevoll restauriert" und GFG-beschichtet schliessen sich gegenseitig aus, denn wenn beschichtet wird, ist das Holzboot meist schon so sehr verrottet, dass es anders nicht mehr dichtzukriegen ist.
    Nee, das taugt als Pauschalurteil nicht und muss geprüft werden. Es gibt viele intakte (Voll-) Holzboote mit Überzug. Ob das der TE eines ist, weiß ich nicht.

    Zitat Zitat von censeo Beitrag anzeigen
    Wenn es sich um einen Landliegeplatz handelt, scheidet der Pirat mit mehr als 170 kg zuzüglich Beschichtung ohnehin aus, denn viel schwerer als 80 kg sollte das Boot nicht sein, wenn es an Land von einer Frau bewegt werden soll.
    Das hängt von der Slipbahn ab. Mein Vorschoter wog als Jugendlicher < 60 kg und bewegte unseren Holzpiraten auch alleine. Geslippt haben wir den mit 2 Jugendlichen problemlos (ich wog etwas mehr als 60kg). Weil die Slipbahn dafür gedacht war. Wobei der Holzpirat eher bei 230kg+ liegt, Mindestgewicht segelfertig 218kg + Zubehör + Übergewicht.

    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Holzpirat
    So gern ich diese alten Zossen sehe ( ich segelte selber eine A&R , G-906) , ihre Zeit ist vorbei.
    Nicht vorbei in dem Sinne dass sie ihr Lastenheft , siehe oben, nicht mehr erfüllen, der Lack ist einfach ab
    diese Vollholzschiffe sind schlicht zu alt. Nur noch selten findet man taugliche, d. h. gut gepflegte Vollholzpiraten.
    Jupp.

    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Die " modernen " Sperrholz- , GFK Piraten sind leichter, nervöser, renntauglich. Viel Gezunzel halt. Vor allem aber bieten sie keinen Staurum f. Gepäck, der Reitbalken ist z. Kojenbau nicht herausnehmbar, <...>
    Der heutige Pirat ist mehr eine Rennjolle.
    Denkbar wären ggf. die frühen GfK-Bauten, die alten Schneidereits oder frühen Hein-Boote. Wobei: So richtig kann ich mir eine 3-Wochen-Tour auf dem GfK-Boot auch nur begrenzt vorstellen.

    Zugvogel: Wäre schön, aber evtl. zu groß, jedenfalls einhand an der Küste. Falls Deine Schwester auch Dein Format hat, wäre der ZV aus meiner Sicht eher grenzwertig. 150kg Crew sollten es, denke ich, dann schon sein.
    Geändert von rwe (05.05.2019 um 21:33 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von rwe Beitrag anzeigen
    Nee, das taugt als Pauschalurteil nicht und muss geprüft werden. Es gibt viele intakte (Voll-) Holzboote mit Überzug. Ob das der TE eines ist, weiß ich nicht.
    Sorry, aber das ist Quark, denn kein Mensch wird ein intaktes Vollholzboot mit einem GFK-Überzug versehen, unter dem es verrottet. Ein GFK-Überzug kommt in 99% aller Fälle nut drauf, wenn das Boot schon so verrottet ist, dass es anders nicht dichtzubekommen ist. Man spricht daher in Fachkreisen auch von einem Leichentuch.

    Das hängt von der Slipbahn ab. Mein Vorschoter wog als Jugendlicher < 60 kg und bewegte unseren Holzpiraten auch alleine. Geslippt haben wir den mit 2 Jugendlichen problemlos (ich wog etwas mehr als 60kg). Weil die Slipbahn dafür gedacht war. Wobei der Holzpirat eher bei 230kg+ liegt, Mindestgewicht segelfertig 218kg + Zubehör + Übergewicht.
    IDas ist ebenfalls Quark. Wenn wir von der durchschnittlichen Neigung von Slipbahnen deutscher Segelreviere ausgehen, dann sind Boote mit 150 kg gerade noch von einem sehr kräftigen Mann zu bewältigen.
    Den Piraten wird der TE also sicher nicht allein slippen können.

    Kinder lenrnen das Segeln heutzutage nicht mehr im Piraten sondern ausnahmslos in kleinen leichten Jollen: Optimist, Teeny, OpenBic, 420er etc.

    Erwachsenen mit ungeübter Motorik werden dagegen die bekannten schweren Jollen, VB, Conger, Stratos empfohlen, die jedoch einen Wasserliegeplatz erfordern.

  10. #10
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    Zitat Zitat von censeo Beitrag anzeigen
    Sorry, aber das ist Quark, .......


    IDas ist ebenfalls Quark.
    .....



    Erwachsenen mit ungeübter Motorik werden dagegen die ...........



    Senseo,

    auf deine , ich sage mal "Besserwissereien", haben wir lange verzichten dürfen.
    Schade dass dem nicht mehr so ist.
    Geändert von supra (05.05.2019 um 22:42 Uhr)
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