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  1. #1
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    Standard Unfall SY Godewind

    https://www.abendblatt.de/vermischte...her-Traum.html

    Liegt schon etwas zuück, aber so weit ich sehe, ist über diesen Seeunfall hier noch nicht berichtet worden. Man kann aus solchen Unglücksfällen immer etwas lernen.

    Mein verspätetes Beileid an die Familie.

    Gruß Herbert

  2. #2
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    Ich verstehe nicht das es dazu nie ein Bericht von der BSU gab.
    Scheint überhaupt das Problem da gewesen zu sein - keiner zuständig. Schon bei der Suche nach dem Vermissten war keiner zuständig.
    Die angegebene Wellenhöhe ist für die Ostsee außergewöhnlich.

    Schlimm für die Angehörigen - das tut weh.

  3. #3
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    Die BSU ist eine sehr kleine Behörde, dessen Auftrag ab 2011 dahingehend geändert wurde, dass Seeunfälle von Sportbooten nicht mehr unter ihren gesetzlichen Auftrag gehören. Diese Änderung wurde u.a. damit begründet, dass die Bundesrepublik sich an die Internationalen Gepflogenheiten anpassen wollte und die BSU vertrat damals die Ansicht, dass aus Seeunfällen von Sportbooten keine wertvollen, für die gesamte Schifffahrt interessanten Sicherheitshinweise ableiten lassen.
    Seeunfälle von Sporten werden daher „nur noch“ von der Wasserschutzpolizei untersucht und die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft und/oder an das Seeamt weitergeleitet.
    Übrigens, es war schon immer so, dass nach einem Seeunfall als erstes die WaschPo an Bord der beteiligten Schiffe ging und den vermutlichen Hergang des Unfalls ermittelte (Beweissicherung). Die BSU bekam danach die Ergebnisse der WaschPo übermittelt und dessen Untersuchung betraf nur die Frage, ob der Unfall zu vermeiden gewesen wäre und warum er unvermeidbar war.
    Der BSU stand nie zu, Schuldige zu identifizieren bzw. Zu ermitteln.
    Eine Untersuchung durch die BSU hätte im Falle dieses Unfalls zum gleichen Ergebnis geführt!

    Das traurige an diesem Unfall ist, dass die Familie nicht den Ermittlern glauben will, denen scheinbar keine Beweise für eine Straftat vorliegen. Da nicht sein kann, was nicht sein darf (es muß ja ein anderer Schuld an dem Unfall haben) wird nun weiter geklagt und dabei wird gerne vergessen, dass bei unserem Sport Fehler durchaus tödlich sein können - siehe auch den neuesten Unfall in der Jade!

    P.S. Die WaschPo kann die Herausgabe von Logbüchern, Seekarten etc. auch von einem nicht-deutschen Schiff verlangen, die BSU war dagegen immer schon auf die freiwillige Kooperation mit dem Reeder und der Schiffsführung angewiesen, Zwangsmaßnahmen durfte die BSU nie verhängen.
    Geändert von 2ndtonone (07.05.2019 um 17:22 Uhr)

  4. #4
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    zumindest die fehlende rettungsweste ist plausibel erklärt, wenn sie sich kurz vorher aufgrund von nässe ausgelöst hat würde sie wohl jeder erstmal ablegen und die wenigsten hätten direkt eine tauschweste parrat

  5. #5
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    Den behördlichen Teil kann ich nicht nachvollziehen - ich bin absolut perplex. Es gibt nach meinem Empfinden immer die Möglichkeit, aus ethischen Gründen zumindest so weit über die Zuständigkeitsgrenzen hinweg zu gehen, dass eine Grundversorgung gewährleistet ist. Ohne wirkliche Not die möglicherweise Hinterbliebenen eines vermissten Menschen trotz vielfacher Kommunikationsversuche allein zu lassen, zeichnet für mich ein Bild der Armseligkeit.

    Zum Unfall: Man kann sich durchaus die komplette Härte geben und es völlig auskosten, auf sich gestellt zu sein. Gerade beim Segeln geht das noch ziemlich gut. Es wird einem niemand wirklich im Weg stehen, wenn man in ein Unwetter segeln will, oder die Gefahr zumindest mit einbezieht. Aber wenn man so lebt und fährt, dann muss man eben auch die entsprechenden Vorkehrungen treffen und Haltung haben. Und da scheint es meiner Meinung nach bei den beiden etwas auseinander geklafft zu haben:

    Das Thema Ersatzwesten und Ersatzpatronen gehört bei solch einem Törn auf jeden Fall mit rein. Und auch, wenn ich die Meinung der Rettungswestenaposteln nicht teile - die harte Grenze liegt weit vor der akuten Kentergefahr. Bei solchen Bedingungen geht man einfach nicht (niemals) ohne Weste der Niedergang rauf. Und man sitzt auch nicht unangeleint in der Plicht.

    Diese Geschichte hat für mich aufgrund der Banalität der Ursachen eine ganz besondere Tragik. Mein Mitgefühl gilt der Famile.

    Gruß R.

  6. #6
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    Zitat Zitat von RunTanplan Beitrag anzeigen
    Den behördlichen Teil kann ich nicht nachvollziehen - ich bin absolut perplex. Es gibt nach meinem Empfinden immer die Möglichkeit, aus ethischen Gründen zumindest so weit über die Zuständigkeitsgrenzen hinweg zu gehen, dass eine Grundversorgung gewährleistet ist. Ohne wirkliche Not die möglicherweise Hinterbliebenen eines vermissten Menschen trotz vielfacher Kommunikationsversuche allein zu lassen, zeichnet für mich ein Bild der Armseligkeit.
    .....warum und mit welcher Begründung soll denn über die Zuständigkeitsgrenzen ermittelt werden?
    Die BSU hat sehr wenig Personal, kann nicht alle ihr rechtlich zugewiesenen Untersuchungen in der gesetzlichen Frist abarbeiten und dann sollen sie einen solchen Fall, aus ethischen Gründen, für eine nichtdefinierte Grundversorgung ermitteln??? Wer gibt der BSU dann das Budget für so etwas?
    Die Polizei hat den Überlebenden befragt, sie hat Logbucheintragungen gelesen und eine Dekra Gutachter beauftragt, den Unfallhergang zu ermitteln/beurteilen. Was sollen sie denn sonst noch ermitteln????
    Das kostet alles viel Geld (Steuergeld) und beschäftigt viel Personal und das Ergebnis wird sich nicht ändern!
    Alles nur, weil Hinterbliebene nicht akzeptieren wollen, dass der Tote einen Fehler gemacht hat?
    Geändert von 2ndtonone (08.05.2019 um 13:54 Uhr)

  7. #7
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    @run
    kreuzerabteilung, sicherheitsrichtlinie:
    -Rettungswesten, eine für jedes Mannschaftsmitglied.
    -ersatzpatrone werden "nur" empfohlen

    bei life-line etc. stimme ich dir natürlich voll zu, das benutzen wäre wohl besser gewesen

    der bootsführer hat ja offenbar ziemlich schnell die angehörigen informiert (via seine frau...), und hatte sicherlich im nächsten hafen kontakt mit behörden... bzw hat ja einen notruf gesendet

    ist jeder der einen notruf empfängt zuständig für angehörige?

    die frage welche behörde für angehörige nach einem privatem unfall/vermisstsein/tod zuständig sein könnte steht im raum
    hier hätte ich erwartet das familie/freunde einiges helfen, scheint aber in diesem tragischen fall eher weniger gegeben zu sein
    haribo
    Geändert von haribo (08.05.2019 um 14:30 Uhr)

  8. #8
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    nochmal @run

    vor zwei jahren (2017) kam die BSU bei einer untersuchung eines in deutschen gewässern überbordgefallenen/ertrunkenen crew mitglieds zu folgendem ergebniss: ...Es wurde festgestellt, dass es eine Ausrüstungspflicht mit Rettungswesten lediglich für die Vermietung bestimmter Charteryachten gibt. Eine Tragepflicht für Rettungswesten existiert dagegen weder auf Charterbooten noch auf Seesportbooten, die rein privat genutzt werden...

    quelle:
    https://www.blauwasser.de/rettungswesten-diskussion

  9. #9
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    Bei allem Respekt vor der Familie, aber was soll hier geklärt werden durch welche Behörden??? Wo soll der Rechtsstaat sie angeblich vergessen haben???
    Der Mann ist bei Sturm über Bord gegangen und wird seitdem vermisst. Das ist traurig und mehr als bedauerlich. Aber was erwartet die Familie jetzt von wem? Zitat: "Und keiner fühlt sich zuständig". Zuständig, wofür???
    Ich verstehe die ganze Zeitungsgeschichte nicht.

  10. #10
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    die bundesbehörde BKA führt ne datei mit derzeit ca. 12000 vermissten deutschen, davon ~2000 im ausland vermisste
    und da sollten die erforderlichen daten schon gespeichert werden wenn z.B. "Unfall" zu vermuten ist, und dazu braucht man vermutlich jemand der offiziell "unfallvermutung" abstempelt oder selbsttötungsabsicht oder eben opfer einer gewalttat

    denn nen verwanter der einfach keine lust mehr hat sich bei seiner familie zu melden wird nicht in der datei der vermissten aufgenommen werden... der kumpel könnte ja sein verschwinden auch vortäuschen

    ich kann mir jedenfals vorstellen, dass man solange keine leiche gefunden wird immer weiter irgendwelchen möglichkeiten hinterherdenkt, menschen brauchen halt ihre eigenen gewissheiten

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