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Thema: Ankerkette

  1. #1
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    Standard Ankerkette

    Hallo, liebe Forumsteilnehmer,
    meine Oceanis 37 hat ca 5,5 to , mit der gesamten Ausrüstung wahrscheinlich eher ca 7,0 to. Ausgestattet ist das Schiff mit ca 20 m 12mm Kette und 30-40 m Leine. Ich will komplett auf Kette umstellen und wollte 70 m Kette kaufen. 70 m Kette bedeuten bei 12 mm aber ca 230 kg Kette im Ankerkasten, was ich etwas viel finde.
    Alternative wäre eine hochwertige 8 mm Kette mit neuer Kettennuss, mit ca 90 kg im Ankerkasten. Die Bruchlast einer hochwertigen 8 mm Kette wäre in etwa die gleiche wie bei einer normalen 12 mm Kette.
    Ich bin mir aber unsicher, ob das Gewicht dann zu gering wäre. Was meint Ihr? Danke für Hilfe und Ratschläge.

  2. #2
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    In welchem Revier bist du denn unterwegs?
    Gruss Gunnar

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  3. #3
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    Zur Zeit in der Bretagne. Habe vor in den nächsten Jahren bis nach GR/TR zu fahren.

  4. #4
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    Bedenke, dass der Anker auch wegen der Kette bzw. ihres Gewichts hält. Ich bin kein Ankerprofi, aber meist sucht man sich doch eher flache Stellen aus, ich zumindest. Ich persönlich würde es daher bei der vorhandenen Kette/Leine Kombi belassen und überlegen, ob man den Anker selber nicht "optimieren" kann. Wenn ich mich an meine Beneteau Zeiten richtig erinnere, waren die Anker zwar okay, aber idR zu leicht.

    Auch beim Ankern gilt, viel hilft viel. Ich würde einen Rocna oder CQR nehmen mit 20 kg und gg noch 10m Kette zusätzlich.
    42!

  5. #5
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    Hallo,
    Du schreibst Du hättest 12mm!!! Ankerkette für ein Schiff mit 37 Fuß und etwa 7 t Gewicht, das halte ich für bombastisch.
    Nun, ich bin im Mittelmeer unterwegs, einst Kroatien jetzt Griechenland, und habe ein 42er mit etwa 10,5 t beladen.
    Hier ist es üblich ausschließlich Ankerkette zu fahren, alleine schon aus dem Grunde weil man hier fast immer Römisch Katolisch, also mit dem Heck zu Mole ankert, und nicht alle Ankergründe immer perfekt sind. Eine Kettenlänge zwischen 70(unterstes Maß) und 100 Metern (je nach Möglichkeit) ist auf jeden Fall ins Auge zu fassen.
    Ich selbst habe 75m 10mm verzinkte Qualitätskette und einen 25Kg Rocna Anker und einen 20Kg Delta als Zweitanker. Als Notanker habe ich noch einen Fortress Alu Anker.

    Eine 12 mm Kette halte ich für ein Schiff Deiner Größe für stark übertrieben, hier fahren das erst Schiffe ab 15m aufwärts und das bei Weitem nicht Alle.
    Es gilt ein gutes Verhältnis von Gewicht zu mitgeführter Kettenlänge zu erwägen und abhängig von dem zur Verfügung stehenden Kettenstauraum. In deinem Fall wäre wahrscheinlich eine gute 8mm Kette voll ausreichend, dafür kann man halt mehr Länge mitnehmen. Es gibt auch verstärkte Ketten die bei gleicher Stärke eine um die Hälfte höhere Bruchlast haben, wenn's denn ein bisserl mehr sein soll.

    Wenn Du es schaffst eine 10er Kette unterzubringen ist das sicher noch besser , ich befürchte aber das wird etwas zu schwer werden bei einer vernünftigen Länge.
    Ich würde ausserdem eher eine verzinkte Kette nehmen und keine aus Niro. Die Niroketten sind zwar super was Optik und Reinhaltung anbelangt, ausserden flutschen sie fast von alleine in den Kettenkasten ohne schlichten zu müssen, dafür läuft man aber Gefahr bei den Wassertemperaturen Lochfrass zu bekommen, je nach Hersteller und Niroqualität. Ich habe vor 2 Jahren meine Nirokette entsorgen müssen.

    Wichtig ist auch ein guter Anker mit dem richtigen Gewicht. Der früher häufig gesehene CQR verschwindet zunehmend unjd wir durch Delta, Rocna, Spade, oder Bügelanker ersetzt. Es gibt auch Sonderformen, von Bruce oder M-Ankern auch normalen Danforth oder sonstigen Plattenankern würde ich ausser als Heckanker eher abraten.
    Was hier auch üblich ist, ist Ankern vor einem Felsen mit Heckleine. Dazu empfiehlt sich eine gute schwimmfähige Leine ab 50m aufwärts. Von Gurtbändern a la Ankorrolina etc. rate ich ab, weil sie erstens nicht schwimmen und zweitens im Wind unangenehm vibrieren, ich verwende meine nur in Notfällen.

    Ich würde also beim Ankergeschirr genau überlegen was ich wirklich brauche. Wir haben hier vor Anker bereits mehrere Stürme abgewettert und sind somit mit unserem Material sehr zufrieden.

    Yippie

  6. #6
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    die bisherigen 20m 12er kette (66kg) wirken in dem fall eher wegen ihrem gewicht, halt kettenvorlauf, es gibt keinen grund sie in der stärke zu verlängern

    ob du sie durch 90m gute 8er kette ersetzt oder 55m 10er kette und dein 40m seil behältst ist gewichtsmässig gleich, beides 125kg und wird auch ruck-dämpfungsmässig nahe beieinander liegen,

    55m 10mm in verzinkt wäre halt 1000euro billiger als die festere 8er und bietet zusätzlich vorteile wenn es eng ist in der schönen bucht, und meistens reichen ja die 55m also musst du damit meistens auch nicht die leine umheben auf der winsch

    achtung: bei 10er ketten gibt es zwei verschiedenen gliedlängen 28mm und 30mm, also auch verschiedene nüsse
    Geändert von haribo (04.06.2019 um 13:41 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    [...] Wichtig ist auch ein guter Anker mit dem richtigen Gewicht. Der früher häufig gesehene CQR verschwindet zunehmend unjd wir durch Delta, Rocna, Spade, oder Bügelanker ersetzt. Es gibt auch Sonderformen, von Bruce oder M-Ankern auch normalen Danforth oder sonstigen Plattenankern würde ich ausser als Heckanker eher abraten.

    Was hier auch üblich ist, ist Ankern vor einem Felsen mit Heckleine. Dazu empfiehlt sich eine gute schwimmfähige Leine ab 50m aufwärts.

    Yippie
    Danke für den guten Kommentar, in zwei Punkten würde ich aber nochmal gern nachhaken:

    Sollte ein Heckanker nicht auch gern sehr gut halten, oder meinst Du, dass der immer weniger Last als ein Buganker halten muss? Oder dass ein Bruce/M wegen seiner einfachen und abgerundeten Form am Heck Vorteile im Handling hat?

    Und schwimmfähig bedeutet doch Propropylen, welches weniger UV-beständig ist, macht das keine Probleme oder erneuerst Du oft? Ausserdem schwimmt das Ende mit der Kette dran ja ohnehin nicht?

    Gruss
    Ville

  8. #8
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    Zitat Zitat von spinacker1 Beitrag anzeigen
    ... 30-40 m Leine .... Bruchlast ...
    Eine Kette bricht nur unter außergewöhnlichen Umständen bei einem verunglückten Ankermanöver. Ist mir mal passiert, wäre aber wohl auch passiert, wenn die Kette stärker gewesen wäre. Insofern halte ich die Bruchlast für weniger wichtig und 8mm für ausreichend sicher.

    Wozu 30-40 m Leine gut sein sollen, erschließt sich mir nicht. Es ist richtig, komplett auf Kette umzustellen, und 70m müssten reichen. Wenn Dir das zu wenig Gewicht auf dem Ankergrund ist, mach sie länger. Wirst aber sehr selten mehr als 70m Kette geben.

  9. #9
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    Zitat Zitat von ville Beitrag anzeigen
    Sollte ein Heckanker nicht auch gern sehr gut halten, oder meinst Du, dass der immer weniger Last als ein Buganker halten muss? Oder dass ein Bruce/M wegen seiner einfachen und abgerundeten Form am Heck Vorteile im Handling hat?
    Genau das ist der Grund und daher wäre hier ein Plattenanker, wie Danforth, Brittany u.dgl eine probate Lösung weil einfacher in einen Heckkasten unterzubringen.
    Und schwimmfähig bedeutet doch Propropylen, welches weniger UV-beständig ist, macht das keine Probleme oder erneuerst Du oft? Ausserdem schwimmt das Ende mit der Kette dran ja ohnehin nicht?
    Eine Heckleine ist eine reine Leine, ohne einer Kette. Die Leine wird direkt an den Felsen, Baum oder was das halt sonst vorhanden ist angebunden. Wer eine sehhhr lange Leine hat, kann auch eine Konstruktion mit einer alten, an Land verbleibenden Leine in Form einer an den Fels gebundenen Bucht machen durch welche die eigentliche Festmacherleine auf slip gezogen wird. Dadurch erspart man sich beim Ablegen den Landgang und der nächste Felslieger kann sich freuen..

    Natürlich ist eine PP-Leine weniger UV-stabil, aber dafür ist sie leichter und wird nicht so oft und vor Allem lange verwendet wie eine Festmacherleine aus Polyester. Selbst wenn, wird PP dadurch nicht weniger stark, es wird mit der Zeit nur härter. Aber wenn man nach ein paar Jahren wechselt wird das im Budget drinnen sein. Wer schon mal 50m abgesunkene 16mm Polyesterleine wieder hochgezogen hat, weiß wovon ich spreche.
    Geändert von segelgunnar (05.06.2019 um 06:18 Uhr)

  10. #10
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    Vielen Dank schon mal für Eure konstruktiven Beiträge.

    Meine Meinung stimmt mit der von yippieaye ziemlich überein. Ich hatte ca 10 Jahre lang in TR ein Boot ( 34 ft, Komplettgewicht sicher auch 6,5 to) mit 65m 8mm Kette und einem 25 kg Pflugscharanker und hatte auch bei Starkwind nie Probleme.

    Die Oceanis habe ich so, wie beschrieben, gekauft und war über die 12 mm Kette ebenfalls total überrascht, da ich es aus der TR anders kannte. Verunsichert hat mich der hiesige Bootshändler, der zugleich Hafenmeister ist und der meinte, dass auf ein Schiff dieser Größe 12 mm Kette gehörten ( ich glaube nicht, dass diese Meinung auf seiner Geschäftstüchtigkeit beruht).

    Ich glaube, ich nehme die 8er Kette, da die 10er auch ca 150 kg im Kasten bedeuten.

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