Hallo Ihr, nachdem dieses Thema geschlossen wurde, und ich dennoch noch was substantielles (weil reales) beitragen kann, habe ich das gleich wieder aufgemacht.
Vor ein paar Tagen bin von Canakkale an den Dardanellen nach Myrina auf Limnos übergefahren, eine typische Flüchtlingsroute.
Mir war die in dem vorigen Thread ausgebreitete Problematik sehr wohl bewußt (auch ohne die Beiträge gelesen zu haben).
Zuerst das Gute: mir sind keine Flüchtlinge begegnet.
Sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien zeigte die Küstenwache eine deutliche Präsenz, und hat mich mehrere Male auf See
kontrolliert. Der Verkehr wurde dabei per Funk auf K16 abgewickelt, und war ziemlich gut verständlich.
Obgleich ich ständig K16 mitlaufen hatte, kam ab Marmarameer aus der Funke nur noch unverständliches Gekrächze (hat nichts damit zu tun, daß ich kein Türkisch verstehe)
Ab der türkischen Küste im Schwarzen Meer bis zum Ausgang der Dardanellen gab es keinen für mich verständlichen Funkverkehr, obgleich ich meine, ein paar mal einen "all ships"-Ruf gehört zu haben, die Einleitung auch das einzig Verständliche.
Von einer türkischen Küstenwache war niemals was zu sehen, und ich wurde auch nicht kontrolliert,
Kaum war ich aus den Dardanellen und den türkischen Hoheitsgewässern raus, kam auch schon die griechische Küstenwache und kontrollierte mich (aus Wettergründen habe ich diese Fahrt in der Nacht absolviert). Der Funkverkehr lief wieder über K16 und war technisch ok, wenn auch linguistisch schwierig.
Das Küstenwachboot ist in Myrina stationiert und ich habe mit den Leuten gesprochen: Sie fahren jede Nacht raus und patroullieren das Grenzgebiet ab.
Die Konsequenz: In türkischen Gewässern gibt es keine Hilfe, ein Funkruf wird ins Leere gehen, zumindest bei der Küstenwache.
In griechischen Gewässern funktioniert das schon eher. Sie haben ein sehr schnelles Boot, grob geschätzt 40kts, und sie sind zumindest Nachts immer präsent.
Viele Grüße
nw