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  1. #1
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    Standard Gefahrenübergang beim Yachtcharter

    Frage:
    Wer ist verantwortlich für das Festmachen des Schiffs?

    Kontext:
    Wochenendcharter auf einem Binnensee. Die vom Vorgänger festgemachte Charteryacht wird Freitagabend, am Steg des Vercharteres, übergeben, es findet eine Sammeleinweisung mit anderen Crews auf einer anderen, baugleichen, Yacht statt. Dabei fällt der Satz: "Wenn Ihr irgendwo anlegt, seht zu, dass Ihr genug Platz zum Steg lasst."
    Yacht wird beladen, Crew geht Essen. Crew kommt vom Essen zurück und die Yacht wird durch steifen Wind von Achtern gegen den Steg gedrückt. Das Glas des Positionslichts ist kaputt, es entsteht ein geringer Schaden. Die Crew bindet die Yacht daraufhin umgehend nach hinten. Das Schiff war nur vorne und Backbord fest, die Steuerbordmuring, für uns zu diesem Zeitpunkt unsichtbar, war nicht angelegt.

    Der Vercharterer wird am nächsten Morgen umgehend informiert, reagiert äußerst unwirsch und hat auch keine Zeit sich den Schaden anzusehen. Bei Rückgabe der Yacht am Sonntag fordert der Vercharterer 30,- EUR für das Glas und vertritt die Meinung, dass die Crew alleine für den Schaden verantwortlich ist. Die Crew vertritt die Meinung, dass eine vom Vercharterer gecheckte Yacht bei Übergabe ordentlich festgemacht sein muss und man darauf als Revierfremder vertrauen kann. Nach wüstem Streit mit dem Vercharterer verzichtet dieser auf die 30,- EUR und will die Crew nicht mehr sehen.

    Mich interessiert nun, wer ist in solch einem Fall rechtlich verantwortlich, nach seemännischer Tradition und nach Rechtslage. Ich habe versucht zu googeln und es ist wohl Rechtslage, dass der Charterer haftbar ist, wenn in seiner alleinigen Obhut ein Schaden entsteht. Befindet sich ein Schiff direkt nach der Übergabe, wenn es in Obhut des Vercharterers festgemacht wurde und am Steg des Vercharterers liegt, bereits in alleiniger Obhut des Charterers?

  2. #2
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    Zitat Zitat von borbarad Beitrag anzeigen
    Befindet sich ein Schiff direkt nach der Übergabe, wenn es in Obhut des Vercharterers festgemacht wurde und am Steg des Vercharterers liegt, bereits in alleiniger Obhut des Charterers?
    Genauso ist es. Der Charterer hat zu prüfen, ob das Schiff auch wirklich gut vertäut ist.
    Ebenso muß der Charterer das Schiff auf Herz und Nieren durchsehen, eventuelle Mängel dem Vercharteter bekannt geben
    und im Übergabeprotokoll unterschrieben von beiden Seite dokumentieren.
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Achterspring Beitrag anzeigen
    Genauso ist es. Der Charterer hat zu prüfen, ob das Schiff auch wirklich gut vertäut ist.
    Ebenso muß der Charterer das Schiff auf Herz und Nieren durchsehen, eventuelle Mängel dem Vercharteter bekannt geben
    und im Übergabeprotokoll unterschrieben von beiden Seite dokumentieren.
    Der Vercharterer hat also keinerlei Prüfpflichten? Ist das irgendwo festgehalten?
    Muss der Charterer das Boot dann auch Kranen um Schäden an der Kielaufnahme auszuschließen?

    Eine Übergabe nebst Protokoll fand überhaupt nicht statt. Alles ziemlich zackzack, Kunde stört nur.
    Geändert von borbarad (30.07.2019 um 14:27 Uhr)

  4. #4
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    Zitat Zitat von borbarad Beitrag anzeigen
    Der Vercharterer hat also keinerlei Prüfpflichten? Ist das irgendwo festgehalten?
    Muss der Charterer das Boot dann auch Kranen um Schäden an der Kielaufnahme auszuschließen?

    Eine Übergabe nebst Protokoll fand überhaupt nicht statt. Alles ziemlich zackzack, Kunde stört nur.
    Ihr wurdet von dem Vercharterer eingewiesen und darauf hingewiesen, beim Festmachen genügend Platz zum Steg zu halten. Der Skipper hätte also, vor dem Landgang die Festmacher prüfen müssen. Das gehört generell zu den Sorgfaltspflichten des Skippers...
    Solche Kontrollen(auf Sicht) macht ja auch jeder Schiffseigner vor dem Landgang.

    Bei Kontrollen des U-Schiffs (Kiel) etc. Werden idR stets Taucher eingesetzt. Ein Kranen des Schiffes wäre im Hinblick auf den Zeitaufwand und die Kosten wohl nicht mehr verhältnismäßig. Es sei denn, der Charterer meldet eine Grundberührung, dann kann, je nach Revier, so ein Kranen erforderlich werden.

  5. #5
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Ihr wurdet von dem Vercharterer eingewiesen und darauf hingewiesen, beim Festmachen genügend Platz zum Steg zu halten. Der Skipper hätte also, vor dem Landgang die Festmacher prüfen müssen. Das gehört generell zu den Sorgfaltspflichten des Skippers...
    Solche Kontrollen(auf Sicht) macht ja auch jeder Schiffseigner vor dem Landgang.
    Kontrolle auf Sicht habe ich auch gemacht, war aber als Fremder in diesem Hafen der Meinung, der Vercharterer wird schon sein Schiff ordentlich festmachen und ging daher davon aus, dass der Status Quo passt.

    Wir wurden eingewiesen und es hieß, "wenn wir festmachen", wir haben aber nicht festgemacht, sondern ein festgemachtes Schiff übernommen.

    Im nächsten Leben werde ich Vercharterer, keinerlei Verantwortung, keinerlei Pflichten...

  6. #6
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    Wer war denn der Vercharterer und auf welchem Binnensee, was für ein Schiff?
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  7. #7
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    Moin,

    wenn das Schiff übergeben worden ist, ist m.E. der Charterer / Skipper für alles verantwortlich; egal, ob er die Situation geschaffen hat, oder in Deinem Fall eben nicht. Sich darauf zu verlassen, daß es andere schon richtig gemacht haben ist schlicht fahrlässig.

    Überlege mal folgendes: Du bist Wachführer auf einer größeren Jacht und übernimmst die Wache. Dann wirst Du schon aus Eigeninteresse den Zustand der Jacht - insbesondere zum Thema Sicherheit - sofort selbst kontrollieren, egal was der abgelöste Kollege Dir gesagt hat.

    Genauso verhält es sich mit dem Übergabeprotokoll: wenn keines gefertigt und unterschrieben(!) wurde, bist Du für alle Schäden (mal abgesehen von versteckten, das mögen die Juristen klären) haftbar. Ergo: keine Jachtübernahme und -rückgabe ohne Protokoll. Ist natürlich problematisch, wenn ein Vercharterer das verweigert. So etwas riecht nach dem Versuch, Kunden Fremdschäden unterzuschieben. In dem Fall würde ich selbst ein Protokoll fertigen und alle vorhandenen Schäden dokumentieren. Und anschließend dort nicht wieder chartern.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  8. #8
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    Zitat Zitat von Achterspring Beitrag anzeigen
    Wer war denn der Vercharterer und auf welchem Binnensee, was für ein Schiff?
    Ich habe aufgrund seiner Arschigkeit hart mit mir gerungen, ob ich ihm nicht eine 1-Stern-Googlebewertung reindrücke, aber ich habe mich dagegen entschieden, ich bin selbst selbständig und mir ist die Tragweite solcher Bewertungen und öffentlicher Äußerungen bewusst. Daher möchte ich auch hier keine Namen nennen.

    Es war eine 10 Meter Segelyacht eines deutschen Herstellers.

    Ich schätze, dass Sie hier mit offenem Visier (Signatur) Ihren Standpunkt vertreten.
    Allerdings gibt es die Rechtsauffassung, dass einer Haftung ein Verschulden zugrunde liegen muss. Ein solches liegt hier aber nicht vor.

    Ich finde es dem gesunden Menschenverstand nach schon hart, dass ein revierfremder Charterer die Qualität der Vertäung eigenverantwortlich beurteilen muss und nicht auf die Expertise des im Revier beheimateten Vercharterers vertrauen darf. Beim nächsten Charter werde ich darauf bestehen, dass der Vercharterer die aktuell korrekte Befestigung der Yacht bestätigt.

  9. #9
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    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen

    Überlege mal folgendes: Du bist Wachführer auf einer größeren Jacht und übernimmst die Wache. Dann wirst Du schon aus Eigeninteresse den Zustand der Jacht - insbesondere zum Thema Sicherheit - sofort selbst kontrollieren, egal was der abgelöste Kollege Dir gesagt hat.
    Ich war bereits Wachführer auf Langfahrten (Überführungstörns), es ist absolut unrealistisch den Zustand der Yacht bei Wachablösung in der Nacht komplett zu prüfen. Die Yacht war auch nicht offensichtlich schlecht festgemacht, hatte ca. 60-70 cm Luft zum Steg und die Steuerbordmuring lag unsichtbar im Wasser, ich dachte das sei dort so üblich.

    Ich werde dort sicher nicht mehr chartern.

  10. #10
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    Zitat Zitat von borbarad Beitrag anzeigen
    Frgeht es age:
    Mich interessiert nun, wer ist in solch einem Fall rechtlich verantwortlich, nach seemännischer Tradition und nach Rechtslage.
    Es wurde ja schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. Also: Sobald der Charterer das Schiff übernommen hat, ist er dafür verantwortlich.

    Nach Deinen Reaktionen auf die Antworten zu Deiner Frage geht es Dir wohl mehr um Rechthaberei. €30 sind Peanuts, insbesondere wenn das noch durch die Anzahl der Crewmitglieder geteilt wird, und ganz bestimmt, wenn man die überhaupt nicht bezahlen mußte.

    Eine "wüste Streiterei" um €30! Recht hat er, daß er nicht mehr an Euch verchartern will.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

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