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  1. #1
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    Standard Material (Platte) f. Innenverkleidung

    Hallo,

    ich möchte den Innenausbau erweitern und die Bordwand isolieren und verkleiden. Dafür möchte ich keinen Stoff/Textil/Leder verwenden, sondern eine Platte. Welches Material/Produkt eignet sich dafür? Hartfaserplatte ist offenbar nicht feuchtraumbeständig zu haben. Auch von der Oberfläche her könnte ich mir etwas vorstellen mit Struktur oder Länsrillen (als wenn es Profilhölzer wären).

    Kennt jemand von Euch entspr. Plattenwerkstoffe, die dafür geeignet sind? Leicht, dünn, flexibel und feuchtigkeitsbeständig sollte es sein - hab noch nichts passendes finden können.

    Vielen Dank für Tipps!

    Gruß R.

  2. #2
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    Standard

    "Eine Platte ist eine Platte , ist eine Platte."
    Ich meine dieses Zitat kommt aus den 80ern , es ging glaube ich um die Neugestaltung des Platzes vor der Nationalgalerie.
    Was hat das mit deinem Schiff zu tun ?
    Soweit ich esverstanden habe möchtest du die Bordwände von innen isolieren und verkleiden. Du fragst nach einer flexiblen Platte.
    Deine Bordwand ist sphärisch, d.h. die Krùmmungen ( Radien ) gegen in zwei Richtungen, vor allem aber verändern sich diese Biegungen-- die Radien sind , nein , sie bleiben niemals gleich.
    All diese Biegungen machen Platten ungern bis garnicht mit. Nur mit massig Schrauben lassen Platten sich in moderate Sphären zwingen. Die Vielen Schrauben aber müssen irgendwo reingetrullert werden, ihre Köppe sind am Ende zu sehen. Auch muss noch Isolationsmaterial unter die Platte .
    Schwierig das alles.
    Historie
    Bei Holz und Stahlschiffen behalf man sich mit Profilhölzern, Nut und Feder. Man schrauble diese Bretter auf die Spanten. Durch die Toleranz der Feder in die Nut, d. h. wie weit sie tatsächlich eingeschoben würde , stellte man eine sphärische Oberfläche her.
    Zwischen die Spanten stopfte man isolationsmaterial.
    Diese Bauweise hat folgende Vorteile:
    --man kann sie wieder abnehmen
    -- man kan sie klar oder weiss lacken
    --man kann die Schrauben plan; Senkkopf
    --man kann Leitungen dahinter verlegen
    - man kann hohle Kunststoffprofilhölzer verwenden
    --man kann isolierte Kunststoffprofilhölzer verwenden und auf eine Isolierung dahinter verzichten. Nahezu eine Klassische Wegerung.

    Nachteile
    --es ist aufwändig , die Erstellung zeitraubend
    --bei einem GFK- Schiff müssen " Hilfsspanten" aufgeklebt , lamelliert werden. Sie sollen die Schrauben der Profilhölzer aufnehmen. Es werden dünne , rd. 3mm dicke Leisten auf die Bordwand geklebt. 3mm Holz ist biegsam, folgt dem Strak . 3 - 4 Stück sollten f. Schraubtiefe reichen.

    Man sieht , aufwândig das Ganze.
    Großwerften machen das heute anders. Deren Bordwände sind aus Sandwich , d. h. bereits isoliert. So kann man da z. B. in der Vorpiek eine viel weniger gebogene , weniger sphärische Platte im wahrstem Sinne voranstellen.
    Im Salon dominieren dann gerade Wânde, Ablagen hinter den Salonbänken.
    Soweit der heutige Stand-- aus meiner bescheidenen Sicht .

    Alternativen
    Tja,
    es gibt da Fabrics , d. h. " Tücher" . Sky , Autohimmel , usw.
    Ich kenne mich da nicht wirklich aus.
    Ich weiss nur dass es etliche Vinyloberflâchen mit Isolationschaum darunter gibt.
    Diese " Plastiklappen" lassen sich mit Sprüh- , oder Kontaktkleber sphärisch verlegen, tapezieren.
    Dies alles nur als grobste Info, wie gesagt , ich kenne mich damit nicht wirklich ausreichend aus.
    Nur soviel, wenn die Isolierung nicht ausreicht , es zu Schwitzwasser , Kondensat kommt, lässt sich auf der meist rauhen Oberfläche der nachfolgende Spak nur sehr schlecht und mühsam entfernen. Oft wird die Oberfläche dabei zerstört.
    Es gibt da Trcks diese Oberflâchen schonend zu reinigen.
    Ich habe das ein paarmal machen müssen , mir es schlussendlich erarbeitet.
    Es ist m. E. aber nicht der richtige Weg Kondenswasser zu akzeptieren und dessen Spak anschliessend aufwändig zu beseitigen.
    Geändert von supra (14.08.2019 um 23:03 Uhr)
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  3. #3
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    Dafür gibt es dünne Funierplatten in z.B. 4mm, die haben längs alle 50mm eine Fräsfuge. Schau mal bei Sommerfeld und Thiele in Mölln oder Georgus in Bremen.
    Beste Grüße

    Dieter

  4. #4
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    Zitat Zitat von kuckst du Beitrag anzeigen
    Dafür gibt es dünne Funierplatten in z.B. 4mm, die haben längs alle 50mm eine Fräsfuge. Schau mal bei Sommerfeld und Thiele in Mölln oder Georgus in Bremen.

    Mmh,
    wat soll man bei 4mm Dickte noch für eine Fräsfuge machen ?
    Wie soll man die Schrauben bei 4mm noch senken.?
    Magst du uns mal einen Link mit den Spezifikationen geben ?




    An den TE,
    das erste eigene Schiff stellt einen vor Herausforderungen.
    Man muss,wird da z. Allrounder. Sieht sich " spannenden " Problemen ausgesetzt denen man als Charterer niemals nicht....
    Schön das.
    Ich hoffe , erwarte , dass dir hier kompetent geholfen wird.
    Geändert von supra (14.08.2019 um 23:44 Uhr)
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  5. #5
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    Das Problem der sphärischen Form wurde von Supra beschrieben. Es gibt also keine allgemeingültige Lösung.

    Zwei Beispiele, bei beiden wurde die alte, brüchig gewordene Folie mit Schaumrücken restlos entfernt.

    Decke, in Längsrichtung nur sanft gebogen. Zwei Meter Vorschiffsdecke wurden gedrittelt mit weiß lackiertem dünnem Sperrholz belegt. Die Fugen mit gebogenen Mahagonileisten überdeckt vermitteln das Aussehen von Decksbalken. Das Ganze mit zierlichen Messingschrauben ins Sandwich geschraubt. Der zwangsläufig entstehende Spalt gab eine Isolation.

    Hundekoje. In Spantrichtung stark, in Stringerrichtung schwach gebogen, mit labberiger Teppichboden- Schlingenware beklebt (Kontaktkleber). Hochwertiger Teppich lässt sich nicht hinreichend in zwei Richtungen verformen. Schwache Isolation, jedoch nie Kondens. Die Decke mitweiß lackiertem Sperrholz belegt.

    Der Rest Außenhaut wurde von Schapps verdeckt, die Außenhaut einfach weiß lackiert. Der Schappinnenraum ergibt die (sparsame) Isolation.

    Die perfekte Lösung muss noch gefunden werden.

    Gruß Franz
    Geändert von grauwal (15.08.2019 um 10:37 Uhr)
    halber Wind reicht völlig

  6. #6
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Mmh,
    wat soll man bei 4mm Dickte noch für eine Fräsfuge machen ?
    Wie soll man die Schrauben bei 4mm noch senken.?
    Magst du uns mal einen Link mit den Spezifikationen geben ?
    Gern, die Fräsfugen sind schon drin:

    https://sommerfeld-thiele.de/artikel...serfurnier--15

    und ein Bild aus unserem Vorschiff:
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Beste Grüße

    Dieter

  7. #7
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    Zitat Zitat von kuckst du Beitrag anzeigen
    Gern, die Fräsfugen sind schon drin:

    https://sommerfeld-thiele.de/artikel...serfurnier--15

    und ein Bild aus unserem Vorschiff:

    Mmh , ausser größerer Biegefähigkeit in Querrichtung sehe ich da keine Vorteile.
    Wie hast du deine Platten in der Vorpiek befestigt ? Liegen sie an der Aussenhaut ( Hilfspanten ) an ?
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  8. #8
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    Hallo Ihr, an meinem Schiff war da vom Erstbesitzer offenbar selbst eingebaut, eine "Wegerung" dran, einfache, flache , lackierte ca. 40mm breite Buchenleisten, auf die vorhandenen auflaminierten Spanten mit ca. 5mm Abstand aufgeschraubt waren. Das hat sich schön an jede, auch 2-dimensionale Rundung angeschmiegt. Ich habe das geändert, weil keine Isolierung, nur leerer Raum dahinter war. Ich habe die Buchenleisten abgenommen, und (schwarzes) geschäumtes PE von passender Dicke mit Kontaktkleber auf den Rumpf geklebt. Auch das ist so elastisch, daß es jeder Rundung folgt. Danach die Leisten wieder drauf. Bis jetzt keine negativen Erfahrungen.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  9. #9
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ... Ich habe das geändert, weil keine Isolierung, nur leerer Raum dahinter war. ...
    Die einfache Variante (so ist das bei uns an Bord):
    an den Spanten (Stahlrumpf) sind jeweils Holzleisten zur Befestigung der Wegerung
    Der Raum zwischen den Spanten ist mit handelsüblichen Steinwollematten ausgelegt, das ganze von oben mit Plastikfolie abgedeckt, die an den Spanten angetackert ist. Darauf die Wegerung wie von supra beschrieben mit Profilholz mit Nut und Feder. Wo es nicht so auf Optik ankam wurden einfach Sperrholzplatten verbaut und weiß lackiert.
    Steinwolle und Plastikfolie sah mir komisch aus, aber wo immer ich mal reingesehen habe (wegen Umbauten o.ä.) habe ich überall vollkommen trockene Bordwände (und Decken) mit einwandfreier Erstlackierung vorgefunden. Das boot ist 50 Jahre alt, die Methode kann also nicht so verkehrt sein.

  10. #10
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    Hallo, die Steinwolle als Isolierung habe ich auch mal in Betracht gezogen, aber sie ist nicht so dünn erhältlich, und hat dann auch keine gute Isolierwirkung mehr. Zudem ist die Isolierwirkung komplett futsch, wenn es einmal naß geworden ist. Das geschäumte PE hat eine hervorragende Isolierwirkung, sodaß eine dünne Schicht ausreicht, es ist geschlossenporig, nimmt kein Wasser auf bzw. verliert die Isolierwirkung nicht. Nachteilig ist, es hat im Schadensfall eine besonders hohe Brandlast, das fällt aber bei einem GFK-Rumpf nicht ins Gewicht, und es ist UV-empfindlich, aber da scheint die Sonne niemals hin.
    Und es ist billig (in meinem Fall kostenlos, denn in der Nähe meines Wohnortes ist eine Firma, die Verpackungen herstellt, und Reststücke kostenlos abgibt), läßt sich leicht verarbeiten, einfach mit einem Messer zuschneiden. Und es kribbelt nicht, wenn man das verarbeitet.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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