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  1. #11
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    Vielen Dank für die Klarstellung. Dann wandele ich das mal für mich ab - bei (dann wohl notwendigem) Winschen-Fernschalter - und viel Wind von der Seite:

    1. Rückwärts in die "Boxengasse" rein ( vor angenommener Anker-Linie ) mit vorgefiertem Anker bis zur "Ankerlücke"
    2. Dort dann Anker komplett ablassen und rückwärts in die Lücke unter ständigem Fieren (wie schnell geht das eigentlich, da <1..2kn eher driften angesagt ... ) oder auch (leicht gebremstes) Ausrauschen der Kette.
    3. Heckleinen fest und mit etwas Abstand zur Pier Eindampfen
    4. Kettenlose durchholen und "Beten", dass er sich richtig eingräbt.
    5. Per Leine ( auf Winsch ) und ggf. Motorunterstützung wieder zur Pier verholen

    Ich liebe unsere Ostsee-Häfen ...

    Insbesondere ein Manöverabbruch wird da dann gleich noch mal spannender ...
    Miteigner oder Verkauf Pogo40 : https://www.boat24.com/de/segelboote/pogo/pogo-40/detail/412999/

  2. #12
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    Nee, so läuft das nicht. Du brauchst doch ausreichend Kettenlänge, sonst hält dein Anker nicht. Wenn du den erst direkt vor der Lücke fallen läßt, kansste das vergessen. Du brauchst mindestens dreifache Wassertiefe Kettenlänge, besser fünffache oder mehr, dh. bei vier Meter Wassertiefe solltest Du den Anker spätestens am Grund haben, wenn dein Heck noch mindestens zwanzig Meter vom Kai entfernt ist.

    Wenn dein Schiff allerdings zwanzig Meter oder länger ist, könnte es auch wie von dir beschrieben klappen

  3. #13
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    Richtig lesen - ich schrieb, dass ich VOR den Ankern der anderen Boote ( oder dort wo ich diese vermute ) entlang fahre. Ziel wäre es, bereits rückwärts in die richtige Richtung zu fahren, wenn der Anker auf Grund geht.

    Ein Manöver mit Vorwärts/ Aufstoppen an Ankerposition und dann Rückwärts funktioniert bei Seitenwind eher nicht, da man dann sofort auf Drift geht und wenn dann der Anker noch nicht unten ist, wird er erst mal quer gezogen ...

    BTW - 3x Wassertiefe wäre bei 3m = 9m Kettenlänge und bei 5m = 15m Länge. Da kann ich auch erst die Heckleinen ausbringen. Bei 30..40m wird das dann aber nicht mehr funktionieren, wobei ... ganz so viel Kette habe ich gar nicht ...
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  4. #14
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    Eine komplett andere Variante ist die "schwedische" Anlegemethode mit dem Bug zum Steg, diese funktioniert einhand ziemlich gut. Dafür braucht man aber einen Heckanker oder einen Zweitanker, den man übers Heck versenken kann. Das fieren des Ankers geht dann ganz gut auch Einhand, und das Anlegemanöver ist nicht viel komplizierter als wenn man in einer viel zu grossen Box festmachen muss.
    Es gibt kein schlechtes Wetter - nur schlechte Kleidung.

  5. #15
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    Bei Seitenwind....Wie schon erwähnt und von @didiundstulle ebenfalls bestätigt, geht das nur mit Anlauf, und nix langsam und bedächtig. Wenn genau von vorne kein Platz ist muß man den Anlauf seitlich nehmen und in einem weiten Bogen auf den Liegeplatz mit erhöhtem speed zufahren. Dafür ist das erwähnte Augenmaß und auch das gute kennen seines Schiffes
    Im Übrigen lege ich lieber RK vor Anker an als mit Mooring. Ich habe mehr Kontrolle, und hänge vorne schon halbwegs sicher, muß mit keiner versüften Leine an Deck entlang laufen, ich kann keine Leine in den Propeller bekommen, und muss auch beim Ablegen nicht warten bis die Leine abgesunken ist.
    RK ist nicht so schlimm wie man glauben mag....

  6. #16
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    Kann ich nur bestätigen. Beim eigenen Boot gehört die Ankerbedienung zum Steuerrad. Ist kein großer Aufwand und macht dich unabhängig von Segelkumpels. Ich hab kein Kettenzählwerk aber in die Ankerkette alle 10m jeweils 1 für 10m, 2 für 20m usw. färbige Bänder aus Spinnackerstoff in die Kette eingebunden. Das kostet nix (Reste vom Segelmacher) und hält mind. 1 Saison. Ich bin vorwiegend in Griechenland unterwegs, meistens mit kleinster Crew. Das Anlegen mit Anker hat immer bestens funktioniert. Und bei Wind musst du eben beherzt Gas geben. Ist echt besser und einfacher als die Fummelei mit der Mooringleine.

    fair Winds
    Gerhard
    SY-FuoriOnda

  7. #17
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    Ich krieg die Tür nicht zu!!. Ich verstehe nicht warum man sich an diese verblödeten Faustregel mit 3x oder 5x Wassertiefe festsetzt, nur weil das irgendwann irgendwo geschrieben stand.
    Es kommt auf soviele verschieden Faktoren an, dass man hier von derartigen veralteten Theorien Abstand nehmen sollte. Ich gebe generell niemals weniger als 30m Kette, selbst wenn ich nur auf 3m Wasser stehe. Sollte dann der Schwojkreis zu groß sein müsste ich überlegen ob das ein guter Ankerplatz ist.
    Beim RK liegen ist etwas weniger dann möglich wenn man den Ankergrund gut kennt, aber weniger als 25m ist auch da waghalsig um nicht zu sagen schleissig.
    Der Anker muss beim dichtholen der Kette eindeutige Last auf die Winsch bringen, ja richtig sie muss so richtig ""oooiinnnk" machen . Nur dann ist man halbwegs gewähr, dass der Anker gebissen hat. Das wird man aber mit 15m Kette oder so mit wahrscheinlich keinem Anker erreichen, und es wird äusserst sicher sein, dass man die Kette samt Anker wieder reinzieht. Oder schlimmer, in der Nacht oder bei Nichtanwesenheit dreht der Wind auf vorlich, und man hängt ausschließlich am Haken. Da wünscht man sich dann ordentlich Kette draussen zu haben wenn man rückwärts auf die Betonmole blickt.
    Mir könnte das ja alles wurscht sein, wenn da nicht gelegentlich so Einer neben mir liegt und sich nach slipendem Geschir an mir anlehnt und mich wegdrückt etc.
    Daher kann ich über so Ratschläge wie 20 m in die Leinen fahren und dann zurück usw. nur den Kopf schütteln, das zeigt höchstens einen Theoretiker aber keinen Praktiker. Man stelle sich das auch mal bei viel Wind vor, da ist man froh in der Lücke zu sein.

    Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, dass gerade im Deutschsprachigen Raum sehr viel Wert auf Eleganz und " Vorschriftsmäßigkeit" bei Manövern gelegt wird, wer auch immer hier die Grundlagen von sich gegeben hat. Möglicherweise um dem Spott beim kritischen Publikum des Hafenkinos keinen Nährboden zu liefern.
    Wichtig ist es eigene Erfahrungen zu machen, und wer RK mit kleiner crew liegen will braucht ein gutes Ankergeschirr mit reichlich Kette und einer guten Winch. Mit Übung weiss man selbst bald was Sache ist.

  8. #18
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    @yippiaye: leider gibt's keinen Danke-Button. Danke!

    Holger

  9. #19
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    Hallo Ihr, ja ich sehe schon, auch andere haben so ihre Probleme mit diesem Manöver. Momentan liegt mein Schiff im Hafen von Vonitsa, da habe ich (mit 2 Helfern) r/k angelegt. Es liegen da auch einzelne Bojen, vermutlich eine Mooring, aber niemand nutzt die. Vor Jahren war ich mal mit einer Segeltour im Hafen von Leros, da hat der Hafenmeister auf die Benutzung der Mooring bestanden. Ansonsten sind mir bisher keine Moorings begegnet. Das routinierteste r/k Manöver habe ich im Hafen von Methana erlebt. Als ich da reinfuhr, war er weitgehend leer, nur 3 Schiffe lagen längseits am Kai, da habe ich gleich ebenso festgemacht. Nach einer Weile kam der Hafenmeister (zum kassieren) und machte mir Vorhaltungen wg, meine unsozialen Anlegens. Da habe ich ihm angeboten, es mit seiner Hilfe nochmal zu versuchen. Er hat daraufhin 3 Helfer organisiert, die zu mir aufs Boot stiegen. Einen habe ich den Gebrauch meiner Ankerwinsch eingewiesen, die anderen beiden stellten sich am Heck auf. Ich mußte nur noch rückwärtsfahren, alles andere haben die gemacht. Absolut reibungsfrei auf den ersten Drücker! Ein Lehrstück!
    Vorher hatte ich noch eine andere Variante im Hafen von Linaria auf Skiros mitgemacht. Da kam der Hafenmeister mit dem Schlauchboot angefahren, und hat mich angewiesen zu einer bestimmten Lücke in dem (sehr keinen) Hafen zu fahren. Dabei hat er ohne mich zu fragen sein Schlauchboot längseits an meinem Schiff festgemacht. Ich habe es zuerst gar nicht bemerkt, aber er hatte offenbar wenig Vertrauen in meine Steuerkünste, und mit seinem Motor den Kurs "verbessert", ich war allenfalls erstaunt, wie leicht und sicher das Rückwärtsfahren geht. Er hat auch das Kommando für den Anker gegeben, ich habe brav gefolgt. Am Kai wartete schon sein 2.Mann, und die Beiden habe das Schiff auf diese Weise für mich angelegt, zu einem gesalzenen Tagespreis. Später habe ich gesehen, daß er das mit allen hereinkommenden Schiffen so macht.
    Vielen Dank
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  10. #20
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    In Gr. gibt es mehrere Spezialfälle, dazu gehört Vonitsa. An der Landseitigen Mole stehen eigentlich nur Langzeitlieger, die ihre Murings selbst ausgebracht haben. Wenn keiner da ist kann man sie im Prinzip nehmen, wenn dann aber der Besitzer kommt muss man weg. Es besteht auch kein Anspruch auf Sicherheit hinsichtlich der Qualität der Muring, es geht alles auf eigenes Risiko.

    Besser man legt an der L-Mole nach Osten blickend RK an, dann aber eher nicht ganz innen, da ist die Wassertiefe so um 2m, somit eher weiter nach hinaus, sollte ein Platz frei sein. Dort finden sich nahezu immer helfende Hände. Alternativ ankert man in der östlich gelegenen Bucht und dinghisiert zum Ort.

    Noch ein spezieller Fall ist George auf Kalamos. Ich krame den desshalb heraus, weil er ein absolutes Original ist und es schafft unter seinem Anweisungen die Schiffe so zu schlichten, dass die Anker zwar Zentimeter voneinander ins Wasser plumpsen, aber dafür verhältnismäßig wenig Ankersalat entsteht. Wenn doch, dann ist er mit seinem Boot helfend zur Stelle und klariert jeden Wuling. Das ist auch ein guter Marketing Schritt, denn nahezu alle ankommenden crews gehen dann in seine Taverne essen.

    Generell erfährt man in Gr. oft Hilfe, auch von so manchem merkwürdigem Kauz, so ist halt Gr.. Es gibt aber auch eine andere Seite, die lernt man nach längerer Anwesenheit und einer Sammlung von Orten erst kennen, da muß die Urlaubseuforie etwas abgeschmolzen sein.

    Ich kann es nur wiederholen, keine Angst vor RK Manövern. Hat man den Dreh erst mal heraus, will man gar nicht mehr anders..

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