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  1. #41
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr, so wirklich aufschlußreich und überzeugend fand ich keine der hier vorgeschlagenen Lösungen. Einhand hat halt doch seine besonderen Probleme!
    Ich kann nur meinen letzten (und einzigen), ziemlich verzweifelten Einhandversuch schildern (Im Hafen von Myrina): Ich habe den Punkt zum Ankerwerfen von der Seite angefahren, das Schiff zum Stehen gebracht, und dann den Anker mit reichlich Kette rausgelassen. Dann versucht, das Schiff auf dem Punkt zu drehen, und wenn das Heck auf die Lücke gerichtet ist, rückwärts loszufahren, und die Lücke möglichst genau zu treffen.
    Diese Methode geht entweder bei Null Wind und Welle, aber auch da kommt es auf die Drehwilligkeit des Schiffes an. Die bereits ausgelassene Kette hat bereits eine nicht zu unterschätzende Leitfunktion und kann den Bug leicht hindern nachzugeben. Man kann es aber bei auflandigem Wind, also zum ausgewählten Liegplatz hin, so versuchen, da tut man sich leichter

    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Dabei als wichtigste Forderung keines der Schiffe beiderseits der Lücke auch nur zu touchieren.
    Ist die Idealvorstellung und geht sich aus wenn die Lücke wirklich überbreit ist. Allerdings in der Praxis und bei den oftmals überfüllten Häfen ist man manchmal froh sich noch wo reinquetschen zu können. Natürlich nicht in eine Lücke die schmäler als des Eigene Schiff ohne Fender ist, sich aber zumindest eng ausgeht. Hierzu gilt für alle Molenlieger sich besonders gut abzufendern. Das ist einfach so...
    Hafenkino wurscht ist eine sehr gute Einstellung, jedenfalls viel Glück bei den zukünftigen Versuchen.

  2. #42
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ... (Das Hafenkino war mir wurscht)...
    nw
    Gratulation! Ein wichtiger Schritt zur Reife und Perfektion.
    Die amüsierten Kritiker in den Hafenkinos vergessen allzugerne, dass sie selbst auch mal Hauptdarsteller im Kino waren. Sie haben ihre diesbezüglichen Oskars im Tresor der Verdrängung versteckt.

    PS: Einer meiner Oskars: Meine Ausbildungskollegen haben mich als den "Erfinder der Schafsnavigation" benannt: "Er fährt nachts so lange geradeaus, bis er das blöcken der Schafe hört. Dann legt er Ruder hart Backbord oder Steuerbord". :-)
    Geändert von Rud1 (12.11.2019 um 17:11 Uhr)
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  3. #43
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr, so wirklich aufschlußreich und überzeugend fand ich keine der hier vorgeschlagenen Lösungen. Einhand hat halt doch seine besonderen Probleme!
    Zunächst kommt es auf die Manövrierfähigkeit des eigenen Schiffs an. Vor ein paar Wochen lag ich neben einer Yacht, deren Eigner RK mit Heckanker praktiziert. Der erzählte mir, daß sein Schiff bei Rückwärtsfahrt kaum zu steuern ist, daher hat er eine Winsch für den Heckanker installiert und legt jetzt vorwärts an. D.h., was bei dem einen gut klappt, muß nicht bei allen gut klappen.

    Ich habe dieses Jahr zum erstenmal "RK einhand" anlegen müssen. Inzwischen habe ich folgende Routine, die gut funktioniert (mein Schiff läßt sich problemlos bei Rückwärtsfahrt steuern). Nach dem ich den Punkt bestimmt habe, an dem ich den Anker werfen will, fahre ich vor diesen Punkt, dann Rückwärtsfahrt (nicht schnell, aber zügig), so daß ich am Ankerwerfpunkt schon genau auf meiner Kurslinie bin (die Ankerwinsch kann ich vom Steuerstand aus bedienen). Bei Versatz durch Wind gibt es 2 Möglichkeiten zur Korrektur: Mit Vorwärtsfahrt nach Luv über die Kurslinie hinaus, und dann wieder Rückwärtsfahrt. Oder hart Ruder legen und kurzen, kräftigen Vorwärtsschub mit der Maschine. Damit kann man das Heck leicht drehen, ohne daß das Schiff groß Fahrt aufnimmt. Die Kette bleibt in beiden Fällen so wie sie draußen ist, damit bekommt man kein Problem.

    Wenn die Nachbarschiffe die Fender berühren, dann ist das eben so. Das ist ja der Normalfall beim Anlegen, und nicht die Ausnahme.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  4. #44
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen

    Wenn die Nachbarschiffe die Fender berühren, dann ist das eben so. Das ist ja der Normalfall beim Anlegen, und nicht die Ausnahme.
    Berührungen sind der Lebenszweck von Fendern. Ich versteh auch nicht, warum sich die Fender von Schiffen im Hafen nicht berühren dürfen.
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  5. #45
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    ...Übrigens sind die 3-5 Meter Ankerkette, die wir in allen Schulbüchern finden für stärkere Winde (ab 6 kn) ungeeignet...
    Das sollte richtig heißen: "3-5 FACHE Wassertiefe"!
    sorry
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  6. #46
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    ... Die Festmacher sind mit einem Palstek an der Klampe befestigt...
    Zur Klarstellung betreffend Palstek an der Klampe: Der Palstek ist so groß, dass er im Notfall leicht als "Befreiungsschlag" von der Klampe geworfen werden kann.

    Zum Thema Seiten Wind: Hier muß man selbstverständlich mit einemVorhaltewinkel arbeiten.
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  7. #47
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    Hallo Rudi1, das mit den Berührungen ist so eine Sache, wenn man einhand unterwegs ist. Man kann zwar viele Fender raushängen (ich habe 4 auf jeder Seite), ob sie jedoch im Falle eines Falles richtig hängen, weiß man nie. Verfügt man über genügend manpower, kann da eine Hand korrigierend eingreifen. Ist man wirklich allein, vermeidet man besser jede Berührung oder auch nur Gefahr der Berührung.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  8. #48
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen

    Einstweilen vielen Dank für die vielen Tips, als erstes werde ich meine Ankerwinsch mit einer Fernbedienung ausrüsten, vielleicht schaut es dann besser aus.
    Vielen Dank
    nw
    Ich glaube nicht, daß Du eine Fernbedienung benötigst. Viel besser ist es, einfach die Kette am gewünschten/geplanten Punkt ausrauschen zu lassen. Dann, wie bei Dir beschrieben, rückwärts mit ausreichend Geschwindigkeit in die Lücke fahren. Dann die luvwärtige Achterleine ausbringen und dann in diese eindampfen. Dann die leewärtige Achterleine ausbringen . Nun gemächlichen Schrittes zum Bug wandern und dort die Ankerkette dicht holen. Da Du ja als vorausschauender Skipper viel Kette (fast alle) gegeben hast, kannst Du auch eine Menge Kette einholen. Irgendwann merkst Du, daß der Anker gegriffen hat. Das wäre der Zeitpunkt, das Manöver als gelungen zu deklarieren und alle weitere Arbeiten einzustellen sowie den Motor auszuschalten.

  9. #49
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    Hallo Festlandsegler, seit meinem ersten Post zu diesem Thread habe ich das Manöver einige Male mit verschiedenen Mannschaften durchgeführt, von sehr versiert bis zu Neulingen ohne jede Erfahrung. Das sichere Durchziehen des Manövers auf den ersten Drücker bei womöglich viel Wind geht nur mit der versierten Mannschaft, mit meinem Schiff nur mit mindestens 3 Mann: einer an der Ankerwinsch, einer am Steuer, einer am Heck. Durch die doch größeren Distanzen (Mittelcockpit!) kann man die Funktionen nicht zusammenlegen, und das Manöver zu zweit oder gar allein fertigbringen. Ob die Fernbedienung der Ankerwinsch wirklich was hilft, weiß man erst, wenn die Kette wirklich sauber ausläuft, was sie auf meinem Schiff nicht immer tut, trotz sehr tiefem Kettenkasten. Ich müßte zur Vorbereitung die Kette manuell im Kettenkasten drapieren. Wenn sie beim Reinholen Türmchen bildet, und dieses auch von selbst umfällt, blockiert das dennoch den sauberen Ausfluß der Kette. Die einzelnen Funktionen müssen so perfekt ineinader greifen, daß man bei einer hierarchischen Kommandostruktur noch einen 4. Mann als Skipper bräuchte. denn wenn der Skipper (wie üblich) am Ruder steht, kann er weder in den Kettenkasten reinsehen, noch sieht er die wirklich reale Distanz zu Kai. Wenn ich als Skipper am Ruder stehe, bin ich schonmal allein mit dem Rückwärtsfahren schwer beschäftigt. Ich kann vielleicht noch das Kommando zum Ankerwerfen geben, ob das aber reibungslos klappt, muß der Mann an der Winsch wissen. Den Mann, der mit dem Festmacher am Heck steht, kann ich beobachten, wann er jedoch den Sprung wagt, muß er selber entscheiden. Erst wenn ich sehe, er ist richtig an Land, kann ich Gas wegnehmen, oder Vorwärts Gas geben. Auch der Mann an der Ankerwinsch muß das sehen, und mithelfen das Schiff zu bremsten.
    Geht kein Wind, kann man das entsprechend langsamer machen, und auch eine weniger versierte Mannschaft anleiten.
    Natürlich habe ich das rein theoretisch vorher z.B. für den SP-Schein gelernt, bis zur Praxis ist dann noch ein weiter Weg. Daß auch alte Salzbuckel damit ihre Probleme haben habe ich auch mittlerweile mehrere Male gesehen.
    Viele Grüße
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  10. #50
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    Gut, ich gebe zu, daß ich nicht mit einer Mittelcockpit-Yacht unterwegs war.

    Ich kann aber berichten, daß ich mit dem oben beschriebenen Manöver unzählige Male Einhand und römisch-katholisch angelegt habe. Vielleicht sollte ich noch berichten, daß mein Boot sich excellent rückwärts steuern ließ. Dies war aber nur möglich, weil die Kette vorne ausgerauscht war und auf den Bug meines Schiffes keine Kraft mehr ausüben konnte.

    Also: 1. Kette ausrauschen lassen (selbst wenn man zuvor die Kette hat klarieren müssen) und 2. zügig rückwärts fahren, damit das Schiff steuerbar ist und 3. in die luvwärtige Heckleine eindampfen, damit das Schiff stabil liegt und dann 4. die Kette mit Hilfe der Winsch stramm ziehen.

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