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  1. #21
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht warum man sich an diese verblödeten Faustregel mit 3x oder 5x Wassertiefe festsetzt, nur weil das irgendwann irgendwo geschrieben stand.
    Es geht um den Winkel zwischen Grund und Kette. Bei 7x Wassertiefe ist der so gering, daß der (eingegrabene) Anker auch hält. Es gibt Untersuchungen darüber, von der Uni Tübingen glaube ich mich zu erinnern. Wenn Dich das interessiert, dann schaue ich nochmal nach. Generell gilt hier: Viel (Kette) hilft viel. An anderer Stelle haben wir ja über die maximal vorhandenen Kettenlänge diskutiert und jetzt, nach einigen weiteren RK-Manöver, muß ich Dir recht geben. Man braucht ordentlich Kette (bzw. mit Tauverlängerung wie bei meinem Schiff). RK-Anlegen ist eben anders als frei Ankern. Und 3m vor der Pier verhungern, weil man nichts mehr zum rauslassen hat, ist wirklich blöd.
    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Es kommt auf soviele verschieden Faktoren an, dass man hier von derartigen veralteten Theorien Abstand nehmen sollte. Ich gebe generell niemals weniger als 30m Kette, selbst wenn ich nur auf 3m Wasser stehe. Sollte dann der Schwojkreis zu groß sein müsste ich überlegen ob das ein guter Ankerplatz ist.
    Die 7x Regel ist eine Faustregel, die man nicht immer durchhalten kann. Der Schwoikreis kann zu groß sein, usw. Dieses Problem gibts bei RK nicht.Dafür andere: Eben gerade habe ich den Anker auf 16m geworfen, 54m Kette draußen. Macht etwas mehr als 3x Tiefe. Weiter draußen liegt einen alte Mooringkette, also konnte ich nicht weiter draußen Ankern.
    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Der Anker muss beim dichtholen der Kette eindeutige Last auf die Winsch bringen, ja richtig sie muss so richtig ""oooiinnnk" machen . Nur dann ist man halbwegs gewähr, dass der Anker gebissen hat. Das wird man aber mit 15m Kette oder so mit wahrscheinlich keinem Anker erreichen, und es wird äusserst sicher sein, dass man die Kette samt Anker wieder reinzieht. Oder schlimmer, in der Nacht oder bei Nichtanwesenheit dreht der Wind auf vorlich, und man hängt ausschließlich am Haken. Da wünscht man sich dann ordentlich Kette draussen zu haben wenn man rückwärts auf die Betonmole blickt. Mir könnte das ja alles wurscht sein, wenn da nicht gelegentlich so Einer neben mir liegt und sich nach slipendem Geschir an mir anlehnt und mich wegdrückt etc.
    Daher kann ich über so Ratschläge wie 20 m in die Leinen fahren und dann zurück usw. nur den Kopf schütteln, das zeigt höchstens einen Theoretiker aber keinen Praktiker. Man stelle sich das auch mal bei viel Wind vor, da ist man froh in der Lücke zu sein.
    Ja, so isses.

    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, dass gerade im Deutschsprachigen Raum sehr viel Wert auf Eleganz und " Vorschriftsmäßigkeit" bei Manövern gelegt wird, wer auch immer hier die Grundlagen von sich gegeben hat. Möglicherweise um dem Spott beim kritischen Publikum des Hafenkinos keinen Nährboden zu liefern.
    Wichtig ist es eigene Erfahrungen zu machen, und wer RK mit kleiner crew liegen will braucht ein gutes Ankergeschirr mit reichlich Kette und einer guten Winch. Mit Übung weiss man selbst bald was Sache ist.
    Sehe ich genauso. Meine Maxime ist das Schiff so zu führen, daß keine Personen gefährdet oder verletzt werden und keine Sachen gefährdet oder beschädigt werden. Alles andere ist erlaubt. Bei starkem Seitenwind kann ich mir etwa eine Lücke zwischen 2 Schiffen suchen, so daß ich auf den letzten Metern von den anderen "gestüzt" werde - die Fender sind draußen und vorsichtig reinfahren, dann ist das OK. Und wenn ich 5 Anläufe brauche, dann ist das eben so. Immer relaxed und umsichtig bleiben. Die besten Kapitäne stehen ohnehin an Land, deswegen will man ja auch dahin.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  2. #22
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    @yippie: Wie CO2 schrieb, ist nur ´ne Faustregel. Natürlich gilt: Je mehr Kette desto besser.

    George auf Kalamos kenne ich, der ist mit etwas Vorsicht zu genießen. Wenn man (vom Hafenbecken aus gesehen) ganz links an die Mole ranfährt, dann liegen da ein paar eklige große Steine im Wasser, die einem das Ruder demolieren können. Genau dorthin wollte George uns seinerzeit lotsen. Ich hab´s ihm nicht übel genommen und wir haben trotzdem bei ihm gegessen ;-)

  3. #23
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    Zitat Zitat von Wetterbote Beitrag anzeigen
    Eine komplett andere Variante ist die "schwedische" Anlegemethode mit dem Bug zum Steg, diese funktioniert einhand ziemlich gut. Dafür braucht man aber einen Heckanker oder einen Zweitanker, den man übers Heck versenken kann. Das fieren des Ankers geht dann ganz gut auch Einhand, und das Anlegemanöver ist nicht viel komplizierter als wenn man in einer viel zu grossen Box festmachen muss.
    Mich wundert, dass hier keiner der Mittelmeersegler drauf eingeht.
    Natürlich ist das (nicht nur Einhand) einfacher, sondern man hat in jedem Fall von Windrichtung die bessere Kontrolle über das Boot. Und da bei den meisten Yachten die Hecks / Heckanker-Rollen auch dichter am Wasser sind, als die Buganker, ist auch weniger ausgebrachte Kettenlänge notwendig.
    Von besserer Privatsphäre im Hafen mit Cockpit seeseitig braucht man ja garnicht reden.
    ABER bestimmt ist das Liegen mit Bug zur Pier verboten, weil man das einfach nicht macht im deutschen Sinne des Liebens der Vorschriftsmäßigkeit

    Gruss
    jan

  4. #24
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    @jan: ich vermute, dass niemand auf die "schwedische Anlegemethode" eingeht, weil kaum jemand einen Heckanker mit eigener Winsch und ausreichend Kette besitzt. Habe ich jedenfalls sehr selten gesehen. Wenn mans hat, ist es sicher die beste Methode zum einhandanlegen. Ich hab´s selbst allerdings (mangels Heckanker) noch nie ausprobiert...

  5. #25
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    Wie @didiundstulle schreibt, ist ein Heckanker im MM ein nicht automatisch vorhandenes, sofort einsetzbares Teil. Natürlich habe ich das Geschirr dabei, aber eher für Not- oder Sonderfälle. Gebraucht habe ich es in den letzten Jahren kaum.
    Es kommt aber auch der mangelnde Ein- und Aussteigekomfort dazu. Wenn man bunkert wäre das anstrengend. Und Frau Kapitana tut sich beim klettern mit den maroden Knien auch schwer, mit der robusten Gangway achtern ist es angenehmer.

    Und was die Kettenlängen beim freien Ankern angeht, ist ja klar, dass je tiefer und je mehr Kette man draussen hat, sich das Verhältnis verkleinert. Ausserdem ist es wesentlich welche Kettendimension man hat. Das Ankergewicht selbst ist abgesehen von jeweiligen Mindestgewicht für das Schiff nicht soooo wichtig wenn er mal sitzt. Zum schnelleren und besseren eingraben ist aber mehr Gewicht natürlich vorteilhaft.

  6. #26
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    Zitat Zitat von janoffshore Beitrag anzeigen
    Mich wundert, dass hier keiner der Mittelmeersegler drauf eingeht.
    Natürlich ist das (nicht nur Einhand) einfacher, sondern man hat in jedem Fall von Windrichtung die bessere Kontrolle über das Boot. Und da bei den meisten Yachten die Hecks / Heckanker-Rollen auch dichter am Wasser sind, als die Buganker, ist auch weniger ausgebrachte Kettenlänge notwendig.
    Einfacher ist das nur, wenn man eine Heckankerwinsch mit Fernbedienung hat. Das werden die wenigsten haben.
    Zitat Zitat von janoffshore Beitrag anzeigen
    Von besserer Privatsphäre im Hafen mit Cockpit seeseitig braucht man ja garnicht reden.
    ABER bestimmt ist das Liegen mit Bug zur Pier verboten, weil man das einfach nicht macht im deutschen Sinne des Liebens der Vorschriftsmäßigkeit
    Das stimmt. Außerdem erspart mir das die Montage der Gangway. Dort wo es Moorings gibt liege ich immer mit dem Bug zur Pier. Warum sollte das verboten sein? Viele machen das jedoch nicht, weil es die anderen auch nicht machen oder weil das Übersteigen aufgrund der Bootsgeometrie schwierig ist.
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