Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
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    Standard Dyas - Rumpf sanieren / sanierbar?

    Hallo,
    ich habe vor kurzem eine alte Dyas erworben. Wir möchten Sie von Mai-Okt im Wasser haben und gelegentlich damit Segeln, keine Regattas oder ähnliches geplant. Dass der Rumpf vermutlich Sanierungsbedarf hat, war mir klar …
    Nun stehe ich vor der Frage: langfristige Sanierung vs. einige Jahre noch "brauchbares" Freizeitsegeln. Ich hatte die Dyas nun etwa 2 Monate im Wasser, gestern gekrant. Im achterlichen Stauraum (Rumpf ohne Schaumkörper) war es feucht (2mm Wasser).
    Habe nun die ersten Fotos gemacht und kann die Art der Schäden nicht klar einschätzen. Klar ist, dass der Schaumkörper Wasser gezogen hat, hinter dem Kiel ist die Unterseite des Rumpfes sichtbar nass.
    Mich würde nun interessieren, wie die Möglichkeiten einer Sanierung einzuschätzen sind. Grundsätzlich möchte ich am Mai wieder im Wasser sein. Langfristiges Trocknen ist also damit nicht drin. Das als typisch beschriebene Osmose-Kennzeichen "stinkende Flüssigkeit aus Blasen" habe ich allerdings bei meiner ersten Beschau nicht erkennen können, mir fehlt dazu auch jegliche Erfahrung.
    Fotos beigefügt, bitte um Informationen was hier vorliegt, Vorschläge, Erfahrungen, Ideen, etc., danke.

    Bilder siehe unter: http://www.antifouling-shop.com/show...erbar#post8281

  2. #2
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    4.880

    Standard

    a) Du bist ja schon bei einem Experten, unserem Engel
    b) Wenn Du nicht weiß, was und wie es zu sanieren ist, suche Dir eine Werft, fahre hin und lass dort Dein Schiff begutachten.
    Vorteil: die Werft sagt Dir was los ist, schlägt eine Sanierung vor und macht einen Kostenvoranschlag - Thema ist dann durch und im Mai kannst Du wieder segeln.

  3. #3
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    1.028

    Standard

    Die Dyas wurden einige Zeit im Depotverfahren hergestell, auch Seahorse/Sailhorse und Efsix wurden so gebaut.
    Deinem spärlichen Angaben nach hast du eine solche von Fritzmeier gebaute Dyas.
    Es wurde in Stahlformen laminiert , Innenschale und Aussenschale wurden zusammengebolzt, anschließend Schaum eingespritzt.
    Das war ein Sandwich mit variabeldickem Kern, beispielsweise für den Cockpitboden.
    Es war leicht und steif. Nachteilig war das der Schaum bei Verletzung der Aussenhaut Wasser zog , das. Schiff wurde schwerer.
    Die Festigkeit des Rumpfes litt darunter nicht. Mit Osmose hat die Wasseraufnahme des Schaumkerns auch nichts zu tun.
    Irgendwann, irgendwo in diesem Forum habe ich das Depotverfahren detaillierter beschrieben.
    Man möge sich dahingehend der Suchfunktion bedienen.
    Hinsichtlich einer Dyas ist evtl. über die Klassenvereinigung herauszubekommen welche Baunummern im Depotverfahren hergestellt wurden. Sanierung über vollgesogenen Schaum ; Depotverfahren; findet man eher bei Sailhorse Homepages.
    Ich selbst habe einige Jahre eine " vollgesogene" Sailhorse gesegelt, sie war nur schwerer, sprich etwas langsamer.
    Dat is' nu' Jahrzehnte her, das Schiff segelt immer noch.

    Nachtrag
    https://forum.yacht.de/showthread.ph...depotverfahren
    Geändert von supra (06.10.2019 um 22:25 Uhr)

  4. #4
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    73

    Standard

    Hallo,

    auch ich habe vor ca. 15 Jahren eine "zusammengerittene" Fritzmeier Dyas (Baujahr Ende 70er) aus einem Bootsverleih entsprechend sehr günstig erworben und saniert.

    Feuchtigkeit im Schaum hatte ich nur um die Lenzventile mittschiffs. Diese kamen raus, den Schaum ringsum etwa 30cm entfernt (da war der Schaum weitgehend trocken) und den entstandenen Holraum mit Epoxid Spachtel verfüllt und die Öffnungen für die Lenzventile neu modelliert. Die total versifften und verkalkten Lenzventile wurden in Essigreiniger gesäubert und mit neuen Dichtungsgummis und neuen VA Schrauben wieder montiert.
    Bei einigen Probebohrungen im gesamten UW trat nur trockener Schaum zu Tage!
    Das Unterwasserschiff hab ich in (-mit Freunden) in mühsamer Arbeit von unzähligen Anstrichen und Antifoulings abgeschliffen. Beim anschließenden abblasen mit Druckluft lösten sich kreisrunde Kunststoffteile vom Rumpf. Keine direkte Osmose, da trocken?! wohl eher eine Unverträglichkeit mit einem der diversen alten Anstrichen oder eine materielle Alterserscheinung ..
    Also UW mit 10 bar Druckluft zentimeterweise abgeblasen, anschließend mit Wasser abgewaschen und über den Winter in einer Scheune viele Wochen trocknen lassen.
    Im Frühjahr mit Epoxid Spachtel die Löcher verfüllt und geschliffen, 2 x VC Gelshield, 5 x VC Tar und 2 X VC 17.

    Der restliche Rumpf (Bordwände) wurde mit 2K Polyurethan Lack lackiert und das Deck mir einem 1K Lack.

    Das Boot war wie neu, segelte grandios und wurde dank neuer Segel auch von deutlich neueren Dyas kaum stehen gelassen.
    Allerdings kannte ich Dyas in der Nachbarschaft, die im vergleichbaren Alter deutlich tiefer im Wasser lagen - sprich vermutlich mehr Wasser im Schaum hatten.

    Die Dyas hab ich dann nach einigen Jahren wieder verkauft, um mir eine Dehler 22 zuzulegen. Die Dyas segelt heute noch am gleichen See und ich seh ihr oft wehmütig hinterher ..

    Und sie ist nun über 40 Jahre alt ..

    Übrigens ist auch das Ruderblatt eine Schwachstelle. Das war bei meiner Dyas komplett vollgesoffen und tropfte den ganzen Winter nach ..
    War aber zum segeln kaum relevant ..

    Mein persönliches Fazit: Auch bzw gerade mit einer alten Dyas kann man sehr günstig verdammt viel Segelspaß haben. Nur aufpassen, das der Schaum im Rumpf nicht bereits zu viel Wasser gesogen hat - denn das Wasser bekommst du niemals wieder raus. Achte daher um den Bereich der Lenzventile oder alte Schadstellen - und das Ruderblatt ..

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