Es ist natürlich richtig, dass es jede Menge Mist am Markt zu besichtigen gibt. Aber ehrlich gesagt muss der Preis auch bei einem gut gepflegten Schiff einem natürlichem Verfall unterliegen und damit meine ich dass es nicht ganz sein kann für ein 20 Jahre altes Exemplar den halben Neupreis zu bezahlen, zumindest nicht für ein Schiff von der Stange.
Es gibt auch ein Nord-Süd Gefälle und auch ein Gefälle in der Schiffslänge.
Ich beobachte den Markt ständig, aber nicht nur im Netz, sondern auch Vorort. Viele verkaufswillige Eigner bieten erstmal von der Reling aus an und stellen sich in den Häfen den oft neugierigen Fragen vorbeikommender vermeintlicher Interessenten. Wer dafür einen breiten Rücken hat und ein wenig Glück, könnte auf diese Weise zu einem Schiff kommen bzw. zu einem Käufer.

Der Hinweis auf einen Makler ist zwar nett gemeint, aber eine Sicherheit für einen Käufer erzielt man damit kaum. Seriöse Makler kennen den Marktwert und geben für den Preisansatz eine realistische Empfehlung ab bevor sie eine Vermittlung übernehmen. Andere wiederum setzen hoch an weil ja die Provision einen prozentuellen Anteil des Verkaufspreises ausmacht. Und dann gibt es die Makler, die mit Schnäppchen wedeln, die es entweder dann so nicht gibt, dafür aber bieten sie eine Alternative oder Alternativen an. Der schiffsgeile Sucher könnte dann möglicherweise in eine Falle tappen.

Ein seriöser Sachverständiger kostet zwar, hat aber den Vorteil mögliche Mängel vor dem Verkäufer aufzudecken, bzw. einen überhöhten Preis im Verhältns zum eigentlichen Wert zu relativieren. Sollte der Preis stimmen, dann haben sich die Kosten für den Profi auch bezahlt gemacht, weil man dafür Absolution erteilt bekam.

In den letzten Jahren habe ich so einige Eignerwechsel miterlebt, auch von hochpreisigen Schiffen wie etwa einer Contest, die letztendlich um etwas mehr als den halben vom Verkäufer gefordeten Preis den Eigner wechselte.
Die beste Kaufposition hat man wohl wenn man nicht in Eile ist, oder sich von einem vorhandenen Schiff aus verändern möchte. Ich selbst wäre zb. nicht abgeneigt mich zu vergrößern, und sollte da ein Angebot auf mich zuflattern, welches meine Aufmerksamkeit erregt, würde ich wohl zuschlagen mit dem Wissen mein altes schiff jetzt zügig loswerden zu müssen bevor es wirklich Mehrkosten verursacht. Dass man dabei einen Verlust einfahren würde steht wohl ausser Zweifel, allerdings geht es dann immer noch um den Betrag, der unterm Strich stehen bleibt und wenn der passt, dann passt es auch für mich. Doch diese Geisteshaltung ist nicht jedermanns Sache.

Wer sich auskennt ist jedenfalls im Vorteil und versuchen zu handeln kann nicht schlecht sein, wenn man weiß was man da vor sich hat. Das ist ohnehin das Geheimnis jeder Geschäftstätigkeit.