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  1. #1
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    Standard Ruder laminieren

    Hallo,

    unsere Neuanschaffung aus dem Sommer haben wir sehr günstig erhalten, allerdings nach Grundberührung im Wattenmeer mit erforderlicher Abschleppung. Daher haben wir auch auf Inspektion des Unterwasserschiffs verzichtet.
    Während der Saison ist uns ein extremer Radeffekt und unzureichende Ruderwirkung aufgefallen, war aber noch gut segelbar.

    Nsch dem Auskranen ist nun die Ursache klar, die untere Hälfte des Ruders (Unterhalb der Wellenaufnahme) ist wohl bei der Bergung abgerissen, genau der Teil, der vom Propeller angeströmt wird.

    Für unsere Jouet 32 aus 1978 gibt es natürlich keine Ersatzteile mehr. Der Typ ist auch nicht gängig genug für gebrauchte Teile. Also wollen wir das Ruder nach Zeichnungen wieder aufbauen. Hierzu könnte ich Anregungen gebrauchen.

    Meine Idee bis jetzt:

    Ruder ausbauen
    Alten Schaumkern auskratzen, vermutlich stark vergammelt
    Großzügig die obere Ruderhälfte runterschleifen, zur Risstelle hin mehr Materialabtrag
    Nylonplatte als formgebenden Hilfsrahmen einsetzen und innen ausschäumen
    Dabei den neuen Ruderteil mit umschäumen
    Nach Aushärten PU-Schaum in Form feilen
    Neu auflaminieren, dabei schichtweise zunehmend auf den alten Teil mit auflaminieren
    Letzte Laminatschichten um das gesamte Ruder neu aufbauen
    Oberflächenversiegelung mit Gelcoat, Antifouling auftragen

    Ist das auch nur in der Nähe von etwas, das im Ergebnis ein stabiles Ruder ergibt oder bin ich total auf dem Holzweg?
    Und ist als Schaumkern handelsüblicher Bauschaum geeignet oder muss das etwas spezielles sein?

    Vielen Dank für Anregungen.
    Michael
    Geändert von mincologne (10.11.2019 um 18:29 Uhr)
    Jouet 32 „Lucifer“, Compagnieshaven Enkhuizen, Aperoliker an Bord

  2. #2
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    Hallo, möglicherweise befindet sich innerhalb des noch erhaltenen Ruderteils ein Hilfsrahmen aus Niro? Wenn Ja, dann alles von dem Hilfsrahmen runter und Alles neu aufbauen. Wenn nein, etwa so, wie Du es vorhast.
    Zur Rekonstuktion des fehlenden Ruderteils keine Nylonplatte, sondern Styrodur-Platte in etwas Übergröße, evtl. aus dünneren Platten mit einer Lage Glasgewebe dazwischen zusammenkleben. Als Klebe- und Laminiermaterial Epoxid-Harz verwenden.
    Die Laminatschicht des Restruders großzügig schräg anschleifen.
    Die Reparaturplatte z.B. mit Dübeln (aus Niro) mit dem Restruder möglichst fest verbinden.
    Per Schleifen (fürs Grobe Winkelschleifer mit Fächerscheibe, Feinschleifen mit Sandpapier von Hand) auf die korrekte Ruderform (minus Laminatdicke) zurückschleifen.
    Dann Auflaminieren mit Glasgewebe und Epoxidharz, Harz möglichst sparsam, besonders auf den angeschliffenen Überlappungsbereich achten.
    Diese Arbeiten erst anfangen, wenn alles gut durchgetrocknet ist, also erst nach dem Jahreswechsel.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #3
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    Danke für die Tipps, das klingt ja alles machbar.
    Ich baue das Ruder nächste Woche aus, schaue mir alles genauer an und werde es erst mal in der Abstellkammer trocken einlagern und Material besorgen.
    Jouet 32 „Lucifer“, Compagnieshaven Enkhuizen, Aperoliker an Bord

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von mincologne Beitrag anzeigen
    Hallo,

    unsere Neuanschaffung aus dem Sommer haben wir sehr günstig erhalten, allerdings nach Grundberührung im Wattenmeer mit erforderlicher Abschleppung. Daher haben wir auch auf Inspektion des Unterwasserschiffs verzichtet.
    Während der Saison ist uns ein extremer Radeffekt und unzureichende Ruderwirkung aufgefallen, war aber noch gut segelbar.

    Nsch dem Auskranen ist nun die Ursache klar, die untere Hälfte des Ruders (Unterhalb der Wellenaufnahme) ist wohl bei der Bergung abgerissen, genau der Teil, der vom Propeller angeströmt wird.

    Für unsere Jouet 32 aus 1978 gibt es natürlich keine Ersatzteile mehr. Der Typ ist auch nicht gängig genug für gebrauchte Teile. Also wollen wir das Ruder nach Zeichnungen wieder aufbauen. Hierzu könnte ich Anregungen gebrauchen.

    Meine Idee bis jetzt:

    Ruder ausbauen
    Alten Schaumkern auskratzen, vermutlich stark vergammelt
    Großzügig die obere Ruderhälfte runterschleifen, zur Risstelle hin mehr Materialabtrag
    Nylonplatte als formgebenden Hilfsrahmen einsetzen und innen ausschäumen
    Dabei den neuen Ruderteil mit umschäumen
    Nach Aushärten PU-Schaum in Form feilen
    Neu auflaminieren, dabei schichtweise zunehmend auf den alten Teil mit auflaminieren
    Letzte Laminatschichten um das gesamte Ruder neu aufbauen
    Oberflächenversiegelung mit Gelcoat, Antifouling auftragen

    Ist das auch nur in der Nähe von etwas, das im Ergebnis ein stabiles Ruder ergibt oder bin ich total auf dem Holzweg?
    Und ist als Schaumkern handelsüblicher Bauschaum geeignet oder muss das etwas spezielles sein?

    Vielen Dank für Anregungen.
    Michael
    Die professionelle Schaum-GfK-Überzug Methode würde ich den Werften überlassen. Die haben die Maschinen und Örtlichkeiten um ein gutes Produkt zu erzeugen. Der Amateur nicht.

    Vor der Ära der ausgeschäumten Blätter wurden die Kerne aus Marinesperrholz geshaped. Selbst noch in der 80ern war die Methode gang und gäbe. Sie kommt dem Amateur auch eher entgegen.
    Den Querschnitt des optimale Profils aufreißen und rasterartig Sperrholzplatten zuschneiden. Die Platten mit einer Zwischenlage GfK verbinden. Die mittleren Lagen für den Nirorahmen an der Welle ausschneiden und mit eingedickten (Sägemehl)Epoxy ausgießen. Den Blank mittels Bandschleifer shapen. Diesen mit ca. 3-4mm Epoxy-GfK überziehen.
    Knackpunkt ist der Eingang der Ruderwelle.
    Vor dem Laminieren das Holz großzügig um die Ruderwelle ausgraben (15mm rundum) und mit eingedicktem Epoxy füllen, Nach dem Laminieren nochmals eine dünnere Fuge rund um die Welle ausarbeiten und mit dauerelastischem Material füllen (Sika, Pantera, ..)

    Viel Erfolg
    Franz
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
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    Und lieber "Brunnenschaum" verwenden, ist geschlossenporig.
    Bauschaum zieht Wasser.

    Handbreit
    Toto
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  6. #6
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    Hallo Rw2, Styrodur ist sehr (absolut?) geschlossenporig. Blätter aus mit Zwischenlagen aus Glasgewebe zusammengeklebten Styrodurplatten sind nicht nur sehr stabil, sondern auch leicht, und dazu nicht nur viel billiger als Bootsbausperrholz, sondern auch noch dauerhafter. Die Stabilität des Ganzen kommt sowieso von der auflaminierten Außenhaut. Der Innenrahmen dient vor allem zur Übertragung des Drehmoments.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  7. #7
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    Glücklicherweise ist bis zur Ruderwelle alles noch intakt, da muss ich gar nicht viel machen.
    Wenn ich so an die Stabilität von PU-Schaum denke, gehe ich davon aus, dass der in der Hauptsache dazu dient, das Bauteil leichter zu machen und die Form für die Gfk-Auflage vorzugeben und dass das weniger mit der Stabilität zu tun hat. Da unser Ruder verglichen mit anderen Booten in der Größe ein extrem schlankes Profil hat, wird es da auf das Gewicht des Kerns kaum ankommen. Das hat an der dicksten Stelle keine 5 cm.

    Danke für alle Ratschläge bis hierhin. ��
    Jouet 32 „Lucifer“, Compagnieshaven Enkhuizen, Aperoliker an Bord

  8. #8
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Rw2, Styrodur ist sehr (absolut?) geschlossenporig. Blätter aus mit Zwischenlagen aus Glasgewebe zusammengeklebten Styrodurplatten sind nicht nur sehr stabil, sondern auch leicht, und dazu nicht nur viel billiger als Bootsbausperrholz, sondern auch noch dauerhafter. Die Stabilität des Ganzen kommt sowieso von der auflaminierten Außenhaut. Der Innenrahmen dient vor allem zur Übertragung des Drehmoments.
    Viele Grüße
    nw
    Die damals größte Sportbootwerft der Welt baute die Blätter der Regattayachten aus überzogenem Sperrholz, selbst bei den extrem leichten (z.B. bei der Rush) und Jeanneau war nicht dafür bekannt verschwenderisch zu sein.

    Ausgeschäumte Blätter sind verbreitet und bewährt. Aber selbst bei industrieller Fertigung sind sie nicht für besondere Festigkeit und Dauerhaftigkeit bekannt.
    Der Amateur ist mit diese Bauart überfordert.

    Styropor ist unbrauchbar, da man es nicht shapen kann. Beim Schaum würde ich mich an die Surfbrettbauer halten. XPS ist sehr druckfest, preiswert und sollte geeignet sein (bin aber nicht mehr auf dem Laufenden)

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  9. #9
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    https://www.france-troc.com/Troc_ech...ce-810782.html

    Bei wat dat afbroken is' wat Neues anflicken ?
    Die Kardinalfrage.
    Warum ist das untere Teil abgebrochen , war das Ruder da ' nicht nur da, rott
    Hatte es Wasser gezogen ? Delamination ? Schaum- Sperrholzkern vollgesogen ?

    Ich würde ein komplett neues Ruderblatt bauen , der Mehraufwand ist gegenüber dem Ergebnis vertretbar.

    Dem TE empfehle ich , aufgrund seiner Fragen , diesen Job einer Werft zu geben.
    Dat is' nich' bös' , oder überheblich gemeint.

    Als Amateur kann man sich das Know-How , gerade für essentielle Dinge, wie z. B . ein Ruder , nicht in einem Forum erfragen .
    Das ist professioneller Bootsbau.

    Sicher gibt es in Foren einige User die aufgrund ihrer jahrzentelangen Erfahrung dem nahe kommen, es bereits gemacht haben , ....
    Innerhalb von zwei - drei Posts lässt sich soetwas aber nicht übermitteln.

    Man will das als " handwerklich begabter Schiffseigner" natürlich gern selbst machen --- unter der Aufsicht, Anleitung eines Bootsbauers geht das durchaus
    Hat man solch einen uneigennütztigen Freund , von dem man viel lernt , nur zu .

    Hat man solch Freund , Mentor nicht, muss man sich das Know- How eben kaufen, es von einer ( fähigen ) Werft , eines fähigen fliegenden Bootsbauer machen lassen.

    Wat man nich' wirklich kann , muss einer machen der es wirklich kann.






    Nur mals so, und nochmals , wenn der untere ,balancierte Teill des halbgeskegten Ruderblattes abbricht , stimmt etwas mit dem Laminat des gesamten Blattes nicht.
    Man sollte das rotte Blatt ersetzen statt an dessen Stummel möglichst gutes Material anzuflicken.
    Geändert von supra (10.11.2019 um 21:14 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder
    Schabowski: " ...sofort, unverzüglich. "
    Bob Ross kucken !

  10. #10
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    Standard

    Hallo grauwal, richtig, Styropor (expandiertes Polystyrol, kurz EPS) ist ungeeignet, weil zu weich und offenporig. Deshalb habe ich zu Styrodur (extrudiertes Polystyrol, XPS) geraten, es ist sehr viel härter und geschlossenporig. Beide Schäume kann man jedoch sehr gut per Schleifen sehr präzise bearbeiten, ganz im Gegensatz zu schneiden, auch hobeln oder der Bearbeitung per Hitzdraht. So wie Du vermutest, kommen meine diesbezüglichen Erfahrungen vom Surfbrettbau. Prinzipiell hat die Bauweise mit den Styrodurplatten viel mit Sperrholzbau gemein, ist aber unterm Strich billiger, leichter, stabiler, dauerhafter, einfacher handzuhaben. kurz besser. Wirklich geeignet ist die Bauweise nur für Einzelstücke, man braucht keine Form, allenfalls eine Helling, genauso wie beim Sperrholz.
    Selbstverständlich geht das alles auch mit Styropor, man kann das machen, wenn es sehr auf das Gewicht ankommt, und die Offenporigkeit nicht stört, z.B. bei Fluggeräten. Da kann man noch ein paar Gramm sparen.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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