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  1. #1
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    Standard Beryll 31 - Erfahrungen?

    Hallo zusammen,

    ich habe im Moment eine Beryll 31 von Deerberg im Auge. Das Schiff ist ein Eigenbau aus den 70er - sieht sehr gepflegt aus, mit einen sehr hochwertigen Ausbau. Kann mir vielleicht jemand etwas zu diesem Bootstyp sagen? Im Internet gibt es nur sehr wenige Infos. Besonders interessant wären Schwachstellen; Probleme mit Osmose? und Erfahrungen bezüglich Segeleigenschaften (Bestimmt kein Rennschiff aber ein bisschen kreuzen sollte man schon können)

    Vielen Dank im Voraus

    Steffen

  2. #2
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    Standard

    Zu einer einzelnen Beryll kann man nichts Konkretes sagen.
    Die meisten Schiffe wurden als Kasko gebaut und von den Eignern selbst ausgebaut.
    Manchesmal nahmen die Eigner Einfluss auf die Materialdickte des Rumpfes, des Decks . Einige Schiffe gar bekamen neben einem Sandwichdeck gar einen überdimensionierten Sandwichrumpf .
    Damals, also in den 70ern, war man sich mit Gfk noch nicht so sicher, man überdimensionierte lieber
    Als direkte Folge haben desdewegenst alle Kaskos der Beryll überlebt, sei es als billigster, verwarztes Troch, oder als jahrzehntelang gepflegtes Edelteil.
    An der Struktur gibt es meines Wissens nach an keiner Berryll etwas auszusetzen
    Ist der Ausbau fein, gut, die Technik nicht durch weitere Eigner verschlimmbessert,kann man mit diesem Schiffstyp grundsätzlich nix verkehrt machen.
    Über die Jahre hat die Werft übrigens drei verschiedene Decksformen und zwei unterschiedliche Rumpfformenangeboten.
    Die ersten beiden Decksformen waren eckig und unschön, die letzte , am meisten gebaute war wesentlich gefälliger.
    Meines Wissens war die Beryll die erste und bisher einzige 30' Yacht auf der man unterdecks vom Salon in die Achterkajüte ( nicht Achterkabine) gelangen konnte. Als Layoutwurde deswegen im Salon deshalb gern eine U - förmige Dinette gegenüber einer Pantryzeile
    realisiert.
    Praktisch und bewåhrt das. Die Beryll war und ist ein Raumwunder.

    Es gibt Berylls mit Festkiel, als Kielschwerter, als Hubkieler mit zusætzl. Innenballast und als kentersichere Schwertboote mit massig Innenballast (siehe Ovnis).
    Um obigen jallermeist schlechteren Segeleigenschaften entgegenwirken wurden etliche Schiffe mit höheren Riggs und/oder Bugspriiets, Kuttertakelungen, whatever nachgerüstet. Nicht immer zum besseren.

    Die Beryll wurde übrigens nie gerissen, d. h. entworfen, gerechnet.
    Man nahm ganz einfach die Bauform der27' Amethyst , trennte sie der Länge nach auf, verbreitete und verlängerte die Form.
    Ein ungeahnter Glücksgriff !
    Der neue Rumpf hat viel scharfen Vorfuß, der Kielsprung hat das Profil eines Tropfens , der mit der letzten Modifikation der achteten Sektionen auch in der WLB breit und sanft ausläuft.
    Heraus kommt ein sehr seefreundliches Schiff ( Wind gegen Strom) , das, trotz seiner hohen Masse , recht früh höhere Geschwindigkeiten, bzw. seine Rumpfgeschwindigkeit erreicht.
    Darüber hinaus is' aber Schluss.
    Voraussetzung dafür sind ,neben effektiven Anhängen und guten Rigg ( Segelflæche angepasst) , guten Segeln, auch der korrekte Längstrimm.
    Beherzigt man das alles, bzw. hat das richtige Set-up, ist die Berryll ein Wolf im Schafspelz. Bei Winden , oder seastates bei denen modernere,leichtere Konstruktionen nicht in der Lage sind ihre Rumpfgeschwindigkeit zu überschreiten,wird sie mit X79 , 1/2 TONS, Dehler 34 fertig.
    Nochmals, richtiges Set-up (Steii ), und guten Steuermann ( Trimm Längstrimm !), vorausgesetzt.


    Wie auch immer , der Typ Beryll wird allermeist als Kielschiff angeboten. Grundsätzlich ist sie auch nach über 40 Jahren , in dieser Variante ein solides, sicheresTourenschiff mit viel Platz.
    Ob sie nun verbastelt, verschlimmbessert, gar verhurt, siehe oben.
    Osmosebefall ist mir persönlich bei kener Beryll bekannt.

    Die Kielschwerter, Schwertboote, Hubkieler, speziell deren Ruder wären übrigens einen eigenen Thread Wert. Es gibt da gute, schlechte und perfekte Lösungen.



    Weitere Info ggf. via PN.
    Geändert von supra (19.12.2019 um 00:39 Uhr)
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  3. #3
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    Hi,

    also es ist ein 50 Jahre altest Schiff aus GFK. Ich sehe es etwas anders als Supra, denn viele von den Dingern habe ich schon auseinander geflext gesehen. Viele der Schiffe hatten spannungen so das es beim flexen sichtig genallt hat. Wenn einem das auf dem Meer passiert ist es vorbei...

  4. #4
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    Zitat Zitat von Lockfuehrer Beitrag anzeigen

    . Viele der Schiffe hatten spannungen so das es beim flexen sichtig genallt hat. Wenn einem das auf dem Meer passiert ist es vorbei...

    Ja, es ist dann vorbei, das Schiff säuft ab.
    Hier liegt auch Grund warum keinem dieser maritimen Flexozisten jemals der Darwin Award verliehen wurde,
    sie sind alle ertrunken.


    Warum manche Rumpfschalen Spannungen aufweisen wurde bereits oben angedeutet.
    Berylls sind da übrigens bei weitem nicht die einzigen
    Schiffe.
    Bei ausreichender Materialdickte hat das keinen Einfluss auf die strukturelle Integrität.


    Achte auf diesem Blog auf die unterschiedlichen Spiegel/Hecksektionen zwischen dem ursprünglichen Kasko und jenen der Arede und Sintra.
    https://deerbergberyll.blogspot.com/?m=0
    Geändert von supra (19.12.2019 um 10:30 Uhr)
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  5. #5
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    Man sollte bei der Beryll auch wissen, dass sie zu den langsamsten Kielbooten überhaupt zählen.
    Die Segeleigenschaften sind unterirdisch und jedes andere Boot zieht locker davon .
    36 ft.

  6. #6
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    beherzigt man das alles, bzw. Hat das richtige set-up, ist die berryll ein wolf im schafspelz. Bei winden , oder seastates bei denen modernere,leichtere konstruktionen nicht in der lage sind ihre rumpfgeschwindigkeit zu überschreiten,wird sie mit x79 , 1/2 tons, dehler 34 fertig
    Zitat Zitat von ior Beitrag anzeigen
    man sollte bei der beryll auch wissen, dass sie zu den langsamsten kielbooten überhaupt zählen.
    Die segeleigenschaften sind unterirdisch und jedes andere boot zieht locker davon

  7. #7
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    Hallo zusammen,

    schon mal vielen Dank für die vielen und ausführlichen Antworten. Bei der Beryll in meinem Fall handelt es sich um eine Version mit Festkiel und einem (geringeren) Tiefgang von 1.35m. Auf den ersten Blick ist das Schiff wirklich super gepflegt und für das Alter in einem sehr guten Zustand. Gibt es irgendwelche Anzeichen oder Möglichkeiten zur Überprüfung für die obengenannte Rumpfspannung? Bezüglich der etwas gegensätzlichen Aussagen zu den Segeleigenschaften halte ich es mal optimistisch. Komme auch von der Wibo 930 - also was den Yardstick angeht zumindest eine Verbesserung hinsichtlich der Geschwindigkeit.

    Viele Grüße

  8. #8
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    Zitat Zitat von stevie392 Beitrag anzeigen

    Komme auch von der Wibo 930 - also was den Yardstick angeht zumindest eine Verbesserung hinsichtlich der Geschwindigkeit.

    Viele Grüße

    Zitat Zitat von stevie392 Beitrag anzeigen

    Komme auch von der Wibo 930 - also was den Yardstick angeht zumindest eine Verbesserung hinsichtlich der Geschwindigkeit.

    Viele Grüße

    So what ?
    Die Beryll war und ist vornehmlich ein Tourenschiff aus den 70ern.
    Es wurden aus praktischen Gründen allermeist Kiele mit Tiefgang 1,35m untegebolzt, das große Innenvolumen verleitete viele wechselnde Eigner über Jahrzehnte diese Schiffe zu überladen, zu vertrimmen , und das ohne innere Tücher zu investieren.
    Die Konsequenzen hinsichtlich Performance kann sich ein jeder ausmalen.
    Der Solidität, der tourentauglichkeit, dem Wohnvolumen,nicht zuletzt der Sicherheit des Schiffes tut das alles keinen Abbruch.
    Persönlich
    Ich kenne rd. ein Dutzend Berylls. Kielschiffe mit 1,6m , mit 1,35m , Kielschwerter mit Senkruder, mit Teleskopruder, Hubkieler mit Dopperuder und Mittelruder z. Manovrieren unter Maschine.
    Schiffe mit kurzem Mast, mit langen Mast, mit Kuttertakelung, mit Bugspriet ...
    Schiffe mit breitem Heck, Schiffe mit schmalem Heck.
    Schiffe mit guten Seglern und guten Segeln, allermeist aber schlechte, überladene , vertrimmte Schiffe mit uralten Segeln und " unscharfen" Steuermann.
    Letzteres ischa nix schlimmes, schließlich ist die Beryll ein solider , sicherer Cruiser mit enormem Wohnvolumen, noch dazu sehr preiswert .
    Wem also solch gutmütiger , gut ausgebaute Cruiser ins Programm, Budget passt....
    Die andere Seite.
    Ich schrub das Schiff , dessen Rumpf, hätte Potential.
    Hat es.
    Die schnellste Beryll hat einen Hubkiel von 2,1m mit 800kg Blei in der Sohle . Das Profil ist extrem dick , das heißt für max. gut Rumpfgeschwindigkeit optimiert. Ich kenne kein Schiff das im Luvkampf mehr Höhe läuft.
    Dieses Schiff fährt 600kg Innenballast.
    Alle Berylls haben kaum Formstabilitåt, sid also recht krank. Die oben erwähnte Berryll bekam desdewegenst Doppelruder. Auch diese Doppelruder haben für max. Rumpfgeschwindigkeit plus ein recht dickes Profil. Das Schiff ist auch bei 50Grad Krängung unter Kontrolle.
    Das Mittelruder wurde auf 55 cm gekürzt ( Rumpftiefgang)
    Aufgrund des scharfen , tiefen Vorfußes ist das Schiff in der Lage bei leichten bis mittleren Winden auf 60cm Wassertife aufzukreuzen , Wendewinkel 90 Grad ! Die gespreizten Doppelruder tauchen dabei niemals tiefer als der gekrängte Rumpf.
    Mehr geht für einen Monohull nicht !
    Tiefer , V - förmige Vorfuß und sanft ( tropfenförmiger ) auslaufender Kielsprung samt recht breiter Hecksektionen.
    Das ergibt einen Riss der für Rumpfgeschwindigkeit,leicht darüber, optimiert ist.
    Der zweite Trick nun ist diesen sanften Kielsprung , diesen sanften Ablauf des Wassers auch bei Krängung beizubehalten.
    Nicht umsonst habe ich desdewegenst weiter oben das Pic einer türkisen Beryll verlinkt.
    Solch Rumpf wird das Wasser , auch bei Krängung, immer leicht los.
    In Zahlen , oben beschriebenes Schiff erreicht bei einer Wasserlinienlänge von rd. 7,7m mit einem 28PS Solě unter volllast gut 8,5kn.
    Das Schiff squattet nie,derSpiegel sackt nie in die Heckwelle ! Feinster Abriss immer ( korrekter Gewichtstrimm in Längsrichtung vorrausgesetzt)


    TIefer V- förmige rVorfuß
    Dascha immer dat wat die Jünger der Langkieler als zwingend für weiches einsetzen in Welle, Strom gegen Wind , usw. Anführen. Die Beryll hat das.

    Soviel zur Güte, zum Potential des Rumpfes.

    Es hat übrigens acht Jahre gedauert oben beschriebene Beryll zu solch "Waffe " zu machen.

    Wat nutzt dat allens dem TE ?

    Ich weiß es nicht. Ich habe nahezu alles ausgekotzt was ich über dieses Schiff weiß.
    Ich habe keine Lust mehr.


    Mehr,

    IORs Betrachtungen der Beryll kann ich nachvollziehen, er ist auf überladene, schlecht geregelte Schiffe mit flachem Kiel und schlechten Segeln gesto§en ?
    Welche Konstelation auch immer.
    Sein Urteil wird m. E. der Beryll nicht gerecht.

    Laissez- faire, Cruiser halt. Eine eigene Welt mit Existenzberechtigung, auch, und vor allem unter dem Budget betrachtet,
    .
    Geändert von supra (20.12.2019 um 02:18 Uhr)
    Es ist zwischen lastiger wwwInfo, Zitaten ,Interpretationen, und Wissen, Erfahrung ,zu unterscheiden

  9. #9
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    Kleiner Tipp, nimm vielleicht ein Freund oder Segelkameraden mit der etwas Sachverstand hat und das Schiff sieht, nicht deinen Traum.
    Wer kann, kann auch mit einer Oceanis segeln! ;)

  10. #10
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    Hallo Supra,

    vielen Dank für die vielen Infos. Würde mich gerne mit Dir per PN austauschen - kann dir aber leider keine Nachrichten schicken.

    Viele Grüße

    Steffen

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