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  1. #1
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    Standard Hanse 588 – Qualität, oder wie ein Traum zum Albtraum wurde

    Anfang 2018 entschloss ich mich meinen Traum, eine längere Auszeit zu nehmen und mit dem eigenen Segelboot auf Tour zu gehen, umzusetzen.
    Ursprünglich sollte es die neue Beneteau 51.1 sein, letztendlich entschied ich mich für eine Hanse 588.
    Ausschlaggebend für diese Entscheidung war ein sehr positiver Bericht in der „Yacht“ und die Annahme Deutsche Qualität zu erwerben.

    Soweit – so gut. Aber aus dem Traum wurde Schritt für Schritt ein Alptraum: Der erste und zweite Abnahmeversuch mussten wegen erheblicher Mängel abgebrochen werden. Alles zog sich hin. Als Folge musste die geplante Überführung nach Kroatien storniert werden. Dies wurde natürlich von der Crew mit „Begeisterung“ aufgenommen - sie hatten sich für diese Überführung ihren Urlaub aufgespart…

    Im Juli erfolgte erfolgte letztendlich mit zweiseitiger Mängelliste die Übergabe. Auf der ersten Teilstrecke nach Kiel mussten wir zweimal wegen Motordefekt vom Seenotrettungskreuzer abgeborgen werden.
    Nach drei Wochen Reparaturaufenthalt in Laboe wurde die Fahrt durch den Nordostseekanal schließlich fortgesetzt. Kurz nach dem Passieren des Nord-Ostsee-Kanals wurde starker Brandgeruch im Cockpit festgestellt. Nachdem wir den Motor abgestellt hatten wussten wir, welches Glück wir hatten. Denn die Starterbatterie war stark aufgebläht und mit über 74°C kurz vor dem Explodieren; der 200A Sicherungshalter war stark verschmort. Der herbeigerufene Bootselektriker fand schnell die Ursache des Brandes: Das Kabel von der Lichtmaschine zur 200A Sicherung war nur lose befestigt. Durch den Übergangswiderstand glühte die Sicherung und der Laderegler regelte mangels Kontakt die Lichtmaschine auf 19 Volt. Aufgrund dieser wirklich gefährlichen Situation wurde die Überführung abgebrochen; die Mängelliste war inzwischen auf über 150 teils gravierender Mängel angewachsen.

    Heute weiss ich, dass meine mangelhafte Hanse leider kein Einzelfall ist und viele Probleme bekannt sind.
    Mein Fazit: Deutsche Wertarbeit - nicht bei Hanse in Greifswald, kundenorientiertes Verhalten bei Problemen - nicht bei Hanse in Greifswald und nie wieder ein Boot von einem Unternehmen erwerben wenn ein Finanzinvestor Eigentümer ist.

    Mehr auf meiner Homepage www.kalimba.blue

  2. #2
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    zweimal abbergen bei einer etappe ist sowiso rekord, und wiso eigentlich, welche gefahr für leib und seelen drohte?

    erstmal gratulation und willkommen auf dem segelplaneten, helmut

    altes gesetz der länge beim blauwassersegeln, bis 37 fuss wird es in summe sicherer und bequemer danach nur komplizierter
    dein 57 füsser ist also exakt genauso kompliziert wie ein 17 fuss boot für die reise unbequem+unsicher gewesen wäre... hat dir das nie jemand erklärt?

    ist dies dein erstes eigenes schiff?

  3. #3
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    Was hat das mit der Qualität zu tun? Schon wieder mit der Meinung "wer in sein Schiff nicht kriecht, ist sowieso kein Segler"?
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  4. #4
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    Zitat Zitat von haribo Beitrag anzeigen
    altes gesetz der länge beim blauwassersegeln, bis 37 fuss wird es in summe sicherer und bequemer danach nur komplizierter
    dein 57 füsser ist also exakt genauso kompliziert wie ein 17 fuss boot für die reise unbequem+unsicher gewesen wäre... hat dir das nie jemand erklärt?
    haribo hat recht. Bei 57 Fuss sollte man schon einen technisch versierten Bootsmann an Bord haben. Der normale Skipper ist meist überfordert.

  5. #5
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    Zitat Zitat von latong Beitrag anzeigen
    haribo hat recht. Bei 57 Fuss sollte man schon einen technisch versierten Bootsmann an Bord haben. Der normale Skipper ist meist überfordert.
    Warum das denn? Die Navigation auf 57ft Schiffen ist gleiche wie für andere Kajütboote, Segeln geht auch genauso, nur das An- und Ablegen ist wegen der Größe vielleicht schwieriger.
    Im Übrigen diskutiert der TO die Qualitätsmängel seiner neuen Hanse, nicht die größe des Schiffes.
    Aber, die festgestellten Mängel zeigen wohl, dass da Pfuscher am Werk waren....
    Geändert von 2ndtonone (15.01.2020 um 16:59 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Warum das denn? Die Navigation auf 57ft Schiffen ist gleiche wie für andere Kajütboote, Segeln geht auch genauso, nur das An- und Ablegen ist wegen der Größe vielleicht schwieriger.
    Im Übrigen diskutiert der TO die Qualitätsmängel seiner neuen Hanse, nicht die größe des Schiffes.
    Aber, die festgestellten Mängel zeigen wohl, dass da Pfuscher am Werk waren....
    Du hast mich falsch verstanden !

    Die Technik ist an Bord grösserer Schiffe wesentlich umfangreicher und komplizierter. Der Eigner ist also meist überfordert.

    "Je umfangreicher die Ausrüstung, desto mehr Schwierigkeiten sind zu erwarten." sagt Bobby Schenk.
    https://www.bobbyschenk.de/n001/serv1.html

    In der Grossschiffahrt werden übrigens mehrwöchige Werfterprobungsfahrten durchgeführt, bevor ein Schiff abgenommen wird.

    Vielleicht sollte man ähnliches auch bei grösseren Yachten durchführen.
    Geändert von latong (15.01.2020 um 17:19 Uhr)

  7. #7
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    Die Technik bei einer 48ft oder 58ft Yacht ist sicher die gleiche mit Ausnahme vom Servomotor des Autopiloten.
    Als Eigner bin weniger von der komplexen Technik überfordert sondern von den immens Mängeln die kurz nach der Übergabe auftraten.

    Kleiner Auszug:
    - Metallspänne im Ruderlage (Mangel vor Auslieferung)

    - Der Kompass an Steuerbord hat einen Anzeigefehler von 30 bis 45 Grad. Laut Hanse ist das kein Mangel. Zitat: "Der Kompass ist nur ein Indikator". Nach dem Einschalten der Zündung weicht der Kompass von der ursprünglichen Stellung ohne eingeschaltete Zündung nochmals um 20° ab (gemäß EN 60092-507 ist maximal 0,5° zulässig).

    - Salontisch wackelt, von den sechs Befestigungsschrauben M8 des Salontisches fehlten bei vier Schrauben die Muttern.

    - Grauwasser-Hebeanlage: Schwimmerschalter nicht angeschlossen. Schwimmer hängt lose im Tank und ist ohne Funktion. (bei allen drei Hebeanlagen!)

  8. #8
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    Zitat Zitat von latong Beitrag anzeigen
    Du hast mich falsch verstanden !

    Die Technik ist an Bord grösserer Schiffe wesentlich umfangreicher und komplizierter. Der Eigner ist also meist überfordert.
    Z.B.


    Maschine
    Gesamtleistung: 132 KW

    Maschine 1:
    Marke des Motors: Volvo
    Motor Typ: Innenbordmotor
    Motor-/Treibstoffart: Diesel
    Liegeplatz: Center
    Propeller: 3-Blatt Propeller
    Antrieb Typ: Direktantrieb
    Motorleistung: 132 KW

    Heizung
    Dieselheizung
    Klimaanlage

    Elektronik
    DVD-Spieler
    Kartenplotter
    GPS
    Windmeßanlage
    Autopilot
    Radio
    Cockpit Lautsprecher
    Echolot
    CD-Spieler
    TV
    Radar
    Kompaß
    UKW-Funk
    Log
    Navigationseinheit


    Takelage
    Elektrische Winsch
    Steuerrad

    Innenausstattung
    Warmwasser
    Geschirrspüler
    Kühlschrank
    Batterieladegerät
    Bugstrahlruder
    Bilgepumpe manuell
    Klimaanlage
    Mikrowelle
    Marine-WC
    Bilgepumpe elektrisch
    Ofen
    Elektrisches WC
    Gefrierschrank
    Waschmaschine

    Elektrische Ausstattung

    Mehrere Batteriebänke
    Generator
    Landanschluß
    Strom: 24V
    Solarpanele
    Solar-Laderegler
    Windgenerator
    Laderegler

    Deckausstattung
    Cockpittisch
    Badeleiter
    Cockpitdusche
    Gangway
    Ankerwinde elektrisch

  9. #9
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    Zitat Zitat von Jugocaptan2 Beitrag anzeigen
    Was hat das mit der Qualität zu tun? Schon wieder mit der Meinung "wer in sein Schiff nicht kriecht, ist sowieso kein Segler"?
    bei 20to sind immer drei mal soviel anfangsfehler eingebaut wie bei 6 to...

    aber hier sind bei den über hundert aufgelisteten mängeln ziemlich viele dabei, deren behebung das papier nicht wert sind auf dem sie beschrieben wurden, wenn du verstehst

    die zumindest sind eine frage der priorisierung des skippers, wann will ich im stb. sein und wann will ich auf bb.bug segeln und vorfahrt haben
    Geändert von haribo (15.01.2020 um 18:17 Uhr)

  10. #10
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    Zitat Zitat von helmut5 Beitrag anzeigen
    Soweit – so gut. Aber aus dem Traum wurde Schritt für Schritt ein Alptraum: Der erste und zweite Abnahmeversuch mussten wegen erheblicher Mängel abgebrochen werden. Alles zog sich hin. Als Folge musste die geplante Überführung nach Kroatien storniert werden. Dies wurde natürlich von der Crew mit „Begeisterung“ aufgenommen - sie hatten sich für diese Überführung ihren Urlaub aufgespart…
    Wie bereits erwähnt, sollte man vor einer Überführung erst einmal im Stile einer Werfterprobungsfahrt alles testen. Es ist bei derart grossen Schiffen oder auch Wohnmobilen normal, dass noch viele Mängel vorhanden sind.

    In diesem Falle war der Eigner wohl etwas unerfahren und hat die Überführung zu früh angesetzt.

    Es empfiehlt sich also, mit dem Schiff in der Nähe der Werft zu bleiben bis alle Mängel gezeigt haben.
    Geändert von latong (15.01.2020 um 18:26 Uhr)

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