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  1. #1
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    Standard Über Sinn und Unsinn der Motorsegler

    Über Sinn und Unsinn der Motorsegler
    Fisher 25 – Motorsegler für alle Wetter, schreibt die Yacht. https://www.yacht.de/yachten_jollen/...r/a123913.html
    Bei schlechtem Wetter könne man die Tür zu machen, sei das entscheidende Argument für den Motorsegler. In langen Jahren unseres Seglerlebens war schlechtes Wetter nie das Problem. Das Problem war zuweilen die brutale Bewegung bei schlechtem Wetter, welche die Zahnfüllungen lockerten. Bewegen wird sich so ein Schwergewicht auch, durch das weiche Durchschwingen sogar unangenehmer.
    Was kann also ein Motorsegler, was eine gewöhnliche Segelyacht nicht kann, außer der Möglichkeit die Tür zu schließen? Aber wer möchte hinter geschlossener Tür in einer Rumbakugel segeln?

    Da sagt der so genannte Tourensegler, wir sind doch nicht auf der Flucht, das Geschwindigkeitspotential eines Tourenboots ist nicht so wichtig. Ist es nicht? Beim Regattaboot ist es nicht so wichtig, das hat eine ausgleichende Vermessung, ein Handicap, eine Yardstickzahl. Mit dem Tourenboot möchte ich gerne im Hellen einen fremden Hafen anlaufen und bei schlechtem Wetter, dass die Strapaze früher aufhört, das muss also schnell sein.

    Wir lagen beim großen Bruder der im Oldtimer-Test beschriebene Fisher, der 32', in Dziwnów längs. Wir wollten beide nach Bornholm. Vor dem Frühstück entließen wir die Fisher aus dem Päckchen. Eine Stunde später verließen wir den Hafen bei schwachem Wind und hatten eine weitere Stunde später unseren Nachbarn eingeholt. Daraus folgt, wir waren schlicht doppelt so schnell, bei ca. gleicher Länge. Wir erreichten Bornhom nach 11 Stunden um ca. 20 Uhr, der Motorsegler für alle Wetter wird die doppelte Zeit gebraucht haben und am frühen Morgen festgemacht haben, oder er hat den Motor genutzt.

    Welchen Vorteil erhielt er zum Ausgleich für die schlechten Segeleigenschaften?
    Wo liegt der Vorteil schwerer, stäbiger Yachten, wenn man sich nicht gerade im Winter in der Hudsonbay einfrieren lässt?

    Kann man auch anders argumentieren – bitteschön

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  2. #2
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    Ich würde mir immer einen Motorsegler kaufen - war schon immer mein Traum. Aber ich hasse Fensterputzen, und von jedem der vielen Steuerstände guckst du durch Scheiben, und die müssen clean sein. Deshalb: Kein Motorsegler, stattdessen 35 Fuß-Performancecruiser mit freier Sicht voraus. (Satiremodus aus).
    Don't feed the trolls!

    Oder: Die Ignorierfunktion hilft.

  3. #3
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Mit dem Tourenboot möchte ich gerne im Hellen einen fremden Hafen anlaufen
    Gruß Franz
    ich dachte wirklich du gehörst zu den 2% seglern die auch mal eine nacht durchsegeln...

  4. #4
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    Zitat Zitat von haribo Beitrag anzeigen
    ich dachte wirklich du gehörst zu den 2% seglern die auch mal eine nacht durchsegeln...
    Ja, tun wir auch des Öfteren, jedoch hauptsächlich um im Hellen anzukommen. Bei mehr als 70 sm ist man bei einem Start am Abend sicher im Hellen anzukommen, selbst bei schwachem Wind.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
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    Ich würde es mal so sehen: Man will am Wasser sein, man ist schon ein bissl behäbig da ist bei Schlechtwetter oder Kälte das Steuerhaus vielleicht ganz nützlich. Normal motorst du (ist eh kein Wind) wenn doch, die Tücher raus und es geht kostenlos weiter. Das ist am Wasser von einem Hafen zum anderen.
    Segeln ist ganz was anderes.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  6. #6
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    Hallo Ihr, ich sehe das mit den Motorseglern so ähnlich wie mit den SUV's: Man hat Mast und Segel dabei, für den Fall daß man sich mal ohne Emissionen bewegen möchte, was aber tatsächlich nie vorkommt, vor allem im Mittelmeer. Genausowenig wird das gewöhnliche SUV im Gelände bewegt, aber man demonstriert seiner Umwelt, daß man könnte.
    Bestimmt 2/3 der Strecke, die ich durch die Ägäis gesegelt bin, hätte ich mit Maschine schneller und bequemer haben können, und Viele machen das auch so. Man muß es halt sportlich und umweltbewußt sehen, und gelegentlich mal die Schönheit des Segelns genießen, auch wenn es mit Maschine schneller ginge.
    Letztlich meine ich, ein Motorsegler ist in einem Segelrevier genauso deplaziert wie ein SUV im Stadtverkehr!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  7. #7
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Ja, tun wir auch des Öfteren, jedoch hauptsächlich um im Hellen anzukommen. Bei mehr als 70 sm ist man bei einem Start am Abend sicher im Hellen anzukommen, selbst bei schwachem Wind.

    Gruß Franz
    verstanden, ansich sind ja steuerhaus und motorsegler zwei verschiedene bedingungen die nicht unbedingt gleichzeitig auftreten müssen,

    jeder langstreckenrennsegler mit kleiner solo- oder doppel-crew ist ja daran interessiert das schiff von innen kontrollieren zu können bzw wenigstens gute rundsicht zu haben, wärend es vom AP gesteuert wird und wird dadurch nie zu einem motorsegler

  8. #8
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    Das verhält sich so, wie mit alten Kimmkielern: der, der gerne trockenfällt, aber noch in Ruhe sich was zu essen machen will, greift zum Kimmkieler. Er nimmt dann in Kauf, dass der besagte Kimmkieler langsamer ist wie der Kahn vom grauwal und auch weniger Höhe läuft.
    Der Motorsegler ist halt ein Motorboot mit Hilfssegeln. Die Eigner solcher Schiffe nehmen halt den großen Raum, die dicke Maschine und die etwas schlechteren Segeleigenschaften in Kauf.
    Hat auch den Vorteil, dass grauwale bei clubregatten niemals die rote Laterne gewinnen können. ....

  9. #9
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    .........
    Bestimmt 2/3 der Strecke, die ich durch die Ägäis gesegelt bin, hätte ich mit Maschine schneller und bequemer haben können,........
    ......
    Klar, und erst mal mit Ryanair


    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ........
    Letztlich meine ich, ein Motorsegler ist in einem Segelrevier genauso deplaziert wie ein SUV im Stadtverkehr!
    ......
    Ja, aber man kann es mit sachlichen Argumenten nicht rüberbringen, weder beim SUV noch beim Motorsegler

    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Das verhält sich so, wie mit alten Kimmkielern: ...........
    Nee, eben nicht. Mit dem Kimmkieler erkauft man sich mit der schwächeren Segeleigenschaften den Vorteil des sicheren Trockenfallens, eine Frage der Abwägung. Aber was kann ein Motorsegler was eine gewöhnliche Tourenyacht nicht kann? Nur schlechter segeln ist kein vernünftiger Grund.

    Die Frage ist doch, warum tue ich mir das mit den Stangen und Tüchern an? Doch nur um zu segeln(!), das ist ein großartiger Grund. Wenn das aber nur so lala klappt, kauf ich mir doch lieber anstelle des Segelgedöns eine Klimaanlage, Möbel mit geschnitzten Löwenköpfen, eine echte Protzküche, Entertainmenttechnik vom allerfeinsten, .... Naja, wer´s mag, aber es wäre ein zündendes Argument.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #10
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Klar, und erst mal mit Ryanair



    Ja, aber man kann es mit sachlichen Argumenten nicht rüberbringen, weder beim SUV noch beim Motorsegler


    Nee, eben nicht. Mit dem Kimmkieler erkauft man sich mit der schwächeren Segeleigenschaften den Vorteil des sicheren Trockenfallens, eine Frage der Abwägung. Aber was kann ein Motorsegler was eine gewöhnliche Tourenyacht nicht kann? Nur schlechter segeln ist kein vernünftiger Grund.

    Die Frage ist doch, warum tue ich mir das mit den Stangen und Tüchern an? Doch nur um zu segeln(!), das ist ein großartiger Grund. Wenn das aber nur so lala klappt, kauf ich mir doch lieber anstelle des Segelgedöns eine Klimaanlage, Möbel mit geschnitzten Löwenköpfen, eine echte Protzküche, Entertainmenttechnik vom allerfeinsten, .... Naja, wer´s mag, aber es wäre ein zündendes Argument.

    Gruß Franz
    Das Segelgedöns tut man sich an, um den Motorsegler bei Seegang zu stabilisieren. Vielleicht schätzt ein Motorsegler auch den trockenen Bereich hinter den Scheiben?
    Vielleicht ist ein Motorsegler in Wirklichkeit ein Freund der Fischkutter....

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