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  1. #1
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    Standard Raymarine EV 100 statt ST2000 - Erfahrungen?

    Moin,

    meine Autohelm ST2000 (aus 1992!) gibt so allmählich den Geist auf. Die Mechanik ist einwandfrei, aber die "+10" Taste will nicht mehr so recht. Reparieren möchte ich daran ob des Alters nichts mehr, sonden die Anlage ersetzen.

    Einfachster Weg wäre eine Raymarine ST2000+; da müßte ich an Bord faktisch nichts ändern. Allerdings würde das z.T. unbefriedigende Steuerverhalten wohl auch bleiben: je mehr der Wind Raum einkommt - und dazu noch Welle von achtern - um so schlechter wird's.

    Ursache ist schlicht das sture Steuern nach Sollkurs, es wird nicht antizipiert. Außerdem ist die Anlage für mein Schiff (10 m, 5 to) unterdimensioniert, sprich zu langsam.

    Raymarine bietet als Alternative die EV 100 an, die durch entsprechende Steuerelektronik ein besseres Steuerverhalten an den Tag legen soll. Allerdings ist sie auch erheblich teurer.

    Meine Frage daher an Euch: hat jemand so eine Aufrüstung bei seinem Schiff gemacht und kann von seinen Erfahrungen (vorher - nachher) berichten?

    Bitte hier keine anderen Diskussionen beginnen. Ich möchte weder eine Windfahne noch einen Autopilot mit fest angebautem Antrieb installieren. Ebenso keine Experimentallösungen wie z.B. BcalmXP. Das sind bestimmt alles interessante Lösungen, nur möchte ich weder das Schiff umbauen noch herumexperimentieren.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  2. #2
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    Hi Jürgen,

    der ST 2000 ist tatsächlich zu schwach auf der Brust. Unsere Sirius 31 (Pinnensteuerung, gemäßigter Langkiel, angeblich 4,5 t, leer am Kran gewogen 5,5 t) hatten wir anfangs (1991) sogar nur mit dem ST 1000 ausgerüstet, diesen allerdings nach wenigen Jahren durch den ST 2000 ersetzt, was immer noch zu wenig war; bei Welle von achtern mussten wir ab ca. 2 m Höhe von Hand steuern, ebenso übrigens hoch am Wind bei Schwachwind und alter steiler See (kommt in unserem derzeitigen Revier gelegentlich vor, wenn der Wind in sehr kurzer Zeit von 5 - 6 auf 1 - 2 Bft. abflaut).

    Nachdem vor ca. 10 Jahren beim ST 2000 - genauso wie bei Dir - eine Taste nicht mehr wollte, hab ich dann den Knoten durchgehackt und den ST 4000 installiert, der von der Leistung her ausreicht; Wermutstropfen war halt die Montage einer separaten Bedieneinheit, an die ich mich allerdings seit langem gewöhnt habe. Die Antriebseinheit des EVO 100 ist identisch mit der des ST 4000, und damit auch deren Installation (Buchse im Cockpitsüll und Stift auf der Pinne), insofern sind keine weiteren Umbauten nötig, und die Leistung sollte daher für Dein Schifferl ebenfalls okay sein; das "sture Steuern nach Sollkurs" hat sich beim 4000er allerdings nicht geändert, je höher die See, desto weniger tiefe Kurse sind also vertretbar.

    Ich werde (aus diesem, aber vor allem auch aus anderen Gründen) für die kommende Saison ebenfalls umrüsten auf EVO 100 (liegt schon im Keller); dann hab ich halt eine Antriebseinheit als Backup. Bin gespannt auf das künftige Steuerverhalten.

    Wenn Du weitere konkrete Fragen hast, jederzeit gern.

    Gruß

    Benno

  3. #3
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    Moin Benno,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Mittlerweile bin ich über das Segeln-Forum - dort gibt's etliche Berichte - auf diesen Beitrag gestoßen: https://forum.yacht.de/showthread.ph...aymarine-EV100. Offensichtlich werden für den AP verschiedene Bezeichnungen verwendet, deshalb bin ich mit der "Suchen"-Funktion nicht weitergekommen.

    Fazit der Beiträge:
    - die EVO 100 ist erheblich besser als eine ST 2000
    - über die Notwendigkeit eines Ruderlagengebers bzw. einer Logge wird diskutiert (Ray empfiehlt zumindest Ersteres)

    Situation bei mir:
    IMG_7170.jpg
    - Ruderlagengeber kann ich praktisch nicht installieren, da die Ruderwelle in der Achterpiek in einem geschlossenen Rohr bis unters Deck verläuft.
    - Als Log und Windmeß habe ich immer noch die scheinbar unverwüstlichen Instrumente von Silva (2200 und 4000); deren Daten auf STNG zu bekommen, dürfte schwierig werden.
    - Als Navigationsdino habe ich mich nur zu einem GPS-Handgerät (Garmin GPS 76) in einer Halterung am Kartentisch durchringen können; das liefert immerhin Datensätze über NMEA 0183, die man via Konverter wohl nutzen könnte.
    - Einzig sinnvoller Einbauort für die Bedieneinheit wäre das achtere Süll; das ist allerdings Wind und Wetter ausgesetzt.

    Stellt sich die Frage, ob unter diesen Randbedingungen der AP dann vernünftig funktioniert.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  4. #4
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    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen
    Moin,

    meine Autohelm ST2000 (aus 1992!) gibt so allmählich den Geist auf. Die Mechanik ist einwandfrei, aber die "+10" Taste will nicht mehr so recht. Reparieren möchte ich daran ob des Alters nichts mehr, sonden die Anlage ersetzen.

    Einfachster Weg wäre eine Raymarine ST2000+; da müßte ich an Bord faktisch nichts ändern. Allerdings würde das z.T. unbefriedigende Steuerverhalten wohl auch bleiben: je mehr der Wind Raum einkommt - und dazu noch Welle von achtern - um so schlechter wird's.

    Ursache ist schlicht das sture Steuern nach Sollkurs, es wird nicht antizipiert. Außerdem ist die Anlage für mein Schiff (10 m, 5 to) unterdimensioniert, sprich zu langsam.

    Raymarine bietet als Alternative die EV 100 an, die durch entsprechende Steuerelektronik ein besseres Steuerverhalten an den Tag legen soll. Allerdings ist sie auch erheblich teurer.

    Meine Frage daher an Euch: hat jemand so eine Aufrüstung bei seinem Schiff gemacht und kann von seinen Erfahrungen (vorher - nachher) berichten?

    Bitte hier keine anderen Diskussionen beginnen. Ich möchte weder eine Windfahne noch einen Autopilot mit fest angebautem Antrieb installieren. Ebenso keine Experimentallösungen wie z.B. BcalmXP. Das sind bestimmt alles interessante Lösungen, nur möchte ich weder das Schiff umbauen noch herumexperimentieren.
    Schaffe dir einen neuen Autopiloten an, dann hast du noch viel spass am Segeln

  5. #5
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    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen
    Situation bei mir:
    IMG_7170.jpg
    - Ruderlagengeber kann ich praktisch nicht installieren, da die Ruderwelle in der Achterpiek in einem geschlossenen Rohr bis unters Deck verläuft.
    - Als Log und Windmeß habe ich immer noch die scheinbar unverwüstlichen Instrumente von Silva (2200 und 4000); deren Daten auf STNG zu bekommen, dürfte schwierig werden.
    Hallo,

    einen Ruderlagengeber kann ich nur empfehlen, um einen Anschlag aus welchen Gründen auch immer klar zu verhindern.
    Vielleicht gibt es Aktuatoren mit eingebauten Lagensensor, die für dich passen könnten.

    Mein Rad ist hydraulisch mit dem Ruder gekoppelt. Übers Rad geht daher bei mir keine Probe auf Ruderlage, wegen dem undefinierten Schlupf zwischen Rad und Ruder.


    Peter

  6. #6
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    Hallo Jürgen,

    hatte zuvor einem 34 Fuß Kurzkieler den Simrad Pinnenpiloten. Der kann immer erst Gegensteuern, wenn das Boot schon vom Kurs abgekommen ist. Der EV-100 als Pinnenpilot ist um Klassen besser. Er hat einen Sensor für alle drei Achsen. Somit derkennt er schon vor der Kursabweichung, dass das Schiff in der Bö krängt oder eine Welle runterfährt.

    Sicherlich gibt es bessere Autopiloten, aber nicht als Pinnenpilot.

    Ach so, mein Display ist auch draußen am Schott. Einen Ruderlagesensor habe ich nicht.

  7. #7
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    Moin,

    vielen Dank für Eure Beiträge.

    Gut zu Wissen, daß die Bedieneinheit offensichtlich wetterfest ist.

    Klar, bei Radsteuerung - insbesondere hydraulisch - kann der AP ohne dedizierten Geber nur näherungsweise die Ruderlage ermitteln. Dort sollte man ein derartiges Teil aber am (hoffentlich gut erreichbaren!) Quadranten einfacher realisieren können, als bei mir an Bord.
    Was mich irritiert ist, daß bei einer Pinne nicht aus der Stellung der Schubstange direkt auf die Ruderlage geschlossen werden kann. Der AP müßte dafür lediglich die Stellungen für hart BB bzw. StB und die zugehörigen Winkel kennen; vielleicht auch noch die Mittschiffsposition. Oder übersehe ich etwas?

    Immerhin läßt Ray auch einen Betrieb ohne Geber zu, möchte dann aber interessanterweise die max. Winkel haben - wohl wegen der Vermeidung vom Fahren in die Anschlagspositionen.

    Aber noch mal 'ne andere Frage: habt Ihr bei Euren Einbauten mit verschiedenen Orten für den Lagesensor experimentiert? Ray hat ja lediglich zwei Kriterien: parallel zur Schiffslängsrichtung und 3' Abstand zu Magnetfeldern.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  8. #8
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    Hallo,

    Schubstangen mit Sensor wird es mit Sicherheit geben.
    Die muß nicht unbedingt Raymarine heißen.

    Ohne Ruder-Sensor ist außerdem auch Murks, weil die sonst Ruderlage zu sehr unabhängig von der Fahrt-Geschwindigkeit ist.
    Mit Sensor braucht der Stellwinkel nicht über 15 Ecken indirekt ermittelt werden.


    Peter

  9. #9
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    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen
    Was mich irritiert ist, daß bei einer Pinne nicht aus der Stellung der Schubstange direkt auf die Ruderlage geschlossen werden kann. Der AP müßte dafür lediglich die Stellungen für hart BB bzw. StB und die zugehörigen Winkel kennen; vielleicht auch noch die Mittschiffsposition. Oder übersehe ich etwas?.
    Ich meine, daß er das wenigestens grob kann. Nach der Installation wird nach der Zeit in Sekunden für Ruderlage Hart-Hart gefragt. Die trägt man im System ein. Wenn nun der AP in Mittellage in Betrieb genommen wird, ergibt sich irgendwie die Ruderlage. Wozu fragt das System sonst nach der Zeit?

    Gruß
    Manfred
    www.sy-stups.de
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  10. #10
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    Moin Manfred,

    stimmt - habe ich nach meinem Beitrag auch in der "Inbetriebnahme" gelesen.

    Da die ACU 100 unterschiedliche Antriebe - mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten - ansteuern kann, wäre darüber zumindest annähernd eine Ruderlage feststellbar. Allerdings wird dies mit zunehmender Dauer - siehe Koppelnavigation - immer ungenauer.

    Aber sei's 'drum: da ich keinen Geber installieren kann, muß es ohne gehen.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

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