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  1. #1
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    Standard WindGear Windselbststeuerung nach 10 Jahren Prüfung patentiert

    Liebe Mitforisten,

    die WindGear Windselbststeuerung (www.windgear.eu) ist nach geschlagenen 10 Jahren Prüfungszeit jetzt patentiert.
    Die Anmeldung erfolgte 2010, die Erteilung 2020. DP 10 2010 027 603.

    Das ist für mich - bei allen Anfeindungen auch unter der Gürtellinie - die ich in der Zeit seit der Entwicklung 2009 - 2011 auch hier in diesem Forum geduldig erdulden musste, ein innerer Vorbeimarsch.

    Nicht ich habe die Windselbststeuerung für Segelboote erfunden, sondern ein Herr Herreshoff, Ende 17. Jhdt im Bereich Modellsegeln.
    Hasler hatte als erster ein gut funktionierendes Modell am Start, bei seiner Atlantiküberquerung, so zweite Hälfte des 20. Jhdt...

    Aber den Nachteil der aktuellen Horizontalwindfahnen-Servoruder-Windselbststeuerungen, bei Wind aus dem achterlichen Quadranten aus einer Rollbewegung die Gierbewegungen quer zur Welle zu verstärken, diesen Nachteil mechanisch in den Griff zu bekommen, kann ich mir als eigene Feder ab jetzt ins eigene Windindianer-Stirnband stecken, um in verehrtem Peter F.'s Tenor zu bleiben ;-).

    Vier Achsen, vier Hebel, mehr braucht es nicht.

    Rechneroptimiert. Patentiert.

    Joern

  2. #2
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    Standard

    Lieber Joern,

    ich gratuliere dir ganz herzlich zur Patentierung! Bin ja selber mit deiner Windgear 2014 und 2015 durch die Gegend geschippert, einmal über den Atlantik und sie hat ihren Dienst treu getan und tut ihn auch noch weiter; so zumindest die Info vom neuen Eigner der SY Lisa, die jetzt Alaussa heisst und die Karibik unsicher macht. Auf allen Kursen, auch bei achterlichem Wind wie auf der Barfussroute war die Windgear absolut genial. Wer sich selbst überzeugen mag: https://youtu.be/tbUW1BeMXsg

    Für mein neues Boot (siehe hier https://www.youtube.com/watch?v=Zcnz...ngAw31tCbiS3tf) gibt's für mich wieder eine Windgear by Joern Heinrich

    Gruss, Marie

  3. #3
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    Standard

    Hallo Ihr, ja ich sehe, so eine Windselbststeuerung hat ihre Vorteile, und speziell für einen Nicht-Elektroniker ist sie wohl die bessere Wahl.
    Für mich bzw. mein Schiff sehe ich diese Vorteile nicht:
    1) Mein Schiff ist ketschgetakelt, und ich habe gelernt, daß bei allen Am-Wind-Kursen überhaupt kein Autopilot erforderlich ist, das Schiff fährt wie auf Schienen, besser als es je ein Autopilot, elektrisch oder Wind, könnte. Bei Kursen hoch am Wind, kommt da die wirklich maximale Höhe zustande, wie man sie auch bei Steuerung von Hand nicht besser fertigbringt. Nur bei Vorwindkursen versagt diese Eigenschaft meines Schiffes, und da kommt bei mir der elektrische AP ins Spiel, der (momentan noch) nach Magnetkompaß steuert. Das hat auch gewisse Nachteile, aber alle Windpiloten haben genau da auch ihre Ptobleme (wenn man den Berichten glauben darf)
    2) Der Windpilot ist eine eher grazile Konstruktion, die mehr oder vielmehr weniger passend am Heck befestigt wird, und dort vielen Gefahren ausgesetzt ist, sei es, daß eine Welle von Hinten einsteigt und was beschädigt, oder im Hafen einer dagegen brummt.
    3)Bei Servicearbeiten oder auch nur beim Nachstellen muß man sich an einen Ort mit höchster Unfallgefahr begeben, eine Gefahr, die gerade bei kleiner Mannschaft besonders groß ist. Es gibt viele Berichte von fatalen Ausgängen, und wer weiß, ob nicht bei den meisten verlassen aufgefundenen Schiffen dieses die Ursache ist.
    4) Von den Kosten her gerät der Windpilot zunehmend ins Hintertreffen, weil der elektrische Rudergänger immer billiger wird.
    5) Der größte Nachteil des elektrischen Rudergängers und damit ein großer Vorteil des Windpiloten verschwindet in dem Maße, wie z.B. durch Solarpanels die Stromknappheit gemildert wird. Dazu kommt, daß man bezüglich des Stromverbrauchs immer noch die alten, rein analog gesteuerten e-AP's im Kopf hat. Moderne AP's sind digital gesteuert, was schon bei den Stellmotoren den Stromverbrauch reduziert, und auch die Steuerung ist durch die Digitalisierung viel genauer oder womöglich sogar selbstlernend, was den Stromverbrauch nochmal reduziert und einem das Gefrickel an den Einstellern erspart.

    Ich stelle auch fest, daß die Menge an Windsteuerungen, die man an andere Schiffen sieht, deutlich im Abnehmen begriffen ist, letztlich weil jeder Eigner für sich oder sein Schiff diese Überlegungen anstellt.
    Nachdem auch ich mich auch in anderen Branchen mit Neuentwicklungen/Verbesserungen herkömmlicher Technik befaßt habe und diese Erfahrung gemacht habe, muß ich leider sagen, das Ding kommt 30Jahre zu spät!
    Trotz alledem viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  4. #4
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    Moin Sucher,

    bei Punkt 1 bin ich absolut bei Dir. Bei meinem Boot - Langkieler, Slup - ist das exakt das Gleiche. Wenn der AP dran ist, dann wird der bei Amwindkurs nur noch als Arretierung verwendet. Da Boot - fein getrimmt - läuft von sich aus optimal. Besser als mit der Einwirkung durch den AP.

    Bei allen anderen Punkt und speziell bei Deinem Resümee bin ich ganz anderer Ansicht. Wer eine Windsteueranlage benötigt, kann das elekronisch kaum kostengünstig und sinnvoll alternativ bewerkstelligen. Denn wenn das Boot nach dem Wind laufen soll, braucht man dafür nicht nur einen AP, sondern noch die komplette Bus Integration, Geber, elektrische Versorgung, etc. Du schreibst ganz richtig - das gibt es alles und es funktioniert meist.

    Aber die Notwendigkeit einer Windsteueranlage ist damit einfach nicht bedient. Ein mechanisches System, dass völlig unabhängig über Wochen Arbeiten kann, ist einfach eine ganz andere Liga, als ein Versorgungs empfindliches und technisch hoch komplexes elektronisches System.

    Und in diesem Sinne sehe ich das Produkt auch nicht 30 Jahre zu spät. Lediglich hat sich durch den Zuwachs an Seglern der letzten 30 Jahre mehr Notwendigkeit für Autopiloten ergeben. Aber auch die Nische "Windsteueranlagen" ist gewachsen.

    Von daher finde ich die Erfindung sehr gut und wünsche viel Erfolg!

    LG R.

  5. #5
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    Hallo RunTanplan, ich habe in meiner Jugendzeit miterlebt, wie mein Vater mit allen Tricks versucht hat, sein damaliges Schiff (30', Kurzkieler, Sloop) zum Selbststeuern zu bringen, es ist nicht gelungen. Ich nehme an, für noch längere Touren mit noch kleinerer Mannschaft hätte es so eine Windsteueranlage gebraucht, Denn elektrische Autopiloten waren damals nicht nur unüblich, sondern auch sehr teuer, es wurde halt alles von Hand gesteuert.
    Nach diesen Erfahrungen war ich sehr erstaunt wie leicht sich mein Schiff zum Selbststeuern bringen läßt. Ich erinnere mich nicht, sowas z.B. von Moitessier oder Chichester gelesen zu haben, obwohl die mit einem ähnlichen Schiffstyp unterwegs waren und eine Windsteueranlage hatten.
    Was elektronische AP's betrifft, habe ich meine Herangehensweise hier schon ausgebreitet, und zumindest, was den Einstandspreis betrifft, ist das schwer unterbietbar. Und es hat sich aus gezeigt, daß das Leistungsbilanzproblem nicht wirklich eines ist. Selbstverständlich ist das für einen Skipper mit Elektronikkenntnissen sehr viel einfacher, habe ich deshalb extra oben angemerkt. Ich habe dementsprechend auch vor, eine Verbindung zur Windmeßanlage herzustellen, und eine Steuerung nach GPS-Kompaß vorzusehen, alles in der gleichen Preisklasse.
    Hätte ich nicht diese Möglichkeiten, so käme in der Tat auch für mich so eine Windsteueranlage in Frage, nur diese Möglichkeiten gibt es seit ca. 30 Jahren, und dank meiner elektronischen Fertigkeiten kann ich das auch nutzen. Ich mache das erst jetzt, denn vor 30Jahren hatte ich kein Schiff!
    Es ist sicher richtig, daß diese Möglichkeiten aktuell dem allgemeinen Publikum noch nicht zur Verfügung stehen, jedenfalls nicht zu diesem Preis, das wird sich aber ändern, und AP's nach diesen Gesichtpunkten werden einen Preisverfall erleben, der jeden Gedanken an eine rein mechanische Lösung abwegig erscheinen läßt. Das hat sich in vielen Bereichen und Branchen längst gezeigt. Das Einzige, was den mech. AP bis jetzt noch rettet, sind die geringen Stückzahlen, die große Firmen davon abhalten. sich damit zu befassen. Die Chinesen sehen das anders, und wenn die mal diesen Bedarf entdeckt haben, und einen AP wie die vielen Kopter, Hoverboards, oder Monowheels auf den Markt geworfen haben, wird sich zeigen, daß es für dieses Gerät schwierig ist, auch nur die Patentgebühr wieder reinzubringen!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  6. #6
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    Standard

    Ja, Sucher, Du hast in diesen Punkten Recht. Aber das betrifft Menschen die eine Windsteueranlage brauchen nicht.

    Ganz ehrlich: Mein Boot fährt geradeaus, ich hab trotzdem einen Autopilot an Bord. Wenn ich große Touren mache, nehme ich dennoch eine Windsteueranlage, denn:
    - Ich möchte, dass mein Boot nach dem Wind fährt, nicht nach Kurs.
    - Ich möchte, dass mein Boot ohne Elektrik grundsätzlich funktional ist.
    - Ich möchte eine Steuerungseinheit, die reparierbar ist.

    Nix gegen Autopiloten - von mir aus für 19,95 im 6er Pack. Sie ersetzen keine Windsteueranlage. Es sind einfach unterschiedliche Welten.

    Gruß R.

  7. #7
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    Hallo RunTanplan, ja, genau das habe ich ja oben vorrausgeschickt. Und ich will noch hinzufügen, es gibt ja schon länger verschiedene Windsteueranlagen, ich meine, 1/2 dutzend ernstzunehmende. Rein von der verwendeten Technologie her, wäre diese auch schon früher möglich gewesen, es hat halt an der Idee gefehlt! Wenn man die Geschichte der diversen Erfindungen betrachtet, sie können nicht nur zu spät, sondern auch zu früh kommen, um Erfolg zu haben, Was den Wert nicht wirklich schmälert.
    Und ich gebe zu, bei meinem e-AP ist auch viel Spaß an der Kreativität dabei. Das reicht mir, ich suche das nicht kommerziell auszunutzen, obgleich ich das für möglich halte, sonst hätte ich das nicht hier mit Schaltung und Programm vorgestellt!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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