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  1. #1
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    Standard Von Antalya bis nach Kiel

    Moin moin Experten,

    diese tristen Tage, an denen wir eigentlich alle viel lieber dem Boot den letzten Schliff für die Saison geben würden, statt in selbst verordneter Quarantäne zu sitzen lassen wilde Pläne entstehen. Vielleicht eine Idee fürs nächste Jahr?

    Ich bin begeisterter Ostsee-Segler und kein Aussteiger, aber ich würde sehr gerne mal einen langen Törn machen - und zwar dort, wo es warm ist.

    Eine Idee ist, im Mittelmeer - Türkei - ein Boot zu kaufen und dann mit viel Zeit (ca. 6 Monate?) nach Hause zu überführen. Das sind - ganz grob gerechnet - 3.600 SM, also in 60 Tagen zu schaffen, wenn man 60 Meilen pro Tag als Durchschnitt nimmt; aber wer will schon durchs Mittelmeer hetzen.

    Daher meine Frage an Euch: hat das schon mal jemand von Euch durchdacht? Oder sogar gemacht? Wieviel Zeit würdet Ihr einplanen, um bei 4-5 Segeltagen pro Woche diese lange Strecke zu segeln? Wenn man nicht auf Verschleiß segelt, sondern die Tour und die Landschaft auch genießen möchte?

    Viele Grüße,

    Marcel

  2. #2
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    Hallo Mister Rocket, so eine Tour ist sicher möglich, aber so auf "einen Sitz" ist das nicht lustig. Ein Gebrauchtboot bei dem Du nach dem Kauf einfach einsteigen und auf so eine Tour gehen kannst, gibt es nicht. Rechne lieber damit, daß Du erstmal dort (Antalya) eine Saison segelst, und dabei das Boot und vor allem seine Macken kennenlernst. Soweit ich weiß, ist man dort mit Nautik-Bedarf und Ersatzteilen ganz gut versorgt, und Du bewegst Dich besser erst von dort weg, wenn Du Dich Deines Boote sicher bist. 60 Meilen am Tag geht nur unter optimalen Bedingungen und da sind dann viele Nachtfahrten und lange Strecken unter Maschine dabei. Sehr erholsam ist das nicht. Wenn Du für das Befahren des Mittelmeeres 2 Saisons einplanst, macht es mehr Spaß.
    Ein Segler wird natürlich die Tour außenrum bevorzugen, aber es geht auch mittendurch, und das ist eindeutig geruhsamer. Meine Empfehlung:
    1. Saison: Kauf, Kennenlernen und Reparieren des Bootes.
    2. Saison: durchs östliche Mittelmeer, überwintern im Ionischen Meer (GR oder I).
    3. Saison: Bis Port Napoleon (Marseille), dort überwintern.
    4. Saison: Rhone, Saone, Belgien Holland etc bis Norddeutschland. (für diesen Teil der Reise gibt hier ausgewiesene Experten).
    Bei dieser Stückelung gibt es reichlich Gelegenheit, bei jedem Rückflug Ersatzteile und Werkzeug aus DE mitzubringen, die dringende Notwendigkeit hierfür wird ganz sicher eintreten.
    Und überhaupt wirst Du nach einiger Zeit ernsthafte Zweifel bekommen, ob Du überhaupt jemals wieder in der Ostsee segeln willst!
    Viel Glück!
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #3
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    In umgekehrter Richtung lief das bei mir so:

    1. Jahr Hamburg - Costa del Sol in 5 1/2 Monaten, davon 1 Monat Liegezeit in Gibraltar. Haben uns Zeit gelassen.
    2. Jahr Costa del Sol - Korfu in 6 Wochen, danach den Rest des Jahres Ionisches Meer
    3. Jahr Ionisches Meer - Nord Griechenland in 4 Wochen, danach kreuz und quer durch Griechenland.
    Michael
    http://www.sioned.de

  4. #4
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    Moin Ihr beiden,

    Ich sehe, das ist dann doch eher ein Langzeitprojekt und nichts, was man in einer Saison abreißen kann, wenn man auch noch was davon haben will....
    Danke für die realistische Einschätzung und Eure Tips.

    Viele Grüße,

    Marcel

  5. #5
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    Hallo Mister Rocket, nicht, daß ich Dir den Mut nehmen wollte, sowas anzugehen! Es ist in der Tat eine tolle Sache, die einem wirklich besondere Erlebnisse verschaffen kann, und damit es positive und vor allem ungefährliche Erlebnisse werden, ist eine genaue Vorbereitung unabdingbar. Positiv (für so einen Plan)ist zu sehen, daß die ohnehin schon niedrigen Gebrauchtbootpreise durch Corona noch weiter runtergehen werden, was Dich in die Lage versetzt, ein besseres (jüngeres) oder ein größeres Boot für das gleiche Geld zu erwerben. Ich rate zu Letzterem. Wenn Du schon reichlich Segelerfahrung hast, weißt Du, was gute Vorbereitung alles beinhaltet, und wenn Du es noch nicht schon längst getan hast, fange gleich jetzt damit an.
    Aus meiner Erfahrung heraus macht es keinen Sinn, aus der Ferne ein Boot kaufen zu wollen, oder auch nur Verbindungen zu knüpfen, das kann man nur vor Ort, die wirklich guten Angebote sind nicht im Internet oder in Verkaufsanzeigen zu finden und sind meist sehr kurzfristig. Das bedeutet, Du machst einen längeren Urlaub an einem Ort, wo viele Marinas sind und sonstiges nautisches Leben herrscht, spazierst öfter mal durch, sprichst mit den Leuten und achtest auf die kleinen, plötzlich auftauchenden Verkaufschilder. Das bringt Dich frühzeitig auf die Schiffe, deren Eigner die Lust verloren haben, weil alt oder krank oder gar verstorben sind.
    Das gibt es nicht nur in Antalya, sondern auch in Spanien, Italien, Griechenland.
    Viel Glück!
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  6. #6
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    Ein gebrauchtes Boot zu kaufen ist schon vor Ort eine schwierige, riskante Sache. Es gibt zu viele Möglichkeiten für versteckte Mängel. Bei "Überstellungstörns" ist ein enges Zeitkorsett üblich. Wehe wenn du eine Woche Schlechtwetter/Stürme abwarten musst. Das tut man sich nicht zur Erholung an, sondern nur wenn man muss. Was immer das heißen mag.
    Wie von den Kollegen beschrieben ist die Aufteilung über mehrere Saisonen eine brauchbare Variante.
    Zur Route habe ich einmal einen Überstellungsbericht durch die Binnengewäßer von Frankreich usw. gelesen. Hat sich gut gelesen.
    Größtes Risiko für mich nochmals: ein gebrauchtes Boot aus der Ferne kaufen.
    Handbreit
    Rud1
    ---------------------------------------------
    https://sailing.czaak.at

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