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  1. #1
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    Standard Permanent auf dem Segler leben

    Wer hat Erfahrung mit dem permanenten Leben auf einer Segelyacht. Ich bin jetzt Rentnerin und plane, mein Leben in Kürze auf den Segler zu verlegen. Wassererfahrung und Lizenzen vorhanden, aber ich suche Infos speziell in diesem Thema. Holland soll Homebase werden. Ab Frühjahr 2021 dann hauptsächlich unterwegs.

    Würde mich über Kontakte und Erfahrungen von Seglern freuen. (Bin übrigens keine Luxusrentnerin, dafür war ich zu lange im Abenteuer Business).

    Kimberly

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von kimarx Beitrag anzeigen
    ........

    Würde mich über Kontakte und Erfahrungen von Seglern freuen. (Bin übrigens keine Luxusrentnerin, dafür war ich zu lange im Abenteuer Business).

    Kimberly
    Schwer dazu etwas zu sagen.

    - wie groß soll das Boot sein?
    - Segelreisen (Abenteuer) geplant?
    - alleine oder mit anderen?
    - sind handwerkliche Qualitäten vorhanden?(oder die Knete diese ersetzen zu lassen?)
    - gibt es Ausstiegsmöglichkeiten?
    - Erfahrungen in Schiffsführung unter groben Bedingungen vorhanden?
    - ....
    Wir haben unser Segelboot (31') an eine Käuferin mit gleichem(!) Profil verkauft, und ich mache mir seit dem Gedanken, ob wir die gute Frau nicht hätten warnen sollen. Mut und Tatkraft hatte sie zweifellos, aber reicht das?

    Wir haben nur vier (+, viele Jahre) Monate/a auf dem Schiff gewohnt und es fielen jedes Jahr ca. 50 bis 100 Stunden Arbeit und ein durchschnittlicher Betrag von 2000 € (außer Segel wurde alles in Eigenregie erledigt) an um das Boot in gutem Zustand zu halten.

    Mut und Rentnerdasein reichen leider nicht um dauerhaft auf einem Boot zu leben. Wenn Du das und noch mehr schon berücksichtigt hast?
    Nur zu!

    Viel Erfolg
    Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Hallo Franz,
    Danke für Deine Antwort. Es ist wichtig, dass man mit Leuten kommuniziert, die solche Vorhaben nicht durch die rosarote Brille sehen.
    Bin gerade dabei eine Wibo 930 zu kaufen. Segelreisen auf jeden Fall. Teilweise allein, aber auch durchaus mit Begleitung. Handwerklich ziemlich gut. Aufstiegsmöglichkeiten, eventuell wenn es nicht mehr gehen sollte, in einem Hafen die meiste Zeit zu liegen. Schiffsführung mit Segler bisher nur auf Jollen (hatte ein Haus auf Sansibar und damals meine 420er mitgenommen - jeden Tag fünfmal umgeworfen) zwei Sommer lang hatte ich auf meiner Princess gewohnt, aber Motorschiff zu langweilig, damals nur Binnengewässer. Abenteuer erprobt. War unter anderem jahrelang in Afrika als Busch Pilotin.

    Warum seid Ihr wieder vom Segler abgestiegen?
    Wo war Euer Heimathafen?
    Stahl- oder Kunststoff?

    Grüsse

    Kimberly

  4. #4
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    Zitat Zitat von kimarx Beitrag anzeigen
    .......... Aufstiegsmöglichkeiten, eventuell wenn es nicht mehr gehen sollte, ..........Warum seid Ihr wieder vom Segler abgestiegen? ...........
    Wer gesteht sich schon zu, dass es nicht mehr geht? In den 15 Jahren, in denen wir die Sommer ausschließlich auf dem Segelboot verbracht haben, wurden wir oft Zeugen von altersbedingten Einschränkungen. Auf dem Boot leben ging immer noch gut, auch mal bei guten Bedingungen die Segel hissen. Aber so segeln, wie das viele Jahrzehnt unsere Leidenschaft war fiel bei diesen Beispielen aus. Diesen Niedergang zu vermeiden haben wir vorauseilend einen Zeitpunkt gesetzt, früh genug um etwas neues anzufangen bei dem es weniger auf geistige und körperliche Fittnes ankommt. Dabei ist weniger die körperliche Leistungsfähigkeit entscheidend, als die in höherem Maß auftretende altersbedingte Bräsigkeit. Einige Betroffene kämpfen bis zur bitteren Neige, andere ergeben sich der Gemütlichkeit.
    Seit dieser Zeit fahren wir mit einem komfortablen Motorboot binnen durch Europa. (Dieses Jahr stand Paris auf dem Zettel - war wohl nix)

    Zitat Zitat von kimarx Beitrag anzeigen
    Wo war Euer Heimathafen?
    Stahl- oder Kunststoff?

    Grüsse

    Kimberly
    Wir hatten keinen heimatlichen Liegeplatz. Nach dem Winterlager wurde die Segelreise angetreten. An deren Ende das Boot wieder aufs Trockene gesetzt. (zuzüglich weniger Wochen mit den Freunden im Heimathafen)
    Das Boot war ein leichtgewichtiges, sportliches. Boot (IOR-Yacht) aus GfK.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
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    Hallo Grauwal Franz,

    Veränderungen sind immer gut, ich halte das bereits mein gesamtes Leben so:-) Bei mir ist dann die Bootskarriere genau umgekehrt. Erst kam Motorboot mit viel Binnenerfahrung und jetzt reizt die neue Herausforderung, nachdem mich die Luftfahrtbehörde vor zehn Jahren aus meinem geliebten Abenteuer Job rausgekegelt hat. Euch dann viel Spass mit dem Motorboot, macht echt Laune, besonders die Kanalfahrten habe ich auch immer sehr genossen. Deshalb suche ich nach einem Segler, mit dem ich das teilweise auch noch machen kann. Tiefgang max 1,60 und Mast legen ohne grosse Probleme.

    Gruss Kimberly

  6. #6
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    Zitat Zitat von kimarx Beitrag anzeigen
    .................... Deshalb suche ich nach einem Segler, mit dem ich das teilweise auch noch machen kann. Tiefgang max 1,60 und Mast legen ohne grosse Probleme.

    Gruss Kimberly
    .... dann musst Du zu ausgeprägten Kompromissen bereit sein. Reinrassige Segler sind zur Kanal- und Flussfahrt nicht geeignet.
    - Der Tiefgang von 1,6 m (unseres hatte 1,7 m +) gestattet nur das Befahren der wichtigen Kanäle.
    - Schleusen wird durch die ausgeprägte Gillung der Bordwand erschwert.
    - Mastlegen ohne Kran fordert ein umfangreiches Jütsystem Masten bei 31' Booten sind schon echte Trümmer, der Kram stört beim Segeln und wiegt einiges.
    Entweder leistungsfähiger Segler oder komfortables Mobo. Kompromisse beim Boot mindern die Segeleigenschaften erheblich. Schwache Segelleistung kann man auf der Barfußroute im Passat ertragen, beim Aufkreuzen z.B. zwischen den Schären nicht. Kommt also darauf an, wie Du das Segeln angehen willst.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #7
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    Hallo Franz, danke, das ist schon mal sehr hilfreich. Jetzt bekomme ich die richtigen Infos zu meinen Plänen. Im Sommer 2003 war ich mit der Princess auf der Route Mosel - Saar - französische Saar-Kohle Kanäle und dann den Rhein wieder hinunter unterwegs. War eine tolle Tour. Auf der Mosel habe ich damals einige Segler mit gelegtem Mast gesehen. Ansonsten denke ich, dass ich bestenfalls mal die Verbindung über Belgien - Frankreich (Saone/Rhone) befahren würde mit einem Abstecher auf der Mosel (Familienbesuch). Was ich mir auch vorstelle ist die Einfahrt in Binnenwasserstrassen z. B. in Südfrankreich, um dort eine Zeit zu bleiben.

    Kimmkieler fände ich auch nicht übel, aber wie verhält sich der auf See?

    Rumpf bin ich momentan noch auf Stahl fixiert (damit hatte ich in der Fliegerei schon gute Erfahrungen gemacht), aber inzwischen höre ich diverse Meinungen. Klar ist Stahl Pflege intensiver.

    Grüsse

    Kimberly

  8. #8
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    Hallo kimarx. ich habe auch schon einige Zeit mit dem Boot hinter mir. Nachdem ich einen sehr technischen Hintergrund habe, muß ich mir über Reparaturen, Ergänzungen oder Einbauten keine Sorgen machen. Das habe ich noch verstärkt indem ich ein altes Boot eigenhändig aufgemöbelt habe. und dadurch wirklich jede Schraube daran und darin kenne. Das halte ich für wirklich essentiell, vor allem wenn man sich in weniger industriell geprägten Ländern bewegt. Das kann einem schon in Europa begegnen. Man muß auch, um allen Eventualitäten gerecht werden zu können, fast eine ganze Werftausstattung mit sich führen. Ich war der Meinung, daß ich gut gerüstet sei, mußte aber unterwegs feststellen, daß dieser Faktor enorm steigerungsfähig ist.

    Wenn man nicht gerade dieses z.B. für einen Rekordversuch anstrebt, ist alleine und einhand unterwegs sein wirklich keine Dauerlösung. Auch wenn man sich selbst für psychisch ziemlich stabil hält, lernt man da ungeahnte und bedenkliche Effekte an sich selbst kennen.

    Die Schiffsgröße ist ein ganz wichtiger Faktor, 9m30 halte ich für entschieden zu klein. Das hat zwar bei den Finanzen deutliche Vorteile, aber sonst nur wirklich gravierende Nachteile. So groß wie möglich! Je nach technischer Ausstattung kann man 12-15m problemlos alleine beherrschen. und bei diesem Faktor würde ich an die obere Grenze gehen. Wenn der Kaufpreis die maßgebliche Faktor ist, würde ich bei Alter und Zustand des Schiffes ein Stück zurückgehen, dafür bei der Größe weiter vorgehen, und das Defizit durch Eigenleistung ausgleichen, die dabei gemachten Erfahrungen sid durch nichts zu ersetzen!

    Wie @grauwal schon angemerkt hat, nähern sich die körperlichen Grenzen unausweichlich und in immer größeren Schritten. Da die sinnvolle Grenze zu erkennen um nicht überholt zu werden, ist nicht so einfach. Damit man das nicht überzieht, sollte man wie grauwal einen Plan B haben, auf den man eher leicht zurückgreifen kann.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  9. #9
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    Zitat Zitat von kimarx Beitrag anzeigen
    ......
    ............ Auf der Mosel habe ich damals einige Segler mit gelegtem Mast gesehen.
    .............Kimmkieler fände ich auch nicht übel, aber wie verhält sich der auf See?
    .............Rumpf bin ich momentan noch auf Stahl fixiert......
    Grüsse

    Kimberly
    - Das Fahren mit gut verzurrtem Mast ist kein großes Problem, nur lästig. Das Stellen und Streichen ab so ca. 9m Bootslänge zwar möglich, aber doch mit Aufwand verbunden. Mit den vorhergehenden Booten haben wir entweder ohne alles (Jollenkreuzer) oder mit Jüt (Vierteltonner) den Mast gestelt/gelegt.
    - Kimmkieler sind Spezialisten, besonders für Tidengewässer geeignet. Für jeden Vorteil muss man mit Nachteilen zahlen, hier mit Höhe.
    - Stahl ist ein äußerst robuster Werkstoff, diesen Vorteil muss man mit hohem Gewicht bezahlen, das geht zulasten der Segeleigenschaften.

    Die Abwägung ist individuell.
    In Köln sagt man: Et jit nix für ümmesünz, ken Kölsch un ken Flönz (Es gibt nichts umsonst, kein Bier und keine Blutwurst)

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #10
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ......... So groß wie möglich! .......
    Wird auch individuell beurteilt, eine Frage der Duldsamkeit.
    Nach vier Wochen Urlaubsreise auf dem Jolli mit Kind war die Toleranzgrenze erreicht.
    Zu zweit auf dem Vierteltonner waren die vier Wochen erträglich
    Langzeit (4Monate+) erschien uns der Halbtonner ausreichend.
    Wichtig ist die Gebrauchstauglichkeit, die beurteilt man am besten mit viel Erfahrung und nach langer Zeit.

    Beim Abwägen Geld - Größe würden wir uns immer für gute Segeleigenschaften entscheiden. Andere sehen das anders.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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