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    Standard Das " Geheimnis" des gleitenden Motorseglers

    Wie wir alle wissen gibt es eine recht große Nachfrage nach trailerbaren, gleitfähigen Motorseglern.
    Meist stellen sich Motorbootfahrer vor auf einen Segler umzusteigen, sie möchten aber nicht auf den Speed eines gleitfähigen Motorbootes verzichten.
    Es werden da auch einige Hybride, Missgeburten angeboten. Macgregor, Odin heißen sie.
    Warum aber sind es Missgeburten ?
    Gleiten sollte doch nicht so schwer sein ?
    Genug Motorpower und jedes Wasserfahrzeug gleitet.
    Man kann ja sogar eine Kirche schnell genug ins Wasser werfen und sie gleitet.
    Ein Segelbootrumpf aber muss anderen Fahrtzuständen ( Geschwindigkeiten) gerecht werden, und das bei allerlei Krängungswinkeln.
    Minderen Geschwindigkeiten, unterhalb der Gleitgeschwindigkeit, er bewegt sich innerhalb der Rumpfgeschindigkeit.
    Fertig, aus.
    KIelsprung ist hier, neben Masse, das Hauptkriterium umüber diese Barriere hinwegzukommen.
    Anders ausgedrückt, umso mehr Kurve der Rumpf unter Wasser , bei jedweger Krängung hat, desto mehr Bernoulli- Effekt kommt zum tragen.
    Das Boot , oder Schiff , hat Zwischen Bug- und Heckwelle ein ausgeprägtes , nach unten laufendes Wellental. Mit dynamischen Aufrieb is' da garnix.
    Nun wurde aber recht früh klar das Boote mit wenig Tiefgang , sprich wenig Kielsprung durchaus minder Lage waren in Glitsch zu kommen, sprich die Rumpfgeschwindigkeit zu überschreiten.
    Was passiert da ?
    Die vorderen Rumpfsektionen werden positiv angeströmt, im Idealfall 3- 4 Grad für günstigste Lift/Drag Ratio.
    Das, was das Boot auf die Bugwelle springen lässt ist also vorn, meist endet diese positiv angeströmt Fläche im Bereich des Schwertkastens , des Kiels.
    Bei leichtesten Booten, z, B, Skiffs, 505, Lasern und dergleichen verschiebt man dies positive Anströmung durch Gewichtttrin nach achtern.
    Diese Boote gleiten dann wie ein Surfboard nur noch auf dem Heck.
    Der Mit dem Wasser in Kontalkt befindliche Teil des Rumpfes wird nur noch positiv angeströmt. Dynamic Lift das.
    Siehe Motorboot, also Gleiter.
    Dessen Rumpf entspricht den vorderen Sektionen eine Gleitjolle , am "Schwertkasten" endet der Rumpf, kein Kielsprung, das Gewicht, die Maschine is' am Heck. Der günstigste Trimmwinkel wird durch die Tiltfunktion des Aussenborders justiert.
    Die Konsequenz daraus für ein Gleitendes Segelboot:
    Alles vom Rumpf was hinter dem tiefstem Punkt, also hinter dem Schwertkasten ansteigt, mit negativem Winkel angeströmt wird ( Kielsprung ) saugt das Heck nach unten. Bernoulli.
    Will man dieses Axiom dumm übergehen, geht das nur über massig Motorleistung am Heck , einhergehend mit starkem positiven Trimmwinkel.
    Kein Wunder dass das nur bei kleineren Einheiten mit relativ geringem Kielsprung , geringer Masse ( Wasserballast zu Segeln abgelassen), massigstem U- Spant realisiert, vielmehr probiert wird. Mit bescheidenen Ergebnissen. Diese 7-8m Krücken sind weder gute Segler , noch effektive Motorboote.
    Beliebt sind diese Boote weil sie aufgrund ihrer zwangsbedingten Rumpform recht viel , dem ex Mobofahrer gewohnten Wohnkomfort bieten.
    So sei es.
    Wie aber geht es besser ?
    Der Motor , also die Masse muss für Gleitfahrt direkt hinter die positiv, für Gleitfahrt verantwortlichen positiv angeströmt Flächen, Er muss hinter den Schwertkasten, den Kiel. Wir wollen exzessive positive , energiefressende Vertrimmung vermeiden. Wir wollen nicht auf dem Heck gleiten.
    Was aber nun geschieht mit den negativ angeströmten Flächen, diesen für Segel bei jedweger Krängung zwingend notwendigen konvexen Flächen ?
    Es gilt deren Kurve , deren Kielsprung kleinzuhalten, gar den Bernoulli - Effekt durch eine Trimmklappe am Spiegel umzukehren. Alle Sektionen hinter dem tiefsten Punkt des Rumpfes, also beim Schwertkasten, liften nun.
    Der für verschiedene Fahrmodi artikulierende Rumpf.
    Verwirklicht wurde das meines Wissens bereits in den 70ern in Italien. Allerkleinstserie mit extrem langer ( 3m) Trimmklappe. Der Trick wurde nicht , obwohl die 30' Segelyacht 30kn erreichte , nicht erkannt und vergessen.
    Nu' aber gibt es ein Schiff da obigen Prinzipien folgt.

    Kuckt es euch an :
    https://youtu.be/4dAfEIEHihY

    Die Trimmklappe ( Badeplattform ) wird in diesem Vid gezeigt :
    https://youtu.be/7bsvWcEG3gs
    Zur Verdeutlichung, es ist nicht die Klappe allein. Die angestellte Klappe ergibt zusammen(!) mit den achteren Sektionen ein konkaves, ein liftendes Profil.
    Die Klappe ist ein Flap.

    P.S.
    Dieser Post gehört nicht in die Rubrik " Motoryachten , Motorsegler" ,
    zeigt er doch die Möglichkeiten für Segeljachten auf.


    P.P.S.
    Konkave Flächen für Lift , oben mittels Trimmklappe, dat gab es ja schon , z, B. bei den Zoom Jollen , oder auch hier :
    https://forum.yacht.de/showthread.ph...zweimal-konkav
    Geändert von supra (10.05.2020 um 23:02 Uhr)
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Wie wir alle wissen gibt es eine recht große Nachfrage nach trailerbaren, gleitfähigen Motorseglern.
    ........
    Stehhöhe fehlt.

    Lerne gleiten ohne zu segeln - geht doch
    Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Standard

    Alex,
    du kannst es machen. Ich habe mir als Student eine Yacht geleistet - vom BAFöG. Okay, bei der Yacht handelte es sich nicht um einen Motorsegler, sondern "nur" um einen älteren gebrauchten 470er, der lag im Sommer auf der Wiese an einer Talsperre und im Winter beim Bauern. Aber das Boot war super: schnell, gleitfähig, leicht. Sogar das Kentern machte Spaß, sofern die Wassertemperatur nicht zu niedrig war, denn die Kiste ließ sich leicht wieder aufrichten. Später, im Beruf, hatte ich dann viele Jahre keine Zeit zum Segeln und musste das Boot verkaufen.
    Also: mach es jetzt.
    Gruß
    Rainer

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