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  1. #1
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    Frage Ankern - bis zu welcher Stromgeschwindigkeit?

    Moin,

    bis zu welcher Stromgeschwindigkeit ist Ankern im Tidenstrom zu verantworten?
    Gibt es da Erfahrungs- oder Richtwerte? Ich habe diesbezüglich noch keine Empfehlungen gefunden.

    Hintergrund: Ich überlege, nördlich von De Cocksdorp auf Texel im Watt zwischen Vlieland und Texel zu ankern.
    Ich habe einen Hubkieler, bei dem die Kielfinne durch die Decke stoßen würde, wenn ich irgendwo im harten Sandwatt trockenfallen würde. Deshalb würde ich mir irgendeine Stelle suchen, bei der auch bei Niedrigwasser noch genügend Wasser vorhanden ist, damit das Boot schwimmt.

    Die Problematik mit dem Kentern des Stromes und alles, was damit im Zusammenhang steht, ist mir bewusst. (Zweiter Anker usw.).

    Der Zug am Anker und der Kette ist ja bei 3kn Strom bestimmt ein anderer als in einer windarmen Nacht vor Lyø in der dänischen Südsee.
    Weiß jemand zufällig, mit welcher Windgeschwindigkeit man so was vergleichen kann?
    Bspw.: 3kn Strom sind so, als lägst Du bei 5 Bft vor Anker?!

    Natürlich ist für mich klar, dass ich da nicht unbedingt beide Sachen miteinander kombinieren werde: Tidenstrom von 3kn und nochmal 20kn Wind auf die Nase. ;-)

    Vielen Dank für Eure Hinweise im Voraus.
    Bitte keine Allgemeinplätze, wie: Der Anker muss vom Gewicht her zum Bootsgewicht passen.
    Es kommt auf die Art des Ankers an: Pflugschar, Danforth, Britanny, usw. haben alle ihre spezifischen Stärken auf dem jeweiligen Ankergrund usw.

    Lieber wenige Antworten von Leuten, die tatsächlich Erfahrung haben, als viele gutgemeinte Ratschläge von Theoretikern.
    Nix für ungut!!
    Grüße
    Ahab

  2. #2
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    Ich bin jetzt nicht der Ankerfreak, aber wenn, dann in den Tidenströmen, bisher mit Festkielern. Da sind 2kn Strom die Regel, teilweise auch mehr. Grundsätzlich sehe ich darin kein Problem, da der Strom stetig und kalkulierbar ist, anders als irgendwelche Böen oder Lastspitzen durch Welle.

  3. #3
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    Zitat Zitat von KptAhab Beitrag anzeigen
    bis zu welcher Stromgeschwindigkeit ist Ankern im Tidenstrom zu verantworten?
    Gibt es da Erfahrungs- oder Richtwerte? Ich habe diesbezüglich noch keine Empfehlungen gefunden.
    Zahlen kann ich Dir nicht nennen. Aber ich war vor einiger Zeit im engl. Kanal, Normandie & Bretagne unterwegs und habe dort oft geankert. Der Tidenstrom ist dort recht stark, insbesondere auf den Kanalinseln und der Isle de Ouessant. Probleme gab es nicht.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  4. #4
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    Ist zwar theoretisch liefert aber doch einen anhaltswert: die schiffsgeschwindigkeit welche du bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit segelnd erreichst, diese strömungsgeschwindigkeit vor Anker dürften jeweils ~ die gleiche Kraft ausüben

    ankern im Strom mit halber Rumpf-Geschwindigkeits-Strömung dürfte bei mittleren Winden noch funktionieren

    Als Grenze: Ankern in einer Strömung die über der Rumpfgeschwindigkeit liegt geht nur noch wenn dein hubkieler vor Anker gleiten kann...
    Geändert von haribo (15.06.2020 um 06:56 Uhr)

  5. #5
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    Hallo KptAhab, grau ist alle Theorie, Ankern im Strom hat wirklich seine Tücken. Natürlich gibt es für Strom oder Wind jeweils einzelne Grenzen, aber die Kombination hats in sich. Insbesondere wenn die Richtung nicht gleich ist, gibt es da unerwartete Effekte. Wenn sich dann auch noch zeigt, daß das blanke Schiff gegen den Anker segelt, kann es auch unmöglich werden.
    Ich kenne das erstmal vom Fluß, da ist der Strom weitgehend gleichmäßig, in der Tide kommt noch die Änderung dazu. Besonders häßlich ist die Situation Wind gegen Strom. Letztlich hilft nur eine durchgängige Ankerwache und ein stets startbereiter Motor.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  6. #6
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    Hallo,

    Ankern und starke Strömung schließen sich bereits im Vorfeld aus.
    Dort wirst du auch bei Stillwasser keinen Anker zum Halten bringen können.
    Entweder ists dort viel zu tief, oder der Untergrund ist super hart, oder beides zusammen.


    Peter

  7. #7
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    @K.Lauer: ... du hast aber schon mal die ankernden Boote und Schiffe in der Unterelbe und Unterweser gesehen, oder?

  8. #8
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    Vielleicht sollte man erwähnen, dass man sich zunächst in der Seekarte und Revierführern ansieht wo sichere Ankerplätze liegen. Diese sicheren Ankerplätze liegen meistens in geschützten Buchten, mit i.d.R. Geringen Strömungen.
    Was das Ankern auf der Elbe angeht, so ankert man nicht im Fahrwasser, sondern stets hinter Inseln oder auf Reeden, wo die Strömung nicht mehr 3,5 kn beträgt.
    Ich würde im Bereich der Fahrwassermarkierung „Grand Mouton“ im Golfe du Morbihan nicht ankern wollen (Strömung von bis zu 7,5 kn).
    Dennoch, im Binnenbereich ankert man auch in Flüssen mit grosser Strömung und es passiert nix!

  9. #9
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    Hallo 2ndtonone, ich habe Rhone, Rhein und Donau befahren, erstere und letztere in der gesamten schiffbaren Länge, der Rhein im Abschnitt der stärksten Strömung, und ich denke, wer da glaubt "es passiert nix" wird sehr schnell in den BSU-Nachrichten auftauchen. Selbstverständlich sucht man sich die am besten geschützten Stellen und ankert niemals im Fahrwasser, aber es bleibt in jedem Fall eine heikle Sache, mit dem Ankern in einer ruhigen Bucht im Mittelmeer auch nicht annähernd vergleichbar!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  10. #10
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    Hallo Ahab,

    je weiter du im tieferen Wasser ankerst , desto stärker dürfte tendenziell auch der Strom sein. Trockenfallen kannst du nicht, also musst du weiter nordöstlich am Rande des Robbengat ankern. Da wird es relativ schnell tief, zwischen trocken und 10 Meter Wassertiefe sind da an manchen Stellen nur ca 150 m zwischen und da strömt es dann wahrscheinlich mit drei kn. Ich hätte da, glaube ich, kein entspanntes Gefühl, jedenfalls nicht bei Nacht. Verlassen würde ich das Schiff auf keinen Fall.

    Grüße
    matze

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