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  1. #11
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    Zitat Zitat von surfing360 Beitrag anzeigen
    Ja, die Genua habe ich auch schon auf Raumschotkursen weggerollt.
    Das ist natürlich immer abhängig von der Windstärke. Bei keinem oder wenig Wind ist es egal, da kann man auf fast jedem Kurs wegrollen. Nur wenn es härter kommt, dann sollte man eben so vorgehen wie beschrieben.

    Zitat Zitat von surfing360 Beitrag anzeigen
    D. h. wenn ich aber nur das Groß reffen will, bleibe ich auf Amwind Kurs mit Wind von Stb. (im Falle des Selden Mastes mit Einrollen gegen den Uhrzeigersinn), fiere das Groß auf und reffe es soweit wie nötig. Allerdings scheiden sich doch da meines Wissens immer wieder die Geister, da angeblich Einrollen des Groß auf einem Amwind Kurs nicht so sauber geht. In der Tat habe ich das bisher nie so gemacht, sondern immer die Yacht in den Wind gestellt.
    Du sprichst das Problem selber an. Reffen tut man wohl erst wenn es nötig wird und das heisst mit Windzunahme. Oft refft man ohnehin zu spät, und je mehr Wind desto mehr Druck und desto schwieriger. Daher wird man wohl oder übel so weit in den Wind fahren müssen wie beschrieben, eben diese 15-20 Grad. Dass da kein Vorsegel mehr steht ist klar und so wird man deses entweder killen lassen müssen oder vorher wegrollen müssen,bevor man sich um das Groß kümmern kann. Wegrollen bzw. parzielles Wegrollen von großen Genuas wird sogar von manchen Crews vor einer Wende praktiziert um zu verhindern, dass das Segel irgendwo im Rigg hängen bleibt und so Schaden nehmen könnte.

    Die Frage ist natürlich, wie löse ich das Einhand, wenn ich vorne am Mast reinkurbel, aber gleichzeitig den Ausholer unter Spannung halten muss. Ich könnte mir da nur vorstellen, immer wieder den Ausholer etwas nachlassen, belegen und Segel Stück für Stück reinkurbeln, oder?
    Ja, anders ist es nicht gut möglich. Fiert man den Ausholer kompett, tut man sich und dem Material nichts Gutes. Der Umlenkblock im Schothorn wird enorm schlagen und macht hässliche cut's in den Baum. Von sonstigen Schäden bis hin zu schweren Verletzungen ganz zu schweigen. Abgesehen davon kann von Spannung halten im Ausholer keine Rede mehr sein und das löst das Problem auch nicht.

    Das bedeutet wenn man echt einhand OHNE Endlosleine arbeiten muss, wird man immer hin und laufen müssen, oder die Ausholerleine in ihrer länge so dimensionieren, dass man sie zurück bis zum Mast kriegt.
    Man geht halt davon aus, dass auf Charterschiffen niemand einhand segelt. Auf Eignerschiffen wo echt einhand gesegelt wird, wird man sich so gut wie es geht einrichten.
    Man kann auch am Mast eine weitere Klemme installieren, durch die die Ausholerleine durch geschliffen wird um sie von dort aus kontrollieren zu können. Das ist aber schon etwas verwegen und auf Charterschiffen ohnehin nur Wunschdenken.
    So bleibt dann meist nur wirklich direkt in den Wind zu fahren, den Ausholer loszuwerfen und so schnell es geht einzurollen. Etwas Lärm wird es aber trotzdem machen.
    Das sind wie gesagt Zustände bei mehr oder viel Wind. Ist wenig Wind vorhanden ist es sowieso ein Klacks und man kann herumnudeln wie man will.

    Ich würde an deiner Stelle eine Leine mitnehmen und sie selber einscheren und zusammenspleissen. Das ist keine Hexerei und ist klassische Seemansarbeit. Anleitungen dazu findet man auf Youtube en Masse. Oder bei der Übernahme darauf bestehen, dass die Charterfirma das erledigt.

    Yippie

  2. #12
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    Ich nehm da einfach eine Charterfirma deren Boote so ausgerüstet sind wie es gehört.
    Alle Leinen im Cockpit und gut ist.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  3. #13
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    Selden stattet [U]alle[U]Bäume, falls Rollgroß vorhanden, mit einer Bremse für den Unterliekstrecker aus. Die kann man am Mast stehend bedienen, Geübte machen beides gleichzeitig - Kurbeln und Bremse lösen (Bremse ist ein Klapphebel) Das funktioniert gut. Ich mache das auf meinem Schiffchen (HR39) alles allein, setze und berge bzw. reffe des nachts erforderlichfalls mehrmals, das funktioniert im Passat natürlich ohne in den Wind zu gehen. Mit dem System habe ich allein mehrmals den Atlantik schadlos überquert, altersbedingt nutze ich häufig elektrische Winchen in Verbindung mit einer Endlosleine in die Plicht, von der Benutzung würde ich aber jedem abraten, der manuell sein Großsegel nicht ohne Probleme gebändigt (in den Mast) bekommt. Insgesamt ist das gesamte Großrollen für Ungeübte nicht problemlos.

    Und dem Klug aus Wien. Ohne Erfahrung nützen die Leinen in der Plicht nicht unbedingt. Schnell bildet sich eine Verdickung im Mast und der Lappen geht nicht mehr rein noch raus. Belle Vie hat da schon die richtige Idee: Das Rollen im Hafen zu üben.

    Schöne Saison trotz Corona von der Annabell z.Zt. Arrecife

  4. #14
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    Mein einzige Erfahrung mit einem Rollgroß (auf einem Charterschiff) ist schon Jahrzehnte her, und die ist in der Erinnerung weitestgehend verblaßt.

    Trotzdem habe ich mit Interesse die Beiträge hier gelesen und bin doch erstaunt, wie umständlich die Refferei bei einem Rollgroß ist: Das Vorsegel muß weg, man muß auf den "richtigen" Bug gehen, dann in den Wind mit killendem Groß um gut einzurollen, Reffleine und Ausholer sind gleichzeitig zu bedienen, was offenbar einiges Geschick erfordert.

    Auf meinem Schiff habe ich ein Einleinenreff (plus zweiter Leine für Reff 3), da segelt man (oder bleibt) am Wind, fiert die Großschot auf, läßt das Großfall bis zur Markierung nach, holt die Reffleine dicht, setzt das Großfall durch und geht wieder auf Kurs. Das macht man am besten alleine, ohne Motor und ohne das Cockpit zu verlassen.

    Was sind denn die Vorteile eines Rollgroß, die muß es ja auch geben? Das Groß ist leichter gesetzt und geborgen (zumindest bei moderaten Windverhältnissen), das ist klar. Gibt es noch weitere Vorteile?

    Nur mal so aus Interesse gefragt.
    Gezeitenrechnung nach ATT => http://tidal-prediction-worksheet.jimdo.com

  5. #15
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    Was sind denn die Vorteile eines Rollgroß, die muß es ja auch geben? Das Groß ist leichter gesetzt und geborgen (zumindest bei moderaten Windverhältnissen), das ist klar. Gibt es noch weitere Vorteile?
    Nur mal so aus Interesse gefragt.
    Für den normalen Schönwettertörn sind Rollsegel eine bequeme Angelegenheit. Bei Schwachwind sind die auch einfach zu bedienen. In den meisten Charterverträgen steht, dass man ab Bft. 6-7 den Hafen nicht verlassen darf. Deshalb gerät man selten in Situationen, wo unter Starkwind-/Stumbedingungen gerefft werden muß. Wird der Wind stärker, sind die Vorteile der Rollsegel schnell weg. Der hohe Winddruck erschwert die Bedienung. Wenn dann noch etwas klemmt, kann es schnell gefährlich werden. Leider kann man sich das bei Charterbooten meist nicht aussuchen. Man sollte sich aber vor Fahrtbeginn mit der Bedienung vertraut machen.
    Viele Grüße
    Markus

    -----------------------------------------
    http://www.segel-zeltlager.de

  6. #16
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    Mein einzige Erfahrung mit einem Rollgroß (auf einem Charterschiff) ist schon Jahrzehnte her, und die ist in der Erinnerung weitestgehend verblaßt.

    Trotzdem habe ich mit Interesse die Beiträge hier gelesen und bin doch erstaunt, wie umständlich die Refferei bei einem Rollgroß ist: Das Vorsegel muß weg, man muß auf den "richtigen" Bug gehen, dann in den Wind mit killendem Groß um gut einzurollen, Reffleine und Ausholer sind gleichzeitig zu bedienen, was offenbar einiges Geschick erfordert.

    Auf meinem Schiff habe ich ein Einleinenreff (plus zweiter Leine für Reff 3), da segelt man (oder bleibt) am Wind, fiert die Großschot auf, läßt das Großfall bis zur Markierung nach, holt die Reffleine dicht, setzt das Großfall durch und geht wieder auf Kurs. Das macht man am besten alleine, ohne Motor und ohne das Cockpit zu verlassen.

    Was sind denn die Vorteile eines Rollgroß, die muß es ja auch geben? Das Groß ist leichter gesetzt und geborgen (zumindest bei moderaten Windverhältnissen), das ist klar. Gibt es noch weitere Vorteile?

    Nur mal so aus Interesse gefragt.
    Umständlich ist das nur für Ahnungslose. Auf größeren neuen Schiffen in der Länge unbegrenzt nach oben findest du nur noch Rollvorrichtungen, sei es in den Mast oder in den Baum.

  7. #17
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    Damit der @Steuermann seine Freude hat: mit Rollsegel gehts so schön langsam voran.
    Ein Fathad Lattengroß wär mir auch lieber, aber dazu brauchts eben auch Können und Erfahrung, daher im Charter kaum anzutreffen (im Mittelmeer).
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  8. #18
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    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Selden stattet [U]alle[U]Bäume, falls Rollgroß vorhanden, mit einer Bremse für den Unterliekstrecker aus. Die kann man am Mast stehend bedienen, Geübte machen beides gleichzeitig
    Da hast Du recht, habe ich gar nicht dran gedacht. Habe es aber noch nie verwendet in den letzten 7 Jahren bei etwa 5 Monaten am Schiff in GR. Bei mir funktioniert das mit der Endlosleine sehr gut
    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    habe ich allein mehrmals den Atlantik schadlos überquert
    Gratuliere, bist damit aber nicht alleine....[/QUOTE]
    ,
    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    altersbedingt nutze ich häufig elektrische Winchen
    Ja, mach ich auch. Mir würde es aber nicht im Schlaf einfallen diese für irgendeine der Reffleinen zu benutzen. Die Endlosleine braucht niemals eine Winch, die führe ich rein aus der Hand. Bei der Genua führe ich die Reffleine (Aus/Einholer) über die SpiWinch, aber nur darum, dass sie mir nicht ausrauschen kann, das sind ja auch andere Kräfte. Mit der Kurbel einholen mache ich nie, da wäre sonst was faul.
    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Insgesamt ist das gesamte Großrollen für Ungeübte nicht problemlos.
    Da gebe ich Dir voll und ganz recht. Aber daran ist nicht das System schuld, sondern die Art und Weise wie das beworben und weitergegeben wird. Unbedarfte wonnen sich dann in einer Art Sicherheit mit einfacherer Handhabung ohne sich näher damit befasst zu haben. Das ist trügerisch.

    Aber ein konventionelles System mit Mastrutschern ist nicht besser in der Handhabung, bloß anders. Und wer nicht über modernste kugelgalagerte Mastrutscher auf Schiene mit hochwertigen Durchlattungen verfügt, die dann fast von alleine in den Lazybag plumpsen, der wird hier auch nicht ganz glücklich, wenn er nicht weiß was zu tun ist.
    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Und dem Klug aus Wien.
    Danke für die Blumen, habe aber gar nicht Geburtstag.

    Zitat Zitat von steuermann Beitrag anzeigen
    Ohne Erfahrung nützen die Leinen in der Plicht nicht unbedingt. Schnell bildet sich eine Verdickung im Mast und der Lappen geht nicht mehr rein noch raus.
    Das ist bei den meisten Dingen im Leben so. Aber ich habe selten Probleme mit der Bedienung aus dem Cockpit heraus gehabt, kann man doch den Ausholer bequem mit 2-3 Wicklungen über der Winch fieren während man einrollt. Bei geschlossenem Ratchet kann auch nix passieren.

    An einigen anderen Antworten bilde ich mir ein erkennen zu können, dass es öfters Verständnisprobleme mit der Materie, selbst bei sonst erfahrenen Seglern zu geben scheint. Das macht nichts und ist keine Schande, auch ich hatte meine Eingansprobleme, bis ich alles kapiert habe.
    Ich gebe gerne meine Erfahrungen hier weiter und diskutiere auch gerne mit Menschen denen ich damit vielleicht helfen kann. Das ist so denke ich, auch der Sinn eines Forums, sich auszutauschen. Manche scheinen hier eine Art Wettbewerb zu sehen, schade....

    Yippie

  9. #19
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    Zitat Zitat von Jugocaptan2 Beitrag anzeigen
    Damit der @Steuermann seine Freude hat: mit Rollsegel gehts so schön langsam voran.
    Ein Fathad Lattengroß wär mir auch lieber, aber dazu brauchts eben auch Können und Erfahrung, daher im Charter kaum anzutreffen (im Mittelmeer).
    Das ist auch desshalb selten, weil das Rigg das mitmachen muß. Eigentlich hat man heute schon eher die squaretop Segel, habe auch schon den Ausdruck topcut-Segel vernommen. Dazu darf man aber kein Achterstag haben, wie etwa bei einem Kat oder man muss mit Backstagen fahren. Das ist aber schon Segeln, das man im Charterbereich nicht erwarten kann. Und ehrlich gesagt, kann ich auch darauf verzichten.

    Backstagen fahren käme bei mir nur bei einer Art Kuttertakelung in Frage oder einem zweiten Vorsegel etwas weiter unten angesetzt. Dieses zweite Vorsegel müsste dann eine Selbstwendefock sein zum lustigen Aufkreuzen. Da braucht man sich bei der Wende eigentlich nurmehr um die Backstagen kümmern, das allerdings mit Bedacht. Aber wozu? Es segelt sich so auch recht nett, und Potential für Stress bleibt unter normalen Umständen immer noch genug.

    Yippie

  10. #20
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    Zitat Zitat von Jugocaptan2 Beitrag anzeigen
    Damit der @Steuermann seine Freude hat: mit Rollsegel gehts so schön langsam voran.
    Ein Fathad Lattengroß wär mir auch lieber, aber dazu brauchts eben auch Können und Erfahrung, daher im Charter kaum anzutreffen (im Mittelmeer).
    Oder du beschaffst dir einfach ein anständig profiliertes Rollgroß, z.B. von North, richtig bauchig, s.Anhang Da mußte dann aber genau wissen, was du machst. Niemand muß übrigens mit einem Rollgroß in den Wind, 10 ° am Wind auf bbg ist zum Setzen ideal sagt Selden, die Mastkeep ist entsprechend profiliert. Alle anderen Arbeiten bedürfen keinerlei Kurskorrekturen, auch die Genua z.B. wird für vorzunehmende Änderungen am Großsegel weder rein-noch rausgerollt.
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