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  1. #1
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    Frage Rollgroß reffen / bergen mit 2 Personen an Bord

    Man lernt als Segler ja nie aus, daher mal Schilderung folgender Situation:
    Charteryacht 33 Fuß, Rollgroß, Rollgenua, Endlosleine für Bedienung des Groß aus dem Cockpit nicht vorhanden - wie oft bei Charteryachten, d.h. einer muss an den Mast und mit Winsch raus/reinkurbeln, während der andere die Großschot zieht bzw. beim einholen unter Spannung hält, Großschot reichte bei eingerolltem Groß nur 50cm über die Schotklemme hinaus, d. h. der Rudergänger kann die nicht vom Ruder aus vollständig erreichen.
    Bei 20kn Wind zunehmend auf Amwindkurs wollten wir 2. Reff ins Groß nehmen, dazu unter Motor in den Wind gegangen, da ja bekanntlich das Groß nur im Wind stehend gut einrollt. Einer nach vorne an dem Mast zum Einrollen, der andere am Ruder, erstes Problem dabei, die Genua und Vorschoten wild schlagend, daher am Mast Arbeiten nicht möglich und gefährlich. Also haben wir erst die Genua ganz eingeholt und wollten dann das Groß einholen. Wieder einer mit der Winsch am Mast, der andere am Ruder.
    Da nun die Großschot aber zu kurz war, konnte der Rudergänger der mit dem Halten der Yacht unter Motor im Wind beschäftigt war, diese nicht unter Zug halten (Autopilot hielt die Yacht nicht im Wind, da dieser immer wieder gesprungen ist).
    Das führte dazu, dass die kurze Großschot durch die Schotklemme rutschte, die Großschot damit völlig lose und nicht unter Spannung war und die Umlenkrolle am Baum gefährlich umherschlug. Erst nachdem wir das unter Kontrolle gebracht hatten, konnten wir das Groß einrollen.
    Was hätte man hier besser und risikoärmer machen können? Für gute Tips wäre ich dankbar.

  2. #2
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    Naja, vielleicht macht man sich im Hafen mit den Funktionen vertraut.

    Ich denke mal du verwechselst da was, die Großschot muss eigentlich dicht sein, Baum im 90 Grad Winkel zum Mast und der Baum leicht zu dem Bug versetzt damit das Segel nicht über die Kiep gezogen wird.
    Wer kann, kann auch mit einer Oceanis segeln! ;)

  3. #3
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    Zitat Zitat von Belle Vie Beitrag anzeigen
    .
    .

    Naja, vielleicht macht man sich im Hafen mit den Funktionen vertraut.
    .
    .


    Jepp.
    Grundsätzlichkeiten eines Rollgroß , des Reffens mit Rollsegeln helfen da nicht wirklich weiter.
    Es ergibt m. E. keinen Sinn ein Vademekum zu verfassen. Niemand kennt das System, dessen Besonderheiten, das Deckslayout, usw..

    P.S.
    Wie hoch ist der Autopilot denn gesprungen ?
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  4. #4
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    Zitat Zitat von surfing360 Beitrag anzeigen
    .

    ......... Großschot reichte bei eingerolltem Groß nur 50cm über die Schotklemme hinaus, d. h. der Rudergänger kann die nicht vom Ruder aus vollständig erreichen.

    .

    Ääh ?




    ...........
    Geändert von supra (18.06.2020 um 23:46 Uhr)
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  5. #5
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    Verwechselst du nicht Großschot mit Ausholer?
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  6. #6
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    Zitat Zitat von surfing360 Beitrag anzeigen
    Man lernt als Segler ja nie aus, daher mal Schilderung folgender Situation:
    Charteryacht 33 Fuß, Rollgroß, Rollgenua, Endlosleine für Bedienung des Groß aus dem Cockpit nicht vorhanden - wie oft bei Charteryachten, d.h. einer muss an den Mast und mit Winsch raus/reinkurbeln, während der andere die Großschot zieht bzw. beim einholen unter Spannung hält, Großschot reichte bei eingerolltem Groß nur 50cm über die Schotklemme hinaus, d. h. der Rudergänger kann die nicht vom Ruder aus vollständig erreichen.
    Bei 20kn Wind zunehmend auf Amwindkurs wollten wir 2. Reff ins Groß nehmen, dazu unter Motor in den Wind gegangen, da ja bekanntlich das Groß nur im Wind stehend gut einrollt. Einer nach vorne an dem Mast zum Einrollen, der andere am Ruder, erstes Problem dabei, die Genua und Vorschoten wild schlagend, daher am Mast Arbeiten nicht möglich und gefährlich. Also haben wir erst die Genua ganz eingeholt und wollten dann das Groß einholen. Wieder einer mit der Winsch am Mast, der andere am Ruder.
    Da nun die Großschot aber zu kurz war, konnte der Rudergänger der mit dem Halten der Yacht unter Motor im Wind beschäftigt war, diese nicht unter Zug halten (Autopilot hielt die Yacht nicht im Wind, da dieser immer wieder gesprungen ist).
    Das führte dazu, dass die kurze Großschot durch die Schotklemme rutschte, die Großschot damit völlig lose und nicht unter Spannung war und die Umlenkrolle am Baum gefährlich umherschlug. Erst nachdem wir das unter Kontrolle gebracht hatten, konnten wir das Groß einrollen.
    Was hätte man hier besser und risikoärmer machen können? Für gute Tips wäre ich dankbar.
    Zuerst einmal die Genua reduziert werden. Danach kann man das Boot beidrehen und im beigedrehten Zustand das gefierte Groß reffen. Das mache ich allein (auch bei einem Bindereff), dazu brauche ich keinen Rudergänger!
    Viele Grüße
    Markus

    -----------------------------------------
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  7. #7
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    Sorry, ja ich meine natürlich den Ausholer des Groß.

  8. #8
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    Deckslayout, Ausstattung usw. machen es auf Charterbooten oft mal unbequem. Zusammen mit der Tatsache, dass es keine Erfahrungen gibt, kann so ein Reff bei aufdrehendem Wind mal stressig werden. Ich bin ein paar Jahre lang oft mit Anfängern oder Laien in der Nebensaison auf Charterbooten gefahren. Das Thema 2. Reff war da immer dabei und ich habe das immer so gehandhabt, dass das Boot mit dem Laien am Ruder stets in einem ruhigen, stabilen Modus ist, sodass ich in Ruhe arbeiten kann, so lange ich will.

    Die Maschine zur Hilfe zu nehmen ist dafür ein gutes Mittel. Aber das Boot stampft dabei nicht in Wind und Welle, sondern läuft hoch am Wind. 30°, Schot auf. Das kann auch jeder AP.

    Beiliegen geht fast genau so gut. Aber durch die Änderungen des Drucks im Groß, kann das Boot sich je nach Typ drehen.

    Der Rudergänger kann meist auch vor dem Rad stehen und auf einem 30 Fuß Boot alle Schoten und Strecker bedienen.

    Nehme ich den Reffmodus im Wind mit Vorsegel, haben alle Stress - ist blöd und unnötig. Die Segel killen, Strecker, Schoten und Ruder brauchen mehr Aufmerksamkeit. Wichtig ist Ruhe und Beweglichkeit.

    Gruß R.


    Nachsatz: Den Ausholer im Cockpit und keine Reffleine für die Rollanlage würde ich bei der Bootsübernahme reklamieren. Das System sollte einem kleinen Boot mit einer Person zu bedienen sein. Evtl hätte sich der Ausholer auch vorn bedienen lassen, während man an der Winsch kurbelt.
    Geändert von RunTanplan (19.06.2020 um 11:04 Uhr) Grund: Nachsatz

  9. #9
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    Also zunächst mal schätze ich, Du meinst den Ausholer oder Unterliekstrecker und nicht die Schot.
    Dann so schätze ich mal, ist es ein Selden-Rigg wegen der Kurbel vorne.

    Also, zuerst wird immer die Genua weggerollt weil die lässt sich nicht bändigen wenn sie ins Killen kommt.
    Und nun der Clou: nicht in den Wind fahren sondern stark Raumschot oder fast Vorwind gehen und die Genua weit auffieren und gemütlich ohne Druck im Segel mit Beobachtung einrollen, ohne dass sich das Achterliek umklappt.
    Nun auf Backbord-Bug gehen (Wind von STB, ist bei fast allen Selden Riggs so) und das Schiff etwa 15-20° zum Wind stellen, am besten mit Autopilot fahren. Großschot soweit wie nötig fieren und das Segel beginnen wegzurollen. Immer nur etwas den Ausholer fieren, dann wieder etwas Wegrollen und so weiter. Bei viel Wind den Ratchet an der "Winsch" aktivieren, dann kann das Segel nur mehr rein und nicht mehr raus. Wenn das Segel etwa nurmehr ein Drittel draussen ist, darauf achten, dass immer etwas Gegenzug am Ausholer ist, sonst wird die Wurst zu dick und es kann Faltenbildung im Segel stattfinden, mit allen unangenehmen Nebeneffekten wie Blockieren etc.

    Mit Endlosleine ist das natürlich viel einfacher. Bei einem Charterboot würde ich bei einer 33ft Yacht etwa 10m/12mm Leine mitnehmen und mir die Endlosleine selber reinspleissen, dauert bei Ungeübten etwa eine Stunde bis man den Dreh raus hat. Profis machen das in 5 Min...

    Wenn technisch alles in Ordnung ist, dann gibt es so keine Probleme beim Wegrollen.

    Yippie

  10. #10
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Also zunächst mal schätze ich, Du meinst den Ausholer oder Unterliekstrecker und nicht die Schot.
    Dann so schätze ich mal, ist es ein Selden-Rigg wegen der Kurbel vorne.

    Also, zuerst wird immer die Genua weggerollt weil die lässt sich nicht bändigen wenn sie ins Killen kommt.
    Und nun der Clou: nicht in den Wind fahren sondern stark Raumschot oder fast Vorwind gehen und die Genua weit auffieren und gemütlich ohne Druck im Segel mit Beobachtung einrollen, ohne dass sich das Achterliek umklappt.
    Nun auf Backbord-Bug gehen (Wind von STB, ist bei fast allen Selden Riggs so) und das Schiff etwa 15-20° zum Wind stellen, am besten mit Autopilot fahren. Großschot soweit wie nötig fieren und das Segel beginnen wegzurollen. Immer nur etwas den Ausholer fieren, dann wieder etwas Wegrollen und so weiter. Bei viel Wind den Ratchet an der "Winsch" aktivieren, dann kann das Segel nur mehr rein und nicht mehr raus. Wenn das Segel etwa nurmehr ein Drittel draussen ist, darauf achten, dass immer etwas Gegenzug am Ausholer ist, sonst wird die Wurst zu dick und es kann Faltenbildung im Segel stattfinden, mit allen unangenehmen Nebeneffekten wie Blockieren etc.

    Mit Endlosleine ist das natürlich viel einfacher. Bei einem Charterboot würde ich bei einer 33ft Yacht etwa 10m/12mm Leine mitnehmen und mir die Endlosleine selber reinspleissen, dauert bei Ungeübten etwa eine Stunde bis man den Dreh raus hat. Profis machen das in 5 Min...

    Wenn technisch alles in Ordnung ist, dann gibt es so keine Probleme beim Wegrollen.

    Yippie
    Ja, die Genua habe ich auch schon auf Raumschotkursen weggerollt. D. h. wenn ich aber nur das Groß reffen will, bleibe ich auf Amwind Kurs mit Wind von Stb. (im Falle des Selden Mastes mit Einrollen gegen den Uhrzeigersinn), fiere das Groß auf und reffe es soweit wie nötig. Allerdings scheiden sich doch da meines Wissens immer wieder die Geister, da angeblich Einrollen des Groß auf einem Amwind Kurs nicht so sauber geht. In der Tat habe ich das bisher nie so gemacht, sondern immer die Yacht in den Wind gestellt.
    Die Frage ist natürlich, wie löse ich das Einhand, wenn ich vorne am Mast reinkurbel, aber gleichzeitig den Ausholer unter Spannung halten muss. Ich könnte mir da nur vorstellen, immer wieder den Ausholer etwas nachlassen, belegen und Segel Stück für Stück reinkurbeln, oder?

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