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  1. #21
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    Zitat Zitat von CO2 Beitrag anzeigen
    Mein einzige Erfahrung mit einem Rollgroß (auf einem Charterschiff) ist schon Jahrzehnte her, und die ist in der Erinnerung weitestgehend verblaßt.

    Trotzdem habe ich mit Interesse die Beiträge hier gelesen und bin doch erstaunt, wie umständlich die Refferei bei einem Rollgroß ist: Das Vorsegel muß weg, man muß auf den "richtigen" Bug gehen, dann in den Wind mit killendem Groß um gut einzurollen, Reffleine und Ausholer sind gleichzeitig zu bedienen, was offenbar einiges Geschick erfordert.

    Auf meinem Schiff habe ich ein Einleinenreff (plus zweiter Leine für Reff 3), da segelt man (oder bleibt) am Wind, fiert die Großschot auf, läßt das Großfall bis zur Markierung nach, holt die Reffleine dicht, setzt das Großfall durch und geht wieder auf Kurs. Das macht man am besten alleine, ohne Motor und ohne das Cockpit zu verlassen.

    Was sind denn die Vorteile eines Rollgroß, die muß es ja auch geben? Das Groß ist leichter gesetzt und geborgen (zumindest bei moderaten Windverhältnissen), das ist klar. Gibt es noch weitere Vorteile?

    Nur mal so aus Interesse gefragt.
    Moin,

    mir geht es genauso. Habe ein paar mal ein Rollgroß auf Charterbooten gesegelt. Das war langsam und aufwendig im Handling. Natürlich auch, weil ich kaum Erfahrung damit hatte.

    Ich reffe auf meinem Boot am Mast - vorn Haken hinten Leinen. Das klappt alleine, problemlos und schnell. Will nichts anderes.

    Ich finde, die Sicherheit, ein Segel verkleinern oder bergen zu können, darf keine Komplexität haben. Denn gerade, wenn das Tuch weg muss, brauche ich einfache und menschlich wie technisch unanfällige Technik. Und "runter" kommt so ein Segel in den meisten Fällen ziemlich problemlos.

    Geht man davon aus, dass man A) möglichst jedes Wetter mit einfachen Mitteln bestehen will und B) mit kleiner Crew segelt, dann finde ich in Rollgroßsegeln kaum einen Gewinn. Segelt man bei etwas mehr Wind "sowieso nicht" (und kommt niemals überraschend in widrige Umstände), hat haufenweise Hände an Deck, auf großen Booten Motoren und endlos Batteriekapazität, dann mag das eine Erleichterung sein. Die seglerische Freiheit und Handlungsfähigkeit wird meines Erachtens eingeschränkt.

    Auf einem Törn am Ijsselmeer ist auf dem Charterboot (Oceanis 34) vor Lemmer bei Ost 5 die Maschine ausgefallen. Der Vercharterer meinte ich sollte rein kreuzen und einfach irgendwo vorne an fest machen. Geil. Reinkreuzen geht (so grade, mit der Mülltüte, die die gerefte Rollgenua noch übrig lässt), aber ein zackiger Aufschießer & Main Drop? Fehlanzeige. So "treibt" man dann also nach einem in die Länge gezogenen Großbergemanöver mit der gerefften Genua am Partialrigg frei von jeder Segelleistung in einen fremden Hafen und hat de facto keinen Bewegungsraum mehr. Endweder das One Way Ticket passt, oder es wird wirklich doof. Für mich sehr unbehaglich.

    Aber an solchen Stellen scheiden sich die Geister.

    Gruß R.

  2. #22
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    Standard

    Ich muß noch erwähnen, dass mein Groß 4 durchgehende vertikale Latten hat, also wirklich durchgehend vom Achterliek zum Unterliek.
    Diese Rollsegel haben natürlich mehr performance, alleine desshalb, weil man sie von Haus aus etwas bauchiger schneidern, und ausserdem das Achterliek mit einer schönen Rundung versehen kann . Dadurch gewinnt man natürlich auch mehr Segelfläche und eine bessere Aerodynamik.

    Der Nachteil an diesem System ist, dass nichts schiefgehen darf und vor allem die Segel immer gut rollbar bleiben müssen. Aus diesem Grunde muss man hier besonderes Augenmerk auf reffen oder wegrollen legen und sich ein funktionales System anlernen, bei dem keine Fehler passieren dürfen.
    Diese Segel findet man im Charterbereich sogut wie nirgendwo, da hier wohl keine besonders positiven Erfahrungen seitens der Vercharterer damit gemacht wurden. Natürlich sind diese Segel auch teurer, weil sie erst ab einer bestimmten Tuchsorte, etwa DCX oder Membran, Verwendung finden. Dafür bekommt man aber ein Segel, welches einem durchgelattetem Rutschergroß kaum nachsteht.

    Ob man das braucht oder ob man das will ist natürlich Geschmacksache. Bei mir waren die Segel bereits beim Kauf des Schiffes dabei, und als ich sie erneuern musste, wollte ich in der Performance keine Rückschrittte machen.
    Ich habe mich an das Handling gewöhnt und sehe für mich Vorteile darin. Einmal eingerollt---> vergessen bis zum nächsten Gebrauch oder Abschlagen im Herbst...

    Yippie

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