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Thema: Motor Service

  1. #1
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    Standard Motor Service

    Wie haltet Ihr das mit dem nicht-jährlichen Motor Service? Also, wie häufig, lasst ihr einstellen/checken oder erneuern:
    • Ventilspiel
    • Anlasser
    • Lichtmaschine
    • Motorlager
    • Abgaskrümmer
    • ...

    Fragt,
    Aage

  2. #2
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    Hallo Aage, niemals. Ich mach alles selbst, was zu tun ist.
    Ventilspiel: habe ich vor dem Einbau des Motors gemacht, später noch einmal kontrolliert (ist ein alter Motor, ohne hydraulische Stößel) dann wahrscheinlich erstmal nie mehr, weil die entsprechende Laufleistung nicht zusammenkommt.
    Anlasser Niemals, war nie kaputt, habe für den Notfall ein Ersatzteil an Bord.
    Lichtmaschine: Niemals, war mal kaputt, dann erneuert, Kontrolle hätte den Defekt nicht verhindert. Habe Ersatzteil an Bord.
    Motorlager: Niemals, aber ich kenne de Geräusche, wenns nicht mehr stimmt. Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich hinschaue, weil sie inzwischen gräßlich verrostet sind, weil aus gewöhnlichem Stahl, und können vermutlich sowieso nicht mehr verstellt werden. Ich versuche, diesen Prozess mit viel Fett aufzuhalten. Für den Notfall habe ich einen Satz Neue dabei.
    Abgaskrümmer: Ich schaue gelegentlich hin, und schnuppere immer, wenn die Maschine läuft. Einen Defekt kann man im Vorfeld sowieso nicht erkennen,.
    Ölstand im Getriebe: 1* pro Saison
    Zum Ausgleich kontolliere ich bei Motorfahrt täglich Ölstand, Primärkühlerwasserstand, Filter, Wasserabscheider. Stopfbüchse, Bilgenwasserstand
    Bei Motorfahrt permanent ein waches Ohr, ich höre alle Geräusche, fahre grundsätzlich mit offener Motorraumklappe, lausche auf den Auspuff, und habe Öldruck und Wassertemperatur ständig im Blick.

    Aus Erfahrung kenne ich alle wunden Punkte, und habe mir vorher aus der Bucht alle wichtigen Ersatzteile besorgt (zu etwa 10% der Kosten von Neuteilen)
    Weiterhin habe ich neben Anlasser und Lima auch eine Wasserpumpe, Keilriemen, Ersatzpropeller und vieles mehr dabei.wasserpumpereduzierte qualität.jpg
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #3
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    Hallo Aage,
    ich stimme meinem Vorposter in weiten Teilen zu.
    Alles, was du aufführst, mache ich selbst. Lichtmaschine, Anlasser, Seewasserpumpe, Krümmer usw. habe ich als Reserveteile an Bord (und auch schonmal unterwegs etwas getauscht).
    Motorlager kontrolliere ich im Winterlager und habe 2 von dreien getauscht, weil eins davon durch tropfenden Diesel aufgequollen war ...
    Einspritzdüsen habe ich 2018 prüfen lassen, weil mir der Motor (Yanmar 3GM 30F, 28 Jahre alt) gefühlt zu viel Qualm abgesondert hat.
    Die waren OK und der Techniker sagte, der Rauch sei Yanmar-spezifisch.
    Seit diesem Jahr tanke ich nur noch GTL. Der Motor springt so gut an, wie noch nie und ist dabei deutlich rauchärmer.

    Teile kommen aus der Bucht oder UK oder wo es sonst günstig ist. Und natürlich sind bei weitem nicht alle Neuteile.

    Gruß
    Friedel

  4. #4
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    Standard für nicht so Profis

    [ ... Ich mach alles selber,...]

    Das hört sich ja gut und professionell an. Aber das klappt bei mir nicht so. Einmal, liegt unser Schiff in Kroatien und da kann ich nicht übers Wochenende so hinfahren, um etwas zu reparieren oder auszutauschen. Zum anderen fährt damit auch eine junge Segler-Familie mit kleinen Kindern und nicht so technische versierten Eltern. Deshalb möchte einen wirklich zuverlässigen Motor haben.

    Deshalb möchte ich meine Frage präzisieren: Was empfiehlt sich als jährlicher oder mehrjähriger Motor-Service, wenn man selber nix am Motor selber machen will.

    Aage

  5. #5
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    Hallo Aage, das engt sich ein auf Defekte, die man durch vorherige Kontrolle abfangen kann, und das sind nicht allzuviele. Im Prinzip sind das Dinge, die auch beim KFZ-Kundendienst auf der Liste stehen. Nur beim Vertragshändler machen das KFZler, die das jeweilige KFZ genau kennen, und den ganzen Tag nichts anderes machen. Sie werden gewöhnlich vom Hersteller geschult, haben Richtpreise und stehen im Wettbewerb mit anderen Firmen, die genau das gleiche tun.
    Nicht so bei Booten. Da kann es sein, daß das jemand macht, der zwar Bootsbauer ist, aber von Motoren keine Ahnung hat, wenn doch, hat er mit vielen verschiedenen Motoren zu tun, und Deinen Motortyp sieht er vielleicht zum ersten mal. In DE kannst Du wenigstens damit rechnen, daß da irgendwo ein Meister herumläuft, der die Verantwortung (Konzession) trägt, im Ausland können das auch nur ungelernte Kräfte sein. Da weiß ich nicht, ob es nicht besser wäre, niemand fremden da ranzulassen.
    Es stellt sich auch die Frage, ob es verantwortbar ist, jemanden Segeln zu lassen, der nicht ein Mindestmaß dieser Servicearbeiten selber machen kann. Oder ob es eher zu verantworten ist, undefinierte Handwerker das machen zu lassen.

    Wenn ich das mit meinem Schiff vergleiche, würde ich nur dann jemanden ohne mich da losschicken, wenn er vorher mehrere Fahrten unter meiner Fuchtel mitgemacht hat, so daß ich mir sicher bin, daß er alles kennt. Alles andere ist fahrlässige Gefährdung der Enkelkinder. Man kann (sollte) auch eine wirklich umfassende Betriebsanleitung für das Schiff erstellen, in der alles drinsteht, was einer wissen und machen muß.
    Wenn Du tatsächlich nix selber machen willst, brauchst Du entweder sehr viel Geld, oder Du nimmst viele Unsicherheiten in Kauf oder Beides. Du kannst ja hier im Forum nachlesen, mit welchen Problemen Du zu rechnen hast!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  6. #6
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    @girouette
    Ich lasse aus Zeitgründen meinen Motor im Frühjahr kontrollieren: Ölwechsel, Getriebeöl kontrollieren, Filterwechsel, Impeller der Wasserpumpe prüfen und event. Tauschen.
    Also, im Grunde Banalitäten, die man auch selber machen kann. Wenn der Motor jedoch in der vorangegangenen Saison nicht sauber gelaufen ist, wird im Herbst die Maschine geprüft.....

  7. #7
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Aage, das engt sich ein auf Defekte, die man durch vorherige Kontrolle abfangen kann, und das sind nicht allzuviele. Im Prinzip sind das Dinge, die auch beim KFZ-Kundendienst auf der Liste stehen. Nur beim Vertragshändler machen das KFZler, die das jeweilige KFZ genau kennen, und den ganzen Tag nichts anderes machen. Sie werden gewöhnlich vom Hersteller geschult, haben Richtpreise und stehen im Wettbewerb mit anderen Firmen, die genau das gleiche tun.
    Nicht so bei Booten. Da kann es sein, daß das jemand macht, der zwar Bootsbauer ist, aber von Motoren keine Ahnung hat, wenn doch, hat er mit vielen verschiedenen Motoren zu tun, und Deinen Motortyp sieht er vielleicht zum ersten mal. In DE kannst Du wenigstens damit rechnen, daß da irgendwo ein Meister herumläuft, der die Verantwortung (Konzession) trägt, im Ausland können das auch nur ungelernte Kräfte sein. Da weiß ich nicht, ob es nicht besser wäre, niemand fremden da ranzulassen.
    Es stellt sich auch die Frage, ob es verantwortbar ist, jemanden Segeln zu lassen, der nicht ein Mindestmaß dieser Servicearbeiten selber machen kann. Oder ob es eher zu verantworten ist, undefinierte Handwerker das machen zu lassen.

    Wenn ich das mit meinem Schiff vergleiche, würde ich nur dann jemanden ohne mich da losschicken, wenn er vorher mehrere Fahrten unter meiner Fuchtel mitgemacht hat, so daß ich mir sicher bin, daß er alles kennt. Alles andere ist fahrlässige Gefährdung der Enkelkinder. Man kann (sollte) auch eine wirklich umfassende Betriebsanleitung für das Schiff erstellen, in der alles drinsteht, was einer wissen und machen muß.
    Wenn Du tatsächlich nix selber machen willst, brauchst Du entweder sehr viel Geld, oder Du nimmst viele Unsicherheiten in Kauf oder Beides. Du kannst ja hier im Forum nachlesen, mit welchen Problemen Du zu rechnen hast!
    Viele Grüße
    nw
    Was die Qualität der Motorentechniker angeht, übertreibe es nicht. Vielfach sind das durchaus gute Mechaniker und wie überall gibt es die schwarzen Schafe, die abzocken und mehr kaputt als heile machen....sind aber die Minderheit.
    Nicht jeder hat die Zeit alles selber zu machen bzw. sich seinen Mechaniker anzulernen. Man geht im Hafen zu einer Werft, erkundiigt sich vorher bei Tante gurgel, was die für einen Ruf hat und läßt die Reparatur machen. Bezahlt wird dann nach Probelauf und erhalt der Rechnung!

  8. #8
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    Hallo 2ndtonone, Motorenservice auf einem Boot ist ja auch erheblich schwieriger als an einem Kfz. Bei den Autos ist die überwiegende Zahl der Exemplare im Auslieferungszustand, d.h. der Mechaniker weiß, mit was er zu rechnen hat, Zusätzliche Ein. und Umbauten sind eher selten, und Eigner, die am ihren KFZ solche speziellen Umbauten vornehmen, werden in der Regel darauf bestehen, alle Arbeiten selbst zu machen, bzw. von dem Mechaniker vornehmen zu lassen, der auch die Umbauten gemacht hat.
    Bei Booten ist das anders. Abgesehen von Charterbooten wird jeder Eigner, kaum daß er das geworden ist, das Boot sofort nach seinem Gusto umgestalten. Schon allein, um an die Maschine ranzukommen, muß man bei jedem Boot anders vorgehen, andere Dinge ab- und hintennach wieder anbauen. Ich kann ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, Umbauten hinterherzuspüren, die die einzelnen Voreigner vorgenommen haben, die man meist nicht mehr fragen kann. Ich würde es auch keinem Mechaniker zumuten, sich durch diesen Wust hindurchzuarbeiten.
    Andererseits, wurde hier schon gesagt, ist auch ein technisch weniger versierter Mensch mit den einfachen Servicearbeiten nicht überfordert, und weil er sein Schiff (hoffentlich) kennt, kann er das auch schneller. Und diese einfachen Arbeiten sollten auch nicht mehr als einen halben Tag in Anspruch nehmen.
    Unterm Strich ist es einfacher, schneller, billiger, sicherer, wenn man das selber macht.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  9. #9
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    Wir wechseln im Herbst Öl(e) und Filter, alle paar Jahre den Vorfilter auf dem Abscheider, lassen die Maschine vor dem Einwintern mit Frostschutz laufen (wegen des Korrosionsschutzes). An LiMa und Anlasser geht man nicht prophylaktisch ran, die gehen oder die gehen nicht. Die Wasserpumpe werde ich bei 1000 Stunden wieder ausbauen und ggf die Lager und Deckel prüfen/ersetzen; Impeller kommen alle 2 Jahre neu. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie oft man das Wärmetauscherbündel geht: Hatte mal gehört dass ein Hersteller alle 800 Stunden empfiehlt; Rücksprache mit dem Hersteller unsrer Maschine ergab, man geht da gar nicht ran.
    Frage ist wie oft man die Wellendichtung prüft, wir haben die PPS nach 10 Jahren (Hersteller sagt 6) ohne sichtbaren Anlass wechseln lassen,
    Rest sind Sichtprüfungen

  10. #10
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    Moin Aage,

    die vor Dir zuerst genannten Dinge (Ventilspiel usw.) spielen schon in einer etwas höheren Liga; da muß man nicht sofort 'ran.
    Zumal wie von meinen Vorrednern zutreffend geschrieben, dort eher selten Bedarf besteht. Trotzdem: was man an der Maschine selbst machen kann, das sollte man auch tun. Nicht unbedingt aus Sparsamkeit, sondern um die Maschine dabei kennen zu lernen. Dieses Wissen kann im Falle eines Falles echt wichtig werden. Mit der Zeit kann sich dann an schwierigere Dinge wagen.

    Nur Mut: so kompliziert sind unsere Maschinen nun auch wieder nicht! Zu dem Thema gibt es genügend Literatur und vielleicht auch erfahrene Segelkameraden, die "Greenhorns" anleiten.

    PS: Das genannte Ventilspiel regelmäßig zu prüfen, ist übriges ziemlich wichtig, wenn man lange von der Maschine was haben will. Warum: mit der Zeit wird durch das Einschlagen der Ventile das Spiel geringer. Wenn es dann dazu kommt, daß das Ventil nicht mehr fest schließt, hat dies nicht nur mangelnde Leistung durch schlechte Kompression zur Folge. Es besteht die Gefahr, daß dadurch die Ventile und/oder Ventilsitzringe im Zylinderkopf verbrennen. Ventile kann man einschleifen oder tauschen. Ist aber der Ventilsitzring im Eimer, muß der Kopf 'runter und in die Werkstatt ...
    Geändert von cr838 (29.06.2020 um 22:21 Uhr)
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

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