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  1. #1
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    Standard Liegeplatz an der Cote d'azur kaufen - auf der Suche nach Informationen

    Hallo liebe Yacht Community,

    ich möchte gerne einen Liegeplatz an der Cote d'azur als Investment kaufen. Da ich bisher noch keine Erfahrungen damit habe, muss ich mir erst einmal alle notwendigen Infos beschaffen. Ich suche einen Liegeplatz bis zu einer Länge von 18m im Bereich Var, was ja der Bereich rundum Frejus, Sainte Maxime etc ist.
    Könnt ihr mir mit ein paar Fragen helfen?
    1. Wird ein Liegeplatz wie eine Immobilie behandelt? Sprich wird dieselbe Wohnsteuer fällig wie das bei Immobilien in Frankreich üblich ist?
    2. Welche Steuern fallen einmalig und regelmässig dabei an?
    3. Werden die Steuern in Frankreich, Deutschland oder in beiden Ländern fällig?
    4. Kommen sonstige Unterhaltskosten auf mich zu? Klar sind die Kosten, wenn man eine Agentur beauftragt die sich um alles kümmert. Aber kommt da sonst noch etwas hinzu?

    Zur Zeit gibt es ja ein Paar freie Plätze. Die Kaufpreise kenne ich nun auch schon mehr oder weniger. Ich weiss noch nicht genau wie hoch ich anschliessend den Mietpreis pro Tag/Monat/Jahr ansetzen kann, aber das ergibt sich aus den Kosten denke ich und anhand der Konkurenz.

    Ich danke euch für jeden Tipp den ihr mir geben könnt;-)

    Einen schönen Corona-freien Tag!

    Lg Oliver

  2. #2
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    Standard

    Moin Oliver,
    zunächst musst Du wissen, dass die Häfen in F, an der MM-Küste, von privaten Unternehmen gebaut werden. Von denen "kaufst" Du dann den Platz, wobei das mehr ein "Einstandsgeld" (Aufnahmegebühr/Investitionsumlage) ist. Danach zahlst Du an den Yachthafenbetreiber die jährliche Miete/Unterhaltsabgabe. Im Umgangsfranz. spricht man tatsächlich von "acheter une place au port", was es aber nicht ist.
    Irgendwann jedoch fallen diese Häfen an die örtl. Gemeinde, die "Aufnahmegebühr"/Investitionsabgabe gilt als "abgewohnt" und man darf sich erneut bei der Gemeinde um einen Liegeplatz bewerben.
    Als ich im Hafen von Lesleques (VAR) einen Liegeplatz kaufen wollte hätte ich für eine 8m Box 25.000€ Aufnahmegebühr/Investitionsabgabe zahlen müssen, und jährlich wäre noch die Unterhaltunsgabgabe (wie bei Eigentumswohnungen) fällig geworden (um die 1500€/Jahr). Weil ich akzentfrei franz. spreche, von meinem 7m Boot erzählt habe, hat mir die Hafenkapitänin dann noch erläutert, dass der Hafen binnen der nächsten 5 Jahre an die Gemeinde gehen würde, meine Aufnahmegebühr/Investitionsumlage wäre dann weg und ich müsste dann mich auch bei der Gemeinde erneut um einen Liegeplatz bewerben, zu deren Konditionen.

    Wenn Du so etwas vor hast, dann erkundige Dich sehr genau wann und ob der Hafen an die Gemeinde (öffentliche Hand) zurückgeht, wer der Betreiber des Hafens und wer der Eigentümer ist. Der technische Ausdruck ist "Amodiation", das Recht einen Liegeplatz verwenden zu dürfen.
    Die Unterhaltsabgabe/Jahresmiete wird an den Betreiber des Hafens bezahlt, der damit die Anlagen in Schuss hält.
    Wenn Du dann meinst, dank Deines "stupid German money" den Liegeplatz zu einem höheren Preis vermieten zu können, liegst Du falsch: die Gebührentabelle hängt bei der Capitainerie aus und man reagiert dort sehr empfindlich, wenn so etwas entdeckt wird.

    Zu den Steuern kann ich nix sagen, da Investitionsumlagen/Aufnahmegebühren kein Kaufpreis im steuerlichen Sinn sind. Deine Mieteinahmen werden jedoch in Frankreich besteuert, da die Einnahmen in F. generiert werden.
    Geändert von 2ndtonone (28.07.2020 um 21:42 Uhr)

  3. #3
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    Standard

    Hallo 2ndtonone,

    Zu allererst einmal vielen lieben Dank für eine solch ausführliche Antwort. Das hätte ich gar nicht erwartet.
    Ich dachte mir schon das die Sache einen Haken hat. Aber ich möchte natürlich trotzdem noch immer einen Liegplatz ergattern:-)
    Nachdem was du mir erzählt hast gehört der Liegeplatz also nicht mir schlussendlich, sondern der Gemeinde? Zumindest in dem Moment wenn die Gemeinde sich das Port unter den Nagel reisst. Und wenn ich mir zb einen Liegeplatz kaufen würde der schon einer Gemeinde gehört? Das scheint mir zb so in St Laurent du Var zu sein. Da mein Französisch zwar nicht fließend aber dennoch sehr gut ist, könnte ich das bei den Verhandlungen als Vorteil nutzen. Denn die Franzosen mögen es wenn man ihre Sprache spricht��.
    Zu den Preisvorgaben bei Verpachtung werde ich mich bei dem nächstbesten Angebot direkt mal erkundigen. Wobei ich die Mietpreise im Verhältnis zum Kaufpreis schon als durchaus rentabel bezeichnen würde. Nichtsdestotrotz werde ich das auf jeden Fall noch komplett durchrechnen. Ich danke dir aber schon mal weil du mir scho sehr viel weiterhelfen konntest.

  4. #4
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    Standard

    Auch wenn Du Dir den Liegeplatz bei einer Gemeinde "kaufst", die Summe die Du bezahlst ist eine Investitionsabgabe, die Dir, analog zur Softwarelizenz nur das Privileg gibt, den Liegeplatz zu nutzen. Du kaufst keinen Grund und Boden, sondern nur ein Anrecht auf die Nutzung eines Liegeplatzes.
    Bei der Verpachtung muss Du wissen, dass es in F., gerade auch am MM, eine Liegeplatzknappheit gibt, weil mehr Leute Liegeplätze nachfragen als es Häfen gibt. Neue Häfen werden in absehrbarer Zeit wohl kaum noch gebaut werden, da der Umwelt- und Landschaftsschutz Vorrang haben.
    Ob sich die Gemeinde auf Deine Investitionsmodell einlässt, glaube ich kaum!! a) wollen und müssen sie Geld machen (Schulden tilgen) und b) solche Geschäfte überlässt man in F der lokalen Prominenz (Bürgermeister, angesehene Unternehmer, Abgeordnete, Präfekten, Notare etc....).
    Der Aufschrei dürfte gross sein, wenn herauskommt, dass ein Ausländer, besonders ein Deutscher, einen Liegeplatz kauft und dann gewinnbringend weiter vermietet/verpachtet (wir sagen in D. dazu Abzocke)... Leg da Dein eigenes Schiff hin und gut ist.

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