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  1. #1
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    Standard Abenteuer Winterlager oder "Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst ..

    Moin,

    die nachfolgende Geschichte ist zu meinem Bedauern leider wahr; ich veröffentliche sie hier, um all jene zu warnen, sich allein auf das eigene Urteilsvermögen zu verlassen und dabei die Recherche nach Informationen von dritter Seite zu vernachlässigen.

    Alles fing damit an, daß mir und vier weiteren Segelkameraden der Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem unsere kleine Winterlagerhalle steht, nach 27 Jahren gekündigt wurde. Wir waren folglich alle gezwungen, uns jeweils eine neue Bleibe für unsere Jachten zu suchen.

    Vermutlich nicht nur an der Unterelbe sind Hallenlager in Wassernähe ein ziemlich rares Gut. Auf ein solches ist man nun einmal angewiesen, wenn man zwar einen soliden Bootswagen ("Hafentrailer") hat, dieser aber - da nicht zugelassen - auf öffentlichen Straßen nicht so fürchterlich gerne gesehen wird. Die Suche war frustrierend: auf telefonische Nachfrage handelte ich mir eine Absage nach der anderen ein bzw. es stellte sich heraus, daß das angebotene Lager nur für Trailerboote geeignet war.

    Ohne große Hoffnung rief ich schließlich beim letzten Eintrag auf meiner Liste an: dem "Yachthafen Harburg". Und, oh Wunder - war's nicht, aber das wurde mir erst später klar - es war noch ein Platz frei! Also schnell einen Termin ausgemacht und hingefahren.

    Erste Überraschung: das äußere Erscheinungsbild des Hafenmeisters und Betriebsinhabers in Personalunion (Namen werde ich ganz bewußt nicht nennen) entspricht so gar nicht den üblichen Konventionen: Lederschirmmütze, Halstuch, Unterhemd und kurze Hose, sowie Gummiclogs (alles in Schwarz). Da er mich sehr freundlich begrüßte und ansprach, dachte ich mir: "Na gut, eben ein unkonventioneller Typ, aber bestimmt in Ordnung". Er führte mich über das Gelände. Dies war nach meinem Eindruck etwas heruntergekommen, da viele alte rostige Dinge herumstanden und die beste Zeit der kleinen Steganlage auch lange vorbei war. Aber hier ging's nun mal um ein Winterlager und nicht eine Location für Heidi Klum's Trippelshow.

    Dann kam die zweite Überraschung: die Halle war nicht das, was man sich so gemeinhin darunter vorstellt: feste Wände, ein großes Tor, 'ne kleine Eingangstür und ein festes Dach. Man hatte neben einer normalen Halle (s.o.), zwei parallele Reihen von ausgedienten Schiffscontainern im Abstand von ca. 10 m aufgestellt. Diese Container dienten als Basis für eine Konstruktion aus Alurohren, die sich tonnenförmig über die Fläche dazwischen erhoben. Dieses Gerüst war außen mit großen Kunststoffplanen bekleidet. Die "Giebel" waren ebenfalls mit zur Seite raffbaren Kunststoffplanen versehen. Insofern war die so gebildete "Halle" eher ein besseres Zelt. Dessen Boden war unbefestigt; zum Teil waren in kleinere Flächen eine Art Mineralgemisch eingebracht worden. Warum am Rand Gras und sogar ein kleines Bäumchen wuchs, sollte sich mir erst später erschließen. In der Halle befanden sich bereits mehrere Schiffe, von denen einige schlicht als "Schrott" zu bezeichnen waren. Ansonsten war mehr als ausreichend Platz für meine Jacht vorhanden.

    Da der Preis wenigstens halbwegs in Ordnung war und ich keine Alternative hatte, wurde ein Vertrag unterzeichnet. Dabei hätte mir auffallen sollen, daß ich zwar quittieren sollte, die AGB's empfangen zu haben, mir diese aber erst nach der Unterzeichnung ausgehändigt wurden. Denn sie hatten es in sich, aber ich dachte mir: "So schlimm wird's wohl nicht werden". Falsch: es wurde sehr viel schlimmer als gedacht!

    Die "Halle" entpuppte sich als besserer Unterstand. Die Jacht ordentlich aufzupallen (sie liegt mit dem Rumpf auf Holzauflagen der Vorder- und Hinterachse des Bootswagens, die beiden Kiele sind frei) war früher kein Thema. Vorder- und anschließend Hinterachse mittels Wagenheber angehoben, Pallhölzer unter die Kiele und fertig. Der weiche und unebene Boden machte das Ganze zur Qual. Verstärkt noch dadurch, das plötzlich noch weitere Boote in die Halle gezwängt wurden und einen Abstand von zum Teil weniger als 10 cm ließen. Aber warum war der Boden so weich? Die Erklärung dafür ergab sich beim nächsten Regenschauer. Die Ableitung des Regenwassers war auf einer Seite "kreativ improvisiert", auf der andern Seite erst gar nicht vorhanden. Das Wasser lief teilweise wasserfallartig 'runter und flutete einen erheblichen Teil der "Halle". Jetzt wurde mir auch klar, warum dort Gras und das kleine Bäumchen wuchs. Damit nicht genug: bei entsprechenden Temperaturen verdunstete das Wasser am Boden (gut), schlug sich aber Nächtens am Zeltdach nieder (weniger gut) und tropfte anschließend aufs Deck und in die Plicht (ganz schlecht, wenn man dort Holzteile malen möchte). Das die Planen und das Gerüst bei Wind fürchterlich ächzten und schlugen, ist dann nur noch eine Randnotiz.

    Aber das hätte ich vielleicht alles noch ertragen, wenn denn da nicht der Hafenmeister gewesen wäre. Der Mann wohnt anscheinend allein (nicht überraschend) in einem Haus auf dem Gelände. Er betrachtet das Gelände als seine Wohnung, die "Halle" als sein Wohnzimmer und den Boden als dessen Parkett. Anders ist sein Verhalten rational kaum nachzuvollziehen. Überdies führt er den Betrieb als eine Art "Patriarch": ihm gehört das Ganze (der Betrieb firmiert als e.K.) und er bestimmt als absolute Autorität, was Sache ist. Widersprüche oder Erklärungen, warum man etwas so und nicht anders gemacht hat, werden nicht geduldet, selbst wenn die vom Hafenmeister vorgebrachte Kritik schlicht absurd ist.

    Beispiel gefällig: nach unserer Ankunft wollten wir das Groß vor dem Abschlagen noch trocknen - wir hatten zum Ende der Überführung einen kräftigen Schauer abbekommen. Dazu hatten wir extra rückwärts angelegt, um mit dem Bug genau im Wind zu liegen. Kaum war das Groß oben, kam der Hafenmeister und fragte uns ob wir seine Steganlage ruinieren wollten. Wir waren irritiert, da das Groß im Wind keinerlei Druck oder gar Vortrieb erzeugt (schön wär's ja!) und insofern auch keine Belastung der Steganlage auftritt. Falsch: lt. Hafenmeister erzeugt das Groß eine Leistung von "mindestens 50 PS" (??). Wir hatten ob dieser Aussage keine Lust auf weitere Diskussionen und nahmen das Groß wieder weg.

    Fast bei jedem Besuch mußte ich mir den Winter über irgendwelche lächerlichen Anschuldigungen anhören. Ich erspare Euch und mir, dies hier alles aufzuführen; es würde den Rahmen nicht sprengen, sondern pulverisieren. Er hatte stets etwas zu kritisieren, kam grundsätzlich jeweils mindestens einmal auf leisen Sohlen vorbei. Da man sich beim Betreten des Geländes an- und beim Verlassen abzumelden hatte (AGB!), wußte er immer wann ich am Boot war. Die Überwachung war nach meinem Empfinden total. Das er seine Kritik sehr lautstark und herablassend vorbrachte, war dann nur konsequent. Glücklicherweise - vielleicht für ihn enttäuschend - gelang es ihm jedoch nicht, mich zu provozieren. Denn dies hätte für mich unangenehme Folgen haben können. Aber dazu später.

    Bei der Abrechnung sieht's - wenig überraschend - nicht viel besser aus. Der Hafenmeister läßt sich jeden Handschlag bezahlen, der mündlich zugesagte Transport vom Kran in die Halle als in der Hallenmiete enthalten, wird gesondert berechnet, nicht erbrachte Leistungen werden abgerechnet. Dazu ist er sehr kreativ beim Erfinden von "Leistungen": für das An-/Abschließen, Ablesen und Abrechnen des Stroms stehen 24 € auf der Rechnung. Abgenommene kWh gehen selbstredend extra. Man stelle sich nur einmal vor, ein Wohnungsvermieter würde so etwas in die Betriebskostenabrechnung schreiben ...

    Natürlich könnte man protestieren, Rechnungen nur unter Vorbehalt zahlen. Aber dabei hat man diese Rechnung - man denkt es sich bereits - ohne den Hafenmeister gemacht: der rückt das Schiff erst dann 'raus, wenn man alles vorher vollständig und vorbehaltlos gezahlt hat (die AGB lassen grüßen). Bis das dann geklärt ist, ist die Saison vermutlich gelaufen ... und falls man rechtlich nix machen kann, fallen selbstverständlich weitere Kosten für das Lagern der Jacht an.

    Wer jetzt meint, daß ich dies alles übertrieben darstelle oder vielleicht zu empfindlich bin, der möge mal die Suchworte "Yachthafen", "Harburg" und "Bewertung" in eine Suchmaschine eingeben und den Treffern folgen. Dort wird das von mir festgestellte Verhalten des Hafenmeisters seit 2009(!) in zum Teil sehr drastischen Worten beschrieben. Es gipfelte in einem beschriebenen Fall in einer körperlichen Auseinandersetzung, wobei der Rezensent im Hafen landete.

    Das ich die Jacht im kommenden Winter woanders unterbringe, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Ich persönlich würde lieber bei NW 6-7 und ausgehendem Strom von Brunsbüttel nach Cuxhaven segeln (Elbsegler wissen, was damit gemeint ist!), als noch einmal dort auch nur anlegen wollen.

    Fazit: die von mir unterlassene Recherche war schlicht grob fahrlässig. Zu meinen, daß man schon alles erlebt hat und daher keine Überraschungen mehr kommen können, ist falsch.

    Denn: Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst

    In diesem Sinne,
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von cr838 Beitrag anzeigen
    Moin,

    die nachfolgende Geschichte ist zu meinem Bedauern leider wahr; ich veröffentliche sie hier, um all jene zu warnen, sich allein auf das eigene Urteilsvermögen zu verlassen und dabei die Recherche nach Informationen von dritter Seite zu vernachlässigen.

    Alles fing damit an, daß mir und vier weiteren Segelkameraden der Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem unsere kleine Winterlagerhalle steht, nach 27 Jahren gekündigt wurde. Wir waren folglich alle gezwungen, uns jeweils eine neue Bleibe für unsere Jachten zu suchen.

    Vermutlich nicht nur an der Unterelbe sind Hallenlager in Wassernähe ein ziemlich rares Gut. Auf ein solches ist man nun einmal angewiesen, wenn man zwar einen soliden Bootswagen ("Hafentrailer") hat, dieser aber - da nicht zugelassen - auf öffentlichen Straßen nicht so fürchterlich gerne gesehen wird. Die Suche war frustrierend: auf telefonische Nachfrage handelte ich mir eine Absage nach der anderen ein bzw. es stellte sich heraus, daß das angebotene Lager nur für Trailerboote geeignet war.

    Ohne große Hoffnung rief ich schließlich beim letzten Eintrag auf meiner Liste an: dem "Yachthafen Harburg". Und, oh Wunder - war's nicht, aber das wurde mir erst später klar - es war noch ein Platz frei! Also schnell einen Termin ausgemacht und hingefahren.

    Erste Überraschung: das äußere Erscheinungsbild des Hafenmeisters und Betriebsinhabers in Personalunion (Namen werde ich ganz bewußt nicht nennen) entspricht so gar nicht den üblichen Konventionen: Lederschirmmütze, Halstuch, Unterhemd und kurze Hose, sowie Gummiclogs (alles in Schwarz). Da er mich sehr freundlich begrüßte und ansprach, dachte ich mir: "Na gut, eben ein unkonventioneller Typ, aber bestimmt in Ordnung". Er führte mich über das Gelände. Dies war nach meinem Eindruck etwas heruntergekommen, da viele alte rostige Dinge herumstanden und die beste Zeit der kleinen Steganlage auch lange vorbei war. Aber hier ging's nun mal um ein Winterlager und nicht eine Location für Heidi Klum's Trippelshow.

    Dann kam die zweite Überraschung: die Halle war nicht das, was man sich so gemeinhin darunter vorstellt: feste Wände, ein großes Tor, 'ne kleine Eingangstür und ein festes Dach. Man hatte neben einer normalen Halle (s.o.), zwei parallele Reihen von ausgedienten Schiffscontainern im Abstand von ca. 10 m aufgestellt. Diese Container dienten als Basis für eine Konstruktion aus Alurohren, die sich tonnenförmig über die Fläche dazwischen erhoben. Dieses Gerüst war außen mit großen Kunststoffplanen bekleidet. Die "Giebel" waren ebenfalls mit zur Seite raffbaren Kunststoffplanen versehen. Insofern war die so gebildete "Halle" eher ein besseres Zelt. Dessen Boden war unbefestigt; zum Teil waren in kleinere Flächen eine Art Mineralgemisch eingebracht worden. Warum am Rand Gras und sogar ein kleines Bäumchen wuchs, sollte sich mir erst später erschließen. In der Halle befanden sich bereits mehrere Schiffe, von denen einige schlicht als "Schrott" zu bezeichnen waren. Ansonsten war mehr als ausreichend Platz für meine Jacht vorhanden.

    Da der Preis wenigstens halbwegs in Ordnung war und ich keine Alternative hatte, wurde ein Vertrag unterzeichnet. Dabei hätte mir auffallen sollen, daß ich zwar quittieren sollte, die AGB's empfangen zu haben, mir diese aber erst nach der Unterzeichnung ausgehändigt wurden. Denn sie hatten es in sich, aber ich dachte mir: "So schlimm wird's wohl nicht werden". Falsch: es wurde sehr viel schlimmer als gedacht!

    Die "Halle" entpuppte sich als besserer Unterstand. Die Jacht ordentlich aufzupallen (sie liegt mit dem Rumpf auf Holzauflagen der Vorder- und Hinterachse des Bootswagens, die beiden Kiele sind frei) war früher kein Thema. Vorder- und anschließend Hinterachse mittels Wagenheber angehoben, Pallhölzer unter die Kiele und fertig. Der weiche und unebene Boden machte das Ganze zur Qual. Verstärkt noch dadurch, das plötzlich noch weitere Boote in die Halle gezwängt wurden und einen Abstand von zum Teil weniger als 10 cm ließen. Aber warum war der Boden so weich? Die Erklärung dafür ergab sich beim nächsten Regenschauer. Die Ableitung des Regenwassers war auf einer Seite "kreativ improvisiert", auf der andern Seite erst gar nicht vorhanden. Das Wasser lief teilweise wasserfallartig 'runter und flutete einen erheblichen Teil der "Halle". Jetzt wurde mir auch klar, warum dort Gras und das kleine Bäumchen wuchs. Damit nicht genug: bei entsprechenden Temperaturen verdunstete das Wasser am Boden (gut), schlug sich aber Nächtens am Zeltdach nieder (weniger gut) und tropfte anschließend aufs Deck und in die Plicht (ganz schlecht, wenn man dort Holzteile malen möchte). Das die Planen und das Gerüst bei Wind fürchterlich ächzten und schlugen, ist dann nur noch eine Randnotiz.

    Aber das hätte ich vielleicht alles noch ertragen, wenn denn da nicht der Hafenmeister gewesen wäre. Der Mann wohnt anscheinend allein (nicht überraschend) in einem Haus auf dem Gelände. Er betrachtet das Gelände als seine Wohnung, die "Halle" als sein Wohnzimmer und den Boden als dessen Parkett. Anders ist sein Verhalten rational kaum nachzuvollziehen. Überdies führt er den Betrieb als eine Art "Patriarch": ihm gehört das Ganze (der Betrieb firmiert als e.K.) und er bestimmt als absolute Autorität, was Sache ist. Widersprüche oder Erklärungen, warum man etwas so und nicht anders gemacht hat, werden nicht geduldet, selbst wenn die vom Hafenmeister vorgebrachte Kritik schlicht absurd ist.

    Beispiel gefällig: nach unserer Ankunft wollten wir das Groß vor dem Abschlagen noch trocknen - wir hatten zum Ende der Überführung einen kräftigen Schauer abbekommen. Dazu hatten wir extra rückwärts angelegt, um mit dem Bug genau im Wind zu liegen. Kaum war das Groß oben, kam der Hafenmeister und fragte uns ob wir seine Steganlage ruinieren wollten. Wir waren irritiert, da das Groß im Wind keinerlei Druck oder gar Vortrieb erzeugt (schön wär's ja!) und insofern auch keine Belastung der Steganlage auftritt. Falsch: lt. Hafenmeister erzeugt das Groß eine Leistung von "mindestens 50 PS" (??). Wir hatten ob dieser Aussage keine Lust auf weitere Diskussionen und nahmen das Groß wieder weg.

    Fast bei jedem Besuch mußte ich mir den Winter über irgendwelche lächerlichen Anschuldigungen anhören. Ich erspare Euch und mir, dies hier alles aufzuführen; es würde den Rahmen nicht sprengen, sondern pulverisieren. Er hatte stets etwas zu kritisieren, kam grundsätzlich jeweils mindestens einmal auf leisen Sohlen vorbei. Da man sich beim Betreten des Geländes an- und beim Verlassen abzumelden hatte (AGB!), wußte er immer wann ich am Boot war. Die Überwachung war nach meinem Empfinden total. Das er seine Kritik sehr lautstark und herablassend vorbrachte, war dann nur konsequent. Glücklicherweise - vielleicht für ihn enttäuschend - gelang es ihm jedoch nicht, mich zu provozieren. Denn dies hätte für mich unangenehme Folgen haben können. Aber dazu später.

    Bei der Abrechnung sieht's - wenig überraschend - nicht viel besser aus. Der Hafenmeister läßt sich jeden Handschlag bezahlen, der mündlich zugesagte Transport vom Kran in die Halle als in der Hallenmiete enthalten, wird gesondert berechnet, nicht erbrachte Leistungen werden abgerechnet. Dazu ist er sehr kreativ beim Erfinden von "Leistungen": für das An-/Abschließen, Ablesen und Abrechnen des Stroms stehen 24 € auf der Rechnung. Abgenommene kWh gehen selbstredend extra. Man stelle sich nur einmal vor, ein Wohnungsvermieter würde so etwas in die Betriebskostenabrechnung schreiben ...

    Natürlich könnte man protestieren, Rechnungen nur unter Vorbehalt zahlen. Aber dabei hat man diese Rechnung - man denkt es sich bereits - ohne den Hafenmeister gemacht: der rückt das Schiff erst dann 'raus, wenn man alles vorher vollständig und vorbehaltlos gezahlt hat (die AGB lassen grüßen). Bis das dann geklärt ist, ist die Saison vermutlich gelaufen ... und falls man rechtlich nix machen kann, fallen selbstverständlich weitere Kosten für das Lagern der Jacht an.

    Wer jetzt meint, daß ich dies alles übertrieben darstelle oder vielleicht zu empfindlich bin, der möge mal die Suchworte "Yachthafen", "Harburg" und "Bewertung" in eine Suchmaschine eingeben und den Treffern folgen. Dort wird das von mir festgestellte Verhalten des Hafenmeisters seit 2009(!) in zum Teil sehr drastischen Worten beschrieben. Es gipfelte in einem beschriebenen Fall in einer körperlichen Auseinandersetzung, wobei der Rezensent im Hafen landete.

    Das ich die Jacht im kommenden Winter woanders unterbringe, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Ich persönlich würde lieber bei NW 6-7 und ausgehendem Strom von Brunsbüttel nach Cuxhaven segeln (Elbsegler wissen, was damit gemeint ist!), als noch einmal dort auch nur anlegen wollen.

    Fazit: die von mir unterlassene Recherche war schlicht grob fahrlässig. Zu meinen, daß man schon alles erlebt hat und daher keine Überraschungen mehr kommen können, ist falsch.

    Denn: Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst

    In diesem Sinne,
    .




    Mmh, Danke !


    .
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  3. #3
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    Standard

    Naja, denke eher da gehören immer zwei dazu...

    Hafen- und Hallenbetreiber sind häufig merkwürdig in der Art.
    Liegt eventuell an der isolierten Lebensweise...

    Das ein Betreiber den Zugang überwacht liegt darin das er auch im gewissen Rahmen haftet.
    Gerade in Winterlagerhallen wird gerne und viel ausgeborgt....

    Ich treibe mich beruflich in der Branche umher und bin über etliche Hallenbetreiber verwundert.
    Die verwehren sogar Firmen den Zutritt um keine Aufträge zu verlieren...

    Sowas nennt sich Hausrecht und gibt es keine Alternative....
    Wer kann, kann auch mit einer Oceanis segeln! ;)

  4. #4
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    Standard

    Tja, wenn ich einen Platz suche schaue auch mal ins Netz. Da findet sich schon 'ne Menge Text zum Thema.
    Auch dass es wundersame Typen auf der Welt gibt ist nix Neues. Aber so ein Bohei darum zu machen...
    https://www.abendblatt.de/hamburg/ha...einer-ist.html
    Der Artikel ist jetzt acht Jahre alt.

  5. #5
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    Zitat Zitat von rossio Beitrag anzeigen
    ...
    Auch dass es wundersame Typen auf der Welt gibt ist nix Neues. Aber so ein Bohei darum zu machen...
    Normalerweise würde ich das genau so sehen. Aber wenn Du den Herren nicht selbst erlebt hast kannst du hier echt nicht mitreden. Ich habe ihn in jedem Wort wiedererkannt und beim lesen herzlich gelacht. Gelacht deshalb, weil ich nicht selbst betroffen bin, und weil es schön ist zu sehen dass es in unserer sich rasant verändernden Welt doch noch ein paar Konstanten gibt...

  6. #6
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    Zitat Zitat von Tralala Beitrag anzeigen
    Normalerweise würde ich das genau so sehen. Aber wenn Du den Herren nicht selbst erlebt hast kannst du hier echt nicht mitreden. Ich habe ihn in jedem Wort wiedererkannt und beim lesen herzlich gelacht. Gelacht deshalb, weil ich nicht selbst betroffen bin, und weil es schön ist zu sehen dass es in unserer sich rasant verändernden Welt doch noch ein paar Konstanten gibt...
    Vielleicht bin ich da auch 'n büschn drüber. Soll heissen dass ich Leute erleben durfte (Vermieter) der auf meine Bitte nach Fensterdichtungen mit 'ner Alditüte voller Dichtungen ankam, die er wohl in einem anderen Haus aus den Fenstern kratzte. Der eine glitschige Holztreppe mit aufgenagelten Stäbchen sicher machen wollte...oder den Elektromeister der den Einsatz von Schraubendreher und Messgerät auf die Rechnung setzte..die Liste wäre endlos.

  7. #7
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    Moin,

    sorry, daß ich mich erst jetzt wieder melde ... hab' das gute Wetter noch spontan für einen Spätsommertörn genutzt.

    Vielen Dank für Eure Beiträge. Wie bereits erwähnt, muß ich mir die unterlassene Recherche selbst ankreiden. Ich habe mit meinem Beitrag versucht, meine Erlebnisse - zugegeben subjektiv, da als Betroffener verfaßt - möglichst genau wiederzugeben. Insofern ist das Ganze auch ziemlich umfangreich geworden.

    Als Kleinigkeit habe ich das Ganze nun wirklich nicht empfunden. Insofern ist die Bezeichnung "Bohei" meines Erachtens nicht angebracht. Aber sei's 'drum: wenn auch nur eine/r auf Grund des Beitrags Entscheidungen durch Recherche nach Erfahrungen anderer jetzt hinterfragt, hat das Ganze seinen Zweck erfüllt.

    Denn mein Beispiel ist ohne weiteres auf andere Situationen übertragbar.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

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