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  1. #1
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    Standard Bis zu welchem Alter kann man eigentlich segeln?

    Auf dem Rückweg von Finnland hatte ich in 2012 den Skipper der „SY OMA“ auf Utklippan getroffen. Er war damals 80 Jahre alt und verfügte als Alleinsegler nur noch über ein drittel von seinem Magen. Da man sich unter Seglern gegenseitig hilft, habe ich natürlich geholfen, den Rest der 0,33 ltr. Flasche Bier zu lenzen, da er selbst nur etwas mehr als ein Schnapsglas voll trinken konnte.
    Man hilft sich natürlich gegenseitig.

    Warum ich das schreibe? Ich habe ihn heute in Stralsund wieder getroffen, wieder mit der „OMA“ und wieder allein. Mittlerweile allerdings 88 Jahre!
    Da frage ich mich natürlich, wie lange kann man denn eigentlich, -ich mein Segeln!

  2. #2
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    Standard

    Ein entfernter angeheirateter Verwandter fuhr mit 86 immer noch mit seiner Blech-Weserjolle (6,5m, ca. 20qm, Gaffel) auf der Weser herum. Häufig auch einhand. Ist ein gutes Vorbild.

  3. #3
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    Ich würde sagen da gibt es drei begrenzende Faktoren (in dieser Reihenfolge): Gesundheit, Kraft und Mut.

    Gesundheitlich ist natürlich jeder anders dran, aber mit Mitte 70 haben viele schon solche Probleme, dass sie sich nicht mehr aufs Wasser trauen. Andere sind noch mit 85 kerngesund.

    Was die Kraft betrifft (es ist immerhin ein Sport): Auch bei eher sportlichen Menschen läßt die Kraft ab etwa 80 spürbar nach. Aber das kann man immerhin mit Hilfe von Elektromotoren oder auch einem kleineren Schiff oder einem friedlicherem Revier lösen. Aber dass jemand noch mit 90 kräftemäßig ein Schiff führen kann, ist dann doch ziemlich selten.

    Und der letzte Punkt, der Mut: Ich glaube, die meisten müssen nicht aufhören, sie trauen sich nur nicht mehr. Ist aber auch irgendwie nachvollziehbar.

    Nach meiner Beobachtung würde ich sagen: 80 ist wohl eine magische Grenze, und mit 90 ist auch für die hartgesottenen der Segelsport vorbei.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Barracuda Beitrag anzeigen
    Ich würde sagen da gibt es drei begrenzende Faktoren (in dieser Reihenfolge): Gesundheit, Kraft und Mut.

    ........
    Diese Faktoren sind begrenzend für "Können".
    Wie ist es denn mit "Wollen"?

    Man schaue sie sich an, die alten Recken, die segeln bis der Arzt kommt. Schaut man genau hin, dann segeln sie bereits zehn Jahre nicht mehr. Um nichts in der Welt würden sie das Segeln aufgeben, aber...........
    - das Boot segelt keine 500sm mehr im Jahr,
    - der Mast bleibt auch schon mal in der Halle,
    - längere Reisen finden nicht mehr statt,
    - Längsstege sind Voraussetzung
    - Schläge am Wind, zumal bei frischem, werden gemieden
    - die Liebste sagt: och nö

    Wohnt man am Wasser und segelt ab und zu mal ein paar Stündchen mag das hohe Alter kein Hindernis sein. Geht man in den Sommermonaten auf eine lange Reise, so werden diese immer kürzer und weniger anspruchsvoll, nicht weil man es altersbedingt nicht mehr kann, sondern weil man es nicht mehr will.

    Z.Zt. sind es überwiegend alte Leute, die unterwegs sind. Der weitaus überwiegende Teil segeln gar nicht. Im Höchstfall wird mal die Rollfock gesetzt. Selbst die Holepunkteinstellung ist schon zuviel. Segeln mit gebremstem Schaum? Nein danke.

    Aus diesen Erkenntnissen haben wir vor zwei Jahren die Konsequenz gezogen. Wir wollen auf die langen Sommerreisen nicht verzichten, aber es darf etwas ruhiger zugehen. Das Motorboot bringt uns heute zu Zielen die mit dem Segler nicht zu erreichen waren. (Dieses Jahr leider nicht nach Paris)

    Zugegeben, wenn ein gut gesegeltes Boot vorbeizieht, kommt schon Wehmut auf, aber man kann nicht alles haben.

    Es entscheiden nicht nur die körperlichen Fähigkeiten, ausschlaggebend ist Bereitschaft sich dann und wann auch mal etwas zu "quälen".
    Eine Nacht bei Niesel und einstelligen Temperaruren? Dann (mittlerweile) lieber ein ein einsamer Liegeplatz, ein geheizter Salon, Dusche. TV, ....

    Aber jeder wie er mag, haltet durch!

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #5
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Geht man in den Sommermonaten auf eine lange Reise, so werden diese immer kürzer und weniger anspruchsvoll, nicht weil man es altersbedingt nicht mehr kann, sondern weil man es nicht mehr will.
    Aber jeder wie er mag, haltet durch!
    Gruß Franz
    Habe die "OMA" und deren AIS-Signal durch Zufall gefunden und konnte sehen, dass er gestern von Wolgast bis Stralsund gesegelt ist. Nun ja, bei den vorwiegend nördlichen Winden wird er wohl den größten Teil der Strecke motort haben. Aber immerhin, es sind etwa 37/ 38 sm, die er da gestern bei Niesel/Regen zurück gelegt hat.

    Von anderen in die Jahre gekommenen Seglern wurde zur Frage, "warum sie mit dem Segeln aufgehört haben"?, angegeben, "man fühlt sich nicht mehr sicher an Bord"!
    Eine klare Aussage und so sollte es auch sein!

    Der Skipper der "OMA" berichtete gestern, "Das Segeln hält mich jung"!

  6. #6
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    alles schön und gut....
    jouw Franz... hast ja recht... aber....

    wenn schon, dann wäre ein Motorsegler doch nicht verkehrt ?
    So vonwegen in Ruhe, ohne störenden Motor, übers Meer schippern ?
    Und wenn es ungemütlich oder zu anstrengend wird..
    nett im Steuerhaus (oder überdeckter Frittenbude) sitzen und ne schöne Cup Coffee...

    Wenn das mit dem Lottogewinn endlich hinhauen würde,
    würde ich sogar auf nem Schiff wohnen wollen.
    Es gäbe da einige....

    QUERULANT = https://blog650.wordpress.com
    HORIZONTE = https://blog35215.wordpress.com

  7. #7
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    Standard

    Hallo,

    ja, bestimmt ...

    Und die Pflege übernehmen die Heinzelmännchen?
    Fragen sie ihren Arzt und Psych. ...


    Peter

  8. #8
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    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ja, bestimmt ...

    Und die Pflege übernehmen die Heinzelmännchen?
    Fragen sie ihren Arzt und Psych. ...


    Peter
    Die Pflege übernehmen nicht die Heinzelmännchen, sondern Fachleute. Ist nur eine Frage des Geldbeutels..
    Man segelt solange, wie man Lust dazu hat, danach kann man Motorboot auf den holl. Kanälen fahren, man geht dann nur von Bord, wenn einen den Klabautermann holt!! Es gibt kein Mindestalter, bei dem man Segeln darf und genauso gibt es auch kein maximales Alter !!

  9. #9
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    Hallo,

    ja, natürlich, man muss sich nur früh genug zum Alleskönner ausbilden.


    Peter

  10. #10
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    Zitat Zitat von Nachtsegler Beitrag anzeigen
    .............

    wenn schon, dann wäre ein Motorsegler doch nicht verkehrt ?
    So vonwegen in Ruhe, ohne störenden Motor, übers Meer schippern ?
    Und wenn es ungemütlich oder zu anstrengend wird..
    nett im Steuerhaus (oder überdeckter Frittenbude) sitzen und ne schöne Cup Coffee...

    ........
    Motorsegler? Nur um die dekorativen Stangen an Deck spazieren zu fahren? Hast Du schon mal leinen Motorsegler segeln gesehen? Mit 150° Wendewinkel geht das einfach nicht.
    Störender Motor? Falscher Motor! Am äußeren Steuerstand hört man ihn nicht und am inneren nur leises Brummen wie im PKW.
    "Nett im Steuerhaus" bei 2m Welle "übers Meer schippern"? So´n Motorsegler ist auch kein ausgewachsenes Seeschiff. Es schüttelt sich genau so wie es unser Segler getan hat und bei Schmackes habe ich mich im Innenraum äußerst unwohl gefühlt.
    Die Alternative ist ein geschütztes Revier mit kurzen Distanzen. Man wartet auf schönes Wetter und segelt mal 20 Meilen. Westliche Ostsee, IJsselmeer, Zeeland, ...... klar, warum nicht. Aber viel neues kommt dabei nicht rum.
    Das Problem der Segler ist, dass sie nie, nicht, niemals, auf keinen Fall ins feindliche Lager der Stinkpötter wechseln würden.
    Unser Diesel verbrauch ca. 2,5 l/h, das ist in etwa soviel wie wir verbrauchen würden um ab und zu zum Liegeplatz zu fahren um dann mit Motor zum nächsten Hafen zu tuckern

    Segeln ist eine geile Sache, aber man kann nicht alles haben.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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