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  1. #1
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    Standard Was ist eigentlich "Segeln"...

    ...für Euch?

    in Anlehnung an den Thread Bis zu welchem Alter kann man eigentlich segeln interessiert mich diese Frage. Mir ist ziemlich klar, dass unterschiedlichste Facetten dieser Sport-, Reise- und Lebensform wichtig sein können. Was ist das bei Euch, das das Lebensgefühl, die Verbindung und das Erlebnis ausmacht? Am besten mit Priorität versehen.

    Bin gespannt, was von Euch kommt!


    Gruß R.

  2. #2
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    Standard

    Interessante Frage!

    Für meine Leichtmatrosin und mich ist es als Charterer eine Reiseform in der man Land und Leute unserer Meinung
    nach ganz anders kennenlernt als wenn man z.B. mit dem Wohnmobil ein Land erkundet. Ich komme mit dem Schiff
    zu Orten und Stellen die mir sonst nicht so zugänglich sind. Ich "wohne" dann im Hafen quasi mitten im Leben,
    kriege, sofern ich nicht in einer Marina bin, einiges von der Stadt mit.

    Zwischen dem An- und Ablegen haben wir den seglerischen Aspekt, der mal langsam dahingleitend, mal sportlich schnell
    oder halt auch mal ruppig ungemütlich sein kann. Auch wenn ich es oben "Reiseform" genannt habe, so genießen wir den
    Fortbewegungsteil auch. Je nachdem sportlich um noch einen viertel Knoten rauszuholen, mal auch meditativ wenn man
    einfach nur die Ruhe genießt und vielleicht gar nicht so viel redet, jeder nur seinen Gedankne nachhängt.
    Das kann von Tag zu Tag anders sein. Manchmal ist es auch ein Entschleunigen, ein Runterkommen.

    Viele Nichtsegler im Freundes/Bekanntenkreis fragen " ja was macht ihr denn die ganze Zeit, wenn ihr 6 Stunden
    von A nach B unterwegs seit?" Es ist den Leuten schwer zu vermitteln.

    Selbst meine Leichtmatrosin meinte vor 14 Jahren nach dem ersten Törn "Ja das war ganz nett. Aber muss man ja nicht jedes
    Jahr machen". Inzwischen würde sie mich töten wenn ich ohne sie fahren würde

    Den Regattaspekt finde ich nicht uninteressant. Würde ich am Wasser wohnen wäre es sicher auch eine Option die ein oder andere Mittwochsregatta zu fahren. So bleiben für uns nur 1-2 Wochen im Jahr.
    LG aus Köln
    ORIBA

    ~Botemedlet för allt är saltvatten-Svett, tårar eller havet~
    (Ann Rosman)

  3. #3
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    Standard

    Ich bin am Strom aufgewachsen, ein paar Minuten zu Fuß weg davon, mit den "großen Pötten", den Lüttfischern, den Werftarbeitern, den Seeleuten, Reedereimitarbeitern, den Wassersportlern etc. - "Segeln" ist für mich tatsächlich das "zielgerichtete" (im Sinn von "halbwegs gut getrimmt") Fortbewegen auf dem Wasser, von A nach B oder nur zum Tide aussegeln.
    Am Deich oder im Hafen herumsitzen, Fischbrötchen + Jever verzehren, Möwen zusehen, mit der Fähre fahren, ist auch cool, aber das ist nicht "Segeln", sondern einfach "Leben".

  4. #4
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    Hier mal meine Antwort dazu:

    Für mich ist das Leben an Bord sehr wichtig. Der Aufenthalt in einer anderen Welt, die sowohl die Verantwortlichkeit Material, Menschen und für das eigene Handeln, als auch die Erreichbarkeit für Orte und Erlebnisse in einen anderen Kontext stellt, als es mit Wohnung und Auto der Fall ist. Mir fällt das immer besonders auf, wenn ich mit dem Auto in eine Stadt komme, die ich zuerst mit dem Boot besucht habe - Die Perspektive ist dann für mich komplett anders. Mit dem eigenen Wohnraum über das Meer - oder Wasser - zu fahren um an einem Ort anzukommen und dort verhältnismäßig autonom zu sein ist für mich das Wichtigste am Segeln.

    Das Sportliche des Segelns - Regatta oder Perfektionismus beim Trimm - ist für mich interessant, aber hat in jedem Fall nicht den Stellenwert, als dass ich dafür explizit Geld für spezielles Material in die Hand nehmen würde oder mit hoher Ambition auf Events hinarbeiten würde. Dafür sind mir aber sicheres, solides und gutes Segeln auch bei härteren Bedingungen wichtig. Im Zweifelsfall entscheide ich mich für einen Schrick in den Schoten als für das letzte Quentchen Speed. Genauso bei Hafenmanövern - sie dürfen gern gemütlich und sicher sein. Ist mir wichtiger, in jeder Phase des Manövers Zeit und Möglichkeit zu haben, als waghalsig besonders schick im Hafen Haken zu schlagen.

    Und der dritte Aspekt ist das menschliche Miteinander an Bord. Teamgeist - eher Familiengeist (auch bei fremden Crews), Verlässlichkeit und gutes Miteinander. Mit Menschen, die meinen sie wären Passagiere habe ich tatsächlich meine Probleme;-)

    Für mich ist Segeln tatsächlich mehr eine Lebensform als ein Sport. Vielleicht bin ich auch deshalb der Meinung, dass es durchaus einen großen Toleranzbereich gibt, wie das Eine oder Andere gehandhabt wird und wie jeder Einzelne dazu steht...

  5. #5
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    Finde die Frage auch sehr interessant.

    Zum einen ist Segeln toll weil es eben in diese Facetten (Sport, Reisen, Lebensform,...) aufgeteilt werden kann, zum anderen ist es trotz dem oftmals hohen Aufwand der damit verbunden ist (mal mehr mal weniger) ein Gefühl von absoluter Freiheit, bei dem man auf sich gestellt ist und oder komplett mit sich selbst beschäftigt ist. Kenne nicht viele andere Hobbies/Sportarten, die einem dieses Gefühl vermitteln können und dennoch so viel Können und Leidenschaft abverlangt.

    LG aus Hamburg

  6. #6
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    Den o.a. Antworten möchte ich noch den technischen Grund hinzufügen. Mit einem Segelboot bewegt man sich voran, quasi ohne eine Energie zu verbrauchen. Einzig die ausgefeilte Technik und die Geschicklichkeit sind nötig. Das sogar zu Zielen in beliebige Richtungen.

    So ein Segelboot ist eine geniale Maschine. Ihre optimale Nutzung anzustreben ist eine großartige Herausforderung.

    Dass soziale, kulturelle und abenteuerliche Aspekte hinzukommen macht die Sache perfekt.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #7
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    Das ist Segeln: Eine Gehhilfe zum Ort höchster Glückseligkeit

  8. #8
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    Zitat Zitat von Tralala Beitrag anzeigen
    Das ist Segeln: Eine Gehhilfe zum Ort höchster Glückseligkeit
    +1 Kürzer und schöner kann man Segeln nicht beschreiben!

  9. #9
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    Segeln ist eine der teuersten arten
    unbequem
    zu reisen
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  10. #10
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    Segeln bedeutet für mich:
    - Interessante Menschen kennen lernen,
    - ohne Stau und Ampeln und ohne Motorengeräusche tolle Orte erreichen
    - Freude über Verbesserung der eigenen seglerischen Leistung
    - fast autonome Lebensform
    - nie genau zu wissen wohin die Reise geht
    - herrausfordernde technische Aufgaben (Probleme) mit Bordmitteln lösen
    - Erstaunen wie zufrieden man auf so wenig Raum sein kann
    - Vielfalt der Natur: Wind, Strömung, Licht, Farben, Tiere......
    Eine faszinierende Leidenschaft.
    Sportliche Grüße
    Volker

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