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  1. #1
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    Standard In Entwicklung ; mobiler Detektor Dieselpest

    08.04.2021 11:09

    Flugsicherheit: BAM entwickelt Schnelltest für schädliche Mikroben in KerosinOliver Perzborn*Unternehmenskommunikation
    Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

    Berlin, 08.04.2021. Treibstoffe wie Kerosin oder Kraftstoffe wie Diesel können von Pilzen oder Bakterien kontaminiert werden. Die Mikroorganismen siedeln sich in der Flüssigkeit selbst, an den Innenwänden von Tanks und Leitungen oder in den Treibstofffiltern an und ernähren sich von Kohlenstoffatomen. Da die Pilze und Bakterien sich in dieser Umgebung gut vermehren, können sie einen schlierigen Biofilm ausbilden und Treibstoffleitungen und Filter verstopfen. Das ist besonders in der Luftfahrt ein Problem.

    Um zu vermeiden, dass im Extremfall Triebwerke ausfallen, lassen Fluggesellschaften schon jetzt Kerosin vor dem Betanken und die Tanks ihrer Jets auf Mikrobenbefall prüfen. Solche Tests in regelmäßigen Abständen empfiehlt auch die International Air Transport Association (IATA). Je nach dem Risiko für eine Kontamination – kurze Strecken, niedrige Flughöhe oder auch ein feuchtwarmes Klima begünstigen z. B. das mikrobielle Wachstum – finden die Überprüfungen jährlich oder auch monatlich statt. Die Sicherheit ist also gewährleistet.

    Bisher sind die Nachweise für die Mikroben jedoch zeitraubend: Proben müssen aus den Tanks gezogen und in ein Labor eingeschickt werden. Die Auswertung dauert bis zu vier Tage.*

    „Wir wollten ein automatisiertes und mobiles Detektionssystem entwickeln, mit dem ungeschultes Personal vor Ort Mikroorgansimen in Tankfüllungen innerhalb von 30 Minuten nachweisen und quantifizieren kann“, so Hans-Jörg Kunte von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Der Mikrobiologe ist Experte für Materialschädigungen durch Mikroorganismen.

    Zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie – Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB), Potsdam, und der Firma M2 Automation entwickelten Kunte und sein Team einen Schnelltest, der auf der DNA-Analyse der schädlichen Bakterien und Pilze beruht. Aus einer Probe werden Mikroben isoliert, ihre Zellwand enzymatisch aufgeschlossen, die DNA gereinigt, vervielfältigt und mit einem fluoreszierenden Farbstoff markiert. So lassen sich – ähnlich wie bei dem Polymerase-Kettenreaktions-Test für den Nachweis von SARS-CoV-2 – über einen Detektor, der Fluoreszenzlicht ausliest, vorhandene Mikroben nachweisen. Dabei ist der neue Nachweis schneller und robuster als ein PCR-Test: Er dauert nicht länger als 30 Minuten, funktioniert auch bei schwankenden Außentemperaturen und umfasst ein breiteres Spektrum an Mikroben als die bisher gängigen Labornachweise. Die BAM hat das innovative Verfahren jetzt beim Europäischen Patentamt angemeldet.

    Zugleich arbeitet das Team aus Fraunhofer IZI-BB und BAM bereits daran, den Nachweis in ein handliches und einfach zu bedienendes Detektionsgerät umzuwandeln und dafür alle Komponenten zu miniaturisieren. Dazu soll ein Prototyp entwickelt werden.

    Bis 2025 könnte ein solches Gerät auf dem Markt sein. Bisher gibt es einen solchen Schnelltest weltweit noch nicht. „Biotreibstoffe werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen – sie sind nachhaltiger, aber werden von Mikroben als Nahrungsquelle bevorzugt. Mit unserem patentierten Schnelltest wollen wir dazu beitragen, dass Pilze und Bakterien im Kerosin schneller und umfassend erkannt werden können“, so Hans-Jörg Kunte.

    Kontakt:
    Referat Kommunikation, Marketing
    Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
    T: + 49 30 8104-1013
    presse@bam.de
    www.bam.de
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  2. #2
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    ..................

    Zugleich arbeitet das Team aus Fraunhofer IZI-BB und BAM bereits daran, den Nachweis in ein handliches und einfach zu bedienendes Detektionsgerät umzuwandeln und dafür alle Komponenten zu miniaturisieren. Dazu soll ein Prototyp entwickelt werden.

    .........
    So ein Gerät ist für die Luftfahrt sicher hochinteressant, mir würde ein Einmaltest, wie bei Covid, reichen, den man einmal im Jahr verwendet.
    Den Tankinhalt in Augenschein nehmen ist einigermaßen umständlich und könnte durch so einen Test entfallen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Ich habe vor einigen Jahren eine Reihe von Schiffs Tanks bei uns auf der Werft beprobt und danach mikrobiologische beprobt. Alle Tanks zeigten wenigstens einige Kolonien im Test. Die stark befallenen Tanks hatten alle freies Wasser und das Wasser dort war der Grund für die Dieselpest. Die Tanks mit wenig Kolonien in Diesel waren wasserfrei und sind unproblematisch, denn die wenigen Keime können mangels Wasser nicht wirklich wachsen. Den Rest fängt das Dieselfilter v d Maschine weg.
    Konsequenz für mich,
    1. die Tests waren unnütz, finde ich freies Wasser in einem Tank dann gammeln es darin.
    2. die Tankanlage muss so ausgelegt sein, dass kein Wasser eintreten kann, darin enthaltendes Wasser entfernt und der Tank gereinigt werden kann.
    3. zusätzlich sollte möglichst wenig Diesel lange gelagert werden bzw frischer Diesel mit rein.

  4. #4
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    Also braucht man nur ein Gerät zur Messung des Wasserstandes (Wassergehalt) im/vom Diesel. Das geht am Besten mit einer Leitfähigkeitstmessung...

  5. #5
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    Zitat Zitat von Buntesegel Beitrag anzeigen
    ..........
    1. die Tests waren unnütz, finde ich freies Wasser in einem Tank dann gammeln es darin.
    ...........
    Die Biester kommen auch ohne freies Wasser gut zurecht. Der Bioanteil bindet mehr Wasser, das reicht den Bakterien.
    Jedenfalls war in unserem Tank eine erhebliche Menge Schlamm, ohne freies Wasser. Beim Einbau eines neuen Motors war der Tank und das Filter auf freies Wasser geprüft worden- negativ. Trotzdem hat Tage später ein Schlammklumpen den Abzugsstutzen verlegt.

    Ob Corona, Schwangerschaft oder Dieselschlamm - so ein Test wäre prima.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  6. #6
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    Hallo,

    vielleicht liegen da mehrere (Arbeits-)Fehler vor.

    Bei mir ist Biodiesel seit 10 Jahren unauffällig, seit ich jedes Eindringen und Aussedimentieren von Wasser verhindere.
    Und ich brauche kein Grotamar.


    Peter

  7. #7
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    Selbst durch grùndliche in augenscheinnahme der beiden dieseltanks, waren diese klar, trotz erheblicher dieselpest!
    Nach max. 30min stoppte der marinisierte MB trotz vorab gereinigter filter seine arbeit.
    ABHILFE nur durch hàndische reinigung der tanks und leitungen,
    entsorgen/ filtern des schlamms etc.
    Ein schnelltest zeigt nur ein ergebn8s an, toll da brat ich mir lieber ein eis, denn wenn das gelutscht ist, fàngt die drecksarbeit sogar auch noch eine halbe stunde spàter an...
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  8. #8
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    Zitat Zitat von K.Lauer Beitrag anzeigen
    .......

    Bei mir ist Biodiesel seit 10 Jahren unauffällig, ......
    Welch ein Argument. Bei uns war nach 15 Jahren Normalsprit noch alles unauffällig.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  9. #9
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    Zitat Zitat von round-world2 Beitrag anzeigen
    Selbst durch grùndliche in augenscheinnahme der beiden dieseltanks, waren diese klar, trotz erheblicher dieselpest!
    Nach max. 30min stoppte der marinisierte MB trotz vorab gereinigter filter seine arbeit.
    Hallo,

    als eine Art Jungfrauengeburt mag es sich lesen, aber mein Glaube dazu fehlt.
    Ohne nachträglichen Feuchteeintrag wirst Du keinen nachteiligen Effekt mehr haben, oder es wurde etwas Restmasse übersehen.

    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Welch ein Argument. Bei uns war nach 15 Jahren Normalsprit noch alles unauffällig.
    Die kurze Geschichte mag zwar unbefriedigend sein, aber richtiges Verhalten muß nicht kompliziert sein.
    Das ist ganz klar eine Form der Mengenlehre. Entweder man beseitigt die Ursache oder konzentriert sich die weit gestreuten Symptome.

    Ganz klar ist aber herauslesbar, dass die Qualität der Wassertankstellen in meinem Fall offenbar weit besser ist, als ihr Ruf.


    Peter
    Geändert von K.Lauer (12.04.2021 um 14:41 Uhr)

  10. #10
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    Die Info, dass Biodiesel mehr Wasser „trägt“ ist richtig (das können auch 1000ppm sein) aber nur im reinen Biodiesel. Bei der Einmischung in den Mineralölstämmigen Diesel verdünnt sich das proportional runter (Bioanteil max 7%) Mehr als 200 ppm sollten daher dort bei normgerechter Ware nicht drin sein, idR deutlich weniger. Man sollte das Produkt aber nicht jahrelang im Tank lassen denn der Bioester zerfällt über die Zeit unter Freisetzung von Wasser. Wird’s zu viel wird das Produkt trübe und dann hat man idT heftiges Bakterienwachstum ABER in der ganzen milchkaffee braunen Emusion.

    Die wirklichen Wassermengen werden extern eingetragen. Sie treffen in vielen Fällen auf sowieso schon verdreckte Tanks, die in vielen Fällen keine Deckel zum Öffnen haben. Das ist das Hauptproblem.

    Es gibt weiteres Problem, das Grotamar 82 gut bekämpft nämlich das Kupfer in den vielfach verbauten Leitungen, das Fördert für Alterung des Biodiesels. Allein deshalb würde ich das oder Deutz synpro nehmen.

    Meine Erfahrung ist halt mit dem biocount dass er keine wirkliche zusätzliche Information bringt: auch der Diesel in sauberen Tanks zeigt einige Kolonien, denn er ist nicht steril und die Kolonien tun nichts. Der grosse Befall sitzt in den verdreckten Tanks und das sieht man sofort. Das auf Basis der DNA deutlich sensitiver zu messen bringt wenig neue Erkenntnis aber eine Menge falsch positive Ergebnisse. Es würde im Endeffekt erfordern, die gesamte Lieferkette auf Sterilität umzustellen. Daran denkt nun wirklich keiner.

    In der Luftfahrt wird permanent „gedraint“, in den Lagertanks, im Tankfahrzeug, ggf an der Maschine. Die wollen absolut kein Wasser haben, was richtig und nachvollziehbar ist. Außerdem wird bei der Betankung nochmals abgeschieden und gefiltert. Ist aber eine komplett anderer Aufwand.

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