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  1. #1
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    Standard Stopfbuchse undicht, nachstellen?

    Hallo zusammen,

    Dies ist mein erster Beitrag und eine allgemeine Vorstellung meinerseits folgt noch, habe jedoch ein akutes Problem und benötige dringend Hilfe:

    Ich bin mit meiner alten Vagabond 47 auf einer Überführung unterwegs, von Kroatien nach Portugal. Nach einem Schaden am Motorlager, was jetzt gerichtet wurde, ist uns aufgefallen, dass die Stopfbuchse hinten tropft. 1x pro Sekunde etwa. Ich habe gelesen, dass man Stopfbuchsen nachstellen kann, habe es aber bei meinem System noch nicht ganz verstanden.

    Anbei ein Bild: Der Teil was Richtung Propeller führt ist fest und wird wohl mit dem Zuschlauch mit Öl geschmiert. Die andere Hälfte des Gummis dreht sich entsprechend auf der Welle. Zwischen den beiden Gummielementen tropft es. Wenn man diese mit der Hand anfasst und leicht "öffnet" schießt natürlich jede Menge Wasser rein. Ich vermute, dass dieses Gummielement weiter auf das Feste Gummielement "eingeschoben" werden muss. Könnt ihr mir helfen, ob das Vorgehen richtig ist?
    Parallel habe ich auch mit einer Yachtwerft gesprochen, die schauen sich das jedoch nicht an und haben mir stattdessen ein Angebot von mehreren Tausend Euro gemacht: Yacht raus, Trocken dock, Ruder und Welle demontieren, neue Stopfbuchse rein, und einmal alles umgekehrt, zudem auch noch 14 Tage veranschlagt, dabei möchte ich eigentlich weiter zum Zielhafen (2000sm).IMG_5909.JPG

    Ich hoffe ihr habt gute Tipps für mich.

    Vielen Dank im Voraus

  2. #2
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    IMG_5908.jpg

    Hier noch das zweite Bild. Genau in der Mitte, vor dem Schmierungsschlauch tropft es raus.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Vagabond Beitrag anzeigen
    ........................................, dass die Stopfbuchse .........dem Zuschlauch mit Öl geschmiert. .....
    Aufgrunddessen was man auf den Bildern sieht und Du beschreibst, handelt es sich nicht um eine Stopfbuchse, sondern um eine Gleitringdichtung.
    Die Stopfbuchse ist eine sehr traditionelle Dichtung und kaum noch im Gebrauch

    Bei Deiner Gleitringdichtung werden zwei sehr glatte Dichtfächen axial aufeinandergedrückt und dichten axial. Die Welle istr nicht Teil der Dichtung. Der aufsteigende Schlauch dient nur der Entlüftung. Falls die Luft aus dem Stevenrohr beim Einwassern nicht entweichen kann fehlt die Wasserkühlung und die Dichtflächen werden ruiniert.
    Falls im Laufe der Zeit die Gummiteile an Elastizität verloren haben kann man mit etwas Glück den axialen Druck auf die Dichtflächen leicht(!) verstärken. Könnte hinhauen, muss aber nicht. Die zwei Schellen auf der Welle lösen und das Gummiteil etwas nach achtern schieben.

    Bei ausbleibendem Erfolg empfehle ich eine Lippendichtung (fälschlich "Gummistopfbuchse" genannt) Die ist primitiv und zuverlässig, dichtet mit Lippen auf der Welle.

    s.u.
    1. Gleidringdichtung (unten, https://www.svb.de/de/pss-wellenabdi...5mm-welle.html)
    2. Stopfbuchse (oben links)
    3. Lippendichtung (oben rechts)

    Gruß Franz
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    Geändert von grauwal (21.05.2021 um 09:33 Uhr)
    halber Wind reicht völlig

  4. #4
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    Wenn du das Boot zu Wasser lässt, musst du den schwarzen Gummibalg etwas zusammenquetschen, bis Wasser an der Welle austritt.
    Das ist notwendig, damit die Luft raus ist und das Wasser die Dichtlippe kühlen und schmieren kann.
    Tauschen kannst du die Dichtung im Wasser naturgemäß schlecht. Aber, solange du unterwegs bist, ist das doch nicht tragisch. Normalerweise ist in der Wellenbilge eine Pumpe welche automatisch anspringt wenn Wasser in der Bilge ist. Falls die Pumpe fehlt, die kriegst du in jedem gut sortierten Bootsladen, z.B von Whale.

  5. #5
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    Zitat Zitat von beta Beitrag anzeigen
    Wenn du das Boot zu Wasser lässt, musst du den schwarzen Gummibalg etwas zusammenquetschen, bis Wasser an der Welle austritt.
    ....................
    Das trifft für die Lippendichtung (die so genannte Gummistopfbuchse) zu, falls sie nicht einen Entlüftungsstutzen hat, wie die o.a. Gleitringdichtungen kann man kurz abheben, so dass die Dichtflächen benetzt sind.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  6. #6
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    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten. Da bin ich ja jetzt wieder schlauer geworden. Tatsächlich habe ich mich getraut die Schellen zu lösen und das Gummi "besser" zu positionieren. Ist besser geworden und hoffe, dass es jetzt die nächsten 1700sm hält, dann ist das Boot im Winterlager. Bin jetzt die letzten Tage damit jetzt von Sardinien nach Menorca rüber.
    Die paar tropfen waren nicht das, was mich gestört hat. Die Bilge ist groß genug und die Pumpe ziemlich stark. Hatte nur Angst, dass das System jetzt undicht ist und plötzlich komplett aufreißt.

    Die Lippendichtung scheint das einfachste System zu sein. Nach dem Prinzip keep it simple sollte ich im Winter besser auf so eine umsteigen. Triebstrang muss eh neu gemacht werden.

    Viele Grüße und danke nochmals
    Seren

  7. #7
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    Hallo Seren,

    wenn Du viel unterwegs bist, solltest Du wissen, dass die Lippendichtungen nach 500 Betriebsstunden, spätestens nach 4/5 Jahren gewechselt werden müssen. Alle 200 Betriebsstunden soll geschmiert werden.

    Die Gleitringdichtungen sind wartungsfrei und für deutlich mehr Betriebsstunden ausgelegt.

    Ciao,
    Peter

  8. #8
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    Standard

    Zum Wachwechsel pumpt man normalerweise immer eine gewisse anzahl schlàge an der handpumpe,
    So ist einerseits die funktion und ... gewàhrleistet
    Handbrei
    Toto
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  9. #9
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    Zitat Zitat von PiKay Beitrag anzeigen
    Hallo Seren,

    wenn Du viel unterwegs bist, solltest Du wissen, dass die Lippendichtungen nach 500 Betriebsstunden, spätestens nach 4/5 Jahren gewechselt werden müssen. Alle 200 Betriebsstunden soll geschmiert werden.

    Die Gleitringdichtungen sind wartungsfrei und für deutlich mehr Betriebsstunden ausgelegt.

    Ciao,
    Peter
    Das wagt selbst Volvo nicht zu fordern, und die haben ein massives Interesse.
    Dichtungen dieser Art haben oft mehr als 20 Jahre auf dem Buckel und sind zuverlässig dicht. Ich habe schon vorauseilend welche älter als 10 Jahre gewechselt - kein Verschleiß sichtbar. Wie auch Radialdichtringe (Simmerringe) laufen sie auf der Welle ein. Bei einem erneuten Einbau sollte man sie axial um einen Millimeter versetzen.
    Gleitringdichtungen sind technisch eleganter. Aber was solls, die Gummimobs sind die primitivere, billigere und zuverlässigere Lösung.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #10
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    Hallo Franz,

    deine Beiträge zeigen, dass Du wirklich viel Ahnung hast ..... aber die von mir genannten Werte stammen eben genau aus der Volvo Anleitung z.B. hier:
    https://media1.svb-media.de/media/sn...2006-03-23.pdf

    Nix für Ungut, wir wollen doch alle das Gleiche - viel Spaß und wenig Probleme beim Segeln ......

    Ciao,
    Peter

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