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  1. #11
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    Hallo Franz

    Der Schäkel (inklusive neue Ankerwinsch und Ankerwirbel) war knapp 4 Woche alt, der Anker aus verzinktem Stahl und ca. 20 Jahre alt. Kann denn die Korrosion innert 4 Wochen so rasch fortschreiten, dass sich der Schäkel gemäss Bild verbiegen kann und demzufolge der Bolzen ausreisst ?

    Ich habe etwas vergessen zu beschreiben, der Bolzen ist ja in der Mitte durchtrennt. Das habe ich mit einem Winkelschleifer gemacht, damit ich den Schäkel aus dem Ankerwirbel ziehen konnte. Der Schäkel hat sich wirklich nur verbogen und der Bolzen ist dann ausgerissen.

    Grüsse aus der Schweiz

    René

  2. #12
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    Bei Imbus-Schäkeln am Ankergeschirr hab ich von Haus aus Bauchschmerzen. Ich hab's so gelöst, dass ich einen Schäkel mit "normalem" Bolzen mit Loctite angeknallt und anschließend das überstehende Teil (wie heißt das eigentlich?) abgesägt habe.

    Gruß

    Benno

  3. #13
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    Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann zusätzlich zum Schäkel ja noch ein Stück Dyneema Leine zum verbinden nehmen. Die hält mehr als jeder Schäkel gleicher Stärke und kann leicht auf Beschädigungen kontrolliert werden.
    Michael
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  4. #14
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    Zitat Zitat von Phiro Beitrag anzeigen
    ........... Kann denn die Korrosion innert 4 Wochen so rasch fortschreiten, ...............
    Ja, das kann. Das ist eben das Gemeine der Spannungsrisskorrosion, man weiß nicht, wie schnell sie fortschreitet und ob überhaupt. In den meisten Fällen geschieht nichts, in anderen nach Wochen, Monaten, Jahren.
    Normalerweise dürfte im maritimen Bereich nur Material verwendet werde, dass gegen die Spannungsrisskorrosion gefeit ist, aber so lange von den "Fachleuten" in V2A und V4A unterschieden wird, ist daran nicht zu denken. Meistens geht das ja gut.

    Ein sehr renommierter Chirurg hat an meiner Wirbelsäule zwei Schrauben verwendet, eine ist gebrochen. Auf die Frage, mit welchem Moment er die angezogen habe, antwortete er verständnislos: So fest wie möglich. Mechanische Überbeanspruchung plus Chloridangriff - Bruch. (einem Schlosser wäre das nicht passiert)
    C-Stahl verbiegt sich und rostet, aber man kann die Gefahr sehen. Das Aussehn und die grobe Oberfläche würde man ihm nachsehen, aber dass er billig ist - niemals

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  5. #15
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    Wenn man das Bild von dem gebrochenen Schäkel genau ansieht, dann merkt man, dass der Schäkel genau dort, wo das Material durch die Versenkung des Innensechskant endet, abgeschoren ist. Ich glaube nicht, dass Rost die primäre Bruchursache ist, sondern die konstruktiv bedingte geringe Materialstärke an der Bruchstelle!
    Handbreit
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  6. #16
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    hm, liess doch nochmal #11 durch... da war noch ne flex im spiel vorm phototermin

  7. #17
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    ups, sorry
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  8. #18
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    Wenn man das Bild von dem gebrochenen Schäkel genau ansieht, dann merkt man, dass der Schäkel genau dort, wo das Material durch die Versenkung des Innensechskant endet, abgeschoren ist. Ich glaube nicht, dass Rost die primäre Bruchursache ist, sondern die konstruktiv bedingte geringe Materialstärke an der Bruchstelle!
    "Wenn man sich das Bild von dem ......"

    Ein Teil des Bolzens ist entzwei, nicht gebrochen. Einem Gewaltbruch geht eine Einschnürung voraus (siehe Zugprobe). Nichts davon ist auf dem Bild zu erkennen. Eher möchte ich mutmaßen, dass die Spannungsrisskorrosion so weit fortgeschritten war, dass der Restquerschnitt die Belastung nicht mehr tragen konnte und sich verbog.

    "dass Rost die primäre Bruchursache ist"

    Rost entsteht bei der Oxidation von Eisen und kommt bei intaktem Austenit nicht vor. Im Gegenteil, die Chromatome verbinden sich mit dem Sauerstoff der Luft und bilden eine Schutzschicht (ähnlich wie bei Alu), daher die Bezeichnung Nichtrostender Stahl. Da die Chromatome zu Eisen eine höhere Affinität haben als zu Sauerstoff, findet bei Kontakt mit C-Stahl die schützende Oxidation nicht statt und der zwischenkristallinen Spannungsrisskorrosion ist der Weg geebnet.

    Also, nicht Rost oder Überlast ist der Grund, sondern die hundsgemeine, unsichtbare Interkristalline Spannungsrisskorrosion.


    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  9. #19
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    ... sondern die hundsgemeine, unsichtbare Interkristalline Spannungsrisskorrosion.
    Gruß Franz
    Ein Riesen Problem beim Gebrauchtbootkauf. Du kannst die Kielbolzen oder das Rigg nicht wirklich kontrollieren, sondern nur hoffen oder austauschen.
    Gruß Rudi
    Handbreit
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  10. #20
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    Zitat Zitat von Rud1 Beitrag anzeigen
    Ein Riesen Problem beim Gebrauchtbootkauf. Du kannst die Kielbolzen oder das Rigg nicht wirklich kontrollieren, sondern nur hoffen oder austauschen.
    Gruß Rudi
    Ja, stimmt,
    darum nimmt auch jede erfahrene Werft keine Nirro-Bolzen, denn sie kommen zwangsläufig mit C-Stahl oder Guss in Kontakt, schwere Sünde. Sind die Bolzen durch Rost angegriffen, nimmt der Eigner gerne "was Gutes". Wenn es glänzt und teurer ist, wird es auch "gut" sein. Entrosten und rostschützen wäre besser, ist aber eben billig.

    Bei Riggteilen besteht das Problem bei sauberer Konstruktion nicht. Beim Anker schon, da wird gemischt (da gibt es oft genug Ärger)
    Solange die Schrauber ihre Riggs nicht verschlimmbessern und keine Teile mechanisch überbeansprucht (verformt) werden bleibt die Gefahr im Rahmen, ist aber vorhanden wenn Teile wieder gerade gebogen werden. Die Risse laufen unsichtbar durchs Gefüge bis der Restquerschnitt der Belastung nicht mehr standhält.
    Die Beanspruchung ist vielfältig, Verformung beim Walzen von Terminals oder Gewinden, Chloridangriff und mechanische Belastung. Darum ist die Auswahl der Nirostähle auch so groß. Dem Bastler ist das wurscht, er nimmt Vauah, das gute, V4A - aua aua.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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